Zum Inhalt springen

Hypoxis

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Die Seite Vorlage:Taxobox/styles.css hat keinen Inhalt.

Hypoxis
Datei:Hypoxis hemerocallidea BotGardBln1105InflorescenceHabitus.JPG

Hypoxis hemerocallidea

Systematik
Unterabteilung: Samenpflanzen (Spermatophytina)
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Monokotyledonen
Ordnung: Spargelartige (Asparagales)
Familie: Hypoxidaceae
Gattung: Hypoxis
Wissenschaftlicher Name
Hypoxis
L.

Hypoxis ist eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Hypoxidaceae. Die etwa 90 Arten sind auf der Nord- und Südhalbkugel, hauptsächlich in subtropischen bis tropischen Gebieten verbreitet, aber keine Art ist in Europa beheimatet.

Beschreibung und Ökologie[Bearbeiten]

Erscheinungsbild, Wurzeln und Laubblätter[Bearbeiten]

Die Hypoxis-Arten wachsen als ausdauernde, krautige Pflanzen. Diese Geophyten bilden unterirdische, verdickte Sprossachsen oder vertikale, mehr oder weniger lange<ref name="Manning2002" />, fast kugelige, knollige oder längliche Rhizome als Überdauerungsorgane.<ref name="FoC" /><ref name="PlantZAfrica" /> Die unterirdischen Sprossachsen sind innen fleischig, schleimig, weiß oder gelb-orange und werden aufgeschnitten an der Luft durch Oxidation schwarz.<ref name="PlantZAfrica" /> Die oberirdischen Pflanzenteile besitzen oft verzweigte, weiße bis rötliche Haare (Trichome)<ref name="Manning2002" />.

Hypoxis-Arten besitzen, besonders an der oberen Hälfte ihres Rhizoms, kontraktile, gedrungene Wurzeln, mit denen sie die Höhe im Erdboden für ein optimales Wachstum regeln können.<ref name="Manning2002" />

Es handelt sich bei den meisten Hypoxis-Arten um Geophyten, bei denen während Trockenzeit die Blätter vertrocknen und frische Blätter in der Regenzeit wieder austreiben, die oft auch während der Blütezeit vorhanden sind. Nur wenige Hypoxis-Arten sind immergrün. Die meisten südafrikanischen Hypoxis-Arten beginnen im Frühling neue Blätter auszutreiben und sind während des Sommers grün. Bei den meisten Hypoxis-Arten sind wenige bis viele (drei bis zu zwanzig<ref name="FoC" />) Laubblätter in etwa drei Reihen schraubig übereinander angeordnet<ref name="PlantZAfrica" />, bei einigen Arten sind nur grundständig Laubblätter vorhanden<ref name="FoC" />. Es sind Blattscheiden, aber keine Blattstiele ausgebildet. Die Blattscheiden können bei manchen Arten einen kleinen „Scheinstamm“ bilden und/oder können von trockenen Fasern umgeben sein. Die einfachen Blattspreiten sind linealisch bis lanzettförmig oder eiförmig. Bei den Gattungen Hypoxis und Rhodohypoxis sind die Blattflächen meist behaart, dagegen bei der nächst verwandten Gattung Spiloxene kahl. Es liegt Paralleladrigkeit vor, wobei die Blattadern oft relativ stark entwickelt sind.<ref name="Manning2002" /><ref name="PlantZAfrica" />

Blütenstände, Blüten und Bestäubung[Bearbeiten]

In Südafrika werden die Blütenstände mit Beginn der Regenzeit im Frühling gebildet. Es ist ein unbeblätterter, schlanker, kurzer bis langer, unverzweigter, meist fein behaarter Blütenstandsschaft vorhanden<ref name="FoC" />. Je nach Art stehen zwei bis zwölf<ref name="PlantZAfrica" /> Blüten in einem endständigen, doldigen oder traubigen Blütenstand zusammen, manchmal stehen die Blüten auch einzeln<ref name="FoC" />. Die Blüten stehen über jeweils ein oder zwei Tragblättern. Die Blütenstiele sind lang oder kurz.<ref name="Manning2002" />

Datei:Fringed Yellow Stargrass (Hypoxis juncea) (6148269752).jpg
Blüte von Hypoxis juncea

Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und dreizählig. Die meist sechs fast gleichgeformten, außen behaarten Blütenhüllblätter sind frei, haltbar<ref name="FoC" />, schmal eiförmig und immer sternförmig (daher auch ihre Trivialnamen in den Heimatgebieten yellow stars, star lily (englisch), sterretjie (afrikaans)) sowie ausgebreitet angeordnet.<ref name="Manning2002" /> Selten sind vier oder acht Blütenhüllblätter vorhanden.<ref name="PlantZAfrica" /> Die Farbe der Blütenhüllblätter ist bei fast allen Arten gelb, nur bei Hypoxis membranacea und Hypoxis parvula var. albiflora sind sie weiß. Es sind zwei Kreise mit je drei, selten nur zwei Staubblättern vorhanden. Die kurzen, faden- bis pfriemförmig Staubfäden sind untereinander frei, ausgebreitet bis aufrecht<ref name="Manning2002" /> und an der Basis der Blütenhüllblätter inseriert<ref name="FoC" />. Drei Fruchtblätter sind zu einem meist dreikammerigen, unterständigen Fruchtknoten verwachsen. Jede Fruchtknotenkammer enthält viele Samenanlagen.<ref name="Manning2002" /> Der kurze, zylindrische Griffel endet mit einer verkehrt-konischen, dreilappigen Narbe<ref name="FoC" />.<ref name="Manning2002" />

Die Blütezeit ist je nach Art sehr unterschiedlich. Eine Blüte öffnet sich nur innerhalb eines Tages, aber die Blüten eines Blütenstandes öffnen sich nicht alle gleichzeitig und so dauert die gesamte Blütezeit einige Wochen.<ref name="Manning2002" /> Wie bei allen Hypoxidaceae enthalten die Blüten bei Hypoxis keine Nektarien, deshalb ist die einzige Belohnung für Blütenbesucher der Pollen. Die Hauptbestäuber sind solitärlebende Bienen oder Honigbienen. Die Pollenkörner sind gelb und sind in den transparenten Pollensäcken für die Bestäuber sichtbar.<ref name="PlantZAfrica" />

Früchte und Samen[Bearbeiten]

Die dünnwandigen Kapselfrüchte öffnen sich entlang ihres Querschnittes und der obere Teil fällt ab. Die relativ kleinen Samen besitzen eine schwarze Samenschale.<ref name="PlantZAfrica" /><ref name="Manning2002" />

Chromosomenzahlen[Bearbeiten]

Die Chromosomenbasiszahl beträgt x = 7,8,9,11,19. Oft liegt Polyploidie oder Aneuploidie vor.<ref name="Manning2002" />

Vorkommen[Bearbeiten]

Die Gattung Hypoxis ist auf der Nord- und Südhalbkugel, hauptsächlich in subtropischen bis tropischen Gebieten verbreitet. Die größte Artenvielfalt mit etwa 45 Arten<ref name="Manning2002" /> findet man im Südlichen Afrika. Jeweils einige Arten kommen in Zentralafrika (etwa 20 Arten), Madagaskar, Asien, in der Orientalis („Indo-Malasia“), in Australien, Süd-, Zentral-, Nordamerika und auf Karibischen Inseln vor. Sieben Arten sind in den USA beheimatet.<ref name="Zona2009" /> In Europa ist keine Art beheimatet.

Etwa sieben Arten sind Elemente der Capensis. Etwa acht Arten kommen im Westkap, etwa acht Arten im Nordkap und drei Arten im Ostkap vor. Nur eine Art ist in Namibia beheimatet.<ref name="PlantZAfrica" /><ref name="Manning2002" />

Die meisten Arten gedeihen an feuchten oder in episodisch feuchten Standorten<ref name="Zona2009" />. Die meisten südafrikanischen Arten gedeihen in Gebieten mit Sommerregen, also im östlichen Teil Südafrikas. Sieben dieser Arten kommen auch im Winterregengebieten vor. Elf Arten kommen nur im südafrikanischen Inland nur in Höhenlagen oberhalb 1000 Meter vor. Die anderen südafrikanischen Arten reichen von der Küste bis ins Landesinnere. Hypoxis-Arten gedeihen hauptsächlich in Grasländern, am besten bei vollem Licht. Nur wenige Hypoxis-Arten gedeihen an Felswänden oder im Waldschatten.<ref name="PlantZAfrica" />

Einige Hypoxis-Arten stehen in der „Red List of South African Plants“ = „Rote Liste der südafrikanischen Pflanzen“<ref name="Redlist" />.

Systematik[Bearbeiten]

Die Gattung Hypoxis wurde 1759 durch Carl von Linné in Systema Naturae, Editio Decima, 2, S. 972, 986 und 1366<ref name="biodiversitylibrary" /> aufgestellt. Als Typusart wurde 1913 Hypoxis erecta Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L. durch Nathaniel Lord Britton und Addison Brown in An Illustrated Flora of the Northern United States, 2. Auflage, Band 1, S. 534 festgelegt.<ref name="tropicos" /> Der Gattungsname Hypoxis leitet sich von den griechischen Wörtern hypo für unter und oxy für spitz ab, dies bezieht sich auf die zugespitzte Basis des Fruchtknotens oder Frucht<ref name="PlantZAfrica" />. Synonyme für Hypoxis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L. sind: Upoda Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Adans., Schinnongia Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Schrank, Niobea Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Willd. ex Schult. & Schult.f.<ref name="WCSP" />.

