Kippenwang
Kippenwang Stadt Heideck
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(27)&title=Kippenwang 49° 6′ N, 11° 10′ O
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| Höhe: | 451 m ü. NHN | |||||
| Einwohner: | 27 (25. Mai 1987)<ref name="OV 1987">Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, OCLC 231287364, S. 348 (Digitalisat).</ref> | |||||
| Postleitzahl: | 91180 | |||||
| Vorwahl: | 09177 | |||||
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Kippenwang ist ein Gemeindeteil der Stadt Heideck im Landkreis Roth (Mittelfranken, Bayern).<ref>Vorlage:BayernPortal Ortsteile</ref> Kippenwang liegt in der Gemarkung Aberzhausen.<ref>Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen – Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 12. Oktober 2024.</ref>
Lage[Bearbeiten]
Der Weiler mit Hausnummern 1 bis 7 liegt nördlich des Waldgebietes „Ruppertsberg“ auf der Hochfläche südöstlich von Heideck und – zwischen Laibstadt und Alfershausen – südlich von Aberzhausen, von wo aus eine Gemeindeverbindungsstraße nach Kippenwang und weiter nach Rabenreuth führt.<ref>Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 12. Oktober 2024 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).</ref> Die Flurgröße beträgt 179 Hektar.<ref>Histor. Atlas, S. 33</ref>
Ortsnamendeutung[Bearbeiten]
Im Ortsnamen steckt das mittelhochdeutsche Wort „kippe“ für Sichel bzw. für die Sichelform der Wiesenflur.<ref>Sammelblatt des Histor. Vereins Eichstätt, 45 (1930), S. 110; 52 (1937), S. 16</ref>
Geschichte[Bearbeiten]
1885 wurden bei Kippenwang zwei bronzezeitliche Hügelgräber aufgedeckt.<ref>Anzeiger der germanischen Nationalmuseums, Nürnberg 1886, S. 26</ref> 1897 wurde über einen in der Flur von Kippenwang gefundenen bronzezeitlichen Armring berichtet.<ref>Prähistorische Blätter 9, 1897</ref> Auch fanden sich hier drei Bernsteinschieber aus der Hügelgräberkultur.<ref>Christa Stahl: Mitteleuropäische Bernsteinfunde von der Frühbronze- bis zur Frühlatènezeit, Dettelbach 2006, S. 20, 230</ref>
Der Ort ist erstmals 1291 als „Kyphenwanch“<ref>Regesta sive Rerum Boicarum Autographa ad annum usque MCCC, München 1828, S. 502</ref> erwähnt, als die Eichstätter Domherren Otto Schweppermann und Konrad vom Walde den Zehent zu Kippenwang und Rabenreuth von Hermannus de Gozstorf (heute Jahrsdorf) kaufte, der sie als Eichstätter Lehen besaß.<ref>Buchner II, S. 506</ref><ref>Histor. Atlas, S. 126 f.</ref> Kippenwang soll bis 1466 im Besitz der Schweppermänner gewesen sein.<ref>Histor. Atlas, S. 129</ref> Mit dem Erwerb durch die Herren von Heideck und der Verpfändung von Stadt und Amt Heideck 1472 gelangte Kippenwang an Bayern. Nach dem Landshuter Erbfolgekrieg kam der Ort mit dem Amt Heideck 1505 zum neuerrichteten Fürstentum Pfalz-Neuburg. Von 1542 bis 1585 waren Stadt und Amt Heideck vom verschuldeten Neuburger Pfalzgrafen an Nürnberg verpfändet; darnach gehörte das Amt Heideck und damit auch Kippenwang wieder zu Pfalz-Neuburg, wo inzwischen der lutherische Glauben eingeführt worden war.<ref>Buchner I, S. 467</ref><ref>Histor. Atlas, S. 177</ref> Noch 1542 führte Nürnberg im Amt Heideck und damit auch in Kippenwang die Reformation ein. Die Wiedereinführung der katholischen Religionsausübung erfolgte mit der Rekatholisierung von Neuburg-Pfalz unter dem zur alten Kirche konvertierten Pfalzgraf Wolfgang Wilhelm um 1627; hierzu war in Heideck eigens eine Jesuitenstation errichtet worden.
