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Inulin

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Strukturformel
Datei:Inulin.svg
n = etwa 35
Allgemeines
Name Inulin
Andere Namen
Summenformel C6nH10n+2O5n+1
Kurzbeschreibung

weißer Feststoff<ref name="TCI" />

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN Fehler im Ausdruck: Unerwarteter Operator <
EG-Nummer 232-684-3
ECHA-InfoCard 100.029.701
PubChem 24763
ChemSpider 21240774
DrugBank DB00638
Wikidata [[:d:Skriptfehler: Ein solches Modul „Wikidata“ ist nicht vorhanden.|Skriptfehler: Ein solches Modul „Wikidata“ ist nicht vorhanden.]]
Arzneistoffangaben
ATC-Code

V04CH01

Eigenschaften
Molare Masse variiert mit der Kettenlänge des Polymers
Aggregatzustand

fest<ref name="TCI" />

Schmelzpunkt

165 °C<ref name="TCI" />

Löslichkeit
  • wenig löslich in Wasser<ref name="TCI" />
  • gering löslich in organischen Lösungsmitteln<ref name="MERCK_Index">The Merck Index: An Encyclopedia of Chemicals, Drugs, and Biologicals. 14. Auflage. Merck & Co., Whitehouse Station NJ 2006, ISBN 0-911910-00-X, S. 870#.</ref>
Sicherheitshinweise
Bitte die Befreiung von der Kennzeichnungspflicht für Arzneimittel, Medizinprodukte, Kosmetika, Lebensmittel und Futtermittel beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="TCI">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check bei TCI EuropeVorlage:Abrufdatum</ref>
keine GHS-Piktogramme

H- und P-Sätze H: keine H-Sätze
P: keine P-Sätze<ref name="TCI" />
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

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Inulin ist ein Gemisch von Polysacchariden aus Fructosebausteinen mit einer Kettenlänge bis 100 Monomeren und einem endständigen Glucoserest. Es zählt zu den Fructanen.

Vorkommen und Entdeckung[Bearbeiten]

Datei:Topinambur Helianthus tuberosus 2.jpg
Gelber Blütenstand eines Topinambur (Helianthus tuberosus)
Datei:Gewaschene-Topinambur-Knollen.jpg
Topinambur-Knollen, aus ihnen wird Inulin gewonnen
Datei:PIC 0017 Kiste mit Yaconwurzeln.jpg
Frische Yaconwurzeln enthalten Inulin

Viele Pflanzen lagern Inulin als Reservestoff ein, insbesondere Arten der Korbblütler und Doldenblütler. Beispiele dafür sind Yacon, Topinambur, Chicorée, Dahlie, Artischocke, Gewöhnlicher Löwenzahn, Schwarzwurzeln, Gemeine Wegwarte und Pastinake.<ref>Götz Heinrich Loos: Pastinaca sativa – Pastinak (Apiaceae), Gemüse der Jahre 2011 und 2012. In: Jahrbuch des Bochumer Botanischen Vereins e. V., 2013, 4, S. 229–248; botanik-bochum.de (PDF; 1,9 MB)</ref> Inulin wurde 1807 von Valentin Rose dem Jüngeren in der Alantenwurzel (Inula helénium L.) entdeckt.

Verwendung[Bearbeiten]

In der Ernährung[Bearbeiten]

Inulin ist heutzutage oft Zutat in der Lebensmittelherstellung, beispielsweise in Joghurt als Fettersatz und um den Geschmack, die Textur und das Mundgefühl zu verbessern. In Wurstwaren dient es dazu, den Ballaststoffanteil zu erhöhen.<ref>Artikel zu Fettreduzierten Wurstwaren in <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/WaybackSkriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Vorlage:Webarchiv/Wartung/URLSkriptfehler: Ein solches Modul „TemplUtl“ ist nicht vorhanden.</ref><ref>Beispiel einer <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/WaybackSkriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Vorlage:Webarchiv/Wartung/URLSkriptfehler: Ein solches Modul „TemplUtl“ ist nicht vorhanden.</ref> Inulin gehört zu den präbiotischen Nahrungszusatzstoffen. Es dient weiterhin als Grundstoff zur hydrolytischen Herstellung von Fructose und Oligofructose.<ref>Stellungnahme zu Fructooligosacchariden und Inulin (PDF) Lebensmittelchemische Gesellschaft - Fachgruppe in der GDCh</ref>

