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Iowait

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Iowait
Datei:Iowaite-605914.jpg
Gruppe aus beidseitig miteinander verbundenen, tafeligen Iowaitkristallen aus der Palabora Mine, Loolekop, Provinz Limpopo, Südafrika (Größe: 1,4 cm × 0,9 cm × 0,2 cm)
Allgemeines und Klassifikation
IMA-Nummer

1967-002<ref name="IMA-Liste" />

IMA-Symbol

Iow<ref name="Warr" />

Chemische Formel Mg6Fe3+2(OH)16Cl2·4H2O<ref name="StrunzNickel" />
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Oxide und Hydroxide
System-Nummer nach
Strunz (8. Aufl.)
Lapis-Systematik
(nach Strunz und Weiß)
Strunz (9. Aufl.)
Dana

IV/F.03 – Anhang
IV/F.05-020

4.FL.05
06.04.05.01
Kristallographische Daten
Kristallsystem trigonal
Kristallklasse; Symbol ditrigonal-skalenoedrisch; 3m
Raumgruppe (Nr.) R3m<ref name="StrunzNickel" /> (Nr. 166)
Gitterparameter a = 3,12 Å; c = 24,11 Å<ref name="StrunzNickel" />
Formeleinheiten Z = 8<ref name="StrunzNickel" />
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte 1,5 bis 2,5
Dichte (g/cm3) gemessen: 2,09; berechnet: 2,04<ref name="Handbookofmineralogy" />
Spaltbarkeit vollkommen nach {0001}<ref name="Handbookofmineralogy" />
Bruch; Tenazität wachsartig, durch Kontakt mit Luft nach einiger Zeit brüchig
Farbe bläulichgrün bis hellgrün mit rostrotem Stich, gelblich bis farblos
Strichfarbe weiß
Transparenz durchscheinend bis undurchsichtig
Glanz Fettglanz
Kristalloptik
Brechungsindizes nω = 1,543 bis 1,561
nε 1,533 bis 1,543<ref name="Mindat" />
Doppelbrechung δ 0,010 bis 0,018<ref name="Mindat" />
Optischer Charakter einachsig negativ
Weitere Eigenschaften
Besondere Merkmale vermittelt bei Hautkontakt fettiges oder seifiges Gefühl

Iowait ist ein sehr selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Oxide und Hydroxide“. Es kristallisiert im trigonalen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung Mg6Fe3+2(OH)16Cl2·4H2O<ref name="StrunzNickel" />, ist also ein wasserhaltiges Magnesium-Eisen-Chlor-Hydroxid.

Iowait entwickelt tafelige Kristalle bis etwa 2,5 Zentimeter Größe,<ref name="Handbookofmineralogy" /> die meist zu glimmerartigen Schichten verbunden sind, kommt aber auch in Form massiger Mineral-Aggregate vor. Die Oberflächen der üblicherweise undurchsichtigen und nur an den Kanten durchscheinenden Kristalle weisen einen fettähnlichen Glanz auf. Frische Mineralproben in zersetzten Serpentiniten sind zunächst von bläulichgrüner Farbe, die aber mit der Zeit durch weitere Verwitterung und Umwandlung nach Pyroaurit ins Hellgrüne mit einem Stich ins Rostrote übergehen. Selten finden sich auch gelbliche oder farblose Iowaite.

Mit einer Mohshärte von 1,5 bis 2,5 gehört Iowait zu den weichen Mineralen, die sich ähnlich wie die Referenzminerale Talk (Mohshärte: 1) und Gips (Mohshärte: 2) bereits mit dem Fingernagel ritzen lassen. Bei Hautkontakt vermittelt das weiche Mineral daher auch ein fettiges oder seifiges Gefühl.

Etymologie und Geschichte[Bearbeiten]

Erstmals entdeckt wurde Iowait in Gesteinsproben, die einem Serpentinit-Bohrkern aus präkambrischer Zeit in etwa 1000–1500 Fuß Tiefe (ca. 304,8–457,2 m) entnommen wurden. Die unbenannte Probebohrung wurde im Sioux County des US-Bundesstaates Iowa durchgeführt. Beschrieben wurde es 1967 durch Donald W. Kohls und John Landon Rodda, die das Mineral nach dem Bundesstaat benannten, in dem dessen Typlokalität liegt.<ref name="KohlsRodda" />

Typmaterial des Minerals wird im National Museum of Natural History in Washington, D.C., USA (Katalog-Nr. 121706) aufbewahrt.<ref name="Handbookofmineralogy" />

Klassifikation[Bearbeiten]

In der veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz gehörte der Iowait zur Mineralklasse der „Oxide und Hydroxide“ und dort zur Abteilung „Hydroxide“, wo er gemeinsam mit Coalingit und Takovit im Anhang zur „Brucit-Reihe“ mit der Systemnummer IV/F.03 und den Hauptmitgliedern Amakinit, Brucit, Pyrochroit, Portlandit und Theophrastit steht.

