Haute Cuisine
Die Haute Cuisine ([Die Seite Vorlage:IPA/styles.css hat keinen Inhalt.]; {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) ist in der französischen Küche eine Epoche mit hochwertiger Kochkunst und gehobener Küche, die vor allem in Restaurants durch Spitzenköche kreiert wird und sich international etabliert hat.
Allgemeines[Bearbeiten]
Der Begriff der Haute Cuisine verweist auf ein Ideal der Zubereitung von Lebensmitteln und Zutaten, wie es sich grob auf die Entstehung und Weiterentwicklung des professionellen Kochens seit Anfang des 18. Jahrhunderts zurückführen lässt.<ref>Daniel Kofahl, Sebastian Schellhaas: Kulinarische Ethnologie: Beiträge zur Wissenschaft von eigenen, fremden und globalisierten Ernährungskulturen. transcript Verlag, 2018, ISBN 978-3-8394-3539-7 (google.de [abgerufen am 13. März 2022]).</ref> Seit Beginn der Restaurant-Kultur während der Französischen Revolution wurden die Hofköche arbeitslos und gingen zur Gründung von eigenen Restaurants über.<ref>Eva Barlösius, Soziologie des Essens, 2011, S. 157.</ref> Diese Epoche von etwa 170 Jahren bis 1971 lässt sich in Grande Cuisine (auch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) und „moderne Küche“ ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) unterteilen, jeweils verbunden mit den Errungenschaften französischer Küchenchefs.<ref>Daniel Kofahl/Sebastian Schellhaas (Hrsg.), Kulinarische Ethnologie, 2018, S. 154.</ref> Die Haute Cuisine konnte sich parallel mit der französischen Küchensprache international ausbreiten.
Geschichte[Bearbeiten]
Die Haute Cuisine ist die Küche der französischen Adelskultur und der Aristokratie des Ancien Régime, verbunden mit einer sozialen Schichtung.<ref>Alex Demeulenaere, Florian Henke, Christoph Vatter: Interfaces franco-allemandes dans la culture populaire et les médias. Deutsch-französische Schnittstellen in Populärkultur und Medien: Dispositifs de médiation interculturels et formes de perception de l'Autre. Interkulturelle Vermittlungsprozesse und Fremdwahrnehmung. LIT Verlag Münster, 2017, ISBN 978-3-643-12959-8 (google.de [abgerufen am 13. März 2022]).</ref>
Ein frühes französisches Beispiel höfischer Kochkunst ist Guillaume Tirel im 14. Jahrhundert, der ab 1381 Chefkoch König Karls V. von Frankreich war und für seine Verdienste um die königliche Küche zum Rat ernannt worden war. Kochbücher propagierten bereits ab 1651 die Haute Cuisine,<ref>François-Pierre de La Varenne, Le Cuisinier François, 1651, S. 1 ff.</ref> die von den ersten Restaurants fortan adaptiert wurde. Nachdem der Marquis de Mirabeau 1757 das Lokal „L’Ami des hommes“ ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) eröffnet hatte, folgte ihm 1766 Mathurin Roze de Chantoiseaux als „restaurateur“ mit einem Lokal unter dem Namen L’Ami de tout le monde ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)).<ref>Rebecca L. Spang: The Invention of the Restaurant: Paris and Modern Gastronomic Culture, With a New Preface. Harvard University Press, 2020, ISBN 978-0-674-24401-6 (google.de [abgerufen am 13. März 2022]).</ref> Im Jahre 1782 eröffnete Antoine Beauvilliers das erste hochpreisige Restaurant unter dem Namen „La Grande Taverne de Londres“ ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)); es avancierte hiermit zum besten Restaurant in Paris für mehr als 20 Jahre.
Die französische Küche wird seit 1921 in die Kategorien „hohe Kochkunst“ ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)), gutbürgerliche Küche ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)), Regionalküche ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) und die improvisierte bäuerliche Küche ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) eingeteilt.<ref>Maurice Edmond Sailland alias Curnonsky/Marcel Rouff, La France gastronomique, 1921, S. 412 ff.</ref> Dabei umfasst die „cuisine bourgeoise“ die schlichten, aber wohlschmeckenden Gerichte der französischen Mittelklasserestaurants.<ref>Rosemary Bailey: Frankreich. National Geographic De, 2007, ISBN 978-3-936559-02-6 (google.de [abgerufen am 13. März 2022]).</ref> Die Regionalküche teilt Frankreich in die dreiunddreißig alten Provinzen auf und ist, wie Brillat-Savarin sagte, „der Teppich, auf dem die Haute Cuisine einherschreitet“.<ref>zitiert über Thomas Bonnet, Paris – Die Küche Frankreichs, 2018, S. 12</ref>
Seit 1926 bewertet der Guide Michelin herausragende Küche mit Sternen und wurde zum angesehensten Restaurantführer der Haute Cuisine.<ref>Robert Lücke WELT: Michelin & Co.: Welcher Restaurantführer passt zu mir? - WELT. Abgerufen am 6. September 2026.</ref><ref>Ausgezeichnete Küche: Michelin und Gault&Millau. Abgerufen am 6. September 2026.</ref>
Gastrosophie[Bearbeiten]
Die Gastrosophie der Haute Cuisine steht für qualitativ hochwertige Nahrungsmittel, welche im Hinblick auf das Kochhandwerk hochprofessionell und zudem mit künstlerischer Ambition zubereitet werden.<ref>Daniel Kofahl/Sebastian Schellhaas (Hrsg.), Kulinarische Ethnologie, 2018, S. 140</ref> Das hohe Niveau der Haute Cuisine kann auch begriffen werden als Zeichen des elitären Status der Gäste.<ref>Sidney Mintz, Cuisine and Haute Cuisine, in: Food and Foodways 3 (3), 1989, S. 186</ref> Einfache Bürger gab es in den mondänen Restaurants meist nicht.
