JBS S. A.
| JBS N.V.
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|---|---|
| colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | Logotipo da JBS (2023).png | |
| Rechtsform | N.V. |
| ISIN | NL0015002J37 |
| Gründung | 1953 |
| Sitz | Amsterdam, |
| Leitung |
|
| Mitarbeiterzahl | 278.000<ref name="sr25">2025 JBS N.V. Non-Financial Disclosure Report. JBS (Unternehmensveröffentlichung), S. 28, abgerufen am 3. September 2026.</ref> |
| Umsatz | 86,2 Mrd. USD (76 Mrd. €)<ref name="ar25">JBS N.V. Consolidated Financial Statements 2025. JBS (Unternehmensveröffentlichung), S. 7, abgerufen am 3. September 2026.</ref> |
| Branche | Fleischproduktion |
| Website | www.jbs.com.br |
| Stand: 31. Dezember 2025 | |
JBS S. A. (Abkürzung für José Batista Sobrinho Sociedade Anônima) ist eine brasilianische Aktiengesellschaft. Seit 2025 firmiert die Dachgesellschaft als JBS N.V. mit Sitz in Amsterdam, Niederlande. Sie ist der größte Fleischproduzent der Welt und das größte Fleischverarbeitungsunternehmen in Südamerika. Die heutige JBS entstand 2007 aus einer Übernahme des US-amerikanischen Fleischkonzerns Swift & Company durch die brasilianische JBS S.A. Sitz der Gruppe ist São Paulo (Brasilien) und Dallas (Texas, USA). CEO des Mutterkonzerns JBS S.A. ist Joesley Mendonça Batista, sein Sohn Wesley Mendonça Batista ist CEO von JBS USA Inc. JBS ist an der brasilianischen Börse Bovespa notiert. Mehrheitsaktionär der JBS S.A. ist J&F Participações (J&F).
Geschichte[Bearbeiten]
Das Unternehmen wurde 1953 in Anápolis, im brasilianischen Bundesstaat Goiás, von José Batista Sobrinho als kleiner Rindvieh-Schlachtbetrieb unter dem Namen Friboi gegründet (tägliche Schlachtkapazität lediglich 5 Stück). José Batista Sobrinho hatte drei Söhne und drei Töchter, die später alle in Führungspositionen des Konzerns aufrückten. 1968 und 1970 wurde jeweils ein Schlachthaus erworben, die Schlachtungen stiegen auf 500 pro Tag. Bis Ende des Jahrtausends folgten zahlreiche Übernahmen von Schlachthäusern und Fleischverarbeitungsbetrieben.
2006 wurden alle Aktivitäten der JBS-Friboi-Gruppe, die nicht mit Fleisch zu tun hatten, abgetrennt.
Im Juli 2007 erwarb die JBS-Unternehmensgruppe über ihre Tochtergesellschaft JBS Holding Internacional Ltda für rund 1,5 Milliarden US-Dollar von ConAgra Foods das US-Unternehmen Swift & Company, damals drittgrößter Frischfleischproduzent der Vereinigten Staaten und größter Fleischverarbeiter Australiens; seither firmiert die Gesamtgruppe als JBS Swift Group.
Ende 2007 erwarb JBS für 225 Mio. Euro 50 % der italienischen Inalca SpA, ein Tochterunternehmen des Rindfleischproduzenten Cremonini SpA.
Anfang März 2008 gab das US-Unternehmen Smithfield Foods (weltgrößter Schweinezucht- und Schweinefleischverarbeitungskonzern) bekannt, dass es für 565 Millionen US-Dollar in bar seine Rindfleisch-Sparte Smithfield Beef Group Inc. (SBG), bisher mit Sitz in Green Bay, an JBS verkaufen wird. Zur SBG gehört die in Loveland (Colorado) ansässige Five Rivers Ranch Cattle Feeding LLC, ein 50/50-Gemeinschaftsunternehmen mit der New Yorker Continental Grain Co. (früher ContiGroup Cos. Inc.), das kurz vor der Transaktion von Smithfield gegen Aktienabgabe vollständig erworben wird. Der Verkauf des Viehbestandes der beiden Firmen an JBS soll erst später erfolgen. Zugleich kauft JBS für 970 Millionen US-Dollar die in Kansas City ansässige National Beef Packing Co., bisher viertgrößter US-Rindfleischverarbeiter und einer der größten Fleischexporteure nach Japan. Ergänzend dazu übernahm JBS den australischen Fleischverarbeiter Tasman Group für 150 Millionen US-Dollar.
Mit Abschluss der Akquisitionen, für die eine Zustimmung der US-Behörden erwartet wird, steigt JBS zum größten Fleischverarbeitungs- und Fleischvermarktungskonzern der USA auf, vor dem bisherigen Marktführer Tyson Foods. JBS wird dann weltweit 63.000 Mitarbeiter, eine Schlachtkapazität von täglich je 79.200 Rindern und 48.000 Schweinen und einen Jahresumsatz von annähernd 21,5 Milliarden US-Dollar haben. Davor beschäftigte JBS knapp 20.000 Mitarbeiter, schlachtete 34.141 Millionen Rinder und erzielte einen Umsatz von knapp 4 Milliarden US-Dollar. Zu den größten Hauptkonkurrenten gehörten die Agrarunternehmen Cargill, Smithfield Packing Company und Tyson Foods.
Das Unternehmen stieg durch aggressive Zukäufe zwischen 2005 und 2017 zum weltweit zweitgrößten Lebensmittelkonzern nach Nestlé auf.<ref>Matthias Rüb: Der filmreife Fleischbaron, in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung Nr. 21, 28. Mai 2017, S. 9.</ref>
Das Unternehmen erhielt vom brasilianischen Staat über viele Jahre hinweg Kredite in Milliardenhöhe und steht in diesem Zusammenhang im Verdacht der Korruption.<ref>Fleischbarone läuten Temers Apokalypse ein, NZZ, 19. Mai 2017</ref> 2017 wurde bekannt, dass der Eigentümer Joesley Batista drei brasilianische Präsidenten und fast 2000 andere Politiker finanziert haben soll.<ref>Georg Ismar: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Der Fleischkönig als Königsmörder? ( vom 27. Mai 2017 im Internet Archive) swp.de, 23. Mai 2017, abgerufen am 26. Mai 2017</ref> Präsident Michel Temer soll für seine letzte Wahlkampagne 4,7 Millionen Dollar bekommen haben.<ref>Matthias Rüb: Der filmreife Fleischbaron, in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung Nr. 21, 28. Mai 2017, S. 9.</ref> An die Präsidenten Lula da Silva und Rousseff sollen 80 Millionen Dollar geflossen sein.<ref>Matthias Rüb: Der filmreife Fleischbaron, in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung Nr. 21, 28. Mai 2017, S. 9.</ref> Insgesamt sollen an Politiker rund 220 Millionen Dollar Schmiergeld gezahlt worden sein.<ref>Matthias Rüb: Der filmreife Fleischbaron, in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung Nr. 21, 28. Mai 2017, S. 9.</ref> Im September 2017 wurden Joesley Batista und sein Bruder verhaftet. Ihnen wird vorgeworfen, bei ihrer Befragung zum Schmiergeld-Skandal um Staatspräsident Michel Temer wichtige Details verschwiegen zu haben.<ref>Brasilien: Skandal um Michel Temer - Polizei nimmt Wesley Batista fest. In: Der Spiegel. 14. September 2017, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 13. Juni 2023]).</ref>
Ab Ende Mai 2021 wurde JBS Opfer einer Cyberattacke. In Australien wurde dadurch der Betrieb lahmgelegt.<ref>Neue Cyberattacke gegen Multi – Hacker greifen weltgrössten Fleischkonzern an. Tages-Anzeiger, 1. Juni 2021, abgerufen am 1. Juni 2021.</ref> Auch in den USA und Kanada hatten einige Werke den Betrieb eingestellt. Wenige Tage später konnten die meisten Betriebe den Betrieb wieder aufnehmen.<ref>Weltgrösster Fleischkonzern fährt Produktion wieder hoch. Schweizer Bauer, 3. Juni 2021, abgerufen am 3. Juni 2021.</ref>
Im Juni 2025 wurde die JBS N.V. mit Sitz in Amsterdam in den Niederlanden als neue Dachgesellschaft gegründet. Das Ziel war die doppelte Listung der Aktie von JBS sowohl an der NYSE in New York sowie weiterhin an der brasilianischen Börse B3. Aufgrund des neuen Unternehmenssitzes verklagte Greenpeace Netherlands 2026 JBS wegen milliardenschweren Expansionsplänen vor allem nach Nigeria. In der Klage fordert Greenpeace nach niederländischem Recht Informationen zu Umweltauswirkungen der Expansion.<ref>Jonathan Watts: World’s largest meat company faces legal challenge over green credentials of $6bn global expansion. In: The Guardian. 22. Juli 2026, abgerufen am 3. September 2026.</ref>
Geschäftsfelder und Marken[Bearbeiten]
Geschäftsfeld der JBS ist die Verarbeitung, Zubereitung, Verpackung und der Vertrieb sowohl von frischem, gefrorenem als auch verarbeitetem Fleisch. Außerdem stellt JBS Fertigmahlzeiten, Dosenfleisch und Kochfleisch sowie Häute und andere Beiprodukte der Rinderschlachtung her. JBS hat 23 Verarbeitungsstätten in Brasilien sowie sechs in Argentinien. Exportiert wird vor allem in die EU, nach Russland, Israel, Lateinamerika, in die USA, nach Marokko, Hongkong, Ägypten und Saudi-Arabien. Eigenmarken der Gruppe sind unter anderem Matoratta, Swift, Friboi und Anglo.
