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Lianeo Real Estate

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Lianeo Real Estate GmbH

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Rechtsform GmbH
Sitz Berlin
Mitarbeiterzahl 245<ref name="JA2018" />
Umsatz 28,6 Mio. EUR<ref name="JA2018" />
Branche Immobilien
Website www.lianeo.de
Stand: 2018

Die Lianeo Real Estate GmbH ist eine Immobilienverwaltung mit etwa 2 Mrd. Assets under management (verwaltetem Vermögen) und ca. 2 Mio. m² betreuter Nutzfläche.<ref>Vermögenswerte. In: lianeo.de, aufgerufen am 26. Mai 2021.</ref> Lianeo Real Estate GmbH ersetzte am 17. Januar 2019 die Vorgängerfirma Intown im Handelsregister.<ref name="North Data" />

Geschichte und Struktur[Bearbeiten]

Datei:Intown Gesellschaften 2015-11.jpg
Zugehörige Unternehmen
Stand: November 2015

Die Intown Gruppe war eine in der Immobilienbranche tätige Unternehmensgruppe. Sie besaß oder verwaltete mehrere größere, meist gewerbliche Immobilien in Deutschland. Die einzelnen Immobilien standen größtenteils im Eigentum hierzu gegründeter Tochtergesellschaften mit, die Verwaltung übernahm jedoch die Muttergesellschaft Intown Property Management GmbH. In Deutschland besaß oder verwaltete die Intown Gruppe mit Stand vom Juni 2017 etwa 150 Einzelobjekte mit etwa 2,2 Millionen Quadratmetern Mietfläche.<ref name="J.Bielicki_28.6.2017">Jan Bielicki, Düsseldorf: 20 Minuten zum Packen. In: Süddeutsche.de, 28. Juni 2017.</ref> Anfang 2019 wurde die Geschäftstätigkeit der Intown Gruppe von der neugegründeten Lianeo Real Estate GmbH übernommen.<ref name="North Data">Firmendaten: Lianeo Real Estate GmbH. In: North Data, Mai 2020, aufgerufen am 8. Mai 2020.</ref> 2019 waren „mehr als 130 Firmen“ unter diesem Firmennamen registriert, „in der Regel besitzen sie jeweils eine große oder mehrere kleinere Immobilien.“<ref>Lena Gürtler, Nils Naber und Susanne Tappe: Firmengeflechte: Wem gehören unsere Wohnungen? In: NDR Panorama 3, 9. April 2019.</ref>

Bundesweit bekannt wurde die Unternehmensgruppe auch, weil 2017 innerhalb von zweieinhalb Monaten zwei ihrer Immobilien mit insgesamt über 820 Bewohnern zwangsevakuiert wurden.<ref>dpa: Feuerwehr: Dortmund lässt Hochhäuser wegen Brandgefahr räumen. In: Frankfurter Rundschau, 21. September 2017.</ref><ref>Michael Psotta: Brandschutzmängel: Langwierige Sanierung nicht nur in Dortmund. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23. September 2017.</ref><ref>Stefan Laurin: Fehlender Brandschutz: 753 Dortmunder Mieter, binnen Stunden obdachlos. In: Die Welt, 26. September 2017.</ref><ref>Sebastian Weiermann, Dortmund: Hannibal-Hochhaus. Schimmel und kaputte Aufzüge. Die Eigentümerfirma des Gebäudekomplexes steht nicht nur in Dortmund in der Kritik. In: Neues Deutschland, 23. Oktober 2017, nur Artikelanfang frei; vollständiger Artikel.</ref> Ihr Hochhaus in Wuppertal mit 72 Bewohnern wurde im Juni 2017 wegen mangelndem Brandschutz durch die Behörden geräumt.<ref name="J.Bielicki_28.6.2017" /><ref>Nachrichten (Video inaktiv): Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Brennbares Dämmmaterial. Hochhausräumung in Wuppertal. (Memento vom 26. Oktober 2017 im Internet Archive). In: ZDF heute, 28. Juni 2017.</ref> Knapp zwei Monate später wurde ihr Wohnkomplex „Hannibal“ im Dortmunder Stadtteil Dorstfeld am 16. September 2017 ebenfalls zwangsevakuiert. Mehr als 750 Bewohner mussten augenblicklich ihre Wohnungen verlassen und umziehen, weil Brandschutz­auflagen nicht erfüllt worden waren.<ref>Antraud Cordes-Strehle, WDR: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt. Evakuiertes Hochhaus in Dortmund: Umzug als Brandschutzmaßnahme. (Memento vom 25. Oktober 2017 im Internet Archive). In: tagesschau.de, 16. September 2017; mit Video, 2:51 Min.</ref>

