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Merkur Group

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Merkur Group (Merkur.com AG)
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1957
Sitz Espelkamp
Leitung
  • Lars Felderhoff (Vorstandssprecher)
  • Manfred Stoffers
  • Dominik Raasch
  • Meik Sellenriek
  • David Schnabel
Mitarbeiterzahl 14.328<ref name="KA2024" />
Umsatz 2,770 Milliarden EUR<ref name="KA2024"> Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2024 bis zum 31.12.2024 der Merkur.com AG im Unternehmensregister. Abgerufen am 14. Juli 2026.</ref>
Branche Spielautomaten, Dienstleistungskonzepte, Sportwetten, Geldverarbeitungssysteme, Spielotheken, Spielbanken, Online-Gaming, Financial Services
Website merkur.group
Stand: 31. Dezember 2024
Gauselmann Familienstiftung
Bestehen 21. Dezember 2015
Stifter Paul Gauselmann und Familie
Sitz Espelkamp
Zweck Halten der Stimmanteile an der Merkur Group und deren Unternehmen
Vorsitz Michael Gauselmann (Vorsitzender)

Manfred Stoffers (stellvertretender Vorsitzender)
Jürgen Stühmeyer (Mitglied)
Janika Gauselmann (Mitglied)

Website Auszug des Stiftungsregisters NRW

Die Merkur Group (amtlich: Merkur.com AG; bis 2023: Gauselmann AG) ist ein Unternehmen der Glücksspiel-Branche mit Sitz in Espelkamp, das 1957 von Paul Gauselmann gegründet wurde. Das Unternehmen entwickelt, produziert und vertreibt Spielautomaten, betreibt Spielhallenketten und ist darüber hinaus in den Bereichen Sportwetten, Online-Gaming, Finanzdienstleistungen und Spielbanken tätig. Die Gruppe erzielte im Jahr 2024 mit 14.328 Mitarbeitenden einen Umsatz von 2,770 Milliarden EUR.<ref name="KA2024" />

Datei:MERKUR - Unternehmenstandort Lübbecke.jpg
Gebäude des Unternehmens in Lübbecke

Unternehmensgruppe[Bearbeiten]

Die Unternehmensgruppe ist seit 2016 eine Familienstiftung der vormaligen Inhaberfamilie Gauselmann.<ref>Andrea Frühauf: Der Chef bleibt an der Spitze. Abgerufen am 11. Juni 2021.</ref> Gründer der Unternehmensgruppe ist der 1934 geborene Paul Gauselmann, der bis Oktober 2024 auch Vorstandssprecher der Aktiengesellschaft war. Der Markenname, unter dem mehrere Unternehmen der Unternehmensgruppe auftreten, ist Merkur. Er wurde erstmals 1977 für den Spielautomaten Merkur B verwendet.<ref>Die Gauselmann-Gruppe In: Casinoverdiener. 2012, abgerufen am 12. September 2022.</ref><ref>Gregor Brunner: Die neue Doppelspitze auf dem Merkur. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 23. November 2024.</ref>

Die Merkur Group ist (Stand 31. Dezember 2023) an 241 Unternehmen beteiligt.<ref>Geschäftsbericht 2023. In: Northdata. Abgerufen am 16. Dezember 2025.</ref> Etwas mehr als die Hälfte der Unternehmen der Merkur Group hat den Firmensitz in Deutschland.<ref name="GB2020" />

Die Merkur Group ist an Spielbanken in Deutschland beteiligt<ref name="Gauselmann">Gauselmann-Gruppe übernimmt WestSpiel-Casinos. 30. Juli 2020, abgerufen am 7. August 2020.</ref><ref name="Stuke">Jörg Stuke: Das Casino wird kein Automatensaal, Neue Westfälische - Bad Oeynhausener Kurier, 22. Dezember 2021, S. 13</ref> und betreibt des Weiteren Spielbanken auf Kreuzfahrtschiffen.<ref name="Stuke" /> Darüber hinaus vermarktet und betreibt die Merkur Group auch Online-Casino-Lösungen, Online-Spiele und Sportwetten unter dem Dach der adp Merkur GmbH.

Geschichte[Bearbeiten]

Datei:Merkur B.jpg
Der Merkur B ist das erste selbstentwickelte Geldspielgerät von Paul Gauselmann, das 1977 auf den Markt kam. Den Namen Merkur wählte er, da 1977 das Jahr des Merkurs war, dem Gott der Händler und Kaufleute.

Der Firmengründer Paul Gauselmann arbeitete zunächst 1956 bei einem Spielautomatenimporteur in Coesfeld. Ab 1956 konstruierte er für Harting in Espelkamp elektronische Musik- und Zigarettenautomaten und leitete dort ab 1960 die Entwicklungsabteilung für Automaten.<ref name="tagesspiegel" />

Parallel dazu gründete er 1957 das Unternehmen. 1958 stieg sein Bruder Willi Gauselmann in das Geschäft ein und 1962 der Bruder Eugen Gauselmann. Das Unternehmen firmierte fortan unter dem Namen Gebrüder Gauselmann. 1964 gab Paul Gauselmann seine Arbeit bei Harting auf und konzentrierte sich vollständig auf seine Firma, die bereits 15 Mitarbeiter hatte. Das Geschäftsmodell war das Aufstellen von aus den Vereinigten Staaten importierten Musikautomaten in Gaststätten.<ref name="tagesspiegel" />

1970 begann der Vetrieb von Automaten von Fremdherstellern.<ref name="tagesspiegel" /> 1972 wurde mit der Entwicklung eigener Spielautomaten begonnen. 1974 eröffnete Gauselmann in Delmenhorst die erste Spielhalle mit dem Namen Casino Merkur-Spielothek.