Seit 2021 gehört das niederländische Unternehmen Vivera BV zu JBS. Es stellt vegane Fleischersatzprodukte wie Würste und Schnitzel her. Das Unternehmen war 2021 das drittgrößte Unternehmen auf dem europäischen Markt für pflanzenbasierte Produkte und erwirtschaftete einen Umsatz von etwa 100 Millionen USD. JBS wollte mit diesem Kauf seinen Marktanteil im Bereich von pflanzenbasierten Fleischimitaten ausbauen und zahlte 341 Millionen Euro für Vivera.<ref>Roberto Samora: Brazil's JBS to buy plant-based meat company Vivera. In: Reuters. 19. April 2021 (reuters.com [abgerufen am 13. Juni 2023]).</ref>
Kritik[Bearbeiten]
Abholzung des Regenwalds[Bearbeiten]
JBS betreibt selber keine Farmen, die durch illegale Abholzung von Regenwald entstanden sind. Allerdings werden Rinder zugekauft, die von illegalen Farmen stammen können. Über die Jahre gab es immer wieder Berichte, die zeigen konnten, wie Rinder von illegalen Farmen zu legalen Farmen von JBS transportiert wurden. Daraufhin verkündete JBS das Ziel, bis 2030 keine Rinder von illegalen Farmen mehr zu verwenden.<ref>Dom Phillips: Investors drop Brazil meat giant JBS. In: The Guardian. 28. Juli 2020, ISSN 0261-3077 (theguardian.com [abgerufen am 15. Juli 2023]).</ref> 2026 wurde dieses Ziel zumindest teilweise wieder aufgegeben.<ref name="icn"/>
Beitrag zum Klimawandel[Bearbeiten]
Die Tierhaltung verursacht große Mengen an Treibhausgasen, vor allem Kohlenstoffdioxid und Methan. Stand 2018 verursachte JBS 280 Megatonnen CO2-Äquivalente an Treibhausgasen, das waren 20,6 % der Treibhausgasemissionen von Brasilien.<ref>Oliver Lazarus, Sonali McDermid & Jennifer Jacquet: The climate responsibilities of industrial meat and dairy producers. In: Climatic Change. Band 165, Nr. 30, 2021, S. 6, doi:10.1007/s10584-021-03047-7 (jenniferjacquet.com [PDF]).</ref> 2021 verkündete JBS, bis 2040 Net Zero (deutsch: Nullemission) erreichen zu wollen. Es fehlten allerdings konkrete Pläne, wie dies umzusetzen sei. New York verklage JBS deshalb wegen falschen Werbeaussagen. Der Prozess endete in einem Vergleich, in dem JBS eine Summe von 1,1 Millionen US-Dollar bezahlte.<ref>JBS USA Settles NY AG “Net Zero” Challenge as NGO False Ad Litigation Continues and California Climate Reporting Deadlines Loom. Keller & Heckmann, 11. November 2025, abgerufen am 3. September 2026.</ref> 2026 wurde dieses Ziel wieder aufgegeben, da es laut JBS sehr komplex sei, Stufe-3-Emissionen, also Emissionen, die durch die eingekauften Tiere entstanden sind, zu vermeiden. Man wolle sich mehr auf die Reduktion der Emissionen konzentrieren, die direkt beim Unternehmen entstehen. Umweltorganisationen kritisierten, dass 97 % der Emissionen in Stufe 3 entstehen und vorherige Versprechungen lediglich dem Greenwashing dienten.<ref>Michael Pooler: World’s largest meat group JBS scraps a key climate goal. In: Financial Times. 9. Juli 2026, abgerufen am 3. September 2026.</ref><ref name="icn">Georgina Gustin: The World’s Largest Meat Company Abandons Its Climate and Deforestation Goals. In: InsideClimate News. 13. Juli 2026, abgerufen am 3. September 2026.</ref>
Steuervermeidung[Bearbeiten]
JBS betreibt in Luxemburg ein Netz aus Briefkastenfirmen zur Steuervermeidung. Die niederländische Nichtregierungsorganisation SOMO (Stichting Onderzoek Multinationale Ondernemingen, deutsch: Forschungszentrum für multinationale Unternehmen) wirft JBS vor, dadurch von 2019 bis 2022 zwischen 221 und 442 Millionen US-Dollar an Steuern vermieden zu haben.<ref>JBS’s global tax avoidance hub: Luxembourg. Centre for Research on Multinational Corporations (SOMO), 28. April 2025, abgerufen am 3. September 2026.</ref>
Weblinks[Bearbeiten]
- Website der JBS Swift Group (englisch)
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references/>
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