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Margery Kempe

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Margery Kempe (* ca. 1373 in Bishops Lyn, (England); † nach 1438) war eine englische katholische Mystikerin und Visionärin, die für ihre mittelenglische Schrift The Book of Margery Kempe bekannt ist. Das Buch wird vielfach als die erste Autobiografie in englischer Sprache angesehen. Ihr Buch schildert ihre familiären Nöte, ihre ausgedehnten Pilgerreisen zu heiligen Stätten in Europa und im Heiligen Land sowie ihre mystischen Gespräche mit Gott. Sie wird in der Anglikanischen Gemeinschaft verehrt, wurde jedoch nicht als katholische Heilige heiliggesprochen.

Kindheit und Familie[Bearbeiten]

Sie wurde um 1373 in Bishop’s Lyn (heute King’s Lynn) in Norfolk, England, als Margery Burnham oder Brunham geboren. Ihr Vater, John Brunham, war Kaufmann in Lynn, Bürgermeister der Stadt und Abgeordneter im Parlament. Die erste urkundliche Erwähnung ihrer Familie Brunham findet sich im Red Register of Lynn aus dem Jahr 1320, wo ihr Großvater Ralph de Brunham genannt wird. Bis 1340 war er dem Parlament von Lynn beigetreten.<ref>Goodman, Anthony. Margery Kempe and Her World.</ref> Kempes Verwandter Robert Brunham, möglicherweise ihr Bruder, wurde 1402 und 1417 Abgeordneter für Lynn.<ref name=":0">Beal, Jane. Margery Kempe. British Writers: Supplement 12. Ed. Jay Parini. Detroit: Charles Scribner's Sons, 2007. </ref> Ihr Beichtvater war der heilige Johannes von Bridlington.

Leben[Bearbeiten]

Es sind keine Aufzeichnungen über eine formale Ausbildung erhalten, die Kempe möglicherweise genossen hat. Als Erwachsene las ihr ein Priester Works of religious devotion auf Englisch vor, was darauf hindeutet, dass sie möglicherweise nicht in der Lage war, diese selbst zu lesen, obwohl sie offenbar verschiedene Texte auswendig gelernt hatte.<ref name=":0" /> Kempe scheint das Pater Noster (das Vaterunser), das Ave Maria, die Zehn Gebote sowie andere „Tugenden, Laster und Glaubensartikel“ gelernt zu haben.<ref name=":0" />

Im Alter von etwa zwanzig Jahren heiratete Margery den angesehenen Kaufmann John Kempe, der 1394 Stadtbeamter wurde. Das Paar hatte mindestens vierzehn Kinder. Aus Danzig ist ein Brief erhalten, in dem der Name ihres ältesten Sohnes mit John angegeben ist und der einen Grund für seinen Besuch in Lynn im Jahr 1431 nennt.<ref name=":4">Sobecki, Sebastian (2015). The writyng of this tretys: Margery Kempe's Son and the Authorship of Her Book. Studies in the Age of Chaucer. 37: 257–83. doi:10.1353/sac.2015.0015. hdl:11370/3e11c1cf-62de-425d-8226-e9dbe0c123eb. S2CID 162448256.</ref>

Kempe glaubte, wie andere mittelalterliche Mystiker auch, dass sie aufgrund zahlreicher Visionen und Erfahrungen, die sie als Erwachsene hatte, zu einer „tieferen Verbundenheit mit Christus“ berufen worden sei.<ref name=":0" /> Nach der Geburt ihres ersten Kindes durchlebte Kempe eine fast achtmonatige Krisenphase,<ref name=":1">Torn, Alison. Medieval Mysticism Or Psychosis?. Psychologist. Nr.24.Bd.10 (2011): 788–790. </ref> bei der es sich möglicherweise um eine postpartale Psychose handelte.<ref>Jefferies, Diana; Horsfall, Debbie (2014). Jefferies, Diana, and Horsfall, Debbie (Hrsg.), Forged by Fire:Margery Kempe's Account of Postnatal Psychosis, Literature and Medicine, Bd. 32, (Nr. 2): 348–364. doi:10.1353/lm.2014.0017. PMID 25693316. S2CID 45847065. Abgerufen am 26. November 2020.</ref> Während ihrer Krankheit gab Kempe an, zahlreiche Teufel und Dämonen gesehen zu haben, die sie angriffen und ihr befahlen, „ihren Glauben, ihre Familie und ihre Freunde zu verlassen“. Sie behauptet, dass sie sie sogar zum Selbstmord ermutigten.<ref name=":0" /> Außerdem hatte angeblich sie eine Vision von Jesus Christus in Gestalt eines Mannes, der sie fragte: „Tochter, warum hast du mich verlassen, wo ich dich doch nie verlassen habe?“<ref name=":0" />

Kempe versichert, dass sie Erscheinungen und Gespräche mit Jesus, Maria und anderen religiösen Gestalten hatte und dass sie Visionen davon hatte, aktiv an der Geburt und Kreuzigung Christi beteiligt zu sein.<ref name=":1" /> Diese Visionen und Halluzinationen wirkten sich physisch auf ihre körperlichen Sinne aus, sodass sie Geräusche hörte und unbekannte, seltsame Gerüche wahrnahm. Sie berichtete, eine himmlische Melodie gehört zu haben, die sie zum Weinen brachte und in ihr den Wunsch weckte, ein keusches Leben zu führen. Beal zufolge „fand Margery andere Wege, die Intensität ihrer Hingabe an Gott zum Ausdruck zu bringen. Sie betete für eine keusche Ehe, ging zwei- bis dreimal täglich zur Beichte, betete jeden Tag früh und oft in der Kirche, trug ein Büßerhemd und ertrug bereitwillig alle negativen Reaktionen, die ihre Gemeinschaft als Antwort auf ihre extremen Formen der Hingabe zum Ausdruck brachte“.<ref name=":0" />

Eine Erklärung dafür, dass sie diese kritischen Blicke der anderen ertrug, war ihr Gespräch mit der Mystikerin Juliana von Norwich, zu der sie eigens gereist war. Am Ende ihres Gesprächs versicherte Juliana von Norwich ihr: „Je mehr Scham sie [Kempe] hervorruft, desto mehr Verdienst erlangt sie in den Augen des Herrn.“<ref name=":10">Kempe, Margery (1985). The Book of Margery Kempe. Penguin Group. S. 78. ISBN 9780140432510.</ref> Kempe war in ihrer Gemeinde zudem dafür bekannt, dass sie ständig weinte, während sie Christus um Gnade und Vergebung anflehte.

In Kempes Vision versicherte Christus ihr, dass er ihr ihre Sünden vergeben habe. „Er gab ihr mehrere Gebote: Sie solle ihn ihre Liebe nennen, das Büßerhemd nicht mehr tragen, auf den Verzehr von Fleisch verzichten, jeden Sonntag die Eucharistie empfangen, den Rosenkranz nur bis sechs Uhr beten, still sein und in Gedanken mit ihm sprechen“; außerdem versprach er ihr, dass er „ihr den Sieg über ihre Feinde schenken, ihr die Fähigkeit geben werde, allen Geistlichen zu antworten, und dass [er] bei ihr sein und sie niemals verlassen werde, ihr helfen und niemals von ihr getrennt sein werde“.<ref name=":0" /> Kempe trat keinem Orden bei, führte aber „ihr Leben der Hingabe, des Gebets und der Tränen in der Öffentlichkeit“.<ref name=":0" />

Ihre Visionen führten dazu, dass sie sich in der Öffentlichkeit lautstark heulte, schluchzte und sich krümmte, was sowohl Geistliche als auch Laien erschreckte und verärgerte. Zu einem bestimmten Zeitpunkt in ihrem Leben wurde sie von Geistlichen und Stadtbeamten inhaftiert und ihr wurde eine Vergewaltigung angedroht.<ref name=":1" /> Sie berichtet jedoch nicht davon, sexuell missbraucht worden zu sein.<ref name=":0" /> In den 1420er Jahren diktierte sie ihr Buch, das heute als The Book of Margery Kempe bekannt ist und in dem sie ihre Visionen, mystischen und religiösen Erfahrungen sowie ihre „Versuchungen zur Unzucht, ihre Reisen und ihren Prozess wegen Ketzerei“ schildert.<ref name=":2">Drabble, Margaret. Margery Kempe. The Oxford Companion to English Literature. 6.Auflage. New York: Oxford UP, 2000: 552. </ref> Kempes Buch gilt gemeinhin als die erste in englischer Sprache verfasste Autobiografie.<ref name=":2" /> In Kempes Buch werden deren ausgiebigen Pilgerreisen zu verschiedenen heiligen Stätten in Europa und Asien beschrieben, darunter auch ihre Pilgerreise 1433 durch das römisch-deutsche Reich zur Wunderblutkirche in Wilsnack in der Prignitz, die zunächst mit dem Schiff von Danzig nach Stralsund und dann über Wilsnack weiter nach Aachen führte.

Kempe wurde mehrfach wegen Ketzerei vor Gericht gestellt, jedoch nie verurteilt. Sie wurde als Lollardin verdächtigt, was sie allerdings zurückwies, und musste vor einem Kirchengericht am Bischofssitz York erscheinen.<ref>Peter Dinzelbacher: Heilige oder Hexen? Schicksale auffälliger Frauen in Mittelalter und Frühneuzeit. Reinbek 1997, ISBN 978-3-499-60196-5, S. 15–20.</ref> Mögliche Gründe für ihre Verhaftungen waren unter anderem ihre Predigten, die Frauen verboten waren, das Tragen von ausschließlich weißer Kleidung als verheiratete Frau – also das Vortäuschen, eine Nonne zu sein – oder ihr offensichtlicher Glaube, sie könne für die Seelen der im Fegefeuer Befindlichen beten und erkennen, ob jemand verdammt sei oder nicht, ähnlich dem Konzept der Fürsprache der Heiligen. Kempe wurde zudem vorgeworfen, ohne kirchliche Genehmigung gepredigt zu haben, da ihre öffentlichen Reden auf einem schmalen Grat zwischen Äußerungen über ihren persönlichen Glauben und dem Anspruch, die Heilige Schrift zu lehren, wanderten.<ref name=":3">Gasse, Roseanne (1 January 1996). Margery Kempe and Lollardy. Magistra. </ref>

