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Life Guidance

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Produktionsland Österreich
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 2017
Altersfreigabe
Stab
Regie Ruth Mader
Drehbuch Ruth Mader,
Martin Leidenfrost
Produktion Gabriele Kranzelbinder
Musik Manfred Plessl
Kamera Christine A. Maier
Schnitt Niki Mossböck
Besetzung

Life Guidance ist ein österreichischer Spielfilm von Ruth Mader aus dem Jahr 2017. Die Premiere erfolgte am 8. September 2017 im Rahmen der Internationalen Filmfestspiele von Venedig 2017, wo der Film in die Sektion für unabhängiges Autorenkino, Giornate degli Autori, eingeladen wurde.<ref name="sn257817">Salzburger Nachrichten: Filmfestspiele Venedig: Ruth Maders mit "Life Guidance" eingeladen. Artikel vom 25. Juli 2017, abgerufen am 25. Juli 2017.</ref> Der Kinostart erfolgte in Österreich am 12. Jänner 2018.<ref>filmfonds-wien.at: Life Guidance. Abgerufen am 12. Oktober 2017.</ref>

Handlung[Bearbeiten]

Der dystopische Science-Fiction-Film ist in der nahen Zukunft angesiedelt und handelt von einer Welt des perfektionierten Kapitalismus. Die Gesellschaft wird von einer großen Mehrheit an fröhlichen und motivierten Leistungsträgern getragen, die sich glücklich und selbstverwirklicht fühlen. Während die sogenannten Minimumbezieher in Schlafburgen ruhig gestellt werden, wurde für die Minderheit der unglücklichen Leistungsträger die Agentur Life Guidance eingerichtet. Diese soll auch sie zu optimalen Menschen machen.

Alexander ist im Finanzsektor tätig und Repräsentant der Leistungsträgergesellschaft. Er funktioniert darin, spürt aber, dass irgendetwas nicht in Ordnung ist. So reicht etwa ein falscher Satz zu seinem Kind aus, um die Life Guidance einzuschalten. Ein Agent von Life Guidance leitet ihn an, optimal zu werden. Alexanders Vater lebt in einem Pflegeheim. Er kommt mit dem System nicht zurecht, kann aber auch nichts mehr dagegen unternehmen. Alexanders Kind hat das neue System bereits komplett verinnerlicht. Als das Kind eines Tages seinen Vater weinen sieht, sagt es zu ihm: „Papa, das ist nicht optimal.“ Alexander beginnt sich gegen das System aufzulehnen.

Produktion[Bearbeiten]

Datei:WUlibrary5.jpg
Einer der Drehorte: der Campus WU

Die Dreharbeiten fanden von September bis November 2016 statt, gedreht wurde in Niederösterreich, Wien und Afrika. Einer der Drehorte war der Campus WU.<ref name="diepresse5282523"/> Unterstützt wurde der Film vom Österreichischen Filminstitut, dem Filmfonds Wien, Filmstandort Austria und dem Land Niederösterreich, beteiligt war ORF. Produziert wurde der Film von der KGP – Kranzelbinder Gabriele Production.<ref>KGp - kranzelbinder gabriele production gmbh - Life Guidance. Abgerufen am 25. Juli 2017.</ref> Für das Szenenbild zeichneten Renate Martin und Andreas Donhauser verantwortlich, für das Kostümbild Tanja Hausner und für den Ton Heinz Ebner.<ref name="filminstitut">Life Guidance. In: Österreichisches Filminstitut. Abgerufen am 25. Juli 2017.</ref><ref>Filmfonds Wien: Life Guidance. Abgerufen am 25. Juli 2017.</ref> Bei dem Film handelt es sich um Maders zweiten Spielfilm nach Struggle (2003).<ref name="sn257817"/>

Rezeption[Bearbeiten]

Andrey Arnold bezeichnete den Film in der Tageszeitung Die Presse als Hochglanzfassung von Stille Reserven aus dem Jahr 2016. Life Guidance würde mit kalter Emphase die schleichende Entmündigung des Menschen anklagen und zeigen, wie ihm die Selbstbestimmung entgleitet. Trotzdem würde es dem Film nicht gelingen, wirklich zu verstören, es würden ungewohnte, kraftvolle und schockierende Bilder fehlen.<ref name="diepresse5282523">diepresse.com: „Life Guidance“: Entmündigung per Agentur. Artikel vom 9. September 2017, abgerufen am 9. September 2017.</ref>

Die Tiroler Tageszeitung befand, dass der Film trotz erkennbarer dramaturgischer Schwächen im Drehbuch glänzen würde mit „atmosphärisch kafkaesker Stimmung, coolem retro-futuristischem Design und einem herrlich-absurden Cameo-Auftritt von Waffenlobbyist Alfons Mensdorff-Pouilly.“<ref>Tiroler Tageszeitung: „Life Guidance“: Einsame Rebellion gegen braune Herren. Artikel vom 11. Jänner 2018, abgerufen am 8. März 2020.</ref>

Matthias Greuling meinte in der Wiener Zeitung, dass viele Ideen aus George Orwells 1984 mitschwingen würden, zugleich würde Ruth Mader einen hocheleganten Thriller entwerfen, der um seine Originalität nicht fürchten muss. Der Film würde den gläsernen Menschen und Wahrnehmungsblasen mit optimierten Inhalten bis zum Exzess weiterdenken und daher als erschreckend naheliegende Dystopie durchgehen. Ausdrücklich lobte er auch die „meisterliche Fotografie von Kamerafrau Christine A. Maier“.<ref>Wiener Zeitung: Filmkritik: Gefangen für ein ganzes Leben. Artikel vom 11. Jänner 2018, abgerufen am 11. Jänner 2018.</ref>

Simon Hadler beschreibt auf orf.at Life Guidance als kleines Meisterwerk, das sich "durch die atmosphärische Dichte, die Glanzleistung des hervorragend gecasteten Schauspielteams rund um Fritz Karl, durch die ruhige Bildsprache, den monotonen und treibenden Rhythmus und ein hohes Gespür aller Beteiligten für Timing" entwickelt. Lob gibt es auch für den Autor Martin Leidenfrost, "einem der klügsten Köpfe des Landes mit einem untrüglichen Gespür für gute Geschichten."<ref>Im Reich der Wiener Feschisten. In: news.ORF.at. 11. Januar 2018 (orf.at [abgerufen am 18. Januar 2018]).</ref>

Auszeichnungen und Nominierungen[Bearbeiten]

Transsilvania International Film Festival 2018 (Cluj-Napoca)

Thomas-Pluch-Drehbuchpreis 2018

Diagonale 2018

Österreichischer Filmpreis 2019<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Österreichischer Filmpreis 2019: Nominierungen (Memento vom 21. November 2019 im Internet Archive). Abgerufen am 6. Dezember 2018.</ref>

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />