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Louis Glaser

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Datei:1915-06-17 Louis Glaser Graphische Kunstanstalt Leipzig Kreuzstraße 20 Rechnung Carl Rauschenbach Zorge Briefkopf 600dpi.jpg
Jugendstil-Briefkopf der 1868 gegründeten Graphischen Kunstanstalt mit einem Stich der Fabrikgebäude an der Kreuzstraße 20 in Leipzig aus der Vogelperspektive

Louis Glaser in Leipzig war eine im 19. Jahrhundert gegründete Druckerei für Buch- und Steindruck<ref name="GND Firma">Vergleiche die Angaben unter der GND-Nummer der Firma bei der Deutschen Nationalbibliothek</ref> sowie Vervielfältigungen durch Lichtdruck, Chemigrafie und Fotografie.<ref name="Briefkopf 1915">Vergleiche etwa die Angaben auf diesem 1915 genutzten Rechnungsbogen</ref> Sitz der Lithografischen Anstalt<ref name="Briefkopf 1915" /> mit angeschlossenem Kunstverlag,<ref name="Der Druck von Ansichtskarten ...">Gerhard Stumpp: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Der Druck von Ansichtskarten am Beispiel der Kunstanstalt Carl Garte, Leipzig (Memento vom 29. April 2016 im Internet Archive), PDF-Dokument anlässlich der IADM-Jahrestagung 2010 unter dem Obertitel Alois Sennefelder und die Folgen, zuletzt abgerufen am 6. November 2015</ref> die sich unter anderem auf die Herstellung von Ansichtskarten spezialisiert hatte<ref name="GND Firma" /> und deren Telegrammadresse „Autochrom, Leipzig“ lautete, war der Fabrik- und Gebäudekomplex unter der zeitweiligen Adresse Kreuzstraße 20<ref name="Briefkopf 1915" /> im Graphischen Viertel in Leipzig.<ref name="Buchstadt Leipzig">Sabine Knopf: Druckereigebäude H. F. Jütte / zuvor Kunstanstalt Louis Glaser, in dieselbe: Buchstadt Leipzig. Der historische Reiseführer, Berlin: Links, 2011, ISBN 978-3-86153-634-5, S. 36f; teilweise online über Google-Bücher</ref>

Geschichte[Bearbeiten]

Datei:Kreuzstraße Leipzig August 2013 010.JPG
Der denkmalgeschützte Gebäudeflügel Kreuzstraße 20 in Leipzig;
Architekt: Curt Nebel, 1901
Datei:Louis Glaser PC 01100 Autochrom Hannover. Marktbrunnen Bildseite.jpg
Von Louis Glaser „autochrom“ kolorierte Ansichtskarte;
Motiv von Hannover, fortlaufende Nummer 1100, um 1900

Das am 18. April 1868<ref name="GND Firma" /> von dem Namensgeber Louis Glaser (* um 1842; † 1911) in Leipzig gegründete Unternehmen<ref name="GND Person Louis Glaser">Vergleiche die Angaben der DNB zur Person Louis Glaser nebst den dortigen Querverweisen</ref> schloss sich schon während der sogenannten Gründerjahre im Jahr 1874<ref name="Der Druck von Ansichtskarten ..." /> oder im Mai 1875 mit Carl Garte zum Verlag Glaser & Garte zusammen.<ref name="GND Person Louis Glaser" /> Mit Datum vom 27. April 1883 trennten sich die Geschäftspartner mit Auflösung der Firma und gründeten unter eigenen Namen neue Unternehmen.<ref>Leipziger Tageblatt und Anzeiger vom 3. Mai 1883</ref><ref>Börsenblatt für den deutschen Buchhandel vom 9. Juni 1883</ref><ref name="Brogatio">Heinz Peter Brogiato: Leipzig um 1900. Die Innenstadt in kolorierten Ansichtskarten aus dem Archiv des Leibniz-Instituts für Länderkunde Leipzig e.V., teils als 2., korrigierte und aktualisierte Auflage, Leipzig: Lehmstedt, 2012, Bd. 1: ISBN 978-3-937146-69-0, Bd. 2: ISBN 978-3-937146-46-1, passim (hier vermutet 1881)</ref> Der Architekt Curt Nebel errichtete 1901 ein neues Druckereigebäude an der Kreuzstraße 20.<ref name="Buchstadt Leipzig" />

Nach dem Tode von Louis Glaser führten dessen Söhne Max und Paul das Unternehmen als Gesellschafter weiter,<ref name="GND Person Louis Glaser" /> Paul Glaser starb am 17. Oktober 1914 im Garnisons-Lazarett in Riesa.<ref>Börsenblatt des deutschen Buchhandels vom 21. Oktober 1914</ref> 1929, im Jahr der Weltwirtschaftskrise, übernahm das Druckereiunternehmen Heinrich Ferdinand Jütte die Kunstanstalt L. Glaser und zog in dessen Gebäude in der Kreuzstraße ein, das noch bis in das Jahr 2003 hinein als Druckereigebäude diente und mit lediglich einem erhaltenen und schließlich sanierten Gebäudeflügel zum Wohnhaus umgenutzt wurde.<ref name="Buchstadt Leipzig" />

Der Glaser/Frey Lithographische Prozess[Bearbeiten]

Datei:BadMeinberg1901.jpg
Idealisierte Ansichten aus Bad Meinberg, um 1901 im Glaser/Frey Lithographischen Prozess hergestellt

Bereits in den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts war Louis Glaser international tätig geworden und gab – ähnlich wie auch andere damalige Verlage – zahlreiche Souvenir-Alben mit Ansichten verschiedener Regionen heraus. Die Ansichten aus dem Hause Glaser beispielsweise der Vereinigten Staaten von Amerika wirkten teilweise jedoch durch ihre Textur und Farbgebung auf den ersten Blick wie Fotografien. Tatsächlich lagen den Aufnahmen zunächst echte, an den jeweiligen Orten aufgenommene Fotografien verschiedener Urheber zugrunde. Diese Fotos wurden dann jedoch idealisierend abgezeichnet unter Fortlassung störender oder Hinzufügung gewünschter Bildelemente und schließlich als Lithographie in verschiedenen Druckdurchgängen mit bis zu 5 und mehr Steindruck-Platten erzeugt. Der so erzeugte monochromatische Effekt etwa in den Farbabstufungen vom sehr hellen bis hin zum dunkelsten sepia-grau oder reinschwarz war bei den in den USA tätigen Lithografen bis dahin kaum oder gar nicht bekannt. Dieser sogenannte Glaser/Frey Lithographische Prozess, benannt nach Louis Glaser in Leipzig und Charles Frey in Frankfurt am Main, vermittelten nicht nur den gewünschten „beschönigenden“ Effekt, sondern hinterließen beim Betrachter den Eindruck einer in die Tiefe reichenden Aufnahme – eine Illusion, die bis dahin übliche Lithografien nicht erreicht hatten.<ref>Ben Katchor: Handdrawn Photo-Views by Louis Glaser (in englischer Sprache, übersetzt etwa: „Handgemalte Foto-Ansichten von Louis Glaser“), Beitrag auf der Seite vom 2005 durch Alexander Roob gegründeten Melton Prior Institute, mit Bildbeispielen und Weiterleitungen etwa zu verschiedenen Souvenir-Alben</ref>

Weitere Produktbeispiele[Bearbeiten]

Literatur (Auswahl)[Bearbeiten]

zur Person Louis Glaser:

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Louis Glaser (Leipzig) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

Koordinaten: 51° 20′ 27,5″ N, 12° 23′ 34,8″ O

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