Lotharmeyerit
| Lotharmeyerit | |
|---|---|
| Allgemeines und Klassifikation | |
| IMA-Nummer |
1982-060<ref name="IMA-Liste">Malcolm Back, Cristian Biagioni, William D. Birch, Michel Blondieau, Hans-Peter Boja und andere: The New IMA List of Minerals – A Work in Progress – Updated: July 2024. (PDF; 3,6 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Marco Pasero, Juli 2024, abgerufen am 13. August 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> |
| IMA-Symbol |
Lmy<ref name="Warr"></ref> |
| Chemische Formel |
|
| Mineralklasse (und ggf. Abteilung) |
Phosphate, Arsenate, Vanadate |
| System-Nummer nach Strunz (8. Aufl.) Lapis-Systematik (nach Strunz und Weiß) Strunz (9. Aufl.) Dana |
VII/C.31 VII/C.31-020 8.CG.15 37.01.06.01 |
| Ähnliche Minerale | Manganlotharmeyerit, Cobaltlotharmeyerit<ref name="Mindat" /> |
| Kristallographische Daten | |
| Kristallsystem | monoklin |
| Kristallklasse; Symbol | monoklin-prismatisch; 2/m |
| Raumgruppe | C2/m (Nr. 12) |
| Gitterparameter | a = 9,0727 Å; b = 6,2530 Å; c = 7,4150 Å β = 116,739°<ref name="Yang et al" /> |
| Formeleinheiten | Z = 2<ref name="Yang et al" /> |
| Physikalische Eigenschaften | |
| Mohshärte | ≈ 3<ref name="Dunn" /> |
| Dichte (g/cm3) | 4,2 (gemessen)<ref name="Dunn" />; 4,186 (berechnet)<ref name="Yang et al" /> |
| Spaltbarkeit | nicht beobachtet<ref name="Dunn" /> |
| Bruch; Tenazität | uneben; spröde<ref name="Mindat" /> |
| Farbe | dunkel rötlichorange<ref name="Dunn" />, gelbbraun<ref name="Walenta" />, rötlich-fleischfarben<ref name="Kolitsch et al" /> |
| Strichfarbe | blassorange<ref name="Dunn" /> |
| Transparenz | nicht angegeben, wohl durchscheinend |
| Glanz | Glasglanz<ref name="Dunn" /> |
| Kristalloptik | |
| Brechungsindex | n 1,80<ref name="Dunn" /> |
| Pleochroismus | stark von X = Z = hell rosaorange nach Y = dunkel rötlichorange<ref name="Dunn" /> |
| Weitere Eigenschaften | |
| Chemisches Verhalten | schwer löslich in Oxalsäure, HCl und H2SO4<ref name="Duthaler Weiß" />, Auflösung in Immersionsflüssigkeiten<ref name="Dunn" /> |
Lotharmeyerit ist ein sehr selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“. Er kristallisiert im monoklinen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung Ca(Zn,Mn3+)2(AsO4)2(H2O,OH)<ref name="Yang et al" /> und ist damit chemisch gesehen ein wasserhaltiges Calcium-Zink-Mangan-Arsenat mit einem variablen Anteil an zusätzlichen Hydroxidionen.
Lotharmeyerit entwickelt an seiner Typlokalität Krusten aus isometrischen Mikrokristallen, die auf charakteristisch violettem Adamin und der begleitenden Matrix sitzen. Die Typlokalität des Minerals ist die „Mina Ojuela“ bei Mapimí, Municipio de Mapimí, Durango, Mexiko.
Etymologie und Geschichte[Bearbeiten]
Anfang 1982 legte der Amateurmineraloge Curt Segeler aus Brooklyn, New York, dem Kustus Pete J. Dunn von der Smithsonian Institution dunkel rötlichorangefarbene Krusten vor, welche die damals gerade entdeckten hellvioletten Adamin-Kristalle von der 6. Sohle des „San-Judas-Erzschlotes“ der „Mina Ojuela“ bei Mapimí sowie deren Matrix überzogen. Bereits erste Untersuchungen stellten sicher, dass es sich um ein neues Mineral handelt. Nach weiteren Untersuchungen wurde das neue Mineral der International Mineralogical Association (IMA) vorgelegt, die es 1982 anerkannte. Pete J. Dunn von der Smithsonian Institution beschrieb es 1983 in der US-amerikanischen Zeitschrift The Mineralogical Record als Lotharmeyerit. Der Autor benannte das Mineral nach dem deutschen Arzt und Chemiker Julius Lothar von Meyer (1830–1895), neben Dmitri Mendelejew einem der Begründer des Periodensystems der chemischen Elemente.
Das Typmaterial für Lotharmeyerit (Holotyp) entstammt einer Donation von Curt Segeler und wird unter der Katalognummer 149482 in der Sammlung des zur Smithsonian Institution gehörenden National Museum of Natural History, Washington, D.C., USA, aufbewahrt.<ref name="Handbookofmineralogy" /><ref name="smmp.net" />
Leider waren die Pete Dunn vorliegenden Lotharmeyerit-Kristalle für eine vollständige Charakterisierung sowohl zu winzig als auch zu spärlich.<ref name="Dunn" /> Glücklicherweise wurden bereits im Jahre 1983 in der „Mina Ojuela“ größere und für Einzelkristalluntersuchungen geeignete Kristalle entdeckt, an denen Anthony R. Kampf, James E. Shigley und George R. Rossman wesentlich detailliertere Untersuchungen durchführen und die in der Originalbeschreibung fehlenden Eigenschaften bestimmen konnten. Sie publizierten ihre Ergebnisse 1984 ebenfalls im Mineralogical Record.<ref name="Kampf et al" /> Allerdings wurde nach der Entdeckung und 2002 erfolgten Erstbeschreibung des neuen Minerals Manganlotharmeyerit aus der Grube „Starlera“ bei Ferrera GR im Val Ferrera, Hinterrhein, Graubünden, Schweiz, durch ein Wissenschaftlerteam um den schweizerisch-australischen Mineralogen Joël Brugger klar, dass es sich bei den 1984 beschriebenen Lotharmeyerit-Kristallen aus der „Mina Ojuela“ tatsächlich um Vertreter des neuen Minerals Manganlotharmeyerit handelt. Zur Abgrenzung der beiden Minerale Lotharmeyerit und Manganlotharmeyerit voneinander erfolgte gleichzeitig eine Redefinition des Lotharmeyerits.<ref name="Brugger et al" /> Dagegen hat sich der von Kurt Walenta 2002 beschriebene Ferrilotharmeyerit<ref name="Walenta" /> als Lotharmeyerit sensu stricto erwiesen.<ref name="Kolitsch et al" />
Klassifikation[Bearbeiten]
Die aktuelle Klassifikation der International Mineralogical Association (IMA) zählt den Lotharmeyerit zur Tsumcoritgruppe mit der allgemeinen Formel Me(1)Me(2)2(XO4)2(OH,H2O)2,<ref name="Krause et al 1998" /> in der Me(1), Me(2) und X unterschiedliche Positionen in der Struktur der Minerale der Tsumcoritgruppe mit Me(1) = Pb2+, Ca2+, Na+, K+ und Bi3+; Me(2) = Fe3+, Mn3+, Cu2+, Zn2+, Co2+, Ni2+, Mg2+ und Al3+ und X = As5+, P5+, V5+ und S6+ repräsentieren. Zur Tsumcoritgruppe gehören neben Lotharmeyerit noch Cabalzarit, Cobaltlotharmeyerit, Cobalttsumcorit, Ferrilotharmeyerit, Gartrellit, Helmutwinklerit, Kaliochalcit, Krettnichit, Lukrahnit, Manganlotharmeyerit, Mawbyit, Mounanait, Natrochalcit, Nickellotharmeyerit, Nickelschneebergit, Nickeltsumcorit, Phosphogartrellit, Rappoldit, Schneebergit, Thometzekit, Tsumcorit, Yancowinnait und Zinkgartrellit. Lotharmeyerit bildet zusammen mit Cabalzarit (Me(2) = Mg), Cobaltlotharmeyerit (Co), Lotharmeyerit (Zn), Manganlotharmeyerit (Mn3+) und Nickellotharmeyerit (Ni) die nach Lotharmeyerit benannte „Lotharmeyerit-Untergruppe“.
In der mittlerweile veralteten, aber noch gebräuchlichen 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz gehörte der Lotharmeyerit zur Mineralklasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort zur Abteilung der „Wasserhaltigen Phosphate ohne fremde Anionen“, wo er zusammen mit Cabalzarit, Cobaltlotharmeyerit, Cobalttsumcorit, Ferrilotharmeyerit, Gartrellit, Helmutwinklerit, Krettnichit, Lukrahnit, Manganlotharmeyerit, Mawbyit, Mounanait, Nickellotharmeyerit, Nickelschneebergit, Phosphogartrellit, Rappoldit, Schneebergit, Thometzekit, Tsumcorit und Zinkgartrellit die „Tsumcorit-Gartrellit-Gruppe“ mit der System-Nr. VII/C.31 bildete.