Während eines Verfahrens wegen Ketzerei wurde sie, weil sie die Heilige Schrift zitierte, für von einem Dämon besessen gehalten, und man verwies auf das Verbot für Frauen, zu predigen, das im 1. Timotheusbrief steht.<ref name=":3" /> Kempe erwies sich in den Gemeinden, in denen sie lebte, als eine Art Störfaktor, da ihr verzweifeltes Wehklagen und ihre extremen emotionalen Reaktionen auf eine überlegene Verbindung zu Gott hindeuteten, die manche anderen Laien als Herabsetzung ihrer eigenen Beziehung oder als unangemessene Bevorzugung gegenüber der Beziehung zwischen Gott und dem Klerus empfanden.<ref>Rosenfeld, Jessica (2014). Envy and Exemplarity in The Book of Margery Kempe. Exemplaria. Nr. 26: 105–121. doi:10.1179/1041257313Z.00000000042. S2CID 144212727.</ref>

Spirituelle Autobiographie[Bearbeiten]

Nahezu alles, was über Kempes Leben bekannt ist, stammt aus ihrer spirituellen Autobiografie, die als The Book of Margery Kempe bekannt ist. In den frühen 1430er Jahren beschloss Kempe, obwohl sie Analphabetin war, ihr spirituelles Leben festzuhalten. Im Vorwort des Buches beschreibt sie, wie sie einen Engländer als Schreiber engagierte. Er hatte in Deutschland gelebt, starb jedoch, bevor das Werk vollendet war, und das, was er geschrieben hatte, war für andere unverständlich. Möglicherweise handelte es sich dabei um John Kempe, ihren ältesten Sohn.<ref name=":4" /> Daraufhin überredete sie einen örtlichen Priester – möglicherweise ihren Beichtvater Robert Springold –, am 23. Juli 1436 mit der Neufassung zu beginnen. Am 28. April 1438 begann er mit der Arbeit an einem zusätzlichen Abschnitt, der die Jahre 1431–1434 abdeckte.<ref name=":4" /><ref name=":5">Felicity Riddy, Kempe, Margery (b. c.1373, d. in or after 1438), Oxford Dictionary of National Biography.Oxford University Press, 2004.</ref>

Die Erzählung in Kempes Buch beginnt mit der schwierigen Geburt ihres ersten Kindes. Nachdem sie ihre dämonischen Qualen und die darauf folgende Erscheinung Christi beschrieben hatte, nahm Kempe zwei häusliche Gewerbebetriebe auf: eine Brauerei und eine Getreidemühle, beides für mittelalterliche Frauen übliche häusliche Erwerbszweige. Beide scheiterten nach kurzer Zeit. Obwohl sie versuchte, frommer zu leben, beschrieb sie, dass sie einige Jahre lang von sexuellen Vergnügungen und gesellschaftlicher Eifersucht in Versuchung geführt wurde. Schließlich wandte sich Kempe von ihrer weltlichen Arbeit ab und widmete sich ganz der spirituellen Berufung, die ihrer früheren Vision zufolge erforderlich war.<ref name=":6">Howes, Laura (1992). On the Birth of Margery Kempe's Last Child. Modern Philology. Nr. 90. Band 2: 220–223. doi:10.1086/392057. JSTOR 438753. S2CID 162242251.</ref>

Im Sommer 1413 vereinbarte Kempe mit ihrem Ehemann eine keusche Ehe, um ein Leben im Dienst Gottes zu führen. Obwohl Kapitel 15 von The Book of Margery Kempe ihre Entscheidung beschreibt, ein Leben in Enthaltsamkeit zu führen, wird in Kapitel 21 erwähnt, dass sie erneut schwanger ist. Es wird vermutet, dass Kempe während ihrer Pilgerreise ein Kind zur Welt brachte – ihr letztes; später berichtet sie, dass sie ein Kind mit sich führte, als sie nach England zurückkehrte. Es ist unklar, ob das Kind gezeugt wurde, bevor die Kempes ihr zölibatäres Leben offiziell begannen, oder danach.<ref name=":6" />

Etwa um das Jahr 1413 besuchte Kempe die Mystikerin und Anachoretin Juliana von Norwich in ihrer Zelle in Norwich. Nach ihrem eigenen Bericht besuchte Kempe Juliana und blieb mehrere Tage bei ihr. Sie war besonders darauf bedacht, Julianas Zustimmung zu ihren Visionen von Gott und ihren Gesprächen mit ihm zu erhalten.<ref>Julian of Norwich (1996). Revelation of Love. Übersetzt von John Skinner. New York: Bantam Doubleday Dell Publishing Group, Inc</ref> Der Text berichtet, dass Julian Kempes Offenbarungen gutheißen und ihr versicherte, dass ihre Religiosität aufrichtig sei.<ref>Hirsh, John C. (1989). The Revelations of Margery Kempe: Paramystical Practices in Late Medieval England. Leiden: E. J. Brill.</ref> Allerdings wies Julian Kempe an und ermahnte sie, „diese Erfahrungen daran zu messen, inwieweit sie Gott Ehre erweisen und ihren Mitchristen zum Nutzen gereichen“.<ref name=":7">Lochrie, Karma (1991). Margery Kempe and Translations of the Flesh. Philadelphia: University of Pennsylvania Press.</ref> Juliana bestätigte zudem, dass Kempes Tränen ein körperlicher Beweis für die Gegenwart des Heiligen Geistes in ihrer Seele seien.<ref name=":7" /> Kempe erhielt außerdem eine Bestätigung ihrer Gabe der Tränen durch einen anerkennenden Vergleich mit einer heiligen Frau vom Festland.<ref name=":8">Spearing, Elizabeth (2002). Medieval Writings on Female Spirituality. New York: Penguin Books. S. 244.</ref>

In Kapitel 62 beschreibt Kempe eine Begegnung mit einem Mönch, der sie unerbittlich wegen ihrer unaufhörlichen Tränen anklagte. Der Mönch gab zu, von Maria von Oignies gelesen zu haben, und erkannte, dass auch Kempes Tränen Ausdruck einer ähnlichen aufrichtigen Frömmigkeit waren.<ref name=":8" /> Zu dieser Zeit war Richard Caister, der Vikar der St.-Stephans-Kirche in Norwich, Kempes geistlicher Beichtvater; er wurde 1420 in der Kirche beigesetzt.<ref name=":9">"St Stephen's Norwich: The Story of Richard Caister". Abgerufen am 13. Januar 2022</ref> Kempe betete an Caisters Grabstätte für die Heilung eines Priesters. Nachdem der Priester geheilt worden war, wurde Caisters Grabstätte zu einem Wallfahrtsort.<ref name=":9" />

Im Jahr 1438, dem Jahr, in dem ihr Buch nachweislich fertiggestellt wurde, wurde eine „Margueria Kempe“, bei der es sich durchaus um Margery Kempe gehandelt haben könnte, in die Trinity Guild von Lynn aufgenommen.<ref name=":5" /> Es ist nicht bekannt, ob es sich um dieselbe Frau handelt, und es ist auch nicht bekannt, wann oder wo Kempe nach diesem Zeitpunkt starb.

Späterer Einfluss[Bearbeiten]

Das Manuskript wurde wahrscheinlich kurz vor 1450 von jemandem kopiert, der am unteren Rand der letzten Seite als „Salthows“ unterschrieb. Es hat sich herausgestellt, dass es sich bei diesem Schreiber um den Mönch Richard Salthouse aus Norwich handelt.<ref>Bale, Anthony. Richard Salthouse of Norwich and the scribe of The Book of Margery Kempe. Chaucer Review, Nr. 52 (2017): 173–87.</ref> Das Manuskript enthält Anmerkungen von vier verschiedenen Verfassern. Die erste Seite des Manuskripts beinhaltet die Rubrik „Liber Montis Gracie. This boke is of Mountegrace“, was darauf hindeutet, dass einige der Anmerkungen von Mönchen stammen, die mit dem bedeutenden Kartäuserpriorat von Mount Grace in Yorkshire in Verbindung standen. Obwohl sich die vier Leser größtenteils mit der Korrektur von Fehlern oder der Überarbeitung des Manuskripts zur besseren Verständlichkeit befassten, gibt es auch Anmerkungen zum Inhalt des Buches und zu einigen Abbildungen, die Kempes Themen und Bildwelten widerspiegeln.<ref>Fredell, Joel. Design and Authorship in the Book of Margery Kempe. Journal of the Early Book Society, Nr.12 (2009): 1–34</ref> Ein Rezept, das auf dem letzten Folio des Manuskripts von einem Leser des Buches aus dem späten 14. oder frühen 15. Jahrhundert – möglicherweise im Dompriorat von Norwich – hinzugefügt wurde, liefert weitere Hinweise auf dessen Leserschaft und wurde als Rezept für medizinische Süßigkeiten oder Verdauungsmittel identifiziert.<ref>Laura Kalas Williams, The Swetenesse of Confection: A Recipe for Spiritual Health in London, British Library, Add MS 61823, The Book of Margery Kempe, Studies in the Age of Chaucer, Nr. 40, 2018, S. 155–190; Laura Kalas, Margery Kempe's Spiritual Medicine: Suffering, Transformation and the Life-Course (Cambridge: D.S. Brewer, 2020).</ref>

Kempes Buch galt jahrhundertelang als im Wesentlichen verloren und war nur aus Auszügen bekannt, die um 1501 von Wynkyn de Worde und 1521 von Henry Pepwell veröffentlicht worden waren. Im Jahr 1934 wurde in der Privatbibliothek der Familie Butler-Bowdon ein Manuskript gefunden – heute British Library Add MS 61823 –, das einzige erhaltene Manuskript von Kempes Buch, das anschließend von Hope Emily Allen untersucht wurde.<ref name=":5" /> Seitdem wurde es in zahlreichen Auflagen neu aufgelegt und übersetzt.

