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Lassaigne-Probe

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Die Lassaigne-Probe, benannt nach dem französischen Chemiker Jean Louis Lassaigne (1800–1859), ist ein Verfahren zum Nachweis von organischem Stickstoff bzw. Cyanid durch Bildung von leicht löslichem Berliner Blau, welches durch seine blaugrüne Farbe leicht identifiziert werden kann.<ref name="ABC Chemie">Brockhaus ABC Chemie, VEB F. A. Brockhaus Verlag Leipzig 1965, S. 786.</ref><ref>Gerald Kainz, Ferdinand Schöller: Nachweis des Stickstoffes in organischen und anorganischen Verbindungen nach dem Prinzip von Lassaigne. In: Microchimica Acta. Band 42, Nr. 3, 1954, S. 327–336, doi:10.1007/BF01227633.</ref> Sie wurde 1843 von dem Chemiker als Nachweisverfahren vorgeschlagen.<ref name="A. Bömer, A. Juckenack, J. Tillmans">A. Bömer, A. Juckenack, J. Tillmans: Allgemeine Untersuchungsmethoden. Springer Berlin Heidelberg, 2013, ISBN 978-3-662-02244-3, S. 1723 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref> Das Prinzip der Probe ist, dass jede stickstoffhaltige organische Substanz Natrium- oder Kaliumcyanid bildet, wenn man sie mit metallischem Natrium oder Kalium stark erhitzt.<ref name="Stig Veibel">Stig Veibel: Analytik organischer Verbindungen. De Gruyter, 2022, ISBN 978-3-11-257394-5, S. 21 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>

Ablauf des Nachweises[Bearbeiten]

Bei der Probe wird Natrium stark erhitzt und mit der Probe in Kontakt gebracht und das entstehende Reaktionsprodukt später vorsichtig in Wasser gelöst. Die wässrige Analysen-Lösung wird mit verdünnter Natronlauge oder Salzsäure neutralisiert. Dann wird etwas gesättigte Eisen(II)-sulfat-Lösung zugetropft und kurz zum Sieden erhitzt.<ref name="Stig Veibel" />

Ist Cyanid anwesend, bildet sich Hexacyanoferrat(II):

Fe2+ + 6 CN− → [Fe(CN)6]4−

Dann wird etwas gesättigte Eisen(III)-chlorid-Lösung zugetropft und wieder erhitzt.<ref name="Stig Veibel" />

Hat sich vorher das Hexacyanoferrat(II) gebildet, so entsteht nun das blaugrüne leicht lösliche Berliner Blau:<ref name="Stig Veibel" />

[Fe(CN)6]4− + Fe3+ → [FeIIIFeII(CN)6]− (blaugrün in Lösung)
[Fe(CN)6]4− + Fe3+ + Na+ → Na[FeIIIFeII(CN)6] (blaugrüner Niederschlag)
[Fe(CN)6]4− + Fe3+ + K+ → K[FeIIIFeII(CN)6] (blaugrüner Niederschlag)

Ob Niederschlag entsteht, hängt von der Anzahl und Art der vorhandenen Alkali-Kationen ab.

Der Nachweis kann falsch negativ ausfallen, da einige stickstoffhaltige Substanzen (zu Beispiel Diazoniumverbindungen) so leicht elementaren Stickstoff abgeben, dass sich bei dem Verfahren kein Cyanid bildet. Andere Substanzen (wie zum Beispiel verschiedene Pyrrolderivate) wiederum sind Natrium gegenüber so reaktionsträge, dass sie verdampfen, ohne mit dem Natrium zu reagieren.<ref name="Stig Veibel" />

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />