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Konzerthaus München

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Das Konzerthaus München ist ein geplantes Konzerthaus im Münchner Stadtbezirk Berg am Laim.

Lage[Bearbeiten]

Das Konzerthaus München soll in der Atelierstraße unmittelbar am zentralen Park des neuen Werksviertels im Stadtbezirk 14, Berg am Laim entstehen.<ref>Werksviertel München. www.muenchen.de, abgerufen am 29. Dezember 2017.</ref> Der Standort befindet sich südöstlich des Bahnhofs München Ost.<ref name="tz">Tobias Scharnagl: Münchens größte Werkstadt: Das neue Viertel hinterm Ostbahnhof. In: tz. tz.de, 16. Oktober 2017, abgerufen am 28. Oktober 2017.</ref>

Geschichte[Bearbeiten]

Vorüberlegungen und Standortentscheidung[Bearbeiten]

Mehr als 15 Jahre wurde über ein neues Konzerthaus in München diskutiert, bis im Jahr 2015 auf Drängen des bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer der Beschluss für ein neues Konzerthaus fiel. Dafür kamen in München rund 40 Standorte in Frage. Letztendlich entschied sich die Bayerische Staatsregierung, das Konzerthaus auf dem Gelände des Privatmannes Werner Eckart zu errichten, der das Gelände für das Konzerthaus dem Freistaat mit Erbbaurecht zur Verfügung stellte.<ref name="sz" />

Architektenwettbewerb[Bearbeiten]

Für die Teilnahme am Wettbewerb für den Architekturentwurf des Konzerthauses bewarben sich 206 Architekturbüros. 35 Büros wurden ausgewählt und zur Teilnahme aufgefordert. Die Jury unter Leitung von Arno Lederer setzte sich am Ende mit 31 abgegebenen Entwürfen auseinander.<ref name="sz" /> Die Jury bestand aus 25 stimmberechtigten Preisrichtern. Unter den Preisrichtern befanden sich unter anderem Vertreter der Regierung des Freistaats Bayern, der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter, die Münchner Stadtbaurätin Elisabeth Merk, Ulrich Wilhelm als Intendant des Bayerischen Rundfunks sowie die Architekten Kai-Uwe Bergmann und Finn Geipel.<ref name="muenchende">Jury vergibt Plätze eins bis fünf. In: Muenchen.de. muenchen.de, 28. Oktober 2017, abgerufen am 28. Oktober 2017.</ref> Den Preisrichtern standen darüber hinaus über 30 anwesende Berater und Sachverständige bei der Entscheidung zur Seite.<ref>Antje Dörfner: Konzertsaal in München mit Architektur aus Österreich. In: Bayerischer Rundfunk. br.de, 27. Oktober 2017, abgerufen am 17. August 2019.</ref>

Die Entscheidung für den Siegerentwurf erfolgte im Oktober 2017 nach zweitägiger Beratung der Jury mit einer Gegenstimme. Es setzte sich das Büro Cukrowicz Nachbaur Architekten aus Bregenz durch. Die Architekten erhielten ein Preisgeld von 125.000 Euro. Platz zwei ging an PFP-Architekten aus Hamburg und wurde mit 100.000 Euro honoriert; den dritten Platz belegte der britische Architekt David Chipperfield und er erhielt 75.000 Euro.<ref name="sz" /> Die Büros, die gemäß der Jurorenwertung die besten fünf Entwürfe erbrachten, sind die Preisträger.<ref>APA: Österreicher gewinnen Wettbewerb für Münchner Konzerthaus. In: Der Standard. derstandard.de, 27. Oktober 2017, abgerufen am 28. Oktober 2017.</ref> Sie wurden vom Staatlichen Bauamt München 1 zu Verhandlungsgesprächen eingeladen.<ref name="muenchende" />

Auf Basis der Weiterentwicklung des Wettbewerbsentwurfs durch die Architekten, den Akustiker und weitere Planungsbüros hat der Haushaltsausschuss des Bayerischen Landtages im Juli 2021 grünes Licht für die nächste Planungsphase gegeben.<ref>Konzerthaus München: Grünes Licht für weitere Planungen – Konzerthaus München. Abgerufen am 9. Juli 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Realisierung[Bearbeiten]

Laut Planungsstand im Oktober 2017 sollte mit dem Bau des Konzerthauses 2018 begonnen werden,<ref name="sz">Christian Krügel: Architekten aus Vorarlberg dürfen Münchner Konzerthaus bauen. In: Süddeutsche Zeitung. sz.de, 27. Oktober 2017, abgerufen am 28. Oktober 2017.</ref> und die Fertigstellung sollte 2021 erfolgen.<ref name="tz" /> Im Dezember 2017 wurde jedoch gemeldet, dass der Haushaltsausschuss des Landtags vorerst kein Geld für das Konzerthaus freigibt und dass erst im Jahr 2020 der ersten Spatenstich erfolgen sollte.<ref>Christian Krügel: Baubeginn fürs Konzerthaus könnte sich um zwei Jahre verschieben. www.sz.de, 8. Dezember 2017, abgerufen am 12. Januar 2018.</ref> Im Mai 2018 stimmte der Haushaltsausschuss einer Auftragsvergabe an die Sieger des Architekturwettbewerbs zu und das Büro Cukrowicz Nachbaur Architekten wurde mit der Planung des Konzerthauses München beauftragt. Die Planung der Raumakustik für die drei Aufführungsorte hat das Büro Arup aus London/Berlin übernommen. Der Projektleiter, Tateo Nakajima, ist u. a. bekannt für die Akustik der Konzerthäuser in Breslau und Montreal.<ref>Konzerthaus München: Konzerthaus München. Abgerufen am 8. Juli 2019.</ref> Ende 2018 wurde zur Zwischennutzung des Konzerthaus-Standorts der Motorworld Group als Betreiber der temporäre Aufbau des mobilen Riesenrads Hi-Sky München genehmigt. Das Riesenrad sollte mindestens zwei Jahre stehen bzw. so lange, bis das Grundstück für den Konzertsaalbau gebraucht wird.<ref>Gaby Mühlthaler: Starttermin für das Riesenrad am Münchner Ostbahnhof steht fest. In: www.abendzeitung-muenchen.de. 28. Dezember 2018, abgerufen am 11. Februar 2019.</ref> Die Eröffnung erfolgte im April 2019.

