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Manspreading

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Datei:Manspreading on Stockholm Metro.jpg
Manspreading, hier in der Stockholmer U-Bahn.

Manspreading ist ein Kofferwort aus man (englisch für: ‚Mann‘) und -spreading (englisches Verb to spread, deutsch: ’(sich) ausbreiten‘). Mit dem Begriff wird das männliche Verhalten bezeichnet, mit gespreizten Beinen an öffentlichen Orten zu sitzen und somit dann mehr Platz einzunehmen, als notwendig wäre. Der Begriff gilt als pejorativ.

Phänomen[Bearbeiten]

Die Debatte um die ausladende Körperhaltung von Männern insbesondere im öffentlichen Nahverkehr begann im Jahr 2013 mit einer Kampagne auf Tumblr. Ein Jahr später wurde das Phänomen mit dem Kofferwort manspreading bezeichnet. Eine Kampagne des New Yorker Verkehrsunternehmens MTA popularisierte den Begriff Ende des Jahres 2014.<ref>Manspreading: how New York City’s MTA popularized a word without saying it. 12. Dezember 2015, abgerufen am 24. Oktober 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Zu der Zeit entstand der erste Eintrag darüber im Urban Dictionary;<ref>manspreading. In: Urban Dictionary. 21. Dezember 2014, abgerufen am 20. März 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> OxfordDictionaries.com führt das Wort seit dem Jahr 2015 auf.

Bewertungen und soziale Wirkung[Bearbeiten]

Die Journalisten Ash Bennington und Mark Skinner argumentieren, dass die gespreizte Sitzhaltung eine natürliche Folge des männlichen Körperbaus sei.<ref>Ash Bennington, Mark Skinner: Manspreading: The Myth & The Math (Dude), abgerufen am 16. Januar 2016 (englisch).</ref> Der Telegraph bezeichnet diese Behauptung als Chauvinismus.<ref>Manspreading: When men use science to excuse chauvinism. In: The Telegraph. Abgerufen am 11. Mai 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die Sportwissenschaftlerin Ina Hunger und der Sozialwissenschaftler und Geschlechterforscher Paul Scheibelhofer verweisen darauf, dass das Manspreading anerzogenes bzw. erlerntes Verhalten sei.<ref>Warum Manspreading ein größeres Problem ist, als viele denken. In: Vice. 26. Mai 2017, abgerufen am 27. April 2018.
Peter Weissenburger: Phänomen Manspreading: Beine breit. In: taz. 30. Januar 2016, abgerufen am 27. April 2018.</ref>

Tanya Vacharkulksemsuk von der Universität in Berkeley in Kalifornien hat in einer Studie gezeigt, dass Männer mit ausgebreiteten Beinen und Armen im Allgemeinen attraktiver auf ihr Gegenüber wirken. Dies hat sie anhand von Fotografien herausgefunden, wobei 87 % der weiblichen Bewerterinnen es anziehender fanden, wenn Männer breitbeinig saßen. Andererseits wurde es tendenziell eher unattraktiv empfunden, wenn Frauen so sitzen.<ref>Olga Khazan: When Manspreading Is Sexy. In: The Atlantic. Abgerufen am 29. Mai 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Hingegen wird eine Sitzhaltung mit überschlagenen Beinen bei Frauen, im positiven Sinn, oft als weiblicher angesehen.<ref></ref>

Reaktion von Beförderungsunternehmen[Bearbeiten]

Datei:EMT Madrid amplía su señalización a bordo del autobús para evitar el “manspreading” (01).jpg
Hinweisschild in spanischen Bussen, EMT Madrid

USA[Bearbeiten]

Das in New York ansässige Bahnunternehmen Metropolitan Transportation Authority (MTA) hat auf Grund von Beschwerden beschlossen, Werbehinweise aufzustellen, die darauf hinweisen sollten, dass man den Platzverbrauch auf ein Minimum beschränken solle.<ref>Emma G. Fitzsimmons: A Scourge Is Spreading. M.T.A.’s Cure? Dude, Close Your Legs. In: The New York Times (Onlineausgabe, englisch).</ref> 2014 wurden zwar in Chicago und Washington, D.C. von Transportbeamten im Allgemeinen keine Beanstandungen wegen Manspreading festgestellt.<ref name="Fitzsimmons">Emma G. Fitzsimmons: ‘Manspreading’ on New York Subways Is Target of New M.T.A. Campaign. In: The New York Times. 20. Dezember 2014, abgerufen am 29. Mai 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Inzwischen jedoch wurden nicht nur in New York, sondern auch in Philadelphia und Seattle entsprechende Schilder angebracht.<ref name="reuters-150117">Eric M. Johnson: One body, one seat: Seattle’s campaign against the 'manspreading' scourge. In: reuters.com. 17. Januar 2015, abgerufen am 23. Juli 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> 2016 startete auch Chicago eine entsprechende Anzeigenkampagne.<ref name="dnainfo-160711">Lizzie Schiffman Tufano: Nail Clipping On The Metra?! New Campaign Asks For Manners On Train. In: dnainfo.com. 11. Juli 2016, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 8. November 2020; abgerufen am 20. März 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.dnainfo.com</ref> Los Angeles und San Francisco verlangen seit 2016 100 US-Dollar Geldbuße von denen, die einen zweiten Sitz beanspruchen, obwohl sie zum Freigeben aufgefordert wurden.<ref name="yahoo-927468">Alex Dobuzinskis: California mass transit cracks down on 'seat hogs' and 'manspreaders'. In: ca.news.yahoo.com. 21. April 2016, abgerufen am 23. Juli 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Kanada[Bearbeiten]

