Zum Inhalt springen

Mathias Reynard

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:Mathias Reynard (2020).jpg
Mathias Reynard (2020)

Mathias Reynard (* 7. September 1987 in Sitten; heimatberechtigt in Savièse) ist ein Schweizer Politiker (SP). Er war von 2011 bis 2021 Nationalrat. Seit dem 1. Mai 2021 ist er Mitglied des Staatsrats des Kantons Wallis, seit Mai 2025 für ein Jahr Staatsratspräsident des Kantons.

Biografie[Bearbeiten]

Mathias Reynards Mutter ist Krankenschwester, sein Vater Bodenleger.<ref>Mathias Reynard: «Il y a tant à faire pour que les lignes bougent» | Illustré. Abgerufen am 6. Dezember 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Er besuchte das Kollegium Les Creusets in Sitten, das er 2006 mit einer klassischen Matura abschloss. Er setzte sein Studium der Geisteswissenschaften an der Universität Lausanne fort (Französisch, Geschichte, Philosophie) und wurde ab September 2010 Lehrer an der Orientierungsschule von Savièse.<ref>Mathias Reynard. Abgerufen am 6. Dezember 2021.</ref> Mit seiner Wahl in die Walliser Regierung musste er seinen Lehrberuf beenden.<ref>Mathias Reynard range ses cahiers scolaires. Dès lundi, i... Abgerufen am 6. Dezember 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Er lebt in Savièse.

Politischer Werdegang[Bearbeiten]

Von 2005 bis 2009 war er Präsident der Jungsozialisten des französischsprachigen Wallis. 2009 wurde er Suppleant im Walliser Grossen Rat. Im selben Jahr wurde er Chefredaktor des Peuple Valaisan.

Im März 2011 wurde er nach dem Rücktritt von Anne-Christine Bagnoud Grossrat.

Nationalrat[Bearbeiten]

Bei den Schweizer Parlamentswahlen 2011 wurde er am 23. Oktober 2011<ref>Résultat. Abgerufen am 6. Dezember 2021.</ref> mit gerade einmal 24 Jahren in den Nationalrat gewählt und war damit der jüngste Abgeordnete der 49. Legislaturperiode. Bei der Eröffnungszeremonie der Legislaturperiode durfte er deshalb eine Ansprache halten.<ref>Eröffnung der 49. Legislatur. In: Amtliches Bulletin der Bundesversammlung. Parlamentsdienste, 5. Dezember 2011, abgerufen am 1. Januar 2026.</ref> Er nahm Einsitz in der Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur (WBK).

Im Jahr 2015 wurde er mit 33'469 Stimmen, dem zweitbesten Ergebnis des Kantons, erneut in den Nationalrat gewählt.<ref>Résultat. Abgerufen am 6. Dezember 2021.</ref> Dies ist ein Rekord für einen Sozialdemokraten im Wallis. Er sass erneut in der WBK und ab Dezember 2018 auch in der Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie (UREK).

2019 wurde Reynard mit 34'175 Stimmen als bester gewählter Vertreter des Kantons Wallis in den Nationalrat gewählt und war damit der erste Kandidat ausserhalb der Christdemokratie, dem dies gelungen war.<ref>Résultat. Abgerufen am 6. Dezember 2021.</ref> Er kandidierte auch für den Ständerat und belegte mit 36'323 Stimmen im ersten Wahlgang den dritten Platz, scheiterte jedoch im zweiten Wahlgang mit 1370 Stimmen an Marianne Maret, obwohl er im französischsprachigen Wallis 47'302 Stimmen erhielt (56 % der Stimmen im französischsprachigen Wallis).<ref>Résultat. Abgerufen am 6. Dezember 2021.</ref> In dieser Legislaturperiode präsidierte er ab dem 2. Dezember 2019 die WBK.

Am 26. Januar 2020 kündigte er seine Kandidatur – im Zweierteam mit Priska Seiler Graf – für das Präsidium der SP Schweiz an. Die Wahl zur Nachfolge von Christian Levrat sollte eigentlich Anfang April stattfinden, wurde aber aufgrund der COVID-19-Pandemie auf den Herbst 2020 verschoben. Am 19. Juni 2020 kündigte er an, auf die Wahl zu verzichten und sich stattdessen für die Wahl zum Walliser Staatsrat zu bewerben, die für März 2021 angesetzt war.<ref>Mathias Reynard renonce à la tête du PS, préférant le Conseil d'Etat valaisan. In: rts.ch. 15. Juni 2020, abgerufen am 6. Dezember 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Nach seiner Wahl in den Staatsrat des Kantons Wallis trat er per 31. Mai 2021 aus dem Nationalrat zurück. Bei seiner Verabschiedung im Nationalrat hob Nationalratspräsident Andreas Aebi die Schwerpunkte seiner Tätigkeit hervor: «Als Sekundarschullehrer in seiner Heimatgemeinde Savièse kennt er die Anliegen der jungen Menschen. Die Berufsbildung und generell ein gutes Bildungssystem sind denn auch ein wichtiges Thema seiner Politik. Als Gewerkschafter und Präsident des Walliser Gewerkschaftsbundes liegen ihm auch faire und gute Arbeitsbedingungen am Herzen. Weitere Schwerpunkte seiner politischen Tätigkeit sind unter anderem ein starker Service public, eine moderne Familienpolitik, ein ausgebauter öffentlicher Verkehr, der Schutz der Landschaft und der Kampf gegen Diskriminierung. In verschiedenen Dossiers konnte Mathias Reynard dank seiner Überzeugungskraft und Hartnäckigkeit Erfolge verbuchen, etwa beim Kampf gegen die Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung. Einer von ihm initiierten Gesetzesänderung stimmte das Schweizervolk letztes Jahr zu.»<ref>Mitteilungen des Präsidenten. In: Amtliches Bulletin der Bundesversammlung. Parlamentsdienste, 31. Mai 2021, abgerufen am 1. Januar 2026.</ref>