Nach eigener Aussage war die Strategie des Unternehmens, Immobilien an gut gelegenen Standorten zu erwerben, die eine gute Perspektive in der Mietpreisentwicklung aufwiesen, sich in der Regel aber bei Übernahme in einem schlechten Zustand befanden.<ref name=":0">Conrad von Meding: Intown über das Ihme-Zentrum – Sind Sie eine Heuschrecke, Herr Hettrich? In: Hannoversche Allgemeine Zeitung (HAZ), 1. Juni 2017, Interview mit Sascha Hettrich.</ref>

Intown ist bzw. war seit 2005 in Deutschland aktiv.<ref name="Thomeczek_7.3.2017" /> Mitgesellschafter der einzelnen Tochtergesellschaften waren zumeist Firmen in Zypern,<ref>siehe z. B. Handelsregister zu Intown Property Management GmbH und Projekt IZ Hannover GmbH</ref> als dahinter stehender Gesellschafter wurde oft der aus Israel stammende Unternehmer Amir Dayan genannt.<ref> Juliane Kaune: „Wir lassen uns nicht unter Druck setzen“. In: HAZ, 12. August 2016, Interview mit Hannovers damaligen Oberbürgermeister Stefan Schostok, mit Foto von Amir Dayan.</ref><ref>Vera König: Wem gehört das Ihme-Zentrum? In: Neue Presse, 24. Juni 2016.</ref> Als Geschäftsführerin der Intown Property Management GmbH firmierte Frau Efrat Abuav.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Impressum. (Memento vom 23. Februar 2017 im Internet Archive). In: Intown Property Management GmbH.</ref> Danach folgten Mirko Schwerdtner, Christian Gau, Sven Scharke und Sascha Hettrich. Intowns Nachfolgefirma Lianeo Real Estate GmbH wurde am 17. Januar 2019 in das Handelsregister eingetragen.<ref name="North Data" />

Laut Hettrich investierte die Intown Gruppe in Deutschland seit 2005 in Immobilien und hatte noch nie ein Gebäude aus seinem Bestand verkauft (Stand 6/2017).<ref name=":0" /> Die zur Unternehmensgruppe gehörenden Tochtergesellschaften beschäftigten etwa 170 Mitarbeiter in Berlin und rund 300 in Europa.<ref name="StepStone_2020">Kurzbeschreibung: Lianeo Real Estate GmbH. In: StepStone, aufgerufen am 8. Mai 2020.</ref>

Zwangsräumung des Hochhauses auf der Hilgershöhe in Wuppertal 2017[Bearbeiten]

2013 übernahm die Intown Gruppe ein Hochhaus in Wuppertal. Nach dem katastrophalen Hochhausbrand in London, bei dem Anfang Juli 2017 79 Menschen umgekommen waren, bewerteten die Feuerwehren im gesamten Bundesgebiet bei Großwohnkomplexen den Brandschutz, besonders die möglichen Gefahren durch Außenverkleidungen neu.

Bei dem Wuppertaler Hochhaus bestand die Außenverkleidung aus Kunststoff und einer Unterkonstruktion aus Holz. Rettungswege führten entlang der Fassade, eine Brandmeldeanlage gab es nicht. Bereits 2010 hatten die Behörden bei dem Objekt bei einer Brandschau schwere Mängel festgestellt, jedoch wechselte mehrmals der Besitzer und die die Auflagen wurden bis zuletzt nicht erfüllt. Am 27. Juni 2017 ließ die Stadt Wuppertal wegen der akuten Mängel das gesamte Gebäude räumen, versiegelte es und brachte die Bewohner in anderen Wohnungen unter. Es war der erste Fall in der Bundesrepublik, dass zu dieser Maßnahme gegriffen wurde.<ref name="J.Bielicki_28.6.2017" />

