Mennigfarbiger Borstling
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| Mennigfarbiger Borstling | ||||||||||||
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| Datei:2012-01-09 Melastiza chateri (W.G. Sm.) Boud 195133.jpg
Mennigfarbiger Borstling (Melastiza chateri) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Melastiza chateri | ||||||||||||
| (W.G.Sm.) Boud. |
Der Mennigfarbige Borstling oder Rote Kurzhaar-Borstling (Melastiza chateri) ist ein Schlauchpilz aus der Familie der Feuerkissenverwandten.
Merkmale[Bearbeiten]
Makroskopische Merkmale[Bearbeiten]
Die ungestielten Fruchtkörper haben einen Durchmesser von 1–2, gelegentlich bis 3 cm. Sie sind scheibig ausgebreitet und flach schalen- bis schüsselförmig. Die Innenseite mit dem Hymenium ist mennigrot, rot oder orangerötlich, die Außenseite ist weichflaumig durch kurze, braune Haare. Die Konsistenz ist wachsig-brüchig.<ref name="Gerhardt" />
Mikroskopische Merkmale[Bearbeiten]
Die Schläuche sind zylindrisch, 260–290 Mikrometer lang und messen im Durchmesser 11–14 µm. Die ebenfalls zylindrischen und an der Spitze verdickten sterilen Zellfäden lassen sich mit Lugol grün anfärben. Die elliptischen, durchscheinenden Sporen sind 16–18 × 9–11 µm groß. Sie sind grob netzartig gemustert und haben an den Enden vorstehende Anhängsel.<ref name="Gerhardt" />
Artabgrenzung[Bearbeiten]
Melastiza scotica kommt im Gebirge vor und besitzt ein unvollständig netziges, noch groberes Sporenornament. Der Orangebecherling (Aleuria aurantia) besitzt keine Haare und wird bis zu 10 cm groß.<ref name="Gerhardt" /> Melastiza cornubiensis ist sehr ähnlich, hat dunklere Haare und ist mehr orange gefärbt.<ref name="Beug" />
Ökologie[Bearbeiten]
Der Mennigfarbige Borstling lebt saprophytisch und wächst vom Frühling bis zum Herbst gesellig auf sandigen oder lehmigen Stellen auf nackter Erde. Er ist in Mitteleuropa nicht häufig, aber weit verbreitet.<ref name="Gerhardt" />
Verbreitung[Bearbeiten]
Der Mennigfarbige Borstling findet sich in weiten Teilen Europas und Nordamerikas sowie in Japan und Australien.<ref name="EOL" /> Auch aus Island liegen Funde vor.<ref name="Hallgrímsson" />
Inhaltsstoffe[Bearbeiten]
In Fruchtkörpern des Mennigfarbigen Borstlings wurde ein Fucose-spezifisches Lektin nachgewiesen.<ref name="Ogawa" />
Systematik[Bearbeiten]
Der Mennigfarbige Borstling wurde 1872 von Worthington George Smith als Peziza chateri erstbeschrieben. 1907 wurde die Art von Jean Louis Émile Boudier zur Gattung Melastiza gestellt.<ref name="Index" /> Der tschechische Mykologe Jiří Moravec zweifelte die Eigenständigkeit der Art Melastiza cornubiensis an. Sollte sich die beiden Art wirklich als synonym erweisen, so hätte der Name Melastiza cornubiensis Vorrang.<ref name="Moravec" />
Literatur[Bearbeiten]
- Ewald Gerhardt: BLV Handbuch Pilze. 3. Auflage. BLV, München 2002, ISBN 3-405-14737-9, S. 586 (einbändige Neuausgabe der BLV Intensivführer Pilze 1 und 2).
Weblinks[Bearbeiten]
- Asturnatura: Makro- und mikroskopische Fotos
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references> <ref name="Index"> Melastiza chateri. In: Index Fungorum. Abgerufen am 24. November 2014.</ref> <ref name="EOL"> Melastiza chateri. In: Encyclopedia of Life. Abgerufen am 24. November 2014.</ref> <ref name="Beug"> Michael Beug, Alan E. Bessette, Arleen R. Bessette: Ascomycete Fungi of North America: A Mushroom Reference Guide. 1. Auflage. University of Texas Press, 2014, ISBN 978-0-292-75453-9 (online über Buchvorschau verfügbar).</ref> <ref name="Ogawa"> Shigeru Ogawa, Yumi Otta, Akikazu Ando, Yoshiho Nagata: A Lectin from an Ascomycete Mushroom, Melastiza chateri: No Synthesis of the Lectin in Mycelial Isolate. In: Bioscience, Biotechnology, and Biochemistry. Band 65(3), 2001, S. 686–689, doi:10.1271/bbb.65.686.</ref> <ref name="Moravec"> Jiří Moravec: Taxonomic revision of the genus Cheilymenia. 4. The section Paracheilymeniae. In: Mycotaxon. Band 44(1), 1992, S. 59–72 (Mycotaxon).</ref> <ref name="Gerhardt"> Ewald Gerhardt: BLV Handbuch Pilze. 3. Auflage. BLV, München 2002, ISBN 3-405-14737-9, S. 586 (einbändige Neuausgabe der BLV Intensivführer Pilze 1 und 2).</ref> <ref name="Hallgrímsson"> H. Hallgrímsson, G. G. Eyjólfsdóttir: Íslenskt sveppatal I. Smásveppir. (Checklist of Icelandic Fungi I. Microfungi). NÁTTÚRUFRÆÐISTOFNUN ÍSLANDS, 2004, ISSN 1027-832X, S. 194 (.pdf).</ref> </references>