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Hubert Haderthauer

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Hubert Haderthauer (* 24. Dezember 1956 in Weißenburg in Bayern; † 27. Mai 2021<ref>Traueranzeige. In: Donaukurier. 5. Juni 2021, abgerufen am 17. Juni 2021.</ref>) war ein deutscher forensischer Psychiater.

Leben[Bearbeiten]

Hubert Haderthauer studierte in Würzburg Medizin und machte anschließend am Bezirksklinikum Ansbach seinen Facharzt für Psychiatrie und Neurologie. Im Jahr 1991 übernahm er die Leitung der landgerichtsärztlichen Dienststelle am Landgericht Ingolstadt.<ref name=dk>Christian Rehberger: „Wir suchen Störfaktoren, nicht die Wahrheit“. In: Donaukurier. 22. Dezember 2012, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 2. Juni 2021; abgerufen am 22. Mai 2021.</ref> Zu seinem Aufgabenbereich gehörte die Begutachtung von Straftätern im Rahmen der Feststellung der Schuldfähigkeit sowie die forensische Erstuntersuchung der Todesumstände am Tatort in Zusammenarbeit mit der Kriminalpolizei und der Staatsanwaltschaft.<ref name=dk /> Als Medizinaldirektor und Spezialist für forensische Psychiatrie gutachtete er in vielen überregional aufsehenerregenden Gerichtsprozessen.<ref name=dk2>Horst Richter: „Man könnte eventuell der nächste sein“. In: Donaukurier. 2. Oktober 2019, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 2. Juni 2021; abgerufen am 22. Mai 2021.</ref><ref name=aaz>Luzia Riedhammer: „Ein Blick in die menschlichen Abgründe“. In: Augsburger Allgemeine Zeitung. 22. September 2011, abgerufen am 22. Mai 2021.</ref> Er arbeitete zuletzt bei der Regierung von Oberbayern und begutachtete die Fähigkeiten ausländischer Ärzte, die in Bayern arbeiten wollten.<ref name="maz" />

Haderthauer war mit der Anwältin und ehemaligen CSU-Politikerin Christine Haderthauer verheiratet. Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor.<ref name="maz" />

Modellauto-Affäre[Bearbeiten]

Im Zusammenhang mit der Modellautoproduktion im Bezirkskrankenhaus Ansbach und Haderthauers Geschäften mit psychisch kranken Straftätern geriet Haderthauer im Jahr 2014 in die Schlagzeilen und vor Gericht. Über die „Modellauto-Affäre“ stolperte auch Ehefrau Christine, die als Staatskanzleichefin zurücktreten musste und sich in der Folge komplett aus der Politik zurückzog. Haderthauer wurde 2016 wegen versuchten Betrugs und Steuerhinterziehung zur Zahlung von 18.900 Euro verurteilt, weil über einige Verkäufe aus den 1990er Jahren keine Nachweise mehr vorgelegt werden konnten.<ref name=az2>Uli Bachmeier: Hubert Haderthauer kommt mit einer Geldstrafe davon. In: Augsburger Allgemeine Zeitung. 25. Februar 2016, abgerufen am 25. Februar 2016.</ref><ref name="maz">Helmut Reister, Rosemarie Vielreicher: Hubert Haderthauer (64) ist tot - er litt an Krebs. In: abendzeitung-muenchen.de. Abendzeitung München, 30. Mai 2021, abgerufen am 16. September 2023.</ref> Die Vorwürfe, lukrative Geschäfte gemacht zu haben, konnten im Prozess bereits durch den nachfolgenden Geschäftsführer vollständig ausgeräumt werden – es wurde vielmehr festgestellt, dass das Unternehmen kaum Gewinne erwirtschaftet hatte, anders als dies zunächst medial kolportiert wurde.<ref>Geschäftsmann: Haderthauer-Firma erwirtschaftete kaum Gewinne. In: Augsburger Allgemeine Zeitung. 19. Februar 2016, abgerufen am 17. Juli 2026 (deutsch).</ref> In seiner Aussage vor Gericht legte Haderthauer auch offen, dass das Unternehmen überwiegend ein Minusgeschäft gewesen sei.<ref>Stefan Küpper: Hubert Haderthauer packt aus. In: Augsburger Allgemeine Zeitung. 7. Januar 2016, abgerufen am 17. Juli 2026.</ref> Haderthauer wies die gegen ihn erhobenen Vorwürfe der Bereicherung während des gesamten Prozesses zurück, die der ehemalige Mitgesellschafter, der den Prozess Jahrzehnte nach seinem Rückzug aus dem Geschäft ins Rollen gebracht hatte, um finanzielle Nachforderungen zu stellen, im Prozess nicht mehr aufrechterhalten und nachweisen konnte.<ref>Stefan Küpper: Hubert Haderthauer weist Betrugsvorwürfe zurück. In: Augsburger Allgemeine Zeitung. 8. Januar 2016, abgerufen am 17. Juli 2026 (deutsch).</ref>

Der vom Bayerischen Landtag eingesetzte Untersuchungsausschuss „Modellbau“ sprach im Februar 2017 sowohl Christine als auch Hubert Haderthauer von Vorwürfen frei.<ref name=br2>Rudolf Erhard: CSU wäscht Haderthauer rein , Bayerischer Rundfunk, am 20. Februar 2017 (Seite nicht mehr abrufbar am 27. Dezember 2018)</ref> CSU-Obmann Florian Herrmann wurde in Medien dazu zitiert: „Dass sich Dr. Haderthauer bereichert hätte, dieser Kurzschluss, den kann man so nicht ziehen.“<ref name="br2"/><ref>Schlussbericht des Untersuchungsausschusses vom 23. Februar 2017 (PDF, 198 Seiten)</ref> Die Oppositionsparteien waren, legten einen Minderheitenbericht mit einer anderen Auffassung vor.<ref name="br2"/><ref>Minderheitenbericht der Oppositionsparteien im Ausschuss vom 4. Mai 2017 (PDF, 85 Seiten)</ref>

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

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