In Toronto sagte 2014 eine Vertreterin der Toronto Transit Commission, sie wisse nichts von Beschwerden zu Manspreading.<ref>Anti-'manspreading' campaign called sexist. Abgerufen am 29. Mai 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Doch schon im Januar 2015 wurden Stimmen laut, die ein Vorgehen wie in New York forderten, was zu einer Gegenkampagne führte.<ref name="insideto-237607">Rahul Gupta: TOinTRANSIT: TTC riders want an end to ‘man-spreading’. In: insidetoronto.com. 31. Dezember 2014, abgerufen am 23. Juli 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Österreich[Bearbeiten]

Im November 2019 wurde von den Wiener Linien der Kampf gegen das Phänomen mit Sozial-Media-Postings wie „Sei ein Ehrenmann und halt deine Beine zam!“ aufgenommen. Der Sprecher des Betriebes, Christoph Heshmatpour, gab an, dass alleine auf Facebook 500.000 Personen erreicht wurden und auf Twitter 16.000 direkte Reaktionen gezählt wurden. Es seien in der angestoßenen Diskussion drei sich die Waage haltende Fronten erkennbar: Teilnehmer, die das Posting „super finden“, jene, die sich darüber aufregen und eine Gruppe, die sich über die zweite Gruppe lustig mache. Ebenfalls wurde in Gegenkampagnen mit dem Slogan „Owa mit da Toschen, sonst gibt’s auf die Goschn!“ zu Gewalt gegen Frauen aufgerufen, die das She-Bagging zum Anlass hatten.<ref>„Manspreading“-Posting „sehr erfolgreich“, ORF-online, 7. November 2019</ref>

Spanien[Bearbeiten]

In Madrid ist Manspreading in Omnibussen seit 2017 verboten. Die feministische Gruppe Microrrelatos Feministas hält die Sitzposition für einen Eingriff in die Freiheit des Sitznachbarn. Deshalb hatten sie eine Online-Petition gestartet, die mehr als 12.000 Menschen unterschrieben haben. Die Linkspartei Podemos will die Anregung noch weiterentwickeln und Manspreading auch in U-Bahnen verbieten.<ref>"Manspreading": So dürfen Männer in Madrid jetzt nicht mehr sitzen. In: Huffington Post. 11. Juni 2017, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 28. Juli 2017; abgerufen am 22. Juli 2017.</ref>

Japan[Bearbeiten]

In Japan gab es bereits in den 1970er Jahren Kampagnen gegen das Phänomen.<ref name="spoon-ta-141225">Johnny: How Mass Transit Has Combated Manspreading. In: spoon-tamago.com. 25. Dezember 2014, abgerufen am 23. Juli 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Rezeption[Bearbeiten]

2016 fand in New York City in der Außenstelle des New York Transit Museum im Grand Central Terminal in Manhattan eine Ausstellung statt. Sie zeigte internationale Beispiele für Kampagnen gegen schlechtes Benehmen in öffentlichen Verkehrsmitteln seit den 1940er Jahren. Auch Poster, die sich gegen Manspreading wandten, waren ausgestellt.<ref name="co-518905">By Associated Press: 'Manspreading' illustrated: Exhibit studies subway etiquette. In: dailymail.co.uk. 1. April 2016, abgerufen am 23. Juli 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Kritik[Bearbeiten]

Datei:Shebagging in London.jpg
She-Bagging, in der Londoner U-Bahn.

Es wurde kritisiert, dass ähnliche Verhaltensweisen, die primär Frauen verursachten, von den Manspreading-Kampagnen meist ignoriert würden, beispielsweise das sogenannte „She-Bagging“. Dabei platziert eine Person ihre Taschen auf den Sitzflächen und beansprucht somit mehr Platz.<ref>Young: 'Manspreading'? But women hog subway space, too. In: Newsday. Abgerufen am 8. Mai 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

In der Washington Post schrieb Cathy Young 2016, dass Manspreading nur eine von vielen Wortneuschöpfungen sei, die „Mann“ als abwertende Vorsilbe verwenden, und sieht diese als Teil eines „aktuellen Zyklus der Misandrie“. Verstärkt durch soziale Medien würde sich der radikale Feminismus immer weiter in der Mitte der Gesellschaft ausbreiten. Das Niedermachen von Männern sei zum konstanten Hintergrundrauschen in den Online-Medien geworden.<ref>Cathy Young: Feminists treat men badly. It’s bad for feminism. In: Washington Post. 30. Juni 2016, abgerufen am 25. Januar 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Manspreading – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

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