Bedeutung[Bearbeiten]

Ein Teil von Kempes Bedeutung liegt im autobiografischen Charakter ihres Buches. Es bietet einen Einblick in das Leben einer Frau aus der Mittelschicht im Mittelalter. Im Vergleich zu zeitgenössischen heiligen Frauen wie Juliana von Norwich ist Kempe insofern ungewöhnlich, als sie weder Nonne noch Anachoretin war. Obwohl Kempe manchmal als „Kuriosum“ oder „Verrückte“ dargestellt wurde, deuten neuere wissenschaftliche Untersuchungen zu volkstümlicher Theologie und populären Frömmigkeitspraktiken darauf hin, dass ihr Verhalten gar nicht so ungewöhnlich war, wie sie erscheinen mag.<ref>Powell, Raymond A. (2003). Margery Kempe: An Exemplar of Late Medieval English Piety. The Catholic Historical Review. Band 89 (Nr.1): 1–23. doi:10.1353/cat.2003.0084. JSTOR 25026320. S2CID 159698158.</ref>

Ihr Buch entpuppt sich als sorgfältig konstruierter spiritueller und sozialer Kommentar. Einige haben vermutet, dass es als Fiktion verfasst wurde, um die Aspekte der Gesellschaft, in der sie lebte, auf glaubwürdige Weise zu beleuchten. Die Vermutung, dass Kempe ihr Buch als fiktionales Werk verfasste, soll durch die Tatsache gestützt werden, dass sie im gesamten Text von sich selbst als „dieses Geschöpf“ spricht und sich damit von ihrem Werk distanziert.<ref>Staley, Lynn (1994). Margery Kempe's dissenting fictions. University Park: Pennsylvania State Univ. ISBN 0-271-02579-4. OCLC 228059813.</ref>

Ihre Autobiografie beginnt mit „dem Beginn ihrer spirituellen Suche, ihrer Genesung von den gespenstischen Nachwirkungen ihrer ersten Geburt“.<ref>Swanson, R. (2003). Will the real Margery Kempe please stand up!. In Wood, Diana (Hrsg.). Women and Religion in Medieval England. Oxbow. S. 142. ISBN 978-1-84217-098-4.</ref> Es gibt keine eindeutigen Belege dafür, dass Kempe lesen oder schreiben konnte, doch es wird angemerkt, dass ihre religiöse Bildung zweifellos von Texten geprägt war. Man las ihr solche Werke vor, darunter das Incendium Amoris von Richard Rolle. Walter Hilton wurde als weiterer möglicher Einfluss auf Kempe genannt. Zu den Büchern, die Kempe sich wiederholt vorlesen ließ, gehörten die Offenbarungen der Birgitta von Schweden. Ihre eigenen Pilgerreisen standen in Zusammenhang mit denen dieser verheirateten Heiligen, die acht Kinder gehabt hatte.

Kempe und ihr Buch sind von Bedeutung, weil sie die Spannungen im spätmittelalterlichen England zwischen institutioneller Orthodoxie und zunehmend öffentlichen Formen religiösen Dissens, insbesondere denen der Lollarden, zum Ausdruck bringen.<ref>John Arnold (2004). Margery's Trials: Heresy, Lollardy and Dissent. A Companion to The Book of Margery Kempe. D.S. Brewer. S. 75–94. ISBN 9781843840305.</ref> Während ihres gesamten spirituellen Werdegangs wurde Kempe sowohl von kirchlichen als auch von weltlichen Autoritäten wegen ihrer Treue zu den Lehren der institutionellen Kirche in Frage gestellt. Der Bischof von Lincoln und der Erzbischof von Canterbury, Thomas Arundel, waren an Gerichtsverfahren gegen sie beteiligt, in denen ihr vorgeworfen wurde, öffentlich über die Heilige Schrift und den Glauben zu lehren und zu predigen sowie weiße Kleidung zu tragen, was als Heuchelei seitens einer verheirateten Frau interpretiert wurde. In seinem Bestreben, diese vermeintliche Ketzerei zu unterdrücken, hatte Arundel Gesetze erlassen, die es Frauen untersagten zu predigen, da bereits die Tatsache, dass eine Frau predigte, als unkanonisch angesehen wurde.

Im 15. Jahrhundert erschien eine Schrift, die Kempe als Anachoretin darstellte und ihr Buch von jeglichem potenziell heterodoxen Gedanken oder abweichendem Verhalten befreite. Dies veranlasste einige spätere Gelehrte zu der Annahme, sie sei eine gelobte, fromme Ordensfrau wie Juliana von Norwich gewesen, und sie waren überrascht, als sie auf die psychologisch und spirituell komplexe Frau stießen, die sich im Originaltext ihres Buches offenbarte.<ref>Crofton, Melissa (2013). From medieval mystic to early modern anchoress: Rewriting the book of Margery Kempe. The Journal of the Early Book Society. Nr. 16: 89–110. </ref>

Mystik und Verhalten[Bearbeiten]

Im 14. Jahrhundert war die Aufgabe, die Bibel und Gott anhand des geschriebenen Wortes zu interpretieren, nominell auf Männer beschränkt, insbesondere auf ordinierte Priester. Aufgrund dieser Einschränkung drückten mystische Frauen ihre Gotteserfahrung oft anders aus – über die Sinne und den Körper –, insbesondere im Spätmittelalter.<ref>Roman, Christopher (2005). Domestic Mysticism in Margery Kempe and Dame Julian on Norwich: The Transformation of Christian Spirituality in the Late Middle Ages. Lewiston: Edwin Mellen Press.</ref> Mystiker erlebten Gott auf drei klassische Weisen unmittelbar: erstens durch körperliche Visionen, d. h. durch die Wahrnehmung mit den Sinnen – Sehen, Hören oder anderen; zweitens durch geistige Visionen, wie z. B. spirituelle Erscheinungen und Botschaften, die der Seele direkt vermittelt wurden; und schließlich durch intellektuelle Erleuchtung, bei der der Verstand zu einem neuen Verständnis von Gott gelangte.<ref>Julian of Norwich. Revelations of Love. Übersetzt von John Skinner. New York: Bantam Doubleday Dell Publishing Group, Inc. 1996.</ref>

Margery Kempes Art der Mystik war sehr partizipativ, was sich daran zeigt, dass sie neben ihren Visionen bestimmte Handlungen vollzog, um sich Gott zu weihen. So weinte Kempe häufig, um ihre Frömmigkeit zum Ausdruck zu bringen. Mit ihrem Weinen war noch ein weiterer, vielleicht noch wichtigerer Zweck verbunden: Sie konnte „mit deinem Weinen viele Seelen von ihm [dem Teufel] befreien“.<ref name=":10" />

Pilgerreisen[Bearbeiten]

Kempe wurde durch das Hören oder Lesen der englischen Übersetzung der Schrift der Brigitta von Schweden zu einer Pilgerreise motiviert. Dieses Werk wirbt für den Kauf von Ablässen an heiligen Stätten. Dabei handelte es sich um Zettel, die die Vergebung der Fegefeuerzeit durch die Kirche symbolisierten, die andernfalls nach dem Tod aufgrund von Sünden zu verbüßen gewesen wäre. Kempe unternahm zahlreiche Pilgerreisen und ist dafür bekannt, Ablässe für Freunde, Feinde, die im Fegefeuer gefangenen Seelen und sich selbst erworben zu haben.<ref>Watt, Diane, Faith in the Landscape: Overseas Pilgrimages in the Book of Margery Kempe</ref><ref>Webb, Diana. Medieval European Pilgrimage</ref>

Erste Pilgerfahrt 1413–1415[Bearbeiten]

Im Jahr 1413, kurz nach dem Tod ihres Vaters, verließ Kempe ihren Ehemann, um eine Pilgerreise ins Heilige Land zu unternehmen.<ref name=":11">"Kempe, Margery (c. 1373 – c. 1440 )." British Writers: Supplement 12. Ed. Jay Parini. Detroit: Charles Scribner’s Sons, 2007. 167–183. Gale Virtual Reference Library. </ref> Im Winter verbrachte sie 13 Wochen in Venedig<ref name=":11" />, doch in ihrem Buch geht sie kaum auf ihre Eindrücke von Venedig ein.<ref name=":11" /> Zu dieser Zeit befand sich Venedig auf dem „Höhepunkt seiner mittelalterlichen Pracht, reich an Handel und heiligen Reliquien“.<ref name=":11" /> Von Venedig aus reiste Kempe über Ramla nach Jerusalem.<ref name=":11" />

Kempes Reise von Venedig nach Jerusalem nimmt in ihrer gesamten Erzählung keinen großen Platz ein. Es wird angenommen, dass sie durch Jaffa reiste, das der übliche Hafen für Pilger auf dem Weg nach Jerusalem war.<ref name=":11" /> Ein lebhaftes Detail, an das sie sich erinnert, war, dass sie auf einem Esel ritt, als sie Jerusalem zum ersten Mal sah – wahrscheinlich von Deir an-Nabi Samwīl aus<ref>Mount Joy: the view from Palestine. 21. Januar 2014. Abgerufen am 13. August 2018.</ref> – und dass sie beinahe vom Esel fiel, weil sie von dem Anblick vor ihr so überwältigt war.<ref name=":11" />

Während ihrer Pilgerreise besuchte Kempe Orte, die sie als heilig ansah. Sie hielt sich drei Wochen lang in Jerusalem auf und reiste nach Bethlehem.<ref name=":11" /> Sie besuchte den Berg Zion, wo Jesus ihrer Überzeugung nach seinen Jüngern die Füße gewaschen hatte. Kempe besuchte die Grabstätten Jesu, seiner Mutter Maria und das Kreuz selbst.<ref name=":11" /> Sie reiste zum Jordan und zum Berg der Versuchung, wo Jesus ihrer Überzeugung nach vierzig Tage lang gefastet hatte, sowie nach Bethanien, wo Martha, Maria und Lazarus gelebt hatten.<ref name=":11" />