Bei zunächst anvisierten Bauzeit von fünf Jahren wurde mit einer Fertigstellung erst um das Jahr 2030 gerechnet werden, so ein Vertreter des Bauministeriums am 13. Juli 2021.

Nach einer von der Staatsregierung ausgerufenen Denkpause von anderthalb Jahren wurden das Ziel "Hundert Prozent Qualität bei halben Kosten" ausgegeben.<ref>Bayerischer Rundfunk: Streit um Münchner Konzertsaal-Pläne: Das Vertrauen ist hin | BR-Klassik. 16. Dezember 2025, abgerufen am 29. Januar 2026.</ref> Nach einem Anstieg der geschätzten Kosten auf 1,3 Milliarden Euro kündigte der Freistaat Bayern 2024 eine redimensionierte Neuplanung sowie eine Fertigstellung des Konzerthauses spätestens Mitte der Dreißigerjahre an.<ref>Susanne Hermanski: Werksviertel: Münchner Konzerthaus wird neu geplant. In: Süddeutsche Zeitung. 11. Juni 2024, abgerufen am 2. März 2026.</ref>

Orgel[Bearbeiten]

Für das neue Konzerthaus ist eine Orgel von internationaler Klasse vorgesehen. Das geht aus einer parlamentarischen Anfrage von Landtagsvizepräsident Markus Rinderspacher (SPD) vom Februar 2020 hervor.<ref>Anfragen zum Plenum zur Plenarsitzung am 17. Februar 2020. (PDF) Bayerischer Landtag, 20. Februar 2020, abgerufen am 20. Februar 2020.</ref> Das Bayerische Staatsministerium für Kunst und Wissenschaft antwortete Rinderspacher, die Orgel solle „das Repertoire symphonischer Musik seit der Mitte des 18. Jahrhunderts abdecken, sowohl als Begleitinstrument mit dem Ziel einer hohen Verschmelzungsfähigkeit mit dem Orchester als auch als modernes Konzertinstrument für Solorepertoire“. Besonderes Gewicht werde „auf die Farbskala der Moderne und die Ausdrucksformen zeitgenössischer Musik gelegt. Dazu gehört die Verbindung eines warmen Klangs mit einer breiten, differenzierten und auch extremen Farbskala.“ Das Besondere: Für eine optimale Wirkung als Raumklanginstrument sollen nach Möglichkeit Werke bzw. Teilwerke der Orgel im Raum positioniert sein. Im Konzept seien 75 bis 90 Register vorgesehen. Kosten vergleichbarer Orgeln lägen in einer Größenordnung von ca. 2,5 bis 4 Mio. Euro. Zum Vergleich: Die Orgel in der Hamburger Elbphilharmonie mit 69 Registern kostete 2 Mio. Euro.<ref>Dagmar Penzlin: Hamburg: Orgel der Elbphilharmonie ist fertig. Deutschlandfunk, 20. September 2016, abgerufen am 20. September 2016.</ref>

Nutzung und Beschreibung[Bearbeiten]

Der Bau soll feste Spielstätte des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks werden. Darüber hinaus wird der etwa 9500 m² große Bau Ausbildungswerkstatt für die Musikhochschule München sein. Einen besonderen Schwerpunkt des Konzerthauses München werden die Förderung des musikalischen Nachwuchses und die Musikvermittlung bilden.<ref>Musikvermittlung – Konzerthaus München. Abgerufen am 12. September 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Unter dem Gebäude ist eine mehrgeschossige Tiefgarage angedacht. Im Entwurf von Nachbaur sind zwei Säle geplant, die übereinander liegen. Der große Saal für bis zu 1.900 Besucher verbindet die akustisch ideale Rechteckform mit kommunikativen Elementen. Die Entfernung zu den Musikern ist an keinem Platz größer als rund 32 Meter. Der kleine Saal ist als Oval mit 400 Plätzen konzipiert. Hier liegt der Fokus auf digitalen Formaten. Als dritte Bühne gibt es den „Multifunktionssaal“ mit 200 Plätzen.<ref>Die Architekten – Konzerthaus München. Abgerufen am 9. Juli 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Daneben sind ein Projektlabor für experimentelle Projekte der Hochschule für Musik und Theater München sowie ein großer Education-Bereich für Kinder und Erwachsene vorgesehen.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

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