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Henni Warninghoff

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Hermine Henny Carla "Henni" Warninghoff (* 31. Oktober 1892 in Leer (Ostfriesland); † 18. August 1962 in Ilten) war eine deutsche Mädchen-Mittelschul-Lehrerin, Sportfunktionärin<ref name="HBL">Dirk Böttcher: WARNINGHOFF ... (siehe Literatur)</ref> und Herausgeberin.<ref>Vergleiche die Angaben unter der GND-Nummer der Deutschen Nationalbibliothek</ref> Sie hat jahrzehntelang das Turnen der Frauen in Deutschland mitgeprägt<ref name="HBL"/> und galt als „wohl bedeutendste Frau in der Deutschen Turnerschaft“.<ref>Zitat nach Wilhelm Braungardt in Dirk Böttcher: Warninghoff, Henni (siehe Literatur)</ref>

Leben[Bearbeiten]

Geboren in Ostfriesland zur Zeit des Deutschen Kaiserreichs, schloss Henni Warninghoff 1912 ein Lehrerinnenseminar ab.<ref name="HBL" />

Nach dem Ersten Weltkrieg vertrat Warninghoff in der Weimarer Republik von 1921 bis 1924 die Interessen der Frauen im Kreis Hannover-Braunschweig, kam 1922 über die Wandervogel-Bewegung zum Turnen.<ref name="HBL" />

Datei:Bundesarchiv Bild 102-09661, Hannover, Logis-Sportschule.jpg
Carl Loges, Gründer der „Loges-Schule“ im Kreise seiner Schülerinnen;
um 1930, Bismarck-Stadion in Hannover
Datei:Bundesarchiv Bild 102-09659, Hannover, Logis-Sportschule.jpg
Die „Loges-Schule“ um 8.00 Uhr morgens: „Grazie und Anmut, [...] kaum aufgewacht und schon so lustig“

Ab 1926 arbeitete Henni Warninghoff nahezu durchgehend bis 1957 als Lehrerin an der „Mädchenmittelschule“ in Hannover. Ebenfalls ab 1926 und bis 1929 beeinflusste sie – gemeinsam mit Carl Loges – das Frauenturnen allgemein in Hannover.<ref name="HBL" />

In der Deutschen Turnerschaft arbeitete Warninghoff von 1926 bis 1933 im Jugendausschuss, ab 1927 auch im Frauenbeirat mit.<ref name="HBL" /> 1929 hielt Henni Warninghoff – als erste Frau überhaupt in Deutschland – eine Rede auf dem Deutschen Turntag (DTT): Auf der 20. Veranstaltung des DTT im Berliner Reichstag setzte sie sich „vehement für einen weiblichen Frauenturnwart“ ein, wodurch sich Elisabeth "Els" Schröder aus Kaiserslautern als erste weibliche Frauenturnwartin „mit 188 gegen 148 Stimmen [...] gegen einen vom Wahlausschuß vorgeschlagenen Mann“ durchsetzen konnte.<ref>Jan Kutscher: Wir wollen uns recken. In: Die Zeit Nº 20/1996 vom 10. Mai 1996; online zuletzt abgerufen am 30. August 2014</ref>

1930 bis 1933 fungierte Warninghoff als Vertreterin der Turnerinnen in der Deutschen Turnerschaft.<ref name="NISH">Bernd Wedemeyer-Kolwe (V.i.S.d.P.): Henni Warninghoff (siehe unter dem Abschnitt Weblinks)</ref>

Nach der Machtübernahme 1933 durch die Nationalsozialisten,<ref name="HBL" /> nach deren Weltanschauung Frauen vor allem Gymnastik ausüben durften,<ref name="Jungle World">Martin Krause: Oberst Schiel und die Turbine / Die zurzeit in Deutschland stattfindende Europameisterschaft im Frauenfußball kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. In: Jungle World Nr. 27 vom 27. Juni 2001; Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.online (Memento vom 3. September 2014 im Internet Archive) zuletzt abgerufen am 30. August 2014</ref> wurde Henni Warninghoff Reichsfrauenwartin im Nationalsozialistischen Reichsbund für Leibesübungen (NSRL).<ref name="HBL" /> Als solche äußerte sie sich zum Frauensport:<ref name="Jungle World" />

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Zum 1. Mai 1933 war sie der NSDAP beigetreten.<ref>Internationale wissenschaftliche Korrespondenz zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung, Band 35. 1999. S. 535</ref> Ab 1935 vertrat Henni Warninghoff im „internationalen Frauenausschuss“ des NSRL die Interessen der organisierten Turnerinnen.<ref name="HBL" />

Während der Olympischen Sommerspiele 1936 in Berlin betreute Henni Warninghoff „die Frauen in der deutschen Olympiamannschaft“,<ref name="HBL" /> besuchte im selben Jahr Bad Nauheim mit ihrem Trainer Carl Loges und der Olympia-Frauen-Mannschaft.<ref>Bad Nauheim, 1936 / Besuch der Olympia-Frauen-Mannschaft ... (siehe unter dem Abschnitt Weblinks)</ref>