Die seit 2001 gültige und von der International Mineralogical Association (IMA) verwendete 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Lotharmeyerit ebenfalls in die Abteilung der „Phosphate usw. ohne zusätzliche Anionen; mit H2O“ ein. Diese ist allerdings weiter unterteilt nach der relativen Größe der beteiligten Kationen und dem Stoffmengenverhältnis von Phosphat-, Arsenat- bzw. Vanadat-Komplex zum Kristallwassergehalt, so dass das Mineral entsprechend seiner Zusammensetzung in der Unterabteilung „Mit großen und mittelgroßen Kationen; RO4 : H2O = 1 : 1“ zu finden ist, wo es zusammen mit Cabalzarit, Cobaltlotharmeyerit, Cobalttsumcorit, Ferrilotharmeyerit, Krettnichit, Manganlotharmeyerit, Mawbyit, Mounanait, Nickellotharmeyerit, Nickelschneebergit, Schneebergit, Thometzekit und Tsumcorit die „Tsumcoritgruppe“ mit der System-Nr. 8.CG.15 bildet.
Auch die vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchliche Systematik der Minerale nach Dana ordnet den Lotharmeyerit in die Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort in die Abteilung der „Phosphatminerale“ ein. Hier ist er zusammen mit Ferrilotharmeyerit, Cobaltlotharmeyerit und Nickellotharmeyerit in der „Lotharmeyerit-Reihe“ mit der System-Nr. 37.01.06 innerhalb der Unterabteilung der „Wasserfreien sauren Phosphate etc., mit verschiedenen Formeln“ zu finden.
Chemismus[Bearbeiten]
Vierzehn Mikrosondenanalysen an Lotharmeyerit ergaben Mittelwerte von 13,55 % Mn2O3; 16,55 % ZnO; 1,18 % CaO; 0,02 % K2O; 47,63 % As2O3 und 5,80 % H2O+. Auf der Basis von zehn Sauerstoffatomen errechnete sich aus ihnen die empirische Formel Ca0,99(Zn1,01Mn3+0,85)Σ=1,86(As1,03O4)2·[(OH)0,85,1,17H2O], welche zu Ca1,00(Zn1,02Mn3+0,98)(As1,00O4)2[(OH)0,98,1,04H2O] verfeinert und zu Ca(Zn,Mn3+)(AsO4)2(H2O,OH)2 idealisiert wurde.<ref name="Yang et al" /><ref name="RRUFF" />
Lotharmeyerit stellt das Zn-dominante Analogon zum Mn3+-dominierten Manganlotharmeyerit dar, mit dem er eine vollständige Mischkristallreihe bildet.<ref name="Brugger et al" /> Er ist ferner auch das entsprechende Analogon zum Mg-dominierten Cabalzarit, zum Fe3+-dominiertem Ferrilotharmeyerit, zum Co-dominierten Cobaltlotharmeyerit und zum Ni-dominierten Nickellotharmeyerit.
Kristallstruktur[Bearbeiten]
Lotharmeyerit kristallisiert im monoklinen Kristallsystem in der Raumgruppe C2/m (Raumgruppen-Nr. 12) mit den Gitterparametern a = 9,0727 Å; b = 6,2530 Å; c = 7,4150 Å und β = 116,739° sowie zwei Formeleinheiten pro Elementarzelle.<ref name="Yang et al" />
Die Kristallstruktur des Lotharmeyerits wird aus nach [001] gestreckten, Rutil-artigen Ketten von MO6-Oktaedern (Symmetrie 1) gebildet, die durch XO4-Tetraeder (Symmetrie 2/m) sowie Wasserstoffbrückenbindungen verbunden sind und [M2(XO4)2(OH,H2O)2]-Schichten parallel (001) bilden. Diese Schichten sind durch die größeren A-Kationen (Symmetrie 2/m) sowie weitere Wasserstoffbrückenbindungen miteinander verknüpft. Es sind zwei Wasserstoffbrückenbindungen vorhanden, eine mit O…O = 2,610 Å und eine weitere mit O…O = 2,595 Å. Eine der H-Atom-Positionen ist über zwei Positionen mit 50-%-Besetzung fehlgeordnet, was mit Beobachtungen bei anderen Mineralen des Natrochalcit-Typs wie Natrochalcit und Tsumcorit übereinstimmt.<ref name="Yang et al" />
Lotharmeyerit ist isotyp (isostrukturell) zu den monoklinen Vertretern der Tsumcoritgruppe wie Tsumcorit und Natrochalcit und den anderen, oben genannten Vertretern der Lotharmeyerit-Untergruppe.
