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Manna

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Die Israeliten und das Himmelsbrot, Gemälde von James Tissot
Datei:Pötting Kirchenfenster 3 - Mannaregen.jpg
Pötting, Kirchenfenster
Datei:Frostw.jpg
Manna wird beschrieben als etwas, was mit Reif vergleichbar ist.

Als Manna ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), auch Himmelstau, Himmelsbrot, Engelbrot und Brot der Engel genannt) wird in der Bibel (Vorlage:Bibel/Link) die Speise bezeichnet, die den Israeliten auf ihrer 40-jährigen Wanderschaft durch die Wüste als Nahrung gedient haben soll. Später wurde Manna unter anderem eine Bezeichnung für den (mannitolhaltigen) Saft der Manna-Esche und anderer Eschen.

Manna in der Bibel[Bearbeiten]

Beschrieben wird Manna als „etwas Feines, Knuspriges, fein wie Reif“ (Vorlage:Bibel/Link), „weiß wie Koriandersamen“ und mit dem Geschmack von „Honigkuchen“ (Vorlage:Bibel/Link). Diese Speise fiel nachts auf den Wüstenboden und konnte des Morgens aufgesammelt werden. Sie durfte nicht aufgespart werden. Alles, was am Abend noch nicht aufgegessen war, verdarb über Nacht (Vorlage:Bibel/Link). Darin kann eine Forderung des Herrn nach Vertrauen gesehen werden. Nur für den Sabbat durften die Israeliten am sechsten Tag der Woche die doppelte Menge an Manna sammeln. Es verdarb nicht über Nacht. Am Morgen des Sabbat selbst war kein frisches Manna zu finden (Vorlage:Bibel/Link). Die genaue Bedeutung des Wortes Manna ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) ist unklar, bezeichnet aber vermutlich im Hebräischen die Frage „Was ist das?“ ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)), was sich auf das plötzliche, unerwartete Erscheinen des Mannas in der Wüste beziehen soll. Es wird vermutet, dass der Name diese Frage der Israeliten beim Erblicken des Brotes widerspiegeln soll (Vorlage:Bibel/Link).<ref>Joel C. Slayton: Manna. In: David Noel Freedman (Hrsg.): The Anchor Bible Dictionary. Doubleday 1992, ISBN 3-438-01121-2, Band 4, S. 511.</ref>

Dass bei den biblischen Berichten über das Manna kein naturwissenschaftliches Phänomen im Vordergrund stand, wird nicht nur daran deutlich, dass das Brot nur am Sabbat vor dem Verderben bewahrt wird, sondern auch daran, dass nach Ex. 16,16 jeder über ein Gomer Manna verfügte, obwohl die Israeliten unterschiedlich viel sammelten. Außerdem hörte das Wunder an dem Tag auf, als die Israeliten erstmals im Land Kanaan vom Ertrag des Landes Brot aßen. Eine Bestätigung für die theologische bzw. ethische Ausrichtung der Geschichte liegt in Dtn 8,16, die ausdrücklich darauf hinweist, dass es Gottes Wille gewesen sei, sein Volk zu demütigen, um es zu prüfen.<ref name="schmidt">Ludwig Schmidt: Manna. In: Michaela Bauks, Michael Pietsch, Stefan Alkier (Hrsg.): Das wissenschaftliche Bibellexikon im Internet (WiBiLex), Stuttgart September 2007Vorlage:Abrufdatum</ref>

Im Neuen Testament (Vorlage:Bibel/Link) bezeichnet sich Jesus Christus unter Hinweis auf Manna als „Brot des Lebens“. Im Christentum steht daher Manna als Symbol für die Eucharistie.

Manna im Koran[Bearbeiten]

Auch im Koran wird Manna erwähnt:

  • Sure 2 Al-Baqara, Vers 57: „Und wir ließen die Wolke über euch Schatten werfen. Und wir sandten das Manna und die Wachteln auf euch hinunter (indem wir euch aufforderten): ‚Esst von den guten Dingen, die wir euch beschert haben!‘ (Doch die Kinder Israel waren undankbar und widerspenstig.) Und sie frevelten (damit) nicht gegen uns, sondern gegen sich selber.“
  • Sure 7 Al-A'raf, Vers 160: „Und Wir teilten sie in zwölf Stämme zu Gemeinschaften auf, und Wir offenbarten Moses, als sein Volk von ihm etwas zu trinken forderte: ‚Schlage mit deinem Stock an den Felsen.‘ Da entsprangen ihm zwölf Quellen: so kannte jeder Stamm seinen Trinkplatz. Und Wir ließen sie von Wolken überschatten und sandten ihnen Manna und Wachteln herab: ‚Esset von den guten Dingen, die Wir euch beschert haben.‘ Und sie schädigten nicht Uns, sondern sich selbst haben sie Schaden zugefügt.“
  • Sure 20 Tā-Hā, Vers 80: „O ihr Kinder Israels, Wir erretteten euch von eurem Feinde, und Wir schlossen einen Bund an der rechten Seite des Berges mit euch und sandten Manna und Wachteln auf euch herab.“

Manna in weiteren Quellen[Bearbeiten]

Im Reisebericht seiner zweiten Pilgerreise ins Heilige Land (1483) erzählt der Pilger Felix Fabri in der Nähe des Berges Sinai den „fallenden morgendlichen Tau“ genossen zu haben.<ref name="Fabri">Felix Fabri: Galeere und Karawane. Pilgerreise ins Heilige Land, zum Sinai und nach Ägypten 1483. Hrsg.: Herbert Wiegand. Edition Erdmann, Stuttgart / Wien / Bern 1996, ISBN 3-522-61310-4, S. 167 f.</ref> Das Manna wurde dementsprechend auch später als Himmelstau (lateinisch ros coeli) bezeichnet.<ref>Vgl. etwa Otto Zekert (Hrsg.): Dispensatorium pro pharmacopoeis Viennensibus in Austria 1570. Hrsg. vom österreichischen Apothekerverein und der Gesellschaft für Geschichte der Pharmazie. Deutscher Apotheker-Verlag Hans Hösel, Berlin 1938, S. 146 („Manna: Zucker von Fraxinus Ornus L., Manna, Himmelstau“).</ref> Im August und September falle „Manna oder Tau, den die Araber dann sammeln und an Pilger verkaufen“.<ref name="Fabri" /> Wegen der geringen Mengen werde allerdings dabei oft mit Fälschungen betrogen.

Deutung[Bearbeiten]

Eine ältere Deutung interpretiert Manna als die Thalli der im Nahen Osten verbreiteten, essbaren Mannaflechte (Lecanora esculenta). Die Einheitsübersetzung der Bibel verweist auf das Harz der Manna-Tamarisken, macht aber gleichzeitig deutlich, dass dieses in zu geringen Mengen vorkommt, um der Speisung einer größeren wandernden Gruppe zu dienen (Anmerkung zu Vorlage:Bibel/Link). Einer weiteren Theorie zufolge ist Manna ein Ausscheidungssekret von im Sinai auf Tamarisken lebenden Schildläusen, eine Flüssigkeit, die meist nachts in Form von glasartig durchsichtigen, zuckerreichen Wassertröpfchen ausgeschieden wird und infolge Kristallisation nach wenigen Tagen eine milchigweiße bis hellgelb bräunliche Färbung annimmt. Bei den in Frage kommenden Schildläusen handelt es sich vorwiegend um die Arten Najococcus serpentinus und Trabutina mannipura.<ref>Frank Leimkugel: „Und als der Tau weg war, siehe da lag’s in der Wüste rund und klein wie der Reif auf dem Lande“. Die Sinai-Expedition der Hebräischen Universität von 1927 zur Klärung des Manna-Phänomens. In: M. Kaasch, J. Kaasch (Hrsg.): Biologie und Gesellschaft (= Verhandlungen zur Geschichte und Theorie der Biologie. Band 17). 2012, S. 249–253.</ref> Manna wäre demnach eine besondere Art von Honigtau. Dieser Stoff hat zwar die größte Übereinstimmung mit 2. Mose 16, dagegen spricht jedoch die geringe Menge, die die Läuse erzeugen und dass es im Sinai nur wenige Stellen gibt, an denen sie vorkommen.<ref>Stichwort: Manna, Brot vom Himmel. Stichwort im Portal die-bibel.de, Deutsche Bibelgesellschaft, abgerufen am 31. Dezember 2022</ref> Außerdem wäre dieser Getreideersatz nur etwa Ende Mai bis Juli verfügbar gewesen.<ref name="schmidt" />

Manna als Arzneimittel – Geschichte[Bearbeiten]

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Abbildung zum Kapitel Manna im Hortus sanitatis Mainz 1491
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Jean-Pierre Houël 1782. Manna-Ernte in Cinisi<ref>Jean-Pierre Houël. Voyage pittoresque des isles de Sicile, de Malte et de Lipari: Où l'on traite des Antiquités qui s'y trouvent encore; des principaux Phénomènes que la Nature y offre ; du Costume de Habitans, & de quelques Usages. Paris 1782, Band I, Abbildung No 32: (Digitalisat). Erklärender Text auch in: Johann Heinrich Keerl (Übersetzer). Houels Reisen durch Sizilien, Malta und die Liparischen Inseln. Ettinger, Gotha 1797, Band II, S. 8–9: Beschreibung der Manna-Erndte (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D%7B%7B%7B1%7D%7D%7D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A11248526_00194~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D)</ref><ref>google-streetview (22.10.2019) Manna-Esche in Cinisi</ref>