Inulin kann von Bifidobakterien und anderen Bakterienarten, wie Vertreter von Roseburia, als Energiequelle verstoffwechselt werden. Damit kann Inulinaufnahme zur selektiven Anreicherung von Bifidobakterien im menschlichen Darm genutzt werden.<ref>Glenn R. Gibson, Emily R. Beatty, Xin Wang, John H. Cummings: Selective stimulation of bifidobacteria in the human colon by oligofructose and inulin. In: Gastroenterology. 108, Nr. 4, 1995, S. 975–982. doi:10.1016/0016-5085(95)90192-2.</ref> Die übermäßige Einnahme kann jedoch bei Menschen mit einer Darmflora, die an eine Ernährung mit einfachen Kohlenhydraten gewöhnt ist, zu Blähungen führen.<ref>Vergessene Gemüse: Schwarzwurzeln. Ernährungsberatung Rheinland-Pfalz; abgerufen am 29. Januar 2018.</ref>

In geringerer Menge spielt Inulin in der Tierernährung eine Rolle als Zusatzstoff.

In der Medizin[Bearbeiten]

Niedermolekulares Inulin ist in warmem Wasser löslich. Es wird in der physiologischen Forschung zur Bestimmung des extrazellulären Raums eingesetzt, da es leicht in das Interstitium eindringt, nicht jedoch in die Zellen. Die Messung der Inulin-Clearance kann man (statt der üblichen Kreatinin-Clearance) zur exakteren Bestimmung der glomerulären Filtrationsrate (GFR) der Nieren benutzen. Dies ist deshalb möglich, weil Inulin im Glomerulum vollständig filtriert wird, im Nierenkanälchen aber weder sezerniert noch reabsorbiert wird.

Inulin kann in der Therapie der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) als Stärkeersatz dienen, da es den Blutzuckerspiegel nicht beeinflusst. Inulin wird im Dünndarm nicht resorbiert, da dem Menschen das abbauende Enzym (Inulinase) fehlt. Stattdessen wird es im Dickdarm durch Bakterien (Bifidusbakterien, Bakteroides-Stämme und Arten der Eubacteriaceae) zu kurzkettigen Fettsäuren fermentativ abgebaut. Durch die erhöhte Säureproduktion sinkt der pH-Wert im Kolon ab<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref>. Die dabei gebildeten Gase können bei empfindlichen Menschen (v. a. Reizdarmsyndrom) zu Flatulenzen führen – der einzigen bekannten Nebenwirkung beim Verzehr inulinhaltiger Pflanzenteile,<ref>A. Pedersen, B. Sandström, J. M. Van Amelsvoort: The effect of ingestion of inulin on blood lipids and gastrointestinal symptoms in healthy females. In: Br J Nutr. 78(2), Aug 1997, S. 215–222. PMID 9301412.</ref><ref>L. Sobotka, M. Brátova, M. Slemrová, J. Manák, J. Vizd'a, Z. Zadák: Inulin as the soluble fiber in liquid enteral nutrition. In: Nutrition. 13(1), Jan 1997, S. 21–25. PMID 9058443.</ref> weshalb Inulin auch zu den FODMAPs gerechnet werden sollte.<ref>MVZ Institut für Mikroökologie GmbH: FODMAP-arme Diät bei Reizdarm-Patienten. Abgerufen am 3. Juni 2020.</ref> Die u. a. entstehenden Propionate können außerdem als natürlicher Appetitzügler wirken.<ref>Harald Frater: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Skriptfehler: Ein solches Modul „DateTime“ ist nicht vorhanden.; ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar);.Vorlage:Toter Link/Core (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.</ref>

Ausgangsstoff für andere Verbindungen[Bearbeiten]

Beim Rösten von Zichorienwurzeln zur Herstellung von Ersatzkaffee wird Inulin teilweise zu Oxymethylfurfurol umgewandelt, das für das kaffeeähnliche Aroma sorgt.<ref>Ben-Erik van Wyk: Food Plants of the World. Timber Press, 2006, ISBN 0-88192-743-0, S. 134.</ref>

Weitere Verwendungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references responsive />

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