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Mannit

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Strukturformel
Beide Mannitol-Enantiomere
Allgemeines
Name Mannitol
Andere Namen
Summenformel C6H14O6
Kurzbeschreibung

farblose, süß schmeckende Kristalle<ref name="Römpp">Eintrag zu Mannitol. In: Römpp Online. Georg Thieme VerlagVorlage:Abrufdatum</ref>

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
EG-Nummer 200-711-8
ECHA-InfoCard 100.000.647
PubChem 6251
ChemSpider 6015
DrugBank DB00742
Wikidata [[:d:Skriptfehler: Ein solches Modul „Wikidata“ ist nicht vorhanden.|Skriptfehler: Ein solches Modul „Wikidata“ ist nicht vorhanden.]]
Arzneistoffangaben
ATC-Code
  • B05BC01
  • A06AD16
  • B05CX04
Eigenschaften
Molare Masse 182,17 g·mol−1
Aggregatzustand

fest<ref>Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.</ref>

Dichte

1,52 g·cm−3<ref name="Römpp"/>

Schmelzpunkt

166–168 °C<ref name="Römpp"/>

Siedepunkt

290–295 °C (4 hPa)<ref name="Römpp"/>

pKS-Wert

13,5<ref name="ChemIDplus"/>

Löslichkeit

gut in Wasser (216 g·l−1 bei 25 °C)<ref name="ChemIDplus"/>

Sicherheitshinweise
Bitte die Befreiung von der Kennzeichnungspflicht für Arzneimittel, Medizinprodukte, Kosmetika, Lebensmittel und Futtermittel beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="alfa">Datenblatt Vorlage:Linktext-Check bei Alfa AesarVorlage:Abrufdatum (Seite nicht mehr abrufbar).</ref>
keine GHS-Piktogramme

H- und P-Sätze H: keine H-Sätze
P: keine P-Sätze<ref name="alfa" />
Toxikologische Daten

Vorlage:ToxDaten

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

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Mannit (der Mannit), auch (das) Mannitol, ist ein Zuckeralkohol und leitet sich strukturell von der Mannose ab. Er kommt in der Natur als D-Mannitol vorwiegend in Salzpflanzen (Halophyten), aber auch in Pilzen, Algen und Tieren vor.<ref>Wissenschaft-Online-Lexika: Eintrag zu Mannit im Lexikon der Biologie, abgerufen am 8. April 2009.</ref>

Der Name stammt vom süßen Saft der Manna-Esche (Fraxinus ornus L.). Der eingetrocknete Saft der Manna-Esche enthält 13 % Mannit.

Mannit wird besonders in Braunalgen (bis zu 40 % der Trockenmasse), Pilzen, Flechten, Ölbaumgewächsen und Braunwurzgewächsen akkumuliert. Bekannte Pflanzen mit hohen Mannitgehalten sind Feigen und Olivenbäume. Mannit kommt auch im Saft der Lärche sowie in Meeresalgen der Gattung Laminaria (der Gehalt kann bei bis zu 20 % liegen) vor.

Mannit wird aus Fructose durch Hydrierung (wie andere Polyole Sorbit und Maltit) gewonnen. In der Weinherstellung gilt der Mannitstich als Weinfehler.

Verwendung[Bearbeiten]

Mannit findet als Zuckeraustauschstoff (Zusatzstoffnummer E 421) Verwendung. Bezogen auf Saccharose hat eine 10%ige Lösung eine Süßkraft von 50–69 %.<ref>Kurt Rosenplenter, U. Nöhle (Hrsg.): Handbuch Süßungsmittel. 2. Auflage, Behr‘s Verlag, 2007, ISBN 978-3-89947-262-2, S. 431.</ref><ref>Hans-Dieter Belitz, Werner Grosch und Peter Schieberle: Lehrbuch der Lebensmittelchemie. 6. Auflage, Springer, Berlin 2008; ISBN 978-3-540-73201-3, S. 263.</ref> Mannit wird ferner als pharmazeutischer Hilfsstoff (u. a. zur Tabletten- und Kapselherstellung) und als Arzneistoff in der Pharmaindustrie verwendet.