Nach dem Adressbuch der Stadt Hannover von 1939, dem Jahr des Beginns des Zweiten Weltkrieges, wohnte die Mittelschullehrerin seinerzeit in der Haasemannstraße 2 im (heutigen) hannoverschen Stadtteil Linden-Mitte.<ref>Achim Brandau: (V.i.S.d.P.): Abschrift für die Haasemannstraße durch die Geschichtswerkstatt im Freizeitheim Linden, Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.herunterladbar (Memento vom 14. Februar 2016 im Internet Archive) als PDF-Dokument auf der Seite haasemannstraße.de, zuletzt abgerufen am 30. August 2014. Auch 1948 korrespondierte sie unter derselben Adresse, vgl. Henni Warninghoff, in: Wilhelm Braungardt: Briefe alter Turner. Band 3, Teil 1, S. 28, vom 11. Februar 1948.</ref> Anders als bei ihren männlichen Kollegen, von denen insbesondere während des Krieges nach den „Richtlinien für die NS-Leibeserziehung von 1941“ ein „rücksichtsloser kämpferischer Einsatz“ erwartet wurde und die einer totalen Erfassung und ständigen Überwachung ausgesetzt waren, ging es bei den Frauen eher um eine maßvollere Willensbildung und Charakterbildung. So postulierte Henni Warninghoff etwa:<ref name="Stefan Jacob">Einzelnachweis nach und Zitat in Stefan Jacob: Sport im 20. Jahrhundert (= Sport: Kultur, Veränderung. Sozialwissenschaftliche Analysen des Sports, Bd. 25), Münster; Hamburg: Lit, 1994, ISBN 3-89473-832-4, S. 106f.; teilweise online über Google-Bücher</ref>

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Nach dem Krieg war sie Fabrikarbeiterin, ehe sie im Februar 1948, als Mitläuferin ohne Auflagen im Rahmen der Entnazifizierung eingestuft, wieder an der hannoverschen Mädchenmittelschule arbeiten konnte. Sie wurde 1952 Mitglied im Ältestenrat des Niedersächsischen Turner-Bundes.<ref name="HBL" /> Trotz dieser Ehre hatte sich die ehemals feministische Vorkämpferin der 1920er Jahre offenbar jedoch nicht mehr gegen die konservativen Weltanschauungen der nun dominierenden Herren durchsetzen können: Der damalige Deutsche Turner-Bund (DTB) hinderte unterdessen „seine besten Sportlerinnen zehn Jahre lang systematisch daran, zu siegen“. „Nach den Olympischen Spielen 1952 [wurden] die deutschen Turnerinnen aus dem internationalen Wettkampfverkehr gezogen [...], durften nur noch an Schauturnen teilnehmen.“ Nach dem Jahrbuch der Turnkunst wurden „für die deutschen Turnschwestern [... lediglich noch] eigene Stunden für rhythmisch-musikalische Arbeit mit Trommeln, Hölzern, Triangeln und Becken“ angesetzt. Die später von der Zeitschrift Der Spiegel, ähnlich wie Sophie Dapper und Irmgard Foerster, als „DTB-Gouvernante“ bezeichnete Altturnerin Warninghoff lehnte nun Pflichtübungen für Frauen ab, formulierte das fromme Turnen der deutschen Frauen anstelle eines in anderen Ländern betriebenen Leistungssports nun lediglich noch als „beschwingt, organisch, frohmachend und gemeinschaftsbindend“.<ref>N.N.: BUNDESREPUBLIK / Trommeln und Triangel / KUNSTTURNEN. In: Der Spiegel, Ausgabe 23/1966 vom 30. Mai 1966, Digitalisat</ref>

1958, wenige Jahre vor ihrem Tod, wurde Henni Warninghoff Mitglied im Ältestenrat des DTB.<ref name="HBL" /> In den 1950er Jahren stand Warninghoff auch im Schriftwechsel mit Carl Pape (1901–1980),<ref>Stadtarchiv Solingen, Findbuch RS 3.2.0, Bestand Na 026, Carl Pape; Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.herunterladbar (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive) als PDF-Dokument</ref> dem ehemaligen „(Stellvertretenden) Gauführer des Rheinischen Turnerbundes und der Deutschen Turnerschaft“.<ref>Zitat nach der Deutschen Nationalbibliothek, Das Bundesarchiv, Zentrale Datenbank Nachlässe</ref>

Werke[Bearbeiten]

  • Henni Warninghoff (Hrsg.), Margarete Güssow (Mitarb.): Deutsches Frauentum und Leibesübungen, Berlin: Reichssportverlag, 1936, mit zahlreichen Illustrationen
  • Sportformen für die Frau, 1939<ref>Sportformen für die Frau bei Google Books, abgerufen am 17. August 2023</ref>

Ehrungen[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Kurt Hoffmeister: Wegbereiter – Macher – Sieger des niedersächsischen Sports. 160 Kurzportraits, Braunschweig, Wendentorwall 18: Kurt Hoffmeister, 1998, S. 40
  • Dirk Böttcher: WARNINGHOFF, Henni. In: Hannoversches Biographisches Lexikon, S. 376
  • Dirk Böttcher: Warninghoff, Henni. In: Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein (Hrsg.) u. a.: Stadtlexikon Hannover. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2009, ISBN 978-3-89993-662-9, S. 656.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

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