In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer IV/F.05-020. Dies entspricht der Klasse der „Oxide und Hydroxide“ und dort der Abteilung „Hydroxide und oxidische Hydrate (wasserhaltige Oxide mit Schichtstruktur)“, wo Iowait zusammen mit Chlormagaluminit, Droninoit, Meixnerit, Muskoxit und Woodallit eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer IV/F.05 bildet.<ref name="Lapis" />

Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte<ref name=IMA-Liste-2009 /> 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Iowait in die Klasse der „Oxide (Hydroxide, V[5,6]-Vanadate, Arsenite, Antimonite, Bismutite, Sulfite, Selenite, Tellurite, Iodate)“ und dort in die Abteilung „Hydroxide (ohne V oder U)“ ein. Hier ist das Mineral in der Unterabteilung „Hydroxide mit H2O ± (OH); Lagen kantenverknüpfter Oktaeder“ zu finden, wo es zusammen mit Akdalait, Fougèrit, Jamborit, Meixnerit, Muskoxit und Woodallit die „Meixneritgruppe“ mit der Systemnummer 4.FL.05 bildet.

In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Iowait die System- und Mineralnummer 06.04.05.01. Das entspricht der Klasse der „Oxide und Hydroxide“ und dort der Abteilung „Hydroxide und hydroxyhaltige Oxide“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Hydroxide und hydroxyhaltige Oxide mit verschiedenen Kationen“ in einer unbenannten Gruppe mit der Systemnummer 06.04.05, in der auch Woodallit eingeordnet ist.

Kristallstruktur[Bearbeiten]

Iowait kristallisiert trigonal in der Raumgruppe R3m (Raumgruppen-Nr. 166)Vorlage:Raumgruppe/166 mit den Gitterparametern a = 3,12 Å und c = 24,11 Å° bei 3/8 Formeleinheiten pro Elementarzelle.<ref name="StrunzNickel" />

Bildung und Fundorte[Bearbeiten]

Datei:Iowaite-90695.jpg
Großaufnahme von blättrigen Iowaitkristallen aus der Palabora Mine, Südafrika (Sichtfeld 15 mm)

Iowait bildet sich sekundär als Verwitterungsprodukt aus Serpentin und verwittert selbst nach einiger Zeit an der Luft zu Pyroaurit. Als Begleitminerale können neben den genannten unter anderem Antigorit, verschiedene Apatite, Brucit, Calcit, Chondrodit, Chrysotil, Coelestin, Dolomit, Fluoborit, Hydrotalkit, Klinochlor, Magnesit, Magnetit, Phlogopit und Pyrit auftreten.

Iowait zählt aufgrund seiner bisher nur wenig mehr als 10 bekannten Fundorte (Stand 2014)<ref name="MindatAnzahl" /> zu den sehr seltenen Mineralbildungen. Seine Typlokalität, die unbenannte Probebohrung im Sioux County von Iowa, ist dabei der bisher einzige bekannte Fundort in den Vereinigten Staaten.

Des Weiteren wurde das Mineral in der Jeffrey Mine bei Val-des-Sources (Gemeinde Les Sources, Québec) in Kanada; bei Zawiercie (Woiwodschaft Schlesien) in Polen; bei Schelesnogorsk-Ilimski (Oblast Irkutsk), Daldyn (Sacha, Jakutien), Norilsk (Region Krasnojarsk) und Ust-Koksa (Altai) in Russland; bei Olmaliq (Almalyk) in der usbekischen Provinz Taschkent; in der Palabora Mine bei Phalaborwa in der südafrikanischen Provinz Limpopo sowie an wenigen Fundpunkten in der Umgebung der Centipede-Lake-Way-Uranlagerstätte und am Mount Keith in Westaustralien gefunden.<ref name="Fundorte" />

Auch in Gesteinsproben vom Pazifischen Ozean, genauer vom Marianen Forearc-Becken aus dem Bohrloch „DSDP 778“ konnte Iowait nachgewiesen werden.<ref name="MindatDSDP778" />

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Iowaite – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="Fundorte"> Fundortliste für Iowait beim Mineralienatlas (deutsch) und bei Mindat (englisch), abgerufen am 25. Oktober 2024. </ref> <ref name="Handbookofmineralogy"> </ref> <ref name="IMA-Liste"> Malcolm Back, Cristian Biagioni, William D. Birch, Michel Blondieau, Hans-Peter Boja und andere: The New IMA List of Minerals – A Work in Progress – Updated: September 2024. (PDF; 3,8 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Marco Pasero, September 2024, abgerufen am 25. Oktober 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="IMA-Liste-2009"> Ernest H. Nickel, Monte C. Nichols: IMA/CNMNC List of Minerals 2009. (PDF; 1,9 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Januar 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 29. Juli 2024; abgerufen am 30. Juli 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="KohlsRodda"> </ref> <ref name="Lapis"> Stefan Weiß: Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9. </ref> <ref name="Mindat"> Iowaite. In: mindat.org. Hudson Institute of Mineralogy, abgerufen am 25. Oktober 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="MindatDSDP778"> DSDP 778, Mariana forearc, Pacific Ocean. In: mindat.org. Hudson Institute of Mineralogy, abgerufen am 25. Oktober 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="MindatAnzahl"> Localities for Iowaite. In: mindat.org. Hudson Institute of Mineralogy, abgerufen am 25. Oktober 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="StrunzNickel"> </ref> <ref name="Warr"> </ref> </references>