Therapeutische Verwendung[Bearbeiten]

Intravenöser Einsatz[Bearbeiten]

Mannit ist das am häufigsten verwendete Osmodiuretikum. Es wird im menschlichen Organismus nicht verstoffwechselt. Mannit wird unverändert über die Nierenkörperchen filtriert, ohne dass es im weiteren Verlauf des Nierenkanälchens zurück resorbiert wird. Dadurch wird Wasser, welches normalerweise rückresorbiert würde, im frisch gebildeten Harn (Primärharn) osmotisch zurückgehalten. Die Wasserausscheidung wird dadurch erhöht. Angezeigt ist Mannit zur Vorbeugung gegen akutes Nierenversagen prärenaler Ursache (etwa bei Blut- und Flüssigkeitsverlusten nach Operationen, Traumen, Schockzuständen, Verbrennungen) sowie zur Hirn- und Augendrucksenkung und beschleunigten Diurese bei Vergiftungen.

Peroraler Einsatz[Bearbeiten]

Mannit wird ebenfalls als mildes Abführmittel (Laxans) verwendet.

Zur Vorbereitung von MRT-Untersuchungen des Dünndarms kann eine Mannitol-Lösung als Kontrastmittel verwendet werden. Auch in der Computertomografie wird Mannitol-Lösung als negatives Kontrastmittel zur Kontrastierung des Magen-Darm-Traktes verabreicht.

Inhalativer Einsatz[Bearbeiten]

In der Entwicklung ist ein Trockenpulverinhalat zur verbesserten Verflüssigung der Schleimschicht in den Bronchien bei einer Mukoviszidose oder der Atemwegserkrankung COPD.<ref>Pharmaxis Ltd. (Australien): Bronchitol, abgerufen am 18. März 2013.</ref> Darin ersetzt Mannit teilweise die Funktion des durch die Chloridsekretionsstörung fehlenden Salzes und erhöht durch eine Steigerung der Konzentration wasseranziehender gelöster Teilchen den Flüssigkeitsgehalt des periziliären Flüssigkeitsfilmes, der für die Funktion der Zilien (Flimmerhärchen) und den Abtransport der darauf liegenden Schleimschicht unerlässlich ist. Außerdem soll Mannit die Viskosität des Schleims günstig beeinflussen und die Wirkung der Zilien stimulieren. Phase 2-Studien laufen bei Mukoviszidose, Phase 3-Studien bei COPD (Stand Januar 2006).

Verwendung in mikrobiologischen Testverfahren[Bearbeiten]

In der Mikrobiologie wird häufig Mannit-Rhodanid-Agar verwendet, um z. B. Azotobacter oder Staphylococcus anzureichern. Dazu wird Erde auf den stickstofffreien Agar (N2-Fixierer) aufgetragen. Die Inkubation erfolgt im Dunkeln bei 30 °C. Man ist so in der Lage, aerobe Säurebildner nachzuweisen (Bromthymolblau erfährt einen Farbumschlag von blau nach gelb).

Verwendung als Sprengstoff[Bearbeiten]

Mannitolhexanitrat ist ein selten gebrauchter Sprengstoff und Initialsprengstoff. Aufgrund seiner Empfindlichkeit ist er überwiegend durch handhabungssicherere Sprengstoffe ersetzt worden.

Missbrauch als Streckmittel von illegalen Substanzen[Bearbeiten]

Mannit wird aufgrund der ähnlichen äußerlichen Eigenschaften häufig als Streckmittel für illegale Drogen, meist Kokain oder Amphetamin, genutzt.

Mannitsynthese aus Mannose[Bearbeiten]

Nicht mehr üblich ist die industrielle Herstellung von künstlichen Harzen aus Mannit. Dabei wird Mannit über Reduktion von Mannose gewonnen. Dazu wird Zink in Schwefelsäure in Gegenwart von Mannose umgesetzt. Dabei entstehen Mannit und Zinksulfat.

<math>\mathrm{C_6H_{12}O_6 \ + \ Zn \ + \ H_2SO_4 \longrightarrow \ C_6H_{14}O_6 \ + \ ZnSO_4}</math>

Die eigentliche Reaktion ist jedoch eine Reduktion der Mannose durch den bei der Umsetzung von Zink mit Schwefelsäure entstehenden naszierenden Wasserstoff:

<math>\mathrm{C_6H_{12}O_6 \ + H_2 \ \xrightarrow{Zn/H_2SO_4} \ C_6H_{14}O_6}</math>

Handelspräparate[Bearbeiten]

  • Arzneimittel: Osmofundin (DE, AT), Osmosteril (DE, AT) und generische Zubereitungen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

[[wikt:Skriptfehler: Ein solches Modul „WLink“ ist nicht vorhanden.|Wiktionary: Skriptfehler: Ein solches Modul „WLink“ ist nicht vorhanden.]] – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

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Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />