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Ketorolac

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Strukturformel
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Strukturformel ohne Stereochemie
Allgemeines
Name Ketorolac
Andere Namen
  • (RS)-5-Benzoyl-2,3-dihydro-1H-pyrrolo[1,2-a]pyrrol-1-carbonsäure
  • (±)-5-Benzoyl-2,3-dihydro-1H-pyrrolo[1,2-a]pyrrol-1-carbonsäure
Summenformel C15H13NO3
Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
EG-Nummer (Listennummer) 616-049-1
ECHA-InfoCard 100.110.314
PubChem 3826
DrugBank DB00465
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1492: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1492: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Arzneistoffangaben
ATC-Code

M01AB15, S01BC05

Wirkstoffklasse

Analgetikum: Prostaglandinhemmer

Eigenschaften
Molare Masse 255,27 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

1,33 g·cm−3<ref name="SIGMA" />

Schmelzpunkt

160,5 °C<ref name="Habibi">A. Habibi-Yangjeh, E. Pourbasheer, M. Danandeh-Jenagharad (Hrsg.): Prediction of melting point for drug-like compounds using principal component-genetic algorithm-artificial neural network. In: Bulletin of the Korean Chemical Society, 2008, Band 29, Nr. 4, S. 833–841.</ref>

Siedepunkt

493,2 °C<ref name="SIGMA" />

pKS-Wert

3,49<ref name="römpp">Eintrag zu Ketorolac. In: Römpp Online. Georg Thieme VerlagVorlage:Abrufdatum</ref>

Sicherheitshinweise
Bitte die Befreiung von der Kennzeichnungspflicht für Arzneimittel, Medizinprodukte, Kosmetika, Lebensmittel und Futtermittel beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="SIGMA">Datenblatt (R)-Ketorolac bei Sigma-AldrichVorlage:Abrufdatum (PDF).</ref><ref name="ECHA">Vorlage:CL Inventory/nicht harmonisiertFür diesen Stoff liegt noch keine harmonisierte Einstufung vor. Wiedergegeben ist eine von einer Selbsteinstufung durch Inverkehrbringer abgeleitete Kennzeichnung von 5-benzoyl-2,3-dihydro-1H-pyrrolizine-1-carboxylic acid im Classification and Labelling Inventory der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA)Vorlage:Abrufdatum (Achtung: Anstelle des obigen defekten Links dürfte Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1703: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)/industry dieser Link korrekt sein.)</ref>

Gefahr

H- und P-Sätze H: 301​‐​315​‐​319​‐​335
P: 305+351+338<ref name="SIGMA" />
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Ketorolac ist ein Pyrrolderivat. Es wird in der Medizin als nichtsteroidales Antirheumatikum (NSAR) und als Nichtopioid-Analgetikum verwendet.<ref name="Twycross" /><ref name="Rote Liste" /> Der Wirkstoff wurde 1978 von Syntex patentiert.<ref name="römpp"/>

Ketorolac wurde Ende der 1980er Jahre als willkommener Ersatz für Morphin gesehen, da die schmerzstillende Wirkung etwa gleich stark war, etwa doppelt so lange anhielt, und keinerlei Abhängigkeit erzeugte. Ebenso sind Prostaglandinhemmer im Allgemeinen sehr gut verträglich. Jedoch wurde der Umstand, dass Ketorolac ein sehr starker Prostaglandinhemmer ist, vernachlässigt. Als solcher führt er zu einem deutlich höheren Risiko von Magen-Darm-Blutungen und Nierenversagen. Wird die Prostaglandinsynthese unterbunden, verlieren die Nieren die Fähigkeit, mit schlechter Durchblutung zurechtzukommen.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Wie lange noch Analgetikum Toratex (Ketorolac)?] In: arznei-telegramm. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 28. September 2024.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

Anwendungsgebiete[Bearbeiten]

