Helene von Roeder
Helene Freifrau Roeder von Diersburg,<ref>Röder von Diersburg, Freifrau Helene (Vonovia Immobilien Treuhand GmbH, Gelsenkirchen), GF - Die Deutsche Wirtschaft. Abgerufen am 14. Mai 2023.</ref> kurz Helene von Roeder, geborene Kley (* 5. Juni 1970 in Heidelberg), ist eine deutsche Managerin. Von 2018 bis 2023 gehörte sie dem Vorstand von Vonovia an und verantwortete dort das Ressort für Digitalisierung und Innovation. Seit Juli 2023 ist sie Teil der Geschäftsleitung von Merck und verantwortet dort als Chief Financial Officer (CFO) unter anderem das Ressort Finanzen.
Ausbildung[Bearbeiten]
Von 1989 bis 1993 studierte von Roeder theoretische Physik an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Anschließend wechselte sie an das Trinity College der University of Cambridge, wo sie 1994 ihr Studium der theoretischen Astrophysik mit einem Master of Philosophy abschloss.<ref>Harald Thomeczek: Vonovia: Klinck-Nachfolgerin kommt aus der Bankenwelt. In: Immobilien Zeitung. 23. Januar 2018, abgerufen am 8. Juni 2019.</ref>
Karriere[Bearbeiten]
Finanz- und Bankensektor[Bearbeiten]
Die berufliche Laufbahn startete von Roeder 1995 im Risikocontrolling der Deutschen Bank in Frankfurt am Main. Im Jahr 2000 nahm sie eine Tätigkeit bei der UBS in Frankfurt am Main und London auf<ref name=":1">Helene von Roeder. In: Merck. Abgerufen am 23. April 2026.</ref> und beschäftigte sich dort unter anderem mit alternativen Finanzierungsformen für Start-up-Unternehmen.<ref>Udo Rettberg: Neue Wege bei der Finanzierung junger Unternehmen. In: Handelsblatt. 27. Dezember 2001, S. 22.</ref>
2004 kam von Roeder nach einer kurzen Zwischenstation bei Merrill Lynch schließlich als Leiterin im Bereich Global Capital Markets für Deutschland und Österreich zu Morgan Stanley.<ref>Helene von Roeder. Finance Köpfe. In: Finance Magazin. Abgerufen am 8. Juni 2019.</ref><ref name=":1" /> Ab 2012 zuständig für das Kapitalmarktgeschäft in Deutschland und Österreich, rückte sie 2013 in den regionalen Vorstand der Bank auf.<ref>Karin Böhmert: Helene von Roeder rückt bei Morgan Stanley in den Vorstand auf. In: Börsen-Zeitung. 28. März 2013, S. 16.</ref> Zu ihren Projekten als Investmentbankerin zählten beispielsweise der Börsengang der Kion Group und die Veräußerung der Daimler-Anteile an EADS.<ref name=":0" />
2014 wechselte von Roeder als Chief Executive Officer (CEO) für Deutschland,<ref>Credit Suisse: Neue Chefin für Deutschland. In: Frankfurt Neue Presse. 7. Februar 2014, S. 1.</ref> Österreich und Zentraleuropa zur Credit Suisse.<ref>Walther Becker: Helene von Roeder geht zu Credit Suisse. In: Börsen-Zeitung. 6. Februar 2014, S. 1.</ref> In dieser Position verantwortete sie das gesamte Geschäft in der Region und war Mitglied der internationalen Geschäftsleitung.<ref>Christoph Pridun: Helene von Roeder wechselt zu Credit Suisse. In: WirtschaftsBlatt. 7. Februar 2014, S. 28.</ref> Sie beschäftigte sich unter anderem mit dem Umbau des Investmentbankings.<ref>Robert Landgraf: Umbau mit viel Gefühl. In: Handelsblatt. 6. Februar 2014, S. 46.</ref>
Immobilienwirtschaft[Bearbeiten]
Anfang 2018 gab der Immobilienkonzern Vonovia bekannt, von Roeder als Vorstandsmitglied zu verpflichten.<ref>Reiner Reichel, Katharina Slodczyk: Aus der Investmentbank ins Immobilienfach. In: Handelsblatt. 23. Januar 2018, abgerufen am 8. Juni 2019.</ref> Ihre Berufung war Teil mehrerer Veränderungen im Management.<ref>Robert Landgraf, Reiner Reichel: Neustart bei voller Fahrt. In: Handelsblatt. 7. März 2018, S. 33.</ref> Zunächst sollte von Roeder das Controlling übernehmen, später wurde ihr die Verantwortung für die gesamten Finanzen von Vonovia übertragen.<ref>Harald Thomeczek: Vonovia: Helene von Roeder übernimmt auch das Finanzressort. In: Immobilien Zeitung. 6. März 2018, abgerufen am 8. Juni 2019.</ref> In der neuen Position des Chief Financial Officer (CFO) zog von Roeder auch in den Aufsichtsrat der österreichischen Tochter Buwog ein und übernahm Kontrollfunktionen in weiteren Tochtergesellschaften.<ref>Buwog-Aufsichtsrat wird neu besetzt. In: Kurier. 4. Mai 2018, abgerufen am 7. Juni 2019.</ref>
