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Hetze

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Vorlage:Hinweisbaustein Hetze (kein Plural) steht in der deutschen Sprache für eine übertriebene Eile, große Hast sowie das Getriebensein. Abwertend wird damit laut Duden die Gesamtheit unsachlicher, gehässiger, verleumderischer, verunglimpfender Äußerungen oder Handlungen bezeichnet, die Hassgefühle, feindselige Stimmungen und Emotionen gegen jemanden oder etwas erzeugen. In der Jägersprache bezeichnet der Begriff die Hetzjagd.<ref>Hetze in duden.de, abgerufen am 4. Dezember 2012.</ref>

Etymologie[Bearbeiten]

Abgeleitet vom Verb hetzen für ‚jagen, antreiben, aufwiegeln‘, mhd. hetzen ‚jagen, antreiben‘, besteht eine kausative Bildung zu hassen, wörtlich ‚hassen machen, zur Verfolgung bewegen‘. Das aus der Jägersprache stammende Wort für ‚Hunde zur Jagd antreiben, Wild mit Hunden jagen‘ ging relativ früh in den allgemeinen Sprachgebrauch im Sinne von ‚zur Eile antreiben, eilen‘ und ‚durch Worte aufstacheln, aufwiegeln, gegeneinander aufbringen‘ über. Zu diesem Verb wurde Hetze für ‚Jagd mit Hunden, Verfolgung, Hast, ruheloses Getriebensein‘ im 16. Jahrhundert gebildet, darüber hinaus auch ‚Aufreizung zum Haß, zu Unzufriedenheit, üble Propaganda‘ im 19. Jahrhundert. Im Oberdeutschen wurde ohne Umlaut Hatze, Hatz verwendet. Hetzer wurde seit dem 17. Jahrhundert jemand bezeichnet, der ‚hetzt‘, das vom ahd. anahezzāri ‚Antreiber, Aufwiegler‘ abstammt und seit dem 12. Jahrhundert belegt ist. Verhetzen wird im Sinne von ‚verjagen, zu Bösem, zu Haß antreiben, aufwiegeln‘ verwendet, mhd. verhetzen für ‚verfolgen‘.<ref>Hetze in Etymologisches Wörterbuch nach Pfeifer, abgerufen in DWDS am 4. Dezember 2012.</ref>

Hetze im politisch-gesellschaftlichen Sinn Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden.[Bearbeiten]

Im gesellschaftlichen Sinn bezeichnet man als Hetze unsachliche und verunglimpfende Äußerungen<ref> Duden | Suchen | Hetze. Abgerufen am 26. März 2023.</ref> zu dem Zweck, Hass gegen Personen oder Gruppen hervorzurufen, Ängste vor ihnen zu schüren, sie zu diffamieren oder zu dämonisieren. Diese kann unter bestimmten Umständen auch in Form einer dramatischen öffentlichen oder privaten Rede vor Publikum geschehen, einer „Brandrede“ bzw. treffender Hetzrede.<ref name="dwds"/>

Ein historisch bedeutsames Beispiel ist die Judenhetze in der Zeit des Nationalsozialismus, die die schrittweise Ausgrenzung der Juden aus dem gesellschaftlichen Leben in Deutschland mit sorgfältig durchdachten Mitteln der Propaganda vorantrieb, z. B. durch die Zeitung Der Stürmer.

Die deutsche Gesandtschaft in Bern bezeichnete 1940 in kompletter Umkehrung der tatsächlichen deutschen propagandistischen Hetze den Chefredaktor des Berner Bund, Ernst Schürch, als »grössten Hetzer der Schweiz«, dies im Versuch, kritische Schweizer Pressestimmen zum Schweigen zu bringen.<ref>Noëmi Crain Merz: Die «Aktion Trump». In: Blog des Schweizerischen Nationalmuseums. 28. August 2025, abgerufen am 17. September 2025.</ref><ref>Christoph Zürcher: Ernst Schürch. In: Historisches Lexikon der Schweiz.</ref>

Im politischen Repressionsapparat der DDR diente der Straftatbestand der so genannten „Boykotthetze“ bzw. „staatsfeindlichen Hetze“ ganz allgemein zur staatlichen Verteidigung der herrschenden Politik, indem opponierende Äußerungen jedweder Art gegenüber der Politik der SED-Diktatur zur "Hetze" kriminalisiert wurden.

In der modernen Medienlandschaft gibt es immer wieder Debatten über den Einfluss von Boulevardzeitungen und deren Rolle bei der Verbreitung stark meinungsgeprägter Berichterstattung. Kritiker werfen insbesondere der Bild-Zeitung, die zu Axel Springer SE gehört, vor, durch zugespitzte und emotionalisierte Berichterstattung Vorurteile zu schüren und bestimmte gesellschaftliche Gruppen oder Einzelpersonen gezielt zu diskreditieren. Diese Vorwürfe wurden unter anderem im Zusammenhang mit der Berichterstattung über Geflüchtete, politische Akteure<ref>Gastbeitrag: Analyse: BILD kritisiert Habeck schärfer als Faschisten Höcke. In: Volksverpetzer. 27. September 2024, abgerufen am 3. April 2025.</ref> oder Klimaaktivisten erhoben.<ref>deutschlandfunkkultur.de: Anfeindungen gegen Forschende - Die Treiber des Hasses konkret benennen. 20. Dezember 2021, abgerufen am 3. April 2025.</ref><ref>Jürn Kruse: „Bild“-Hetze gegen ARD und ZDF: Solidarität mit dem Kika! In: Die Tageszeitung: taz. 29. Januar 2018, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 3. April 2025]).</ref>

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Wiktionary: Hetze – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references responsive>

<ref name="dwds"> Siehe dazu https://www.dwds.de/wb/Brandrede und https://www.dwds.de/wb/Hetzrede im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache</ref>

</references>