Mariama Hima
Mariama Hima Yankori (* 20. Februar 1951 in Niamey) ist eine nigrische Anthropologin, Filmregisseurin, Diplomatin und Politikerin.
Leben[Bearbeiten]
Mariama Hima ist eine Cousine des Filmschauspielers Damouré Zika. Sie besuchte in ihrer Jugend den Filmklub des Centre Culturel Franco-Nigérien in Niamey und lernte die Regisseure Jean Rouch und Serge Moati kennen.<ref name="Paganini">Andréa Paganini: Cinémas en Afrique – 2/5: Jean Rouch, CINEMAFRIQUE. (PDF) Cinémas Indépendants Parisiens, Januar 2013, S. 17, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 19. Mai 2014; abgerufen am 19. Mai 2014 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Anfang der 1970er Jahre machte Hima in Niamey ihr Baccalauréat. Danach arbeitete sie für einige Monate ehrenamtlich im Nigrischen Nationalmuseum und entschloss sich zu einer Ausbildung als Museologin,<ref name="Portraits">Souley Moutari: Portraits des femmes pionnières du Niger. Mariama Hima Yankori : Un parcours atypique. In: Niger Diaspora. 13. Mai 2014, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 19. Mai 2014; abgerufen am 19. Mai 2014 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> die ihr Jean Rouch ermöglichte.<ref name="Paganini" /> Sie übersiedelte 1973 nach Frankreich und studierte an der École du Louvre Museologie, Soziologie und Anthropologie sowie parallel an der École des Hautes Études en Sciences Sociales Ethnolinguistik. Nach ihrer Maîtrise kehrte Hima zunächst nach Niger zurück.<ref name="Portraits" /> Dort drehte sie in den 1980er Jahren als Regisseurin eine Reihe von ethnographischen Kurzfilmen, die auf Filmfestivals gezeigt wurden.<ref>Nancy J. Schmidt: Sub-Saharan African Women Filmmakers. In: Kenneth W. Harrow (Hrsg.): With Open Eyes. Women and African Cinema. Rodopi, Amsterdam/Atlanta 1997, ISBN 90-420-0154-2, S. 178.</ref> In einer von der staatlichen Rundfunkanstalt ORTN produzierten Trilogie zeigte sie Handwerker in Niamey, die aus Abfall Produkte herstellen.<ref>Tahar Cheriaa (Hrsg.): Les Cinémas d’Afrique. Dictionnaire. Karthala, Paris 2000, ISBN 2-84586-060-9, S. 236–237.</ref> Als Mariama Hima ihren Film Falaw 1985 bei den Filmfestspielen von Venedig zeigte,<ref>Mariama Hima. In: Archivio Storico delle Arti Contemporanee. La Biennale di Venezia, 2006, ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 19. Mai 2014 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)</ref> traf sie dort auf Jean Rouch und Damouré Zika. Rouch improvisierte vor Ort mit Hima und Zika den Film Cousin, cousine, den sie zwei Jahre später in Niamey gemeinsam fertigstellten.<ref name="Paganini" /> Hima setzte ihre Studien in Frankreich fort. Sie machte ein Diplôme d’études approfondies in Visueller Anthropologie und ein Doktorat in Anthropologie.