Als Vorstandsmitglied für Finanzen war von Roeder maßgeblich an der Übernahme der Deutsche Wohnen im Jahr 2021 beteiligt.<ref>Thomas Holzamer, Michael Hedtstück: CFO von Roeder hebt Vonovia in den Immobilien-Olymp. In: Finance Magazin. 28. Juni 2021, abgerufen am 25. Januar 2023.</ref> Im Rahmen der Zusammenführung beider Konzerne kam es zu einem Umbau des Vorstands: Anfang 2022 übernahm von Roeder als Chief Transformation Officer (CTO) die Verantwortung für Digitalisierung und Innovation bei Vonovia.<ref>Mark Böschen, Sven Clausen: So lief der Machtkampf an der Vonovia-Spitze. In: Manager Magazin. 16. Januar 2022, abgerufen am 25. Januar 2023.</ref>
Wissenschafts- und Technologiesektor[Bearbeiten]
Zum Juli 2023 wechselte von Roeder als Finanzchefin und Vorstandsmitglied zur Merck KGaA. Von 2019 an saß von Roeder im Aufsichtsrat der Merck KGaA und außerdem im Gesellschafterrat der E. Merck KG. Sie war zudem Vorsitzende des Prüfungs- und Finanzausschusses.<ref>Merck-Finanzchef tritt ab - Helene von Roeder wird Nachfolgerin. Handelsblatt, 8. Mai 2023, abgerufen am 12. Mai 2023.</ref><ref>Merck: Ex-Vonovia-Finanzchefin Helene von Roeder übernimmt Finanzressort. manager magazin, 8. Mai 2023, abgerufen am 12. Mai 2023.</ref>
Weitere Mandate[Bearbeiten]
- von 2019 bis Mai 2023: Mitglied des Aufsichtsrats und des Gesellschafterrats, Merck<ref>Sabine Wadewitz: Merck-Familie setzt auf Kontinuität. In: Börsen-Zeitung. 29. Januar 2019, S. 12.</ref>
- von 2020 bis 2023: Mitglied der Regierungskommission, Deutscher Corporate Governance Kodex<ref>Ehemalige Mitglieder. In: dcgk. Deutscher Corporate Governance Kodex, abgerufen am 12. Mai 2023.</ref>
- seit April 2025: Mitglied des Aufsichtsrates bei E.ON<ref>Eon will Heidelberg-Materials-Chef und Merck-Finanzchefin in den Aufsichtsrat holen. In: Finanznachrichten. 9. April 2026, abgerufen am 23. April 2026.</ref>
Sie ist stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Baden-Badener Unternehmer Gespräche e.V. (BBUG)<ref>BBUG: Wer wir sind. In: BBUG. Abgerufen am 23. April 2026.</ref> und im Vorstand des Deutschen Aktieninstitutes.<ref>Präsidium und Vorstand. In: Deutsches Aktieninstitut. Abgerufen am 23. April 2026.</ref>
Von Roeder ist eine der wenigen Frauen, die im Vorstand eines DAX-Unternehmens sind. 2025 gab sie dem Stern ein Interview, in dem sie sagte, dass „wir als Frauen unseren eigenen Karriereweg verfolgen müssen und sollen“, gerade wenn Unternehmen Möglichkeiten zur Vereinbarkeit von Familie und Karriere bieten würden.<ref>Simone Menne: Finanzvorständin: „Frauen sind für ihre Karriere selbst verantwortlich“. In: Stern. 17. Oktober 2025, abgerufen am 23. April 2026.</ref>
Privates[Bearbeiten]
Ihr Vater ist Max Dietrich Kley und ihr Großvater war Gisbert Kley. Bei Karl-Ludwig Kley, der von 2007 bis 2016 Vorstandsvorsitzender von Merck war, handelt es sich um ihren Onkel.<ref name=":0">Achten Sie auf … Helene von Roeder. Family & Friends – das Netzwerk der neuen deutschen Credit-Suisse-Chefin. In: Manager Magazin. Nr. 10, 2014 (manager-magazin.de [abgerufen am 8. Juni 2019]).</ref>
Von Roeder ist verheiratet und hat drei Kinder.<ref>Reiner Reichel, Katharina Slodczyk: Die Baustellen der neuen Finanzchefin beim Immobilienkonzern Vonovia. In: Handelsblatt. 10. Mai 2018, abgerufen am 8. Juni 2019.</ref>
Weblinks[Bearbeiten]
- Vorstand auf der Website von Vonovia
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references responsive />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Roeder, Helene von |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Managerin |
| GEBURTSDATUM | 5. Juni 1970 |
| GEBURTSORT | Heidelberg |