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Hidalgoit

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Hidalgoit
Datei:Hidalgoite-503444.jpg
Pastellgrünes, nieriges Hidalgoit-Aggregat aus der Gold Hill Mine, Deep Creek Mountains, Tooele County, Utah, USA (Gesamtgröße: 6,4 cm × 5,2 cm × 2,7 cm)
Allgemeines und Klassifikation
IMA-Nummer

1987 s.p.<ref name="IMA-Liste">Malcolm Back, Cristian Biagioni, William D. Birch, Michel Blondieau, Hans-Peter Boja und andere: The New IMA List of Minerals – A Work in Progress – Updated: July 2024. (PDF; 3,6 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Marco Pasero, Juli 2024, abgerufen am 13. August 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

IMA-Symbol

Hid<ref name="Warr"></ref>

Chemische Formel PbAl3[(OH)6|SO4|AsO4]<ref name="StrunzNickel" />
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Phosphate, Arsenate und Vanadate
System-Nummer nach
Strunz (8. Aufl.)
Lapis-Systematik
(nach Strunz und Weiß)
Strunz (9. Aufl.)
Dana

VI/B.03b
VII/B.35-070

8.BL.05
43.04.01.03
Kristallographische Daten
Kristallsystem trigonal
Kristallklasse; Symbol ditrigonal-skalenoedrisch; 32/m
Raumgruppe R3m (Nr. 166)Vorlage:Raumgruppe/166<ref name="StrunzNickel" />
Gitterparameter a = 7,04 Å; c = 16,99 Å<ref name="StrunzNickel" />
Formeleinheiten Z = 3<ref name="StrunzNickel" />
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte 4,5
Dichte (g/cm3) gemessen: 3,71 bis 3,96; berechnet: 4,15 bis 4,27<ref name="Handbookofmineralogy" />
Spaltbarkeit nicht definiert
Bruch; Tenazität uneben bis muschelig; spröde
Farbe weiß, hellgrün, pistaziengrün, smaragdgrün
Strichfarbe weiß
Transparenz durchscheinend
Glanz matt
Kristalloptik
Brechungsindizes nω = 1,713 bis 1,730
nε 1,715 bis 1,735<ref name="Handbookofmineralogy" />
Optischer Charakter einachsig positiv

Hidalgoit ist ein selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“. Es kristallisiert im trigonalen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung PbAl3[(OH)6|SO4|AsO4]<ref name="StrunzNickel" />, ist also ein Blei-Aluminium-Sulfat-Arsenat mit zusätzlichen Hydroxidionen.

Hidalgoit findet sich überwiegend in Form körniger bis kompakter, porzellanartiger oder poröser Massen und Rissfüllungen. Auch kleine, sphärolithische bzw. nierige Mineral-Aggregate sind bekannt. Sehr selten entwickelt Hidalgoit auch mikroskopisch kleine Kristalle mit skalenoedrischem Habitus.<ref name="Mindat-481436" /> In reiner Form ist Hidalgoit farblos und durchsichtig. Allerdings ist er aufgrund seiner polykristallinen Ausbildung meist durchscheinend weiß oder nimmt durch Fremdbeimengungen eine hellgrüne, pistaziengrüne oder smaragdgrüne Farbe an.

Etymologie und Geschichte[Bearbeiten]

Erstmals entdeckt wurde Hidalgoit in der „San Pascual Mine“ bei Zimapán (Municipio Zimapán) im mexikanischen Bundesstaat Hidalgo und beschrieben 1953 durch Robert L. Smith, Frank S. Simons und Angelina C. Vlisidis, die das Mineral nach dem Bundesstaat benannten, in dem seine Typlokalität liegt.

Das Typmaterial des Minerals wird in der Mines ParisTech (École des mines de Paris) in Frankreich sowie in der Harvard University in Cambridge, Massachusetts (Katalog-Nr. 106373–106375) und im National Museum of Natural History in Washington, D.C. (Katalog-Nr. 112726, 112727) in den USA aufbewahrt.<ref name="Handbookofmineralogy" />

Klassifikation[Bearbeiten]

In der veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz gehörte der Hidalgoit zur Mineralklasse der „Sulfate, Chromate, Molybdate, Wolframate“ und dort zur Abteilung „Wasserfreie Sulfate mit fremden Anionen“, wo er gemeinsam mit Beudantit, Corkit, Hinsdalit, Kemmlitzit, Svanbergit, Weilerit und Woodhouseit in der „Woodhouseit-Reihe“ mit der Systemnummer VI/B.03b steht.

In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer VII/B.35-070. Dies entspricht der Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort der Abteilung „Wasserfreie Phosphate, mit fremden Anionen F,Cl,O,OH“, wo Hidalgoit zusammen mit Beudantit, Corkit, Gallobeudantit, Hinsdalit, Kemmlitzit, Schlossmacherit, Svanbergit und Woodhouseit die „Beudantitgruppe“ mit der Systemnummer VII/B.35 bildet.<ref name="Lapis" />

Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte<ref name=IMA-Liste-2009 /> 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Hidalgoit in die Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort in die Abteilung „Phosphate usw. mit zusätzlichen Anionen; ohne H2O“ ein. Hier ist das Mineral in der Unterabteilung „Mit mittelgroßen und großen Kationen; (OH usw.) : RO4 = 3 : 1“ zu finden, wo es zusammen mit Beudantit, Corkit, Gallobeudantit, Hinsdalit, Kemmlitzit, Orpheit (diskreditiert), Svanbergit, Weilerit und Woodhouseit die „Beudantitgruppe“ mit der Systemnummer 8.BL.05 bildet.