Eigenschaften[Bearbeiten]
Morphologie[Bearbeiten]
Lotharmeyerit entwickelt in der „Mina Ojuela“ Krusten aus isometrischen, auf violettem Adamin sowie der begleitenden Matrix sitzende Mikrokristalle von meist nur 0,3–0,4 mm Größe.<ref name="Moore 2008" /> Die beste bisher bekannte Lotharmeyerit-Stufe aus der Typlokalität – eine 10 × 12 cm große Platte mit unzähligen Lotharmeyerit-Kristallen, die eine bis zu 1,5 cm dicke Kruste bilden – wird in der Sammlung der Harvard University aufbewahrt.<ref name="Moore" />
In der „Grube Clara“ im Schwarzwald bildet Lotharmeyerit nierenförmige Krusten mit konzentrisch-radialstrahligem Aufbau.<ref name="Walenta" /> Auf Material aus einem Fund von 1986 in der „Jean Baptiste Mine“ bei Agios Konstantinos, Lavrion/Griechenland, sind maximal 0,5 mm große „Täfelchen“ zu Krusten verwachsen, wobei jedes Täfelchen aus gitterartig verzwillingten Kristallaggregaten besteht. Sie stellen Pseudomorphosen nach einem unbekannten Vorläufermineral dar.<ref name="Kolitsch et al" />
Physikalische und chemische Eigenschaften[Bearbeiten]
Die Kristalle des Lotharmeyerits sind dunkel rötlichorange<ref name="Dunn" /> oder rötlich-fleischfarben,<ref name="Kolitsch et al" /> ihre Strichfarbe ist dagegen blassorange.<ref name="Dunn" /> Die einzelnen Sphärolithe der konzentrisch sphärolithischen Aggregate aus der „Grube Clara“ sind in ihren Randbereich gelb gefärbt, während das Innere nahezu farblos ist.<ref name="Walenta" /> Die Oberflächen der durchscheinenden Kristalle weisen einen glasartigen Glanz<ref name="Dunn" /> auf, was gut mit den Werten für die Lichtbrechung (n = 1,80)<ref name="Dunn" /> übereinstimmt. Unter dem Mikroskop zeigt das Mineral im durchfallenden Licht einen starken Pleochroismus von X = Z = hell rosaorange nach Y = dunkel rötlichorange.<ref name="Dunn" />
Für Lotharmeyerit wird keine Spaltbarkeit angegeben.<ref name="Dunn" /> Aufgrund seiner Sprödigkeit bricht er aber ähnlich wie Amblygonit, wobei die Bruchflächen uneben ausgebildet sind.<ref name="Mindat" /> Mit einer Mohshärte von ≈ 3 gehört das Mineral zu den mittelharten Mineralen und lässt sich wie das Referenzmineral Calcit mit einer Kupfermünze ritzen.<ref name="Dunn" /> Die gemessene Dichte für Lotharmeyerit beträgt 4,2 g/cm³,<ref name="Dunn" /> die berechnete Dichte 4,186 g/cm³.<ref name="Yang et al" /> Das Mineral zeigt weder im lang- noch im kurzwelligen UV-Licht eine Fluoreszenz.<ref name="Mindat" />
Lotharmeyerit ist nur schwer in Oxalsäure, Salzsäure, HCl, und Schwefelsäure, H2SO4, löslich.<ref name="Duthaler Weiß" />
Bildung und Fundorte[Bearbeiten]
Lotharmeyerit ist ein typisches Sekundärmineral, welches sich in der Oxidationszone von arsenreichen polymetallischen Buntmetall-Lagerstätten bildet.