Am Ende des Alten Reiches gab es in Kippenwang sechs Anwesen, darunter das Hirtenhaus, die grundherrschaftlich dem pfalz-neuburgischen Landrichteramt Heideck gehörten und hoch- und niedergerichtlich dem pfalz-neuburgischen Pflegamt Heideck unterstanden.<ref>Histor. Atlas, S. 220</ref>
Im Königreich Bayern (1806) bildeten Kippenwang, Kolbenhof und Aberzhausen die Ruralgemeinde Aberzhausen im Steuerdistrikt Laibstadt im Gerichtsbezirk und Rentamt (später Bezirksamt und Amtsgericht) Hilpoltstein.<ref>Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise … enthaltenen Ortschaften, Ansbach 1818, S. 3</ref><ref name="HistAtlas249">Histor. Atlas, S. 249</ref> Aus dem Weiler wurde ein Dorf: 1820 bestand Kippenwang aus neun Anwesen und hatte 48 Einwohner.<ref name="HistAtlas249" />
1875 wurden in Kippenwang 29 Gebäude, neun Pferde und 61 Stück Rindvieh gezählt. Zu dieser Zeit gehörte die Gemeinde Aberzhausen dem Bezirksamt Neumarkt in der Oberpfalz an, aus dem sie 1880 zum Bezirksamt Hilpoltstein kam.<ref name="OVB1875">Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, OCLC 183234026, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 887, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).</ref>
1937 wurde die Schule im benachbarten Aberzhausen aufgehoben, wohin Kippenwang eingeschult war; nunmehr wurden die Kinder der Gemeinde nach Laibstadt zur Schule geschickt.<ref>Buchner II, S. 820</ref> 1950 gab es in Kippenwang sechs Wohngebäude, die infolge der Flüchtlings- und Vertriebenensituation 56 Bewohner aufwiesen, die aber zum größten Teil wieder abwanderten. So wurden 1973 nur noch 23 Bewohner gezählt; damit hatte sich die Einwohnerzahl Kippenwangs gegenüber dem 19. Jahrhundert in etwa halbiert.<ref name="HistAtlas249" />
Mit der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde Aberzhausen am 1. Januar 1971 aufgelöst. Kippenwang und Aberzhausen wurden Gemeindeteile von Heideck im Landkreis Roth, Kolbenhof kam zur Gemeinde Thalmässing.<ref name="HistAtlas249" />
Katholische 14-Nothelfer-Kapelle[Bearbeiten]
Zwischen Kippenwang und Aberzhausen steht unter mächtigen Bäumen eine Kapelle; das Altarbild „zu Ehren der heiligen Dreifaltigkeit und 14 hl. Nothhelfer“ stiftete der „achtbare“ Kippenwanger Bauer Matthias Betz 1872.<ref>Inschrift auf dem Altarbild</ref> Der Putzbau mit Satteldach aus dem 18. /19, Jahrhundert gilt als Baudenkmal. Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.
1836 und auch 1937 gehörte Kippenwang zur katholischen Pfarrei Mariä Himmelfahrt in Laibstadt – bis auf zwei Häuser (mit 15 Katholiken im Jahr 1937), die in die katholische Pfarrei Zell gepfarrt waren.<ref>Buchner II, S. 70, 818</ref><ref>Th. D. Popp: Matrikel des Bissthumes Eichstätt, Eichstätt: Ph. Brönner 1836, S. 165</ref>
Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]
- 1818: 48 (9 „Feuerstellen“, 9 Familien)<ref>Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise … enthaltenen Ortschaften, Ansbach 1818, S. 42</ref>
- 1871: 37 (29 Gebäude)<ref name="OVB1875">Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, OCLC 183234026, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 887, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).</ref>
- 1900: 40 (8 Wohngebäude)<ref name="OVB1900">K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, DNB 361988931, OCLC 556534974, Abschnitt II, Sp. 1217 (Digitalisat).</ref>
- 1950: 56 (sechs Wohngebäude)<ref name="OVB1950">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, OCLC 183218794, Abschnitt II, Sp. 1079 (Digitalisat).</ref>
- 1961: 26 (6 Wohngebäude)<ref name="OVB1961">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, OCLC 230947413, Abschnitt II, Sp. 793 (Digitalisat).</ref>
- 1987: 27 (6 Gebäude mit Wohnraum; 8 Wohnungen)<ref name="OV 1987"/>
Persönlichkeiten[Bearbeiten]
- Franz Harrer, * 3. Februar 1888 in Kippenwang; † 6. November 1964, katholischer Geistlicher (Priesterweihe 1919 in Eichstätt), Verfasser eines Front-Tagebuchs aus dem Ersten Weltkrieg<ref>Kirchenzeitung für das Bistum Eichstätt vom 27. Juli 2014, S. 30</ref>
- Odo Harrer OSB, Frater im Kloster Münsterschwarzach<ref>Leben für die Abtei und die Sache Gottes. In: Mainpost vom 7. Juli 2014</ref>
Literatur[Bearbeiten]
- Franz Xaver Buchner: Das Bistum Eichstätt. I. Band: Eichstätt 1937, II. Band: Eichstätt 1938
- Wolfgang Wiessner: Hilpoltstein (= Kommission für Bayerische Landesgeschichte [Hrsg.]: Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 24). Kommission für Bayerische Landesgeschichte, München 1978, ISBN 3-7696-9908-4 (Digitalisat).
Weblinks[Bearbeiten]
- Vorlage:Bavarikon Ort
- Kippenwang in der Topographia Franconiae der Uni WürzburgVorlage:Abrufdatum
- Kippenwang im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für ComputergenealogieVorlage:Abrufdatum
Fußnoten[Bearbeiten]
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