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Kim Davis

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Kim Davis (* 17. September 1965) ist eine ehemalige amerikanische County Clerk (Stadtschreiberin) und Standesbeamtin im Bezirk Rowan County (Kentucky). Weil die gleichgeschlechtliche Ehe gegen ihren Glauben verstoße, weigerte sie sich, homosexuelle Partner zu trauen oder Hochzeitsbescheinigungen für diese zu unterschreiben. Im November 2018 verlor sie dieses Amt,<ref>Kim Davis loses re-election bid in Kentucky, auf CNN.com, abgerufen am 7. November 2018.</ref> da sie nicht wiedergewählt wurde.

Persönliches[Bearbeiten]

Davis war viermal mit drei verschiedenen Männern verheiratet.<ref name="Mack">David Mack: Meet Kim Davis, the Woman Denying Same-Sex Couples Marriage Licenses in Kentucky. In: BuzzFeed. 1. September 2015, abgerufen am 3. September 2015.</ref> Die ersten drei Ehen wurden 1994, 2006 und 2008 geschieden. Ihre Zwillinge wurden fünf Monate nach der Scheidung der ersten Ehe geboren. Ihr dritter Ehemann ist biologischer Vater der Zwillinge, die vom zweiten Ehemann, Joe Davis, adoptiert wurden. Joe Davis ist auch ihr aktueller Ehemann.<ref name="Nelson">Steven Nelson: Kentucky Clerk Fighting Gay Marriage Has Wed Four Times. In: U.S. News & World Report. 1. September 2015, abgerufen am 3. September 2015.</ref> Er unterstützt sie in ihrer Haltung gegen die gleichgeschlechtliche Ehe.<ref name="Galofaro">Claire Galofaro: Kentucky Clerk in Gay Marriage Fight Says to Her, It's 'a Heaven or Hell Decision'. In: U.S. News & World Report. 2. September 2015, abgerufen am 9. April 2022.</ref>

Hintergrund[Bearbeiten]

Davis hatte nach der rechtlichen Gleichstellung der Ehe durch das US-Verfassungsgericht am 26. Juni 2015 begonnen, die Ausstellung von Ehebescheinigungen an sämtliche Paare im Rowan County, Kentucky zu verweigern. Ebenso untersagte sie dies auch ihren Mitarbeitern. Sie wurde zunächst durch einen Bundesbezirksrichter (U.S. District Judge) angewiesen, die Bescheinigungen auszustellen. Nach einigen Revisionsstufen<ref name="CNN">Kentucky clerk gets jail time for failing to issue same-sex marriage licenses. CNN, 3. September 2015, abgerufen am 4. September 2015.</ref>, um sie zur Erfüllung ihrer entsprechenden Dienstpflichten zu bewegen, wurde sie am 3. September 2015, nachdem ihr Einspruch beim Supreme Court gescheitert war<ref name=":2">Homophobe Evangelikale in den USA: Kim Davis unter Auflagen frei. In: die tageszeitung. 9. September 2015 (taz.de [abgerufen am 13. September 2015]).</ref>, vom Bezirksgericht im östlichen Distrikt von Kentucky<ref name=":0">Ansgar Graw: Kim Davis und ihr Kampf gegen die Homoehe. In: Welt Online. 4. September 2015 (welt.de [abgerufen am 12. September 2015]).</ref> in Beugehaft genommen. Der Fall wurde unter anderem vom Sprecher des Weißen Hauses, Josh Earnest, als rechtsstaatlich problematisch kommentiert<ref>(dpa): Streit um Homo-Ehe: US-Standesbeamtin sitzt in Beugehaft. In: WAZ. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 24. September 2015; abgerufen am 12. September 2015.</ref> und sorgte international für Aufsehen<ref>Kim Davis weiter in Beugehaft: Kentucky traut erstmals homosexuelles Paar – n-tv.de. In: n-tv Nachrichtenfernsehen. Abgerufen am 12. September 2015.</ref>.

Davis wurde einige Tage später aus der Beugehaft entlassen und von Hunderten Unterstützern einschließlich des republikanischen Präsidentschaftsbewerbers Mike Huckabee empfangen.<ref name=":1">USA: Homophobe Standesbeamtin darf Gefängnis verlassen. In: sueddeutsche.de. ISSN 0174-4917 (sueddeutsche.de [abgerufen am 12. September 2015]).</ref> Die Verwendung des Songs „Eye of the Tiger“ bei der Demonstration wurde von dessen Urhebern scharf kritisiert.<ref name=":2" /> Sie wechselte ihre Parteizugehörigkeit und trat den Republikanern bei, da sie sich von den Demokraten nicht mehr vertreten fühle.<ref>The Raw Story: Kentucky clerk Kim Davis switches to Republican Party. Abgerufen am 26. September 2015.</ref> 2018 verlor sie das Amt an einen Gegenkandidaten der Demokraten.<ref>Herald Leader: Kim Davis accused of hiding inheritance to avoid paying gay couple $565K judgment. Abgerufen am 27. Juli 2026.</ref>

Im September 2023 wurde sie zu einer Zahlung von 100.000 US-Dollar an ein schwules Paar verurteilt, das sie benachteiligt hatte.<ref>The Guardian: Kim Davis must pay $100,000 to US same-sex couple she denied marriage license. Abgerufen am 27. Juli 2026.</ref>

Der Fall hat Symbolwert für die Auseinandersetzung zwischen Moderne und Konservatismus in den USA gewonnen und betrifft ebenso die Gewichtung des Rechts auf freie Religionsausübung gegenüber anderen Gesetzen.<ref name=":1">USA: Homophobe Standesbeamtin darf Gefängnis verlassen. In: sueddeutsche.de. ISSN 0174-4917 (sueddeutsche.de [abgerufen am 12. September 2015]).</ref>

Umfeld[Bearbeiten]

Davis war seit 1991 Stellvertreterin ihrer Mutter in der Position. Sie war lokal bekannt, da sie über Jahrzehnte Ansprechpartner der Bürger für die verschiedensten Amtshandlungen, vom Führerschein bis zum Grundbucheintrag, war.<ref name=":3">Alan Blinder, Richard Fausset: Kim Davis, a Local Fixture, and Now a National Symbol. In: The New York Times. 1. September 2015, ISSN 0362-4331 (nytimes.com [abgerufen am 13. September 2015]).</ref> Die entsprechende Gegend in den Appalachen hat eine Armutsquote von 29 %.<ref name=":3" /> Sie übernahm das Wahlamt 2014 und setzte sich als Kandidatin der Demokraten gegen einen republikanischen Bewerber durch.<ref name="wins">Blevins wins judge-executive nomination. In: Morehead News. 20. Mai 2014, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 9. Juli 2017; abgerufen am 29. Januar 2025.</ref> Sie erhielt ein Jahresgehalt von etwa 80.000 US-Dollar.<ref name="Wynn">Mike Wynn & Andrew Wolfson: Gay couples ask judge to punish defiant clerk. In: USA Today. 1. September 2015, abgerufen am 1. September 2015.</ref> Sie ist selbst mehrfach geschieden, einer ihrer Söhne gehört zu ihren Mitarbeitern und teilt ihre Haltung.<ref name="CBS-150902">Clerk in Ky. marriage fight has turbulent marital history. CBS News, 2. September 2015, abgerufen am 3. September 2015.</ref> Sie bezeichnet sich als wiedergeborene, apostolische Christin.<ref name=":1" /> Ihre neubetonte Religiosität rührt aus dem Jahr 2011.<ref name=":3" /> Von ihren Anhängern wird sie als eine tapfere Protagonistin zivilen Widerstands gesehen, ihre Gegner vergleichen ihr Verhalten hingegen mit den Blockaden des Gouverneurs George Wallace gegen die Aufhebung der Rassentrennung.<ref name=":0" /> Davis ist nicht die einzige County Clerk, Amtsinhaberin oder Dienstleisterin, die die Beurkundung der gleichgeschlechtlichen Ehe in den USA verweigert.<ref>Ansgar Graw: Kim Davis und ihr Kampf gegen die Homoehe. In: Welt Online. 4. September 2015 (welt.de [abgerufen am 12. September 2015]).</ref> Nach der Entscheidung Obergefell v. Hodges fragte knapp die Hälfte der 157 County Clerks etwa im Bundesstaat Kentucky eine Klärung wegen Bedenken bei der Durchführung an, weitere Kollegen von Davis ließen sich versetzen, in den Ruhestand versetzen oder protestierten gegen die Pflicht, ohne sie aber zu verweigern.<ref>Emma Green: Kim Davis Just Whooped the Left—and That May Be Just the Beginning. In: The Atlantic. Abgerufen am 12. September 2015.</ref> Auch im Bezirk von Davis wurden nach deren Verurteilung Trauscheine für gleichgeschlechtliche Paare durch andere Kollegen von Davis ausgegeben.<ref>Advocate: Kim Davis loses another court case</ref>

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

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