Aus der Gattung Hypoxis wurden durch Gert Cornelius Nel im Artikel Die afrikanischen Arten der Amaryllidaceae-Hypoxideae in Botanische Jahrbücher, Band 51, 1866, S. 287–340 einige Arten in eine neue Gattung Ianthe Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Salisb. oder Janthe Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Nel orth. var. gestellt, dies ist heute ein Synonym von Spiloxene Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Salisb.<ref name="Manning2002" />

Hypoxis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L. ist eine Gattung innerhalb der Familie der Hypoxidaceae. Früher wurde sie auch in die Familie der Liliaceae eingeordnet.<ref name="GRIN" />

Datei:Hypoxis angustifolia MS 3546.jpg
Habitus und Blüte von Hypoxis angustifolia
Datei:Hypoxis costata 2017 09 03 11 35 56 6431.jpg
Hypoxis costata
Datei:Hypoxis.jpg
Laubblätter und Blüte von Hypoxis decumbens
Datei:Hypoxis hemerocallidea02.jpg
Habitus und Blütenstand von Hypoxis hemerocallidea am Naturstandort in Südafrika
Datei:Hypoxis villosa (hirsuta) - Common star-grass DSC07948 C.JPG
Behaarte Laubblätter und Blüte von Hypoxis hirsuta
Datei:Hypoxis hygrometrica flower2 (9005242907).jpg
Hypoxis hygrometrica
Datei:Gardenology.org-IMG 9997 rbgm10dec.jpg
Habitus und Blütenstand von Hypoxis obtusa
Datei:Hypoxis pratensis.jpg
Habitus und Blüte von Hypoxis pratensis

Es gibt etwa 90<ref name="PlantZAfrica" /><ref name="WCSP" /> Hypoxis-Arten:

Nicht mehr zu dieser Gattung wird gerechnet:

Nutzung[Bearbeiten]

Einige Arten (beispielsweise Hypoxis hemerocallidea<ref name="Botanica2003" />, Hypoxis angustifolia, Hypoxis membranacea, Hypoxis colchicifolia, Hypoxis obtusa, Hypoxis acuminata) und ihre Sorten werden als Zierpflanzen in Parks und Gärten genutzt<ref name="PlantZAfrica" />.

Von Hypoxis hygrometrica können die unterirdischen Pflanzenteile nach gründlichem Garen (Calciumoxalat-Kristalle!) gegessen werden<ref name="PFAFhygrometrica" />.

Über die derzeitige medizinische Nutzung ist außerhalb Südafrikas wenig bekannt<ref name="PFAFhygrometrica" /><ref name="PFAFpratensis" />. Mindestens die beiden Arten Hypoxis hemerocallidea sowie Hypoxis colchicifolia wurden in der Volksmedizin verwendet. In Südafrika verwendet man Arzneimittel aus Hypoxis hemerocallidea, dort schon „wonder herb“ und „miracle cure“ genannt, zur Behandlung von HIV/AIDS-Patienten und auch gegen andere Immunkrankheiten.<ref name="PlantZAfrica" />

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="Manning2002"> John C. Manning, Peter Goldblatt & Deirdré A. Snijman: The Color Encyclopedia of Cape Bulbs, 2002, Timber Press, Portland. ISBN 0-88192-547-0: Hypoxis auf S. 361–367 </ref> <ref name="PlantZAfrica"> Yashica Singh, April 2004: Hypoxis L. bei PlantZAfrica vom South African National Biodiversity Institute = SANBI. zuletzt abgerufen am 8. Februar 2013 </ref> <ref name="FoC"> Zhanhe Ji & Alan W. Meerow: Amaryllidaceae: Hypoxis, S. 273 - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China, Volume 24 - Flagellariaceae through Marantaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2000. ISBN 0-915279-83-5 </ref> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="tropicos"> Hypoxis bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="biodiversitylibrary"> S. 972, S. 986 und S. 1366 Erstveröffentlichung eingescannt bei biodiversitylibrary.org. </ref> <ref name="Redlist"> Raimondo et al., 2009: Hypoxis in National Assessment: Red List of South African Plants. zuletzt abgerufen am 8. Februar 2013 </ref> <ref name="WCSP"> Vorlage:WCSP </ref> <ref name="Zona2009"> Scott Zona, Jeffery Prince, Gabriela Halder, Robert Schwartz & Rodrigo Vargas: A seed atlas of Hypoxis from eastern North America, In: The Journal of the Torrey Botanical Society, Volume 136, Issue 1, 2009, S. 26–32. doi:10.3159/08-RA-086R.1 </ref> <ref name="PFAFhygrometrica"> Hypoxis hygrometrica bei Plants For A Future </ref> <ref name="PFAFpratensis"> Hypoxis pratensis bei Plants For A Future </ref> <ref name="Botanica2003"> Gordon Cheers (Hrsg.): Botanica. Das ABC der Pflanzen. 10.000 Arten in Text und Bild. Könemann Verlagsgesellschaft, 2003, ISBN 3-8331-1600-5, S. 463. </ref> </references>

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Hypoxis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien