Zum Inhalt springen

Julius-Reich-Preis

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Der Julius-Reich-Preis war ein österreichischer Kunst- und Literaturpreis der Zwischenkriegszeit.

Stifter Julius Reich[Bearbeiten]

Der private Literaturpreis wurde von Kommerzialrat Julius Reich (1859–1922) durch eine Testamentsverfügung gestiftet. Der Glasfabrikant stammte aus Mähren und war Jude. Im Alter konnte er kaum noch hören und er beschäftigte sich folglich viel mit Bildender Kunst und Literatur.<ref name="Literaturepochen">Julius-Reich-Preis. In: Österreichische Literatur im Exil seit 1933. Universität Salzburg, abgerufen am 12. August 2026.</ref> Er sammelte insbesondere Alt-Wiener Bilder.<ref name="Aichelburg_Preise">Wladimir Aichelburg: Preise und Ehrungen. In: 150 Jahre Künstlerhaus Wien 1861–2011. Abgerufen am 10. August 2026.</ref> Aus dem Erlös der Versteigerung seiner Kunstsammlung und seiner Bibliothek wurde zunächst die „Julius-Reich-Künstlerstiftung“ und bald darauf die „Julius-Reich-Dichterstiftung“ eingerichtet.<ref name="Literaturepochen" />

Auswahlverfahren[Bearbeiten]

Die Zinsen des Vermögens der Julius-Reich-Künstlerstiftung sollten zu einem Drittel für den Julius-Reich-Preis für Kunst und zu zwei Dritteln für Kunstankäufe zugunsten öffentlicher Sammlungen verwendet werden. Das Auswahlkuratorium der Julius-Reich-Künstlerstiftung bestand aus jeweiligen Amtsträgern bedeutender Wiener Kunstinstitutionen: dem Rektor der Akademie der bildenden Künste, dem Präsidenten des Künstlerhauses, dem Direktor der Österreichischen Galerie Belvedere und dem Präsidenten der Secession. Weiters gehörte dem Kuratorium Emil Reich, der Bruder des Stifters, an.<ref name="Aichelburg_Preise" />

Den Literaturpreis konnten Autoren aller Gattungen erhalten. Im Kuratorium der Julius-Reich-Dichterstiftung saßen drei Schriftsteller und zwei Schriftsteller, beispielsweise Walther Brecht und wiederum Emil Reich. Außerdem sollte der jeweilige Direktor des Burgtheaters beigezogen werden.<ref name="Literaturepochen" />

Preisträger[Bearbeiten]

Bildende Künstler[Bearbeiten]

Darüber hinaus wurden aus dem Stiftungsvermögen Werke folgender Künstler angekauft: Robin Christian Andersen, Rudolf Böttger,<ref name="wrz_1925-01-26" /> Hugo Darnaut,<ref name="Aichelburg_Preise" /> Ernesto de Fiori,<ref>Ankäufe von Kunstwerken für die österreichische Galerie. In: Neues Wiener Journal, 5. November 1926, S. 9 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/nwj</ref> Leo Delitz, Josef Dobrowsky,<ref name="Aichelburg_Preise" /> Michael Drobil<ref name="rpt_1927-12-08" /> Vilma Eckl, Rudolf Hermann Eisenmenger, Franz Elsner, Carl Fahringer,<ref name="Aichelburg_Preise" /> Maximilian Florian,<ref name="nwg_1936-12-16" /> Hans Frank,<ref name="wrz_1929-04-28">Ankäufe aus der Julius-Reich-Künstlerstiftung für die Österreichische Galerie. In: Wiener Zeitung, 28. April 1929, S. 6 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/wrz</ref> Wilhelm Frass,<ref name="Aichelburg_Preise" /> Max Frey,<ref name="nwg_1936-12-16" /> Edwin Grienauer,<ref name="wrz_1929-04-28" /> Albert Paris Gütersloh,<ref name="nwg_1934-12-14" /> Franz Hagenauer,<ref name="tag_1935-12-15" /> Anton Hanak, Alois Hänisch,<ref name="Aichelburg_Preise" /> Richard Harlfinger,<ref name="nwj_1930-06-22">Künstlerstiftung Julius Reich. In: Neues Wiener Journal, 22. Juni 1930, S. 23 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/nwj</ref> Ernst Huber, Ludwig Heinrich Jungnickel,<ref name="nwg_1928-12-22" /> Ferdinand Kitt,<ref name="tag_1935-12-15" /> Reinhold Ludwig Krassnigg,<ref name="Aichelburg_Preise" /> Heinrich Krause,<ref name="nwj_1930-06-22" /> Erwin Lang, Wilhelm Legler, Thomas Leitner,<ref name="Aichelburg_Preise" /> Franz Lerch,<ref name="nwg_1934-12-14" /> Erich Miller-Hauenfels,<ref name="Aichelburg_Preise" /> Anton Nowak,<ref name="nwg_1928-12-22" /> Maria Pauli-Rottler,<ref name="tag_1935-12-15" /> Sergius Pauser,<ref name="nwj_1930-06-22" /> Leo Perlberger, Igo Pötsch,<ref name="Aichelburg_Preise" /> Lois Pregartbauer,<ref name="nwg_1936-12-16" /> Franz Santifaller, Fritz Schwarz-Waldegg,<ref name="nwg_1934-12-14" /> Karl Sterrer,<ref name="tag_1926-01-22" /> Rudolf Wacker,<ref name="nwg_1934-12-14" /> Erich Wagner,<ref name="tag_1935-12-15" /> Hans Weber-Tyrol,<ref name="tag_1935-12-15" /> Alfred Wickenburg,<ref name="wrz_1932-12-14" /> Franz Windhager<ref name="nwj_1930-06-22" /> und Fritz Zerritsch. Die Ankäufe kamen der Österreichischen Galerie Belvedere,<ref name="Aichelburg_Preise" /> ferner der Albertina zugute.<ref name="tag_1935-12-15" />

Literaten[Bearbeiten]

Liquidierung[Bearbeiten]

In der Zeit des Nationalsozialismus wurde der Betrieb der Julius-Reich-Künstlerstiftung, da ihr Gründer Jude war, zunächst eingeschränkt und die Stiftung letztlich am 14. Februar 1939 aufgelöst und ihr Vermögen beschlagnahmt.<ref name="Aichelburg_Preise" /> Über den Verbleib des Vermögens der Julius-Reich-Dichterstiftung ist nichts bekannt. Dokumente zur Arisierung wurden im Wiener Stadt- und Landesarchiv nicht gefunden.<ref name="Literaturepochen" />

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references responsive />