Dioskurides und Plinius verstanden unter „Manna“ die „durch Schütteln des Weihrauchbaumes abgesprungenen Krümchen“.<ref>Pedanios Dioskurides. 1. Jahrhundert. De Medicinali Materia libri quinque. In der Übersetzung von Julius Berendes. Enke, Stuttgart 1902, Buch I, Kapitel 83 (Digitalisat)</ref><ref>Plinius der Ältere. 1. Jahrhundert. Naturalis historia. Übersetzt und erläutert von Philipp H. Külb. Metzler, Stuttgart 1840–1864. Buch XII, Kapitel 32 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D%7B%7B%7B1%7D%7D%7D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10246058_00698~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D)</ref>

Die Ärzte des arabischen und lateinischen Mittelalters verstanden unter der „Manna“ einen Tau (ros<ref>Vgl. auch Otto Zekert (Hrsg.): Dispensatorium pro pharmacopoeis Viennensibus in Austria 1570. Hrsg. vom österreichischen Apothekerverein und der Gesellschaft für Geschichte der Pharmazie. Deutscher Apotheker-Verlag Hans Hösel, Berlin 1938, S. 153 (Ros coelestis: Himmelstau).</ref>)<ref>Vgl. auch Otto Beßler: Prinzipien der Drogenkunde im Mittelalter. Aussage und Inhalt des Circa instans und Mainzer Gart. Mathematisch-naturwissenschaftliche Habilitationsschrift, Halle an der Saale 1959, S. 202 (Manna „hymmel dauwe, men masachamaga […] ist tow der vellet uffe sumeliche crute ... (succus eiusdem herbe quod falsam est) ros qui super quasdam herbas diureticas cadit“ = Der eingetrocknete, meist zuckerhaltige Saft verschiedener Pflanzen […]).</ref>, der auf Steine und Bäume fällt, süß ist und wie Honig zusammenrinnt. Sie solle die Natur dessen annehmen, worauf sie fällt. Die „Manna“ sollte den Bauch erweichen, akute Fieber löschen, der Brust und den Lungen sowie den cholerischen und heißen Naturen nützlich sein.

Spätestens ab der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts wurde in Europa unter „Manna“ der getrocknete Saft verstanden, der nach dem Anschneiden von Eschenrinden (besonders der Manna-Esche (Fraxinus ornus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L., Synonym: Fraxinus rotundifolia Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Lam.<ref name="POWO" />)<ref>Wouter S. van den Berg (Hrsg.): Eene Middelnederlandsche vertaling van het Antidotarium Nicolaï (Ms. 15624–15641, Kon. Bibl. te Brussel) met den latijnschen tekst der eerste gedrukte uitgave van het Antidotarium Nicolaï. Hrsg. von Sophie J. van den Berg, N. V. Boekhandel en Drukkerij E. J. Brill, Leiden 1917, S. 239.</ref>) – austritt. Joachim Camerarius der Jüngere berichtete 1586, „Manna“ werde „in Welschland ... auff Fraxino und seinen Geschlechten“ gesammelt:

„In Welſchlandt wirdt die Manna / welche ſo gebreuchlich iſt die Gallen vnnd wäſſerige feuchtigkeit damit ohne beſchwernuß zu purgieren / gemeinglich auff dem Fraxino vnd ſeinen geſchlechten gefunden vnd geſammlet …“

– Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Joachim Camerarius der Jüngere: Kommentar in: Kreutterbuch des hochgelehrten vnnd weitberühmten Herrn D. P. Andreae Matthioli … Frankfurt 1586, Blatt 37r<ref>(Digitalisat)</ref>

Vom 16. bis 19. Jahrhundert wurde die „Manna“ überwiegend aus Kalabrien („Manna calabrina“) und aus Sizilien bezogen. Dort wurde sie als Absonderung aus den Rinden der Gemeinen Esche oder aus den Rinden der Manna-Esche gewonnen. Als spontane Absonderung während der Hundstage (23. Juli bis 23. August) oder als durch Einschnitte in die Rinden forcierte Absonderung im September und im Oktober. Im Handel wurden je nach Herkunft und nach Reinheit unterschiedliche Qualitäten angeboten.

In der Therapie dienten „Manna“ und Zubereitungen aus „Manna“ bis ins 19. Jahrhundert zum sanften Laxieren nach den Regeln der Säftelehre.

Anderes Manna[Bearbeiten]

Auch als „Manna“ wird ein Exsudat einiger Myrtengewächse (Angophora spp. und Eucalyptus spp.) bezeichnet.<ref>Variation in the manna of Eucalyptus viminalis@1@2Vorlage:Toter Link/tasland.org.au (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Mai 2026. Suche im Internet Archive) ( Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.) (PDF; 1,5 MB), bei Tasmanian Land Conservancy.</ref>

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Laurence Gardner: Lost Secrets of the Sacred Ark. Amazing Revelations of the Incredible Power of Gold. Element, London 2003, ISBN 0-00-714295-1.

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Manna – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Manna – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="POWO">Datenblatt Fraxinus ornus subsp. ornus bei POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science.</ref> </references>