Hima kehrte 1989 nach Niger zurück, wo sie im Nigrischen Nationalmuseum arbeitete. Im darauffolgenden Jahr übernahm sie zusätzlich in der staatlichen Verwaltung das Amt der nationalen Direktorin für Kultur. In dieser Funktion organisierte sie die 20-Jahr-Feier der Frankophonie und war mitverantwortlich für die erfolgreiche Kandidatur Nigers um die Abhaltung der 5. Spiele der Frankophonie im Jahr 2005.<ref name="Portraits" /> Von 1992 bis 1996 war sie Direktorin des Nigrischen Nationalmuseums.<ref>Abdourahmane Idrissa, Samuel Decalo: Historical Dictionary of Niger. 4. Auflage. Scarecrow, Plymouth 2012, ISBN 978-0-8108-6094-0, S. 332.</ref> Der durch einen Militärputsch an die Macht gekommene Staatschef Ibrahim Baré Maïnassara berief Hima überraschend in die Übergangsregierung.<ref name="Portraits" /> Dort war sie ab 1. Februar 1996 Staatssekretärin für soziale Angelegenheiten und Bevölkerung, zuständig für die Förderung von Frauen und Kindern.<ref name="Gouv">Gouvernement du président Ibrahim Maïnassara Barré. Gouvernement du Niger, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 27. September 2007; abgerufen am 19. Mai 2014 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Sie bemühte sich mit Erfolg um eine Aufwertung ihrer Agenden<ref name="Portraits" /> und wurde am 16. April 1996 Ministerin für soziale Entwicklung, Bevölkerung und Förderung von Frauen und Kindern. Diese Funktion übte sie bis 23. August 1996 aus,<ref name="Gouv" /> nachdem sie Baré Maïnassara zur Botschafterin Nigers in Frankreich ernannt hatte. Mariama Hima war die erste Frau in diesem Amt. Sie hatte die schwierige Aufgabe, ein durch einen Militärputsch an die Macht gekommenes Regime zu vertreten. Nach dem gewaltsamen Tod Baré Maïnassaras 1999 und der Rückkehr zu demokratischen Verhältnissen blieb sie Botschafterin in Paris, bis sie 2003 abberufen wurde. Im Ruhestand vom Staatsdienst ist sie als Beraterin für Nichtregierungsorganisationen tätig.<ref name="Portraits" />
Filmografie[Bearbeiten]
- 1984: Baabu Banza (Rien ne se jette)
- 1985: Falaw (L’aluminium)
- 1986: Toukou (Le tonneau)
- 1987: Katako (Les planches)
- 1994: Hadiza et Kalia<ref>Nancy J. Schmidt: Sub-Saharan African Women Filmmakers. In: Kenneth W. Harrow (Hrsg.): With Open Eyes. Women and African Cinema. Rodopi, Amsterdam/Atlanta 1997, ISBN 90-420-0154-2, S. 185.</ref>
Schriften[Bearbeiten]
- Rôle de la grand-mère dans la société zarma-songhoy: éducation à travers le conte. Mémoire diplôme. EHESS, Paris 1978.
- Étude filmique de l'artisanat de recupération au Niger. Thèse de doctorat. Université Paris 10, Paris 1989.
- L’éducation à travers le conte. In: Marie-Clotilde Jacquey (Hrsg.): Littérature nigérienne (= Notre librairie. Nr. 107). CLEF, Paris 1991, S. 38–40.
- Sagesse africain. La Table ronde, Paris 1998, ISBN 978-2-7103-0835-5.
Auszeichnungen und Ehrungen[Bearbeiten]
- Ritterkreuz und Großkomtur des französischen Ordre national du Mérite
- Komtur des französischen Ordre des Palmes Académiques<ref name="Portraits" />
- Prix des Trois mondes, Cinéma du Réel 1985 (für den Film Baabu Banza)<ref>Baabu Banza. In: Africadoc Network. Abgerufen am 19. Mai 2014 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Weblinks[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Hima, Mariama |
| ALTERNATIVNAMEN | Hima Yankori, Mariama (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | nigrische Anthropologin, Filmregisseurin, Diplomatin und Politikerin |
| GEBURTSDATUM | 20. Februar 1951 |
| GEBURTSORT | Niamey |
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- Anthropologe (20. Jahrhundert)
- Anthropologe (21. Jahrhundert)
- Museologe
- Ethnograph
- Filmregisseur
- Nigrischer Botschafter in Frankreich
- Frauenminister (Niger)
- Sozialminister (Niger)
- Künstler (Niger)
- Träger des französischen Nationalverdienstordens (Großoffizier)
- Träger des Ordre des Palmes Académiques (Komtur)
- Person (Niamey)
- Nigrer
- Geboren 1951
- Frau