Nach ihrem Besuch im Heiligen Land kehrte Kempe nach Italien zurück und hielt sich in Assisi auf, bevor sie nach Rom weiterreiste.<ref name=":11" /> Wie viele andere mittelalterliche englische Pilger wohnte Kempe im Hospital des Heiligen Thomas von Canterbury in Rom.<ref name=":11" /> Während ihres Aufenthalts besuchte sie zahlreiche Kirchen, darunter San Giovanni in Laterano, Santa Maria Maggiore, Santi Apostoli, San Marcello und die Santa Brigida-Kathedrale.<ref name=":11" /> Zu Ostern 1415 verließ sie Rom.<ref name=":11" /> Auf ihrer Rückreise nach Norwich kam Kempe durch Middelburg, das in den heutigen Niederlanden liegt.<ref name=":11" />

Pilgerreise nach Santiago de Compostela 1417–1418[Bearbeiten]

Im Jahr 1417 brach Kempe zu einer Pilgerreise nach Santiago de Compostela in Spanien auf und reiste dabei über Bristol, wo sie in Henbury bei Thomas Peverel, dem Bischof von Worcester, zu Gast war. Auf ihrer Rückreise aus Spanien besuchte sie den Schrein des Heiligen Blutes in der Hailes Abbey in Gloucestershire und begab sich anschließend nach Leicester.<ref name=":12">Prudence Allen The Concept of Woman: The Early Humanist Reformation, 1250–1500 2006, Seite 469 </ref>

Kempe berichtet von mehreren öffentlichen Verhören während ihrer Reisen. Eines davon folgte auf ihre Festnahme durch den Bürgermeister von Leicester, der sie auf Lateinisch als „billige Hure, lügende Lollardin“ beschuldigte und ihr mit Gefängnis drohte. Nachdem Kempe darauf bestehen konnte, dass die Anschuldigungen auf Englisch vorgebracht werden mussten und sie sich verteidigen durfte, wurde sie vorübergehend freigesprochen, dann jedoch erneut vom Abt, Dekan und Bürgermeister vor Gericht gestellt und drei Wochen lang inhaftiert.<ref name=":12" />

Danach reiste Kempe weiter nach York. Dort hatte sie viele Freunde, mit denen sie weinte und die Messe besuchte. Sie sah sich weiteren Anschuldigungen ausgesetzt, insbesondere der Ketzerei, von der sie schließlich vom Erzbischof freigesprochen wurde.<ref>The Book of Margery Kempe: Book I, Part I | Robbins Library Digital Projects. d.lib.rochester.edu. Abgerufen am 10. Dezember 2018.</ref> Irgendwann im Jahr 1418 kehrte sie nach Lynn zurück.

Sie besuchte bedeutende Stätten und religiöse Persönlichkeiten in England, darunter Philip Repyngdon (den Bischof von Lincoln), Henry Chichele und Thomas Arundel, beide Erzbischöfe von Canterbury. In den 1420er Jahren lebte Kempe getrennt von ihrem Ehemann. Als dieser jedoch erkrankte, kehrte sie nach Lynn zurück, um ihn zu pflegen. Auch ihr Sohn, der in Deutschland lebte, kehrte mit seiner Frau nach Lynn zurück. Sowohl ihr Sohn als auch ihr Ehemann starben im Jahr 1431.<ref name=":13">Phillips, Kim. "Margery Kempe and The Ages of Woman", in A Companion to The Book of Margery Kempe. Hrsg. John Arnold and Kathleen Lewis. Woodbridge: D.S. Brewer. 2004. 17–34.</ref>

Pilgerreise nach Preußen 1433–1434[Bearbeiten]

Der letzte Abschnitt von Kempes Buch befasst sich mit einer Reise, die im April 1433 begann und deren Ziel es war, gemeinsam mit ihrer Schwiegertochter nach Danzig zu reisen.<ref name=":13" /> Von Danzig aus besuchte Kempe die Wunderblutkirche in Bad Wilsnack. Anschließend reiste sie nach Aachen und kehrte über Calais, Canterbury und London, wo sie die Abtei Syon besuchte, nach Lynn zurück.

Ehrung in der Kirche[Bearbeiten]

Margery Kempe wird in der Church of England am 9. November mit einem Gedenkgottesdienst geehrt<ref>The Calendar. The Church of England. Abgerufen am 10. April 2021.</ref> und in der Episkopalkirche in den Vereinigten Staaten von Amerika gemeinsam mit Richard Rolle und Walter Hilton am 9. November.<ref>Lesser Feasts and Fasts 2018. Church Publishing, Inc. 17. Dezember 2019. ISBN 978-1-64065-235-4.</ref>

Gedenken[Bearbeiten]

Im Jahr 2018 weihte der Bürgermeister von King’s Lynn, Nick Daubney, auf dem Saturday Market Place eine Bank zu Ehren von Kempe ein.<ref name=":14">"Lynn News 31 July 2018: New bench remembering historic King's Lynn writer unveiled". 31. Juli 2018. Abgerufen am 22. November 2020</ref> Die Bank wurde vom örtlichen Möbelbauer Toby Winteringham entworfen und von der King’s Lynn Civic Society gesponsert.<ref name=":14" />