An der Typlokalität „Ojuela Mine“ fand sich das Mineral in Form von Krusten auf einer Matrix aus derben Manganoxiden, die zumindest teilweise aus Kryptomelan bestehen, braunem Goethit und farblosem bis gelbem Adamin. Er sitzt ferner auch auf auffallend violetten, durch Mn3+ gefärbten Adaminkristallen, so dass Lotharmeyerit in der Sukzession die zuletzt gebildete und jüngste Mineralphase darstellt.<ref name="Dunn" />
Parageneseminerale im Material aus der „Grube Clara“ sind Malachit, Olivenit und Quarz<ref name="Walenta" />, während der Lotharmeyerit im Material aus der „Jean Baptiste Mine“ mit blassgrünlichem, büschelförmigem Austinit, schwarzem Chalkophanit sowie Quarz vergesellschaftet ist.<ref name="Kolitsch et al" />
Als sehr seltene Mineralbildung konnte Lotharmeyerit bisher (Stand 2018) erst von fünf Fundstellen beschrieben werden.<ref name="MindatAnzahl" /><ref name="Fundorte" /> Als Typlokalität gilt der Erzschlot „San Judas“ der „Mina Ojuela“ bei Mapimí, Municipio de Mapimí, Bundesstaat Durango, Mexiko.<ref name="Dunn" /> Später wurde Lotharmeyerit auch im „Lugaro“ (Sammelgebiet) „La Cigueña“ desselben Bergwerks gefunden.<ref name="Moore" /><ref name="Moore 2008" />
Der weltweit zweite Fundort war die Grube Clara im Rankach-Tal bei Oberwolfach, Schwarzwald, Baden-Württemberg in Deutschland. Ferner wurde das Mineral in der Grube „Jean Baptiste“ ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) bei Agios Konstantinos (Kamariza) unweit Plaka, Bergbaudistrikt Lavrion, Region Attika, Griechenland, gefunden.<ref name="Kolitsch et al" /> Lotharmeyerit soll auch in der „Grube Agoudal“ im Cobalt(-Silber)-Bergbaudistrikt von Bou Azzer bei Taznakht, Provinz Ouarzazate, Region Drâa-Tafilalet, Marokko, in Form von tafeligen, büschelig aggregierten braunen Kristallen, begleitet von Quarz, aufgetreten sein. Schließlich ist Lotharmeyerit auch während der Arbeiten, die zur Erstbeschreibung des Minerals Tapiait führten, aus einem Stollen der alten, heute auflässigen Silber-Cobalt-Grube der „Mina Jote“ im Bergbaudistrikt Pampa Larga bei Tierra Amarilla, Provinz Copiapó, Región de Atacama, Chile, identifiziert worden.<ref name="Kampf et al 2015" />
Vorkommen von Lotharmeyerit in Österreich oder in der Schweiz sind damit nicht bekannt.<ref name="Fundorte" />
Verwendung[Bearbeiten]
Aufgrund seiner Seltenheit ist Lotharmeyerit nur für den Mineralsammler von Interesse.
Siehe auch[Bearbeiten]
Literatur[Bearbeiten]
- Pete J. Dunn: Lotharmeyerite, a new mineral from Mapimi, Durango, Mexico. In: The Mineralogical Record. Band 14, Nr. 1, 1983, S. 35–36 (rruff.info [PDF; 157 kB; abgerufen am 20. Februar 2018]).
- Lotharmeyerite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (handbookofmineralogy.org [PDF; 66 kB; abgerufen am 20. Februar 2018]). (Achtung! – in den Daten sind zahlreiche Werte für Lotharmeyerit aus der „Mina Ojuela“ enthalten, bei dem es sich tatsächlich um Manganlotharmeyerit handelt<ref name="Brugger et al" />)
- Hans Jürgen Rösler: Lehrbuch der Mineralogie. 4. durchgesehene und erweiterte Auflage. Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie (VEB), Leipzig 1987, ISBN 3-342-00288-3, S. 802.