Der Vertrieb von Ketorolac zur Behandlung postoperativer Schmerzen (Toratex) wurde nach dem Auftreten von tödlich verlaufenden Magen-Darm-Blutungen in Deutschland 1993 eingestellt<ref>Abverkauf von Ketorolac (TORATEX) gestoppt. In: arznei-telegramm (a-t) 1993, Nr. 8, S. 84.</ref>, ebenso in Frankreich. In Großbritannien ist der Anwendungszeitraum auf wenige Tage beschränkt worden, für Kinder unter einem Jahr ist es allgemein nicht zugelassen.<ref name="Twycross">R. B. Twycross, A Wilcock, S. Charlesworth, A. Dickman (Hrsg.): Palliative Care Formulary. 4. Auflage. Radcliff, 2006, ISBN 1-85775-511-1, S. 154.</ref><ref name="Schmerztherapie">B. Zernikow (Hrsg.): Schmerztherapie bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. 4. Auflage. Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2009, ISBN 978-3-540-74064-3, S. 108, 109.</ref> In der Schweiz ist das Schmerzmittel vor allem für die Behandlung von unfallbedingten und postoperativen Schmerzen zugelassen. Erwachsene sollen höchstens 40 mg täglich einnehmen, während höchstens sieben Tagen. Kinder ab zwei Jahren erhalten während höchstens zwei Tagen intravenöse Ketorolac-Injektionen, falls Opioide nicht angewendet werden können.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig TORA-DOL Filmtabl 10 mg.] In: compendium.ch. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 24. September 2024.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

In der Augenheilkunde wird Ketorolac in Form von Augentropfen oder intraokular zu verabreichender Lösung zur Verminderung von und zur Vorbeugung gegen Entzündungen und damit verbundenen Symptomen nach einer Augenoperation verwendet. Hierfür wird sein Salz mit Trometamol verwendet.<ref name="römpp"/>

Art und Dauer der Wirkung[Bearbeiten]

Datei:Ketorolac (Toradol).jpg
Ketorolac

Ketorolac gehört zu der Klasse der Nichtopioid-Analgetika und wird bei postoperativer Schmerzlinderung, posttraumatischer Schmerzlinderung und bei schweren Kreuzschmerzen verwendet.<ref name="Twycross" /> Bei starken postoperativen Schmerzen werden weitere Medikamente benötigt.<ref name="Schmerztherapie" /> In einer Übersichtsarbeit aus dem Jahr 1996 wird erwähnt, dass oral eingenommenes Ketorolac die gleiche Wirkung hat wie die gleiche Menge intramuskulär injiziertes Morphin. Ketorolac hat jedoch eine viel bessere Verträglichkeit und ein deutlich geringeres Risiko, dass sich eine Abhängigkeit entwickelt.<ref>Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref>

Die Wirkung tritt nach oraler Gabe nach ca. 30 Minuten ein und hält in der Regel sechs Stunden an.<ref name="Twycross" />

Die Eliminationshalbwertszeit liegt zwischen fünf bis sieben Stunden.<ref name="Twycross" /><ref name="Rote Liste" /><ref name="Schmerztherapie" /> Durch verschiedene Umwelteinflüsse kann diese Zeit verlängert werden. Zum einen ist die Zeit bei Kindern grundsätzlich länger als bei Erwachsenen.<ref name="Schmerztherapie" /> Zum anderen führt eine Nierenfunktionsstörung zu einer Verlängerung auf bis zu 19 Stunden.<ref name="Twycross" /> Darüber hinaus besitzt das (S)-Enantiomer eine längere Eliminationshalbwertszeit als das (R)-Enantiomer.<ref name="Schmerztherapie" />

Verteilung im Körper[Bearbeiten]

Ketorolac kann für die Behandlung postoperativer Schmerzen oral oder intravenös verabreicht werden. Der Stoff wird in der Leber zu Glucuronsäure-Konjugaten oder p-Hydroxyketorolac umgewandelt und dann renal entsorgt. Es können 75 % der Dosis, innerhalb von 7 Stunden, im Urin gefunden werden.<ref name="Twycross" /><ref name="Schmerztherapie" />

Stereochemie[Bearbeiten]

Ketorolac enthält ein Stereozentrum und besteht aus zwei Enantiomeren. Hierbei handelt es sich um ein Racemat, also um ein 1:1-Gemisch aus (R)- und (S)-Form:<ref name="Rote Liste">Rote Liste 2017 – Arzneimittelverzeichnis für Deutschland (einschließlich EU-Zulassungen und bestimmter Medizinprodukte). 57. Auflage. Rote Liste Service GmbH, Frankfurt am Main, 2017, ISBN 978-3-946057-10-9, S. 193.</ref>

Enantiomere von Ketorolac
Datei:(R)-Ketorolac Structural Formula V2.svg
(R)-Ketorolac
Datei:(S)-Ketorolac Structural Formula V2.svg
(S)-Ketorolac

Fertigarzneimittel[Bearbeiten]

  • KetoVision (D)
  • Tora-Dol (CH), als Tabletten und Injektionslösung
  • Acular (CH)
  • In fixer Kombination mit Phenylephrin: Omidria (EU)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

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