In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Hidalgoit die System- und Mineralnummer 43.04.01.03. Das entspricht der Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort der Abteilung „Phosphate“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Zusammengesetzte Phosphate etc., (Wasserfreie zusammengesetzte Anionen mit Hydroxyl oder Halogen)“ in der „Beudantitgruppe“, in der auch Beudantit, Corkit, Orpheit, Hinsdalit, Svanbergit, Kemmlitzit, Woodhouseit, Weilerit und Gallobeudantit eingeordnet sind.

Kristallstruktur[Bearbeiten]

Hidalgoit kristallisiert trigonal in der Raumgruppe R3m (Raumgruppen-Nr. 166)Vorlage:Raumgruppe/166 mit den Gitterparametern a = 7,04 Å und c = 16,99 Å sowie drei Formeleinheiten pro Elementarzelle.<ref name="StrunzNickel" />

Bildung und Fundorte[Bearbeiten]

Datei:Hidalgoite-569327.jpg
Seltenes, farbloses bis weißes, körniges Hidalgoit-Aggregat aus der Grube Sauberg, Ehrenfriedersdorf, Erzgebirge, Sachsen (Sichtfeld: 3 mm)
Datei:Hidalgoite-493610.jpg
Hellbräunlicher Hidalgoit in Matrix aus der Gold Hill Mine, Deep Creek Mountains, Tooele County, Utah, USA (Größe: 6,4 cm × 4,5 cm)

Hidalgoit bildet sich sekundär in der Oxidationszone polymetallischer Sulfid-Lagerstätten. Als Begleitminerale können unter anderem Beudantit, Carbonatcyanotrichit, Limonit, Mansfieldit und verschiedene Turmaline auftreten.

Als seltene Mineralbildung konnte Hidalgoit nur an wenigen Fundorten nachgewiesen werden, wobei bisher (Stand 2014) rund 60 Fundorte als bekannt gelten.<ref name="MindatAnzahl" /> Seine Typlokalität „San Pascual Mine“ in Hidalgo ist dabei der bisher einzige bekannte Fundort in Mexiko.

In Deutschland konnte Hidalgoit unter anderem in der Grube „Michael“ bei Weiler und der Grube „Silbereckle“ bei Reichenbach (Lahr) im Schwarzwald in Baden-Württemberg; bei Gadernheim und am Grauen Stein bei Wiesbaden-Frauenstein in Hessen; in der Antimon-Grube Caspari bei Uentrop (Arnsberg), bei Ramsbeck, im Steinbruch Plöger bei Velbert, der Grube Vereinigtes Glückauf bei Rösrath und „Genna Zinkhütte“ bei Letmathe in Nordrhein-Westfalen; in der Grube Friedrichssegen bei Bad Ems/Lahnstein in Rheinland-Pfalz und der Grube „Sauberg“ bei Ehrenfriedersdorf in Sachsen.

In der Schweiz kennt man das Mineral bisher nur von der Mürtschenalp im Kanton Glarus.

Weitere Fundorte liegen unter anderem in Australien, Belgien, Chile, China, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Japan, Namibia, Portugal, Spanien, Tschechien, im Vereinigten Königreich (UK) und den Vereinigten Staaten von Amerika (USA).<ref name="Fundorte" />

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Robert L. Smith, Frank S. Simons, Angelina C. Vlisidis: Hidalgoite, a new mineral. In: American Mineralogist. Band 38 (1953), S. 1218–1224 (PDF 410,2 kB)
  • Hans Jürgen Rösler: Lehrbuch der Mineralogie. 4. durchgesehene und erweiterte Auflage. Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie (VEB), Leipzig 1987, ISBN 3-342-00288-3, S. 676.
  • Friedrich Klockmann: Klockmanns Lehrbuch der Mineralogie. Hrsg.: Paul Ramdohr, Hugo Strunz. 16. Auflage. Enke, Stuttgart 1978, ISBN 3-432-82986-8, S. 604 (Erstausgabe: 1891).

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Hidalgoite – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="Handbookofmineralogy"> Hidalgoite, In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America, 2001 (PDF 62 kB) </ref> <ref name="Fundorte"> Fundortliste für Hidalgoit beim Mineralienatlas und bei Mindat </ref> <ref name="IMA-Liste-2009"> Ernest H. Nickel, Monte C. Nichols: IMA/CNMNC List of Minerals 2009. (PDF; 1,9 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Januar 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 29. Juli 2024; abgerufen am 30. Juli 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Lapis"> Stefan Weiß: Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9. </ref> <ref name="MindatAnzahl"> Mindat - Anzahl der Fundorte für Hidalgoite </ref> <ref name="Mindat-481436"> Mindat - Bildbeispiel eines Kristallrasens aus Hidalgoit </ref> <ref name="StrunzNickel"> Hugo Strunz, Ernest H. Nickel: Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S. 462. </ref> </references>