Die Intown Gruppe kündigte an, die Sicherheitsmängel schnell zu beseitigen und äußerte ihr Unverständnis über die plötzliche Räumung.<ref>dpa: Brandschutzmängel: Hochhaus in Wuppertal bleibt geräumt. In: Kölner Stadt-Anzeiger, 28. Juni 2017.</ref> Sie dementierte Aussagen der städtischen Gutachten.<ref name=":3">Wolfram Lumpe: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Evakuiertes Hochhaus in Wuppertal kann wieder bezogen werden. (Memento vom 13. Oktober 2017 im Internet Archive). In: wdr.de, 25. Juli 2017.</ref> Rund einen Monat später ist die Fassade von der Intown Gruppe teilweise entfernt worden und weitere Mängel wurden beseitigt, sodass die Bewohner wieder einziehen konnten.<ref name=":3" /> Das Gebäude wurde anschließend umfangreich saniert.

Zwangsräumung der Wohnanlage „Hannibal II“ 2017[Bearbeiten]

Nach der Insolvenz der Betreibergesellschaft stand die Hochhauswohnanlage Hannibal in Dortmund-Dorstfeld mehrere Jahre unter Zwangsverwaltung. 2011 kaufte die Firma Lütticher 49 Properties GmbH aus der Zwangsversteigerung heraus die Anlage für 7 Millionen Euro. Der große Komplex galt als sanierungsbedürftig.<ref>Mietersorgen. Wohnkoloss Hannibal in Dortmund für 7 Millionen Euro versteigert. In: Westfälische Rundschau, 14. Dezember 2011.</ref> Die Firma hat ihren Sitz auf Zypern und wird von Beobachtern als mit der Intown Group verbunden angesehen.<ref>Peter Bandermann: Hannibal: Das fordert der Mieterverein vom Besitzer. In: Ruhrnachrichten, 27. September 2017.</ref><ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.intown / Mieter-Forum Mieterinitiative. (Memento vom 26. Oktober 2017 im Internet Archive). In: forum-dortmund.de.</ref> In beiden Firmen ist Efrat Abuav als Geschäftsführerin eingetragen. In dem Wohnkomplex befinden sich rund 420 Wohnungen. Bei einer Begehung im Sommer 2017 wurde durch Zufall entdeckt, dass in der gesamten Anlage dutzende Schächte zur Belüftung und Kabelführung vorhanden sind, die oben und unten offen sind und somit im Brandfall Rauch in weite Teile des Gebäudes leiten würden. Daraufhin ließ die Stadt die gesamte Anlage am 21. September 2017 zwangsräumen.<ref>Tobias Großekemper, Christoph Klemp: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Schacht matt im Hannibal. Die Geschichte einer beispiellosen Vertreibung von 753 Menschen aus ihren Wohnungen im Herbst 2017. (Memento vom 19. Oktober 2017 im Internet Archive) In: Ruhr Nachrichten Reportagen, 18. Oktober 2017.</ref><ref>Janis Beenen, Christian Wernicke: Hannibal ist brandgefährlich. In: Süddeutsche.de, 22. September 2017.</ref>

Intown kritisierte bereits am Tage der Räumung, diese sei nicht rechtens und unangemessen. Sie sei erst nach der Räumung über die „detaillierten Brandschutzbedenken“ (Sascha Hettrich) informiert worden.<ref>bbr / dpa: Evakuiertes Hochhaus in Dortmund: Eigentümer kritisiert Räumung als unangemessen. In: Spiegel Online. 22. September 2017 (spiegel.de [abgerufen am 8. Mai 2020]).</ref> Schließlich hätte auf die genannten Mängel auch mit weniger schwerwiegenden Maßnahmen reagiert werden können, argumentierte das Unternehmen. Intown reichte beim Verwaltungsgericht Gelsenkirchen eine Klage gegen die Maßnahme ein.<ref>lsa: Hochhaus in Dortmund: Eigentümer klagt gegen Räumung von Hannibal II. In: Rheinische Post. 28. September 2017, abgerufen am 8. Mai 2020.</ref><ref>Peter Fischer: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Der „Hannibal“ Hochhaus-Komplex in Dortmund-Dorstfeld. Hochhausräumung: Vermieter verklagt Stadt Dortmund. (Memento vom 31. März 2018 im Internet Archive). In: wdr.de, 28. September 2017.</ref>

Immobilien[Bearbeiten]

Datei:Ihme-Zentrum apartment complex Ihme river Linden-Mitte Hannover Germany 07.jpg
Ihme-Zentrum in Hannover, Nordostseite

Aachen[Bearbeiten]

Berlin[Bearbeiten]

Dortmund[Bearbeiten]

Hannover[Bearbeiten]

Leipzig[Bearbeiten]

Schwerin[Bearbeiten]

Weitere Immobilien (Auswahl)[Bearbeiten]

Ehemalige Immobilien[Bearbeiten]

  • Ihme-Zentrum in Hannover (Büro- und Einkaufszentrum): Am 25. Februar 2015 übernahm die Projekt Steglitzer Kreisel Berlin Grundstücks-GmbH über 80 % der Anteile am Ihme-Zentrum in Hannover.<ref Name="HAZ_2015-02-25">Conrad von Meding und Jens Heitmann: Wer ist der geheimnisvolle Investor aus Berlin? In: HAZ, 25. Februar 2015.</ref> Diese Gesellschaft wurde 2012 unter dem Namen „Sun Orange Investment GmbH“ gegründet. Seit dem 25. Januar 2015 hieß sie Projekt Steglitzer Kreisel Berlin Grundstücks-GmbH; an dem namensgebenden Bürohochhaus Steglitzer Kreisel in Berlin hält sie keine Anteile. Mit Wirkung vom 28. Februar 2017 wurde sie umbenannt in Projekt IZ Hannover GmbH. Laut Intown-Geschäftsführer Sascha Hettich wurden die Gewerbeareale des Ihme-Zentrum bei einer Zwangsversteigerung für 16,5 Millionen Euro übernommen. Die Bruttomieteinnahmen pro Jahr betragen laut Hettich 4,5 Millionen Euro.<ref name=":0" /> Die Projekt IZ Hannover GmbH wurde im Jahr 2019 an die Civitas Property Group S.A. verkauft, eine Tochter der Tennor (damals: Sapinda) Gesellschaft des Finanzinvestors Lars Windhorst.
  • Wohnanlage Hannibal II. Der Gebäudekomplex Hannibal II wurde im Februar 2021 an Forte Capital veräußert, nachdem durch Lianeo Real Estate eine Baugenehmigung, die Grundlage für eine Reaktivierung des Gebäudes ist, erlangt worden war.
  • Holiday Inn Dresden – Am Zwinger wurde bis Ende 2017 von der Intown Dresden Betriebsgesellschaft mbH betrieben<ref>Holiday Inn Dresden – Am Zwinger: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Impressum. (Memento vom 30. Dezember 2017 im Internet Archive). In: Intown Dresden Betriebsgesellschaft mbH.</ref> und ab 2018 von der InterContinental Hotels Group übernommen.<ref>Impressum. In: ihg.com – InterContinental Hotels Group; Holiday Inn Dresden – Am Zwinger, offizielle Internetpräsenz, aufgerufen am 8. Mai 2020.</ref>

Immobilienbilder[Bearbeiten]

Zitat[Bearbeiten]

„An der Tür ein Aushang mit Tochterfirmen. Jede neue Immobilie – eine neue Firma, um Haftung und Steuern zu begrenzen.“

– Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Tonja Pölitz in frontal 21, 2017.<ref>Tonja Pölitz: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Mieter in verkauften Sozialwohnungen – Schlimmer wohnen. (Memento vom 26. Oktober 2017 im Internet Archive). In: frontal 21, 4. Juli 2017.</ref>

Filme[Bearbeiten]

  • Schlimmer wohnen. Mieter in verkauften Sozialwohnungen. Fernseh-Reportage, Deutschland, 2017, 10:25 Min., Buch: Aurelia Kanetzky und Tonja Pölitz, Regie: Tonja Pölitz, Produktion: ZDF, Redaktion: frontal 21, Erstsendung: 4. Juli 2017 bei ZDF, Inhaltsangabe von ZDF, online-Video. Zum Zustand der Wohnungen der von Intown übernommenen Plattenbauten in Schwerin und der Investitionspraxis der Unternehmensgruppe.

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Intown Gruppe – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references responsive > <ref name="JA2018">Jahresabschluss der Lianeo Real Estate GmbH zum Geschäftsjahr 2018 im Bundesanzeiger</ref> <ref name="Thomeczek_7.3.2017">Harald Thomeczek: Sascha Hettrich bringt Intown auf einen neuen Kurs. In: Immobilien Zeitung, 7. März 2017.</ref> </references>

Koordinaten: 52° 30′ 6,8″ N, 13° 22′ 57,8″ O

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