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Johannsenit

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Johannsenit
Datei:Johannsenite-233188.jpg
Allgemeines und Klassifikation
IMA-Nummer

1988 s.p.<ref name="IMA-Liste" />

IMA-Symbol

Jhn<ref name="Warr" />

Chemische Formel
  • CaMnSi2O6<ref name="IMA-Liste" />
  • CaMn2+[Si2O6]<ref name="Lapis" /><ref name="StrunzNickel" />
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Silikate und Germanate – Ketten- und Bandsilikate
System-Nummer nach
Strunz (8. Aufl.)
Lapis-Systematik
(nach Strunz und Weiß)
Strunz (9. Aufl.)
Dana

VIII/D.01b
VIII/F.01-070<ref name="Lapis" />

9.DA.15
65.01.03a.04
Ähnliche Minerale Diopsid und Hedenbergit
Kristallographische Daten
Kristallsystem monoklin
Kristallklasse; Symbol monoklin-prismatisch; 2/m
Raumgruppe C2/c (Nr. 15)Vorlage:Raumgruppe/15<ref name="StrunzNickel" />
Gitterparameter a = 9,98 Å; b = 9,16 Å; c = 5,29 Å
β = 105,5°<ref name="StrunzNickel" />
Formeleinheiten Z = 4<ref name="StrunzNickel" />
Zwillingsbildung häufig an {110}<ref name="Handbookofmineralogy" />
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte 6<ref name="Handbookofmineralogy" />
Dichte (g/cm3) gemessen: 3,27 bis 3,54; berechnet: 3,52<ref name="Handbookofmineralogy" />
Spaltbarkeit gut nach {110}, (110) ˄ (110) ≈ 87°, Absonderungen nach {100}, {001} und {010}<ref name="Handbookofmineralogy" />
Bruch; Tenazität uneben bis muschelig; spröde<ref name="Handbookofmineralogy" />
Farbe dunkelbraun, blaugrün, grauweiß, farblos<ref name="Lapis" />
Strichfarbe weiß<ref name="Lapis" />
Transparenz durchscheinend bis undurchsichtig (opak)
Glanz Glasglanz<ref name="Mindat" />
Kristalloptik
Brechungsindizes nα 1,703 bis 1,716<ref name="Mindat" />
nβ 1,711 bis 1,728<ref name="Mindat" />
nγ 1,732 bis 1,745<ref name="Mindat" />
Doppelbrechung δ 0,029<ref name="Mindat" />
Optischer Charakter zweiachsig positiv
Achsenwinkel 2V = 68° bis 70° (gemessen), 64° bis 82° (berechnet)<ref name="Mindat" />
Weitere Eigenschaften
Chemisches Verhalten löslich in heißer Salzsäure

Johannsenit ist ein seltenes Mineral aus der Mineralklasse der „Silikate und Germanate“ mit der Endgliedzusammensetzung CaMn2+[Si2O6]<ref name="Lapis" /><ref name="StrunzNickel" /> und damit chemisch gesehen ein Calcium-Mangan-Silikat. Strukturell gehört Johannsenit zu den Ketten- und Bandsilikaten.

Johannsenit kristallisiert im monoklinen Kristallsystem und entwickelt bis zu 10 cm große primatische Kristalle mit einem glasähnlichen Glanz auf den Oberflächen. Er findet sich aber auch in Form säulenartiger, radialstrahliger oder sphärolithischer Mineral-Aggregate.

Etymologie und Geschichte[Bearbeiten]

Das Mineral wurde von Waldemar Theodor Schaller 1932 entdeckt<ref name="Mindat" />. Zuerst erwähnte er es in einem kurzen Papier im Dezember 1932 auf einer Konferenz der Mineralogical Society of America. Er sagte zu diesem Zeitpunkt nur etwas über ein manganese pyroxene. Bis zu seiner erstmaligen Beschreibung im American Mineralogist, den die Mineralogical Society of America herausgibt, wurde das Mineral schon an anderen Fundstellen gefunden. Diese Beschreibung folgte allerdings auch erst 1938. In dieser vollständigen Beschreibung benannte Schaller das Mineral nach dem Mineralogen und Petrograph Albert Johannsen (1871–1962).<ref name="Schaller" /> Die Typlokalität ist die „Franklin Mine“ in Franklin, Sussex County im Bundesstaat New Jersey in den Vereinigten Staaten von Amerika.<ref name="Mindat" />

Das Typmaterial wird im National Museum of Natural History in Washington, D.C. (USA) aufbewahrt.<ref name="Handbookofmineralogy" />

Klassifikation[Bearbeiten]

In der strukturellen Klassifikation der International Mineralogical Association (IMA) gehört Johannsenit zusammen mit Augit, Burnettit, Davisit, Diopsid, Esseneit, Grossmanit, Hedenbergit, Kushiroit, Petedunnit und Tissintit zu den Calciumpyroxenen (Ca-Pyroxene) in der Pyroxengruppe.<ref name="CNMMN 1989" />

Bereits in der alten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz gehörte der Johannsenit zur Mineralklasse der „Silikate und Germanate“ und dort zur Abteilung der „Kettensilikate und Bandsilikate (Inosilikate)“, wo er zusammen mit Diopsid und Hedenbergit die „Diopsid-Reihe“ mit der System-Nr. VIII/D.01b innerhalb der zur Pyroxenfamilie gehörenden Gruppe der „Klinopyroxene (monoklin-prismatisch)“ bildete.

Im zuletzt 2018 überarbeiteten und aktualisierten Lapis-Mineralienverzeichnis nach Stefan Weiß, das sich aus Rücksicht auf private Sammler und institutionelle Sammlungen noch nach dieser alten Form der Systematik von Karl Hugo Strunz richtet, erhielt das Mineral die System- und Mineral-Nr. VIII/F.01-70. In der „Lapis-Systematik“ entspricht dies ebenfalls der Abteilung „Ketten- und Bandsilikate“, wobei in den Gruppen VIII/F.01 bis 06 die Minerale mit Zweierketten [Si2O6]4− eingeordnet sind. Johannsenit bildet hier zusammen mit Aegirin, Aegirin-Augit, Augit, Davisit, Diopsid, Esseneit, Grossmanit, Hedenbergit, Jadeit, Jervisit, Kanoit, Klinoenstatit, Klinoferrosilit, Kosmochlor, Kushiroit, Namansilit, Natalyit, Omphacit, Petedunnit, Pigeonit, Spodumen und Tissintit ebenfalls die Gruppe der „Klinopyroxene“ (VIII/F.01).<ref name="Lapis" />

Die seit 2001 gültige und von der IMA zuletzt 2009 aktualisierte 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Johannsenit ebenfalls in die Abteilung der „Ketten- und Bandsilikate (Inosilikate)“ ein. Diese ist weiter unterteilt nach der Beschaffenheit der Silikatketten, so dass das Mineral entsprechend seiner Zusammensetzung in der Unterabteilung „Ketten- und Bandsilikate mit 2-periodischen Einfachketten Si2O6; Pyroxen-Familie“ zu finden ist, wo es mit Augit, Davisit, Diopsid, Esseneit, Hedenbergit, Kushiroit und Petedunnit in der unbenannten Untergruppe „Ca-Klinopyroxene, Diopsidgruppe“ mit der Systemnummer 9.DA.15 ist.<ref name="IMA-Liste-2009" />

Auch die vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchliche Systematik der Minerale nach Dana ordnet den Johannsenit in die Klasse der „Silicate und Germanate“ und dort in die Abteilung „Einfache unverzweigte Ketten, W=1 mit Ketten P=2“ ein. Hier ist er in der „C2/c Klinopyroxene (Ca-Klinopyroxene)“ mit der System-Nr. 65.01.3a zu finden, zusammen mit Diopsid, Hederbergit, Augit, Petedunnit, Esseneit und Davisit.

Kristallstruktur[Bearbeiten]

Johannsenit kristallisiert isotyp zu Diopsid und Hedenbergit<ref name="Schaller" /> monoklin in der Raumgruppe C2/c (Raumgruppen-Nr. 15)Vorlage:Raumgruppe/15 mit den Gitterparametern a = 9,987 Å; b = 9,156 Å; c = 5,293 Å und β = 105,29° sowie vier Formeleinheiten pro Elementarzelle.<ref name="Handbookofmineralogy" />

Bildung und Fundorte[Bearbeiten]

Johannsenit bildet sich in metasomatisch überprägten Kalksteinen und manganhaltigen Skarnen sowie in Quarz- und Calcitgängen in Rhyolith. Häufig in Paragenese mit Rhodonit und Manganoxiden.<ref name="Handbookofmineralogy" />

Von dem Mineral sind bisher rund 90 Fundstellen dokumentiert (Stand 2021).<ref name="Mindat-Anzahl" />

In Deutschland ist nur eine Fundstelle bekannt, sie liegt in Niedersachsen im Harz, in der Stadt Sankt Andreasberg.<ref name="Mindat" />

Weitere Fundorte gibt es in Australien, Bulgarien, China, Frankreich, Indonesien, Italien, Japan, Kanada, Mexiko, Norwegen, Peru, Nordmazedonien, Rumänien, Russland, Südafrika, Spanien, Schweden, Tadschikistan, dem Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten von Amerika.<ref name="Fundorte" />

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Johannsenite – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="CNMMN 1989"> </ref> <ref name="Handbookofmineralogy"> </ref> <ref name="Fundorte"> Fundortliste für Johannsenit beim Mineralienatlas (deutsch) und bei Mindat (englisch), abgerufen am 1. November. </ref> <ref name="IMA-Liste-2009"> Ernest H. Nickel, Monte C. Nichols: IMA/CNMNC List of Minerals 2009. (PDF; 1,9 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Januar 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 29. Juli 2024; abgerufen am 30. Juli 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="IMA-Liste"> Malcolm Back, Cristian Biagioni, William D. Birch, Michel Blondieau, Hans-Peter Boja und andere: The New IMA List of Minerals – A Work in Progress – Updated: July 2024. (PDF; 3,6 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Marco Pasero, Juli 2024, abgerufen am 13. August 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Lapis"> </ref> <ref name="Mindat"> Johannsenite. In: mindat.org. Hudson Institute of Mineralogy, abgerufen am 1. November 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Mindat-Anzahl"> Localities for Johannsenite. In: mindat.org. Hudson Institute of Mineralogy, abgerufen am 1. November 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Schaller"> </ref> <ref name="StrunzNickel"> </ref> <ref name="Warr"> </ref> </references>