Weblinks[Bearbeiten]
- Mineralienatlas:Lotharmeyerit (Wiki)
- Mindat – Lotharmeyerit (englisch)
- Webmineral – Lotharmeyerit (englisch)
- RRUFF Database-of-Raman-spectroscopy - Lotharmeyerit (englisch)
- American-Mineralogist-Crystal-Structure-Database – Lotharmeyerit (englisch)
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references>
<ref name="Brugger et al"> Joël Brugger, Sergey V. Krivovichev, Uwe Kolitsch, Nicolas Meisser, Michael Andrut, Stefan Ansermet, Peter C. Burns: Description and crystal structure of manganlotharmeyerite, Ca(Mn3+,◻,Mg)2{AsO4,[AsO2(OH)2]}2(OH,H2O)2 from the Starlera Mn deposit, Swiss Alps, and a redefinition of lotharmeyerite. In: The Canadian Mineralogist. Band 40, Nr. 4, 2002, S. 1597–1608, doi:10.2113/gscanmin.40.6.1597 (rruff.info [PDF; 1,1 MB; abgerufen am 20. Februar 2018]). </ref>
<ref name="Handbookofmineralogy"> Lotharmeyerite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (handbookofmineralogy.org [PDF; 66 kB; abgerufen am 20. Februar 2018]). </ref>
<ref name="Dunn"> Pete J. Dunn: Lotharmeyerite, a new mineral from Mapimi, Durango, Mexico. In: The Mineralogical Record. Band 14, Nr. 1, 1983, S. 35–36 (rruff.info [PDF; 157 kB; abgerufen am 20. Februar 2018]). </ref>
<ref name="Duthaler Weiß"> Rudolf Duthaler, Stefan Weiß: Mineralien reinigen, präparieren und aufbewahren. Das Arbeitsbuch für den Sammler. 1. Auflage. Christian Weise Verlag, München 2008, ISBN 978-3-921656-70-9, S. 173. </ref>
<ref name="Fundorte"> Fundortliste für Lotharmeyerit beim Mineralienatlas und bei Mindat </ref>
<ref name="Kampf et al"> Anthony R. Kampf, James E. Shigley, George R. Rossman: New data on lotharmeyerite. In: The Mineralogical Record. Band 15, Nr. 4, 1984, S. 223–226. </ref>
<ref name="Kampf et al 2015"> Anthony R. Kampf, Stuart J. Mills, Barbara P. Nash, Maurizio Dini, Arturo A. Molina Donoso: Tapiaite, Ca5Al2(AsO4)4(OH)4•12H2O, a new mineral from the Jote mine, Tierra Amarilla, Chile. In: Mineralogical Magazine. Band 79, Nr. 2, 2015, S. 345–354, doi:10.1180/minmag.2015.079.2.12. </ref>
<ref name="Kolitsch et al"> Uwe Kolitsch, Branko Rieck, Franz Brandstätter, Fritz Schreiber, Karl Heinz Fabritz, Günter Blaß, Joachim Gröbner: Neufunde aus dem alten Bergbau und den Schlacken von Lavrion (I). In: Mineralien-Welt. Band 25, Nr. 1, 2014, S. 60–75. </ref>
<ref name="Krause et al 1998"> Werner Krause, Klaus Belendorff, Heinz-Jürgen Bernhardt, Catherine McCammon, Herta Effenberger, Werner Mikenda: Crystal chemistry of the tsumcorite-group minerals. New data on ferrilotharmeyerite, tsumcorite, thometzekite, mounanaite, helmutwinklerite, and a redefinition of gartrellite. In: European Journal of Mineralogy. Band 10, Nr. 2, 1998, S. 179–206, doi:10.1127/ejm/10/2/0179. </ref>
<ref name="Moore"> Thomas P. Moore, Peter K. M. Megaw: Famous mineral localities : The Ojuela Mine, Mapimi, Durango, Mexico. In: The Mineralogical Record. Band 34, Nr. 5, 2003, S. 5–91. </ref>
<ref name="Moore 2008"> Thomas P. Moore: Faszinierende Mineralien aus der Ojuela Mine, Mapimí, Mexico. In: Lapis. Band 33, Nr. 7–8, 2008, S. 66–67. </ref>
<ref name="Mindat"> Mindat – Lotharmeyerit </ref>
<ref name="MindatAnzahl"> Mindat – Anzahl der Fundorte für Lotharmeyerit </ref>
<ref name="RRUFF"> RRUFF – Lotharmeyerit </ref>
<ref name="smmp.net">Catalogue of Type Mineral Specimens – L. (PDF 70 kB) In: docs.wixstatic.com. Commission on Museums (IMA), 12. Dezember 2018, abgerufen am 29. August 2019.</ref>
<ref name="Strunz Nickel"> Hugo Strunz, Ernest H. Nickel: Strunz Mineralogical Tables. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S. 485. </ref>
<ref name="Walenta"> Kurt Walenta: Ferrilotharmeyerit von der Grube Clara. In: Der Erzgräber. Band 16, Nr. 1, 2002, S. 1–6. </ref>
<ref name="Yang et al"> Yongbo W. Yang, Stanley H. Evans, Robert T. Downs, Hexiong Yang: Lotharmeyerite, Ca(Zn,Mn)2(AsO4)2(H2O,OH)2. In: Acta Crystallographica. E68, 2012, S. i9–i10, doi:10.1107/S1600536811054286 (rruff.info [PDF; 727 kB; abgerufen am 20. Februar 2018]). </ref>
</references>