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Laatzke

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Laatzke
Hansestadt Gardelegen
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(105)&title=Laatzke 52° 34′ N, 11° 22′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(105) 52° 33′ 45″ N, 11° 21′ 55″ O
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Höhe: 45 m ü. NHN
Fläche: 7,57 km²<ref name="HOB-12" />
Einwohner: 105 (31. Dez. 2022)<ref name="EW-2022" />
Bevölkerungsdichte: 14 Einwohner/km²
Eingemeindung: 20. Juli 1950
Eingemeindet nach: Berge
Postleitzahl: 39638
Vorwahl: 03907
Laatzke (Sachsen-Anhalt)
Laatzke (Sachsen-Anhalt)
Lage von Laatzke in Sachsen-Anhalt

Laatzke ist ein Ortsteil der Ortschaft Berge der Hansestadt Gardelegen im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt.

Geografie[Bearbeiten]

Laatzke, ein Rundplatzdorf, liegt einen Kilometer nördlich von Berge und etwa fünf Kilometer nordwestlich von Gardelegen in der Altmark. Östlich des Dorfes fließt die Berger Bäcke in nordöstliche Richtung in die Milde.<ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref>

Geschichte[Bearbeiten]

Mittelalter bis Neuzeit[Bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung von Laatzke als Latzke stammt aus dem Jahre 1449, als die von Alvensleben ihre Einnahmen von acht Höfen an das Kloster Neuendorf vertauschten.<ref name="HOB-12"/> Später kaufte das Große Hospital zu Heiligen Geist in Gardelegen das Dorf.<ref name="Beckmann-2, Sp. 35" /> Weitere Erwähnungen stammen aus 1460 achter dem dorpe Latzke, 1541 Loßcke und Laetzke.<ref name="HOB-12" /> Im Jahre 1804 wird das Dorf Laatzke und Latsche genannt.<ref name="Bratring-1" />

Bei der Bodenreform im Jahre 1945 wurden fünf Besitzungen über 100 Hektar mit zusammen 574 Hektar und 25 unter 100 Hektar mit zusammen 214 Hektar sowie eine Gemeindebesitzung mit vier Hektar erfasst. Aus der Bodenreform wurden 62,7 Hektar aufgeteilt. 10,1 Hektar gingen an fünf landarme Bauern mit Besitz unter fünf Hektar, 3,3 Hektar an einen landlosen Bauern und Kleinpächter. 49,1 Hektar erhielten fünf Umsiedler.<ref name="HOB-12" />

Andere Erwähnungen[Bearbeiten]

Der Historiker Peter P. Rohrlach<ref name="HOB-12"/> weist darauf hin, dass die von Wilhelm Zahn genannte Ersterwähnung von 1356 laczeke<ref name="Zahn-1928" /> das Dorf Laasche betrifft, sowie die von 1409 Latzke by Zeten von Beckmann<ref name="Beckmann-2, Sp. 127" /> und Hermes und Weigelt<ref name="Hermes-Weigelt" /> das Dorf Lotsche betrifft.

Wüstung bei Laatzke[Bearbeiten]

Wilhelm Zahn berichtete 1909 über eine Wüstung bei der „Steinhütte“ auf der Feldmark von Laatzke, 2,75 Kilometer westlich des Dorfes am Fuße der Hellberge. Besondere Kennzeichen einer untergegangenen Ortschaft sind nicht vorhanden.<ref name="Zahn-Wüstungen" />

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Ursprünglich gehörte Laatzke zum Salzwedelischen Kreis der Mark Brandenburg in der Altmark. Zwischen 1807 und 1813 lag es im Landkanton Gardelegen auf dem Territorium des napoleonischen Königreichs Westphalen. Ab 1816 gehörte die Gemeinde zum Kreis Gardelegen, dem späteren Landkreis Gardelegen.<ref name="HOB-12" />

Am 20. Juli 1950 wurde die Gemeinde Laatzke in die Gemeinde Berge eingemeindet.<ref name="2VO-LSA-1950" /> Mit der Eingemeindung von Berge in die Hansestadt Gardelegen am 1. Juli 2009 kam der Ortsteil Laatzke zu Gardelegen.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohner
1734 69
1774 83
1788 82
1789 70
1801 84
1818 88
Jahr Einwohner
1840 113
1864 111
1871 112
1885 106
1892 [0]109<ref name="Zahn-1928" />
1895 128
Jahr Einwohner
1900 [0]119<ref name="Zahn-1928" />
1905 138
1910 [0]147<ref name="Zahn-1928" />
1925 150
1939 132
1946 285
Jahr Einwohner
2012 [00]105<ref name="EW-2012" />
2017 110
2021 [0]113<ref name="EW-2022" />
2022 [0]105<ref name="EW-2022" />

Quelle, wenn nicht angegeben, bis 1946:<ref name="HOB-12" />

Religion[Bearbeiten]

Die evangelischen Christen aus Laatzke sind in die Kirchengemeinde Estedt eingemeindet,<ref name="HOB-12"/> die früher zur Pfarrei Estedt gehörte.<ref name="Almanach1903" /> Heute gehört die Kirchengemeinde zum Pfarrbereich Estedt im Kirchenkreis Salzwedel im Propstsprengel Stendal-Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.<ref name="Pfarrbereich" /> Bis 1998 hatte die Kirchengemeinde zum Kirchenkreis Gardelegen gehört.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Im Dorf befindet sich ein Ortsfriedhof mit einer kleinen Trauerhalle und einem Gefallenendenkmal.<ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref> Der heutige kommunale Friedhof war „den Laatzkern einst von den Bauern überlassen worden“.<ref name="VS" />

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Am westlichen Dorfrand führt die B 71 entlang, an der sich die Haltestelle der Linienbusse und Rufbusse der Personenverkehrsgesellschaft Altmarkkreis Salzwedel befindet.<ref>PVGS Altmarkkreis Salzwedel. In: pvgs-salzwedel.de. Abgerufen am 4. Februar 2023.</ref>

Sage – Der Gretenstein bei Laatzke[Bearbeiten]

Alfred Pohlmann überlieferte 1901 diese Sage aus Laatzke. Auf einer Anhöhe namens Weißgretenberg befand sich früher ein großer Stein, der von 6 kleinen Steinen umgeben war. In Laatzke diente ein Kuhmädchen namens Grete, die immer sechs Rinder auf die Weide treiben musste. Eines Tages war sie ihrer Arbeit überdrüssig. Sie war auf der Weide beim späteren Weißgretenberg. Sie sprach: „Lewer mücht' ick, dat ick un' all' mien söß Köh' to Steen wär'n dähn, as dat ick hier länger Kohdirn spöälen sall!“ Und so geschah es.<ref name="Pohlmann-Sagen" /> Hanns H. F. Schmidt vermutet auf der Anhöhe ein zerstörtes Großsteingrab.<ref name="Schmidt-Sagen-T2" />

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="2VO-LSA-1950">Zweite Verordnung zum Gesetz zur Änderung der Kreis- und Gemeindegrenzen zum 27. April 1950 (GuABl. S. 161). In: Landesregierung Sachsen-Anhalt (Hrsg.): Gesetz- und Amtsblatt des Landes Sachsen-Anhalt. Nr. 18, 5. August 1950, ZDB-ID 511105-5, S. 275, Abs. 7 (PDF).</ref>

<ref name="Almanach1903">Vorlage:PfarrAlmanachProvinzSachsen1903</ref>

<ref name="Bratring-1">Friedrich Wilhelm August Bratring: Statistisch-topographische Beschreibung der gesammten Mark Brandenburg. Für Statistiker, Geschäftsmänner, besonders für Kameralisten. Band 1. Berlin 1804, S. 379 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D%7B%7B%7B1%7D%7D%7D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10000735~SZ%3D00407~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).</ref>

<ref name="Beckmann-2, Sp. 35">Johann Christoph Becmann, Bernhard Ludwig Beckmann: Historische Beschreibung der Chur und Mark Brandenburg. Band 2. Berlin 1753, 5. Teil, 1. Buch, IV. Kapitel, Spalte 35 (uni-potsdam.de).</ref>

<ref name="Beckmann-2, Sp. 127">Johann Christoph Becmann, Bernhard Ludwig Beckmann: Historische Beschreibung der Chur und Mark Brandenburg. Band 2. Berlin 1753, 5. Teil, 1. Buch, X. Kapitel, Spalte 127 (uni-potsdam.de).</ref>

<ref name="EW-2012">Einwohnerentwicklung 2012 in den Ortsteilen. In: Volksstimme Magdeburg. 1. Mai 2013 (volksstimme.de [abgerufen am 20. Februar 2022]).</ref>

<ref name="EW-2022">Elke Weisbach: Die Kurve zeigt wieder nach oben. In: Gardelegener Volksstimme, Gardelegener Kreisanzeiger. 24. Januar 2022, DNB 1047268027, S. 13.</ref>

<ref name="Hermes-Weigelt">Vorlage:BibOCLC</ref>

<ref name="HOB-12">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783830522355 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>

<ref name="Pfarrbereich">Pfarrbereich Estedt. Abgerufen am 24. April 2018.</ref>

<ref name="Pohlmann-Sagen">Alfred Pohlmann: Sagen aus der Wiege Preußens und des Deutschen Reiches, der Altmark. Franzen & Große, Stendal 1901, S. 99–101, 4. Der Gretenstein bei Laatzke.</ref>

<ref name="Schmidt-Sagen-T2">Hanns H. F. Schmidt: Das große Sagenbuch der Altmark. Teil 2 von K wie Kleinau bis Z wie Zichtau. dr. ziethen verlag, Oschersleben 1994, ISBN 3-928703-42-0, S. 151.</ref>

<ref name="VS">Gesine Biermann: Trauerhallen: Kosten pro Stuhl ermitteln. In: Volksstimme Magdeburg, Lokalausgabe Gardelegen. 9. September 2015 (volksstimme.de [abgerufen am 4. Februar 2023]).</ref>

<ref name="Zahn-1928">Vorlage:BibOCLC</ref>

<ref name="Zahn-Wüstungen">Wilhelm Zahn: Die Wüstungen der Altmark. In: Geschichtsquellen der Provinz Sachsen und angrenzender Gebiete. Band 43. Hendel, Halle a.S. 1909, S. 359, Nr. 301 (uni-jena.de).</ref> </references>

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