Mit der Haute Cuisine der Gourmets entwickelte sich auch eine eigenständige Esskultur. Spitzenköche im 19. Jahrhundert wie Marie-Antoine Carême, Auguste Escoffier und Jules Gouffé, im 20. Jahrhundert Paul Bocuse und Alain Ducasse, haben zahlreiche Generationen von Gastronomen und Köchen beeinflusst. Die Haute Cuisine ist das Beste vom Besten für einen kleinen Kreis von Kennern. In diesem Sinn wird sie in Frankreich stolz als eigenständiges nationales Kulturgut betrachtet.
Grande Cuisine[Bearbeiten]
Die Haute Cuisine war die erste Epoche der französischen Kochkunst, die einen Namen erhielt. Ihr folgte nach 1828 die Grande Cuisine. Als ihr Begründer gilt Marie-Antoine Carême, der im Gegensatz zur vorherigen Epoche Leichtigkeit und Einfachheit des Kochens betonte. Vorrang hatten die Qualität des Geschmacks und Geruchs als ein Eigenwert der Speisen. Die bisherige „Haute Cuisine“ Frankreichs wurde durch sein Buch<ref>Marie-Antoine Carême, Le Cuisinier Parisien, 1828, S. 72 ff.</ref> erweitert, nicht aber abgelöst.
Haute Cuisine heute[Bearbeiten]
Auch wenn sich die kulinarische Wirklichkeit im heutigen Frankreich durchaus nicht immer in diese Klassifikation fügt, ist der Anspruch von erstklassigen Köchen modern geblieben, im Rahmen der Spitzengastronomie Bestes zu leisten. Folgende Ingredienzen der Haute Cuisine sind zeitlos:
- Erstklassige Küche mit kreativem Anspruch
- Marktfrische, oft erlesene Ausgangsprodukte
- Vollendete Serviertechnik und Anrichten der Speisen
- Gäste, die weite Wege und hohe Rechnungen in Kauf nehmen, um eine meist mit Michelinstern ausgezeichnete Gourmetküche zu genießen
Inzwischen werden einige Charakteristika der „klassischen“ Haute Cuisine kritischer gesehen, so etwa die Verwendung teurer Zutaten wie Foie Gras, Kaviar, Hummer und Trüffel.<ref>Maultasche bleibt Maultasche. 26. Januar 2019, abgerufen am 10. März 2024.</ref> Als Weiterentwicklung setzt die ab 1971 entstandene Nouvelle Cuisine auf leichtere Zubereitungen und mehr Zutaten wie frisches Gemüse oder auf den Punkt gebratenes Fleisch und Fisch. Seitdem orientiert sich die internationale Spitzengastronomie oft an der Nouvelle Cuisine.
Um 2000 wurden Regionale Lebensmittel wichtiger,<ref>Stirbt die klassische Luxusgastronomie aus? 5. August 2021, archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen am 10. März 2024.</ref> sowie eine stärkere Nachfrage nach vegetarischem<ref>Vegetarische Haute Cuisine. Abgerufen am 10. März 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Restaurant-Tipps: Plant-based in der Spitzengastronomie - Falstaff. Abgerufen am 10. März 2024.</ref> und veganem Essen.<ref>Peter Wagner: Sellerie vegan: Rezept deluxe. In: Der Spiegel. 21. März 2015, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 10. März 2024]).</ref>
In den 2020er Jahren führte der Trend, weniger oder keinen Wein zum Essen zu trinken, zu einer neuen Herausforderung in der Spitzengastronomie.<ref>Christian Bau WELT: Restaurants: Wenn die Gäste nur Wasser bestellen, geht die Rechnung nicht auf - WELT. Abgerufen am 4. September 2026.</ref>
Weblinks[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
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