Vereinsmandate[Bearbeiten]

Mathias Reynard war Mitglied des Komitees der Alpen-Initiative und präsidierte ab 2016 das Präsidium des Vereins Hochspannungsleitungen in den Boden, der die Erdverlegung von Hochspannungsleitungen zum Ziel hat.

Er war zudem von 2018 bis 2021 Vorstandsvorsitzender des Schweizerischen Arbeiterhilfswerks Wallis und von 2013 bis zu seiner Wahl in den Staatsrat Präsident des Walliser Gewerkschaftsbundes.

Walliser Staatsrat[Bearbeiten]

In den kantonalen Wahlen 2021 wurde er in den Staatsrat des Kantons Wallis gewählt. Im zweiten Wahlgang am 28. März 2021 belegte er mit 49'094 Stimmen den dritten Platz,<ref>Staatsratswahlen 2021 (2. Wahlgang), Resultate. Abgerufen am 1. Januar 2026.</ref> nach einer Kampagne, die sich auf hundert aus einem partizipativen Prozess hervorgegangenen Vorschlägen konzentrierte.<ref>Rhône FM: Mathias Reynard défendra un programme issu d'un processus participatif. In: Rhône FM. Rhône FM, 12. Januar 2021, abgerufen am 6. Dezember 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Er ist seitdem Vorsteher des Departement für Gesundheit, Soziales und Kultur, das zuvor von Esther Waeber-Kalbermatten geführt wurde. Er ist der erste französischsprachige Sozialdemokrat in der Regierung und der jüngste seit über einem Jahrhundert. Im März 2025 wurde er für die Legislatur 2025–2029 wiedergewählt.<ref>Staatsrat Mathias Reynard, abgerufen am 14. Januar 2026.</ref> Seit Mai 2025 ist er für ein Jahr Walliser Staatsratspräsident.<ref>Legislatur 2025-2029 - Zusammensetzung und Aufteilung der Departe. In: bulletinvalaiswallis.ch, 20. März 2025.</ref>

Politische Positionen[Bearbeiten]

Mathias Reynard steht in seiner Partei eindeutig links, auf dem Gewerkschaftsflügel.<ref>Kandidat für SP-Spitze - Wer ist Mathias Reynard? 28. Januar 2020, abgerufen am 6. Dezember 2021.</ref> Laut der Journalistin Stéphanie Germanier (Le Nouvelliste) ist er ein bodenständiger Sozialdemokrat, der traditionelle und lokale Werte wie die Dialekte verteidigt.

Er ist bekannt für seinen Kampf gegen Diskriminierungen, insbesondere für LGBT-Rechte (Kampf gegen Homophobie<ref>Faut-il interdire l'homophobie au même titre que le racisme et l'antisémitisme? 17. Mai 2015, abgerufen am 6. Dezember 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>, der zu einer Ausweitung der Antirassismus-Strafnorm führte, und die Ehe für alle<ref>Le mariage pour tous en Suisse, un pas important vers l’égalité des droits. In: Le Temps. 12. April 2015, ISSN 1423-3967 (letemps.ch [abgerufen am 6. Dezember 2021]).</ref>), setzt sich aber auch für Lohngleichheit<ref>Suspense au National sur l'égalité salariale. In: Le Matin. 21. September 2018, ISSN 1018-3736 (lematin.ch [abgerufen am 6. Dezember 2021]).</ref>, Vaterschaftsurlaub<ref>64' le monde en français - 1re partie - EDITION DU 03/07/19 - PART 1. Abgerufen am 6. Dezember 2021.</ref> und Elternurlaub<ref>Congé parental, la prochaine grande bataille : débat entre Nicolas Jutzet, Mathias Reynard et Laura Bernardi. 4. Oktober 2020, abgerufen am 6. Dezember 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>, die Unterstützung von Kinderkrippen<ref>La politique familiale du Conseil fédéral contestée de tous bords. In: Le Temps. 11. Juni 2018, ISSN 1423-3967 (letemps.ch [abgerufen am 6. Dezember 2021]).</ref>, die Verteidigung des öffentlichen Dienstes<ref>Forum du 03.04.2019 -. In: RTS.ch. 3. April 2019, abgerufen am 6. Dezember 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>, eine für alle zugängliche Bildung<ref>Les bourses d'études se font de plus en plus rares en Suisse. 15. September 2014, abgerufen am 6. Dezember 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> oder die Buchpreisbindung ein.

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Mathias Reynard – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

Die Seite Vorlage:BoxenVerschmelzen/styles.css hat keinen Inhalt.

Vorlage:Hinweisbaustein