Es gibt eine Margery Kempe Society, die 2018 von Laura Kalas von der Swansea University und Laura Varnam vom University College Oxford gegründet wurde und deren Ziel die Unterstützung und Förderung der Forschung, des Studiums und der Lehre rund um The Book of Margery Kempe ist.<ref>"The Margery Kempe Society". Abgerufen am 22. November 2020.</ref>

Im Jahr 2020 wurde am Eingang einer mittelalterlichen Brücke in Oroso in Nordspanien, auf dem Pilgerweg, dem sie nach Santiago de Compostela gefolgt wäre, eine Statue zu Ehren von Kempe errichtet.<ref>Hussain, Sarah (15. März 2021). "Statue of Norfolk-born medieval mystic erected in Spain". Eastern Daily Press. Abgerufen am 15. März 2021.</ref>

Eine Skulptur von Kempe mit dem Titel A Woman in Motion wurde 2023 in der St Margaret’s Church in King’s Lynn aufgestellt. Sie besteht aus Aluminium und zeigt Kempe mit einem für mittelalterliche Pilger typischen breitkrempigen Hut, den Kopf im Gebet gesenkt.<ref>Bailey, Anne E (14. November 2023). "Margery Kempe: a 'woman in motion'". Pilgrim Ways. Abgerufen am 14. Januar 2026.</ref>

Literarische Verarbeitung[Bearbeiten]

Kempes Leben und ihr Buch waren Gegenstand mehrerer literarischer Verarbeitungen:

  • The Saintliness of Margery Kempe, geschrieben von John Wulp, 1959 , Überarbeitung 2018.
  • Margery Kempe, geschrieben von Robert Glück, 1994 und erneut gedruckt im New York Review of Books im Jahr 2020.

Editionen[Bearbeiten]

  • The Book of Margery Kempe. Edited by Sanford Brown Meech with prefatory note by Hope Emily Allen. EETS. Oxford: Oxford University Press, 1940.
  • The Book of Margery Kempe. Ed. Lynn Staley. TEAMS. Kalamazoo: Medieval Institute Publications, 1996.
  • The Book of Margery Kempe: A New Translation, Contexts and Criticism. Trans. and ed., Lynn Staley. New York: Norton, 2001.

Literatur[Bearbeiten]

Deutsch

  • Louise Collis: Leben und Pilgerfahrten der Margery Kempe. Erinnerungen einer exzentrischen Lady. Verlag Klaus Wagenbach, Berlin 1986, ISBN 3-8031-2139-6.
  • Peter Dinzelbacher: Christliche Mystik im Abendland. Ihre Geschichte von den Anfängen bis zum Ende des Mittelalters. Schöningh, Paderborn 1994, ISBN 3-506-72016-3.
  • Johann Hoffmann-Herreros: Ich lasse mich nicht einsperren. Das ungewöhnliche Leben der Margery Kempe (= Topos-Taschenbuch; Band 173). Matthias-Grünewald-Verlag, Mainz 1987, ISBN 3-7867-1317-0.
  • Johannes Madey: Margery Kempe. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 16, Bautz, Herzberg 1999, ISBN 3-88309-079-4, Sp. 846–847.
  • Janina Ramirez: Femina. Eine neue Geschichte des Mittelalters aus Sicht der Frauen. Aus dem Englischen von Karin Schuler. Aufbau Verlag, Berlin 2023, ISBN 978-3-351-04181-6.

Englisch

  • George Ballard: Memoirs of several ladies of Great Britain, who have been celebrated for their writings, or skill in the learned languages, arts and sciences. Printed by W. Jackson, for the author, Oxford 1752, S. 8ff, Digitalisat.
  • Carolyn Dinshaw: Getting Medieval: Sexualities and Communities, Pre- and Postmodern. ISBN 0-8223-2365-6.
  • Cheryl Glenn: Popular Literacy in the Middle Ages. The Book of Margery Kempe. In: John Trimbur (Herausgeber): Popular Literacy. Studies in Cultural Practices and Poetics. University of Pittsburgh Press, Pittsburgh 2001.
  • Einat Klafter: Margery Kempe and the Late-Medieval Image Debates in England: The Curious Case of the Non-Animating Crucifix. In: Journal of Medieval History. Bd. 50 (2024), Heft 3, S. 333–352 (https://doi.org/10.1080/03044181.2024.2353137).
  • Karma Lochrie, The Book of Margery Kempe: The Marginal Woman’s Quest for Literary Authority. In: Journal of Medieval and Renaissance Studies 16, 1986, S. 33–55.
  • Verena E. Neuburger: Margery Kempe: a study in early English feminism (= European university studies. Serie 14: Anglo-Saxon language and literature. Band 278). Lang, Bern–Berlin–Frankfurt/M.–New York–Paris–Wien 1994, 1994, ISBN 3-906752-65-8.
  • Lynn Staley, Margery Kempe's Dissenting Fictions. Pennsylvania State University Press, University Park 1994, ISBN 0-271-01030-4.
  • Anthony Bale: Margery Kempe. A mixed life. Reaktion Books, London 2021, ISBN 978-1-78914-470-3.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelbelege[Bearbeiten]

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