Im Dezember 1976 erteilte die Physikalisch-Technische Bundesanstalt die Zulassung für Gauselmanns ersten Spielautomaten, der ab 1977 unter dem Namen Merkur B vertrieben wurde. Die Unternehmen der damaligen Gauselmann-Gruppe wurden 1980 in der Gauselmann AG zusammengefasst.<ref name="tagesspiegel" /> Seit 1986 ist Gauselmann außerhalb Deutschlands unter der Marke Merkur aktiv.<ref name="tagesspiegel" /> Im selben Jahr setzte die damalige Gauselmann-Gruppe bundesweit 650 Millionen Deutsche Mark um und hatte mehr als 3250 Vollzeitbeschäftigte sowie 69 Auszubildende.<ref>Gauselmann setzte 1987 ueber 700 Mill. DM um., Handelsblatt Nr. 21/1987, 1. Februar 1988, S. 17</ref>

1991 überschritt der Jahresumsatz erstmalig die Marke von einer Milliarde Deutsche Mark.<ref>Gauselmann-Gruppe. Kraeftiger Personalabbau. In: Handelsblatt. Nr. 187/1992, 28. September 1992, S. 1.</ref> 1999 wurde die Paul und Karin Gauselmann Stiftung gegründet, die als Förderer sozialer und kultureller Projekte auftrat.<ref name="WB1">Westfalen-Blatt (Hrsg.): 450.000 Euro für mehr als 225 Projekte – Die Paul und Karin Gauselmann-Stiftung zieht eine Bilanz der vergangenen zwei Jahre. In: Westfalen-Blatt – Lübbecker Kreiszeitung. 27. November 2021.</ref>

2005 entstand die Merkur Gaming GmbH, die innerhalb der Gauselmann-Gruppe die Entwicklung und den Vertrieb von Geldspielgeräten übernahm. Im Jahr 2013 stieg Gauselmann in den Spielbanken-Bereich ein.<ref>Wirtschaft Regional (Hrsg.): Gauselmann Gruppe erhält Zuschlag im Vergabeverfahren um die Spielbanken in Nordrhein-Westfalen, 21. Juli 2021, abgerufen am 12. September 2022.</ref> Im April 2014 berichtete das Nachrichtenmagazin Der Spiegel, dass eine Gruppe Krimineller zwei Monate zuvor in einer koordinierten Aktion eine Lücke in der Software der Merkur-Spielautomaten ausgenutzt hätte. Der entstandene Schaden habe „laut Brancheninsidern zehn Millionen Euro“ betragen.<ref>Michael Fröhlingsdorf: Glücksspiel: Beim Roulette gemolken. In: Der Spiegel. Heft 16, 14. April 2014, S. 47 ([1]).</ref> Die gesetzlichen Rahmenbedingungen zum Manipulationsschutz von Spielgeräten wurden seitdem dahingehend geändert, dass die Daten der Spielgeräte dauerhaft so aufgezeichnet werden müssen, dass sie jederzeit elektronisch auslesbar und vor Manipulationen geschützt sind.<ref>Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz: Spielverordnung, abgerufen am 12. September 2022.</ref> 2016 erhielt Gauselmann eine Genehmigung für den Betrieb von vier Spielbanken auf Kreuzfahrtschiffen der Reederei TUI Cruises.<ref name="tagesspiegel" /> Insgesamt produzierte Gauselmann bis 2017 über 2 Millionen Spielautomaten der Marke Merkur.<ref name="tagesspiegel" />

2020 wurde Gauselmann Hauptanteilseigner des Internetwettenanbieters Bede Gaming.<ref>contenteditor: Gauselmann acquires majority stake in Bede Gaming. In: iGB. 12. März 2020, abgerufen am 19. Januar 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Im Juli 2021 übernahm die Merkur Group die vier Westspiel-Casinos des Landes Nordrhein-Westfalen.<ref>Jörg Stuke: "Das Casino wird kein Automatensaal". In: Neue Westfälische. 23. Dezember 2021.</ref> 2021 betrieb Merkur europaweit über 800 Spielhallen, davon etwa die Hälfte in Deutschland.<ref>Joern Spreen-Ledebur: Gauselmann begrüßt Wiedereröffnung von Spielhallen, Neue Westfälische, 11. Mai 2020, abgerufen am 12. September 2022</ref> Zum 27. April 2022 eröffnete das Unternehmen die ersten in Deutschland lizenzierten Online-Spielotheken JackpotPiraten und BingBong auf Basis einer Erlaubnis durch den Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021).<ref>Whitelist: Übersicht der erlaubten Glücksspielanbieter | GGL – Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (AöR). Abgerufen am 7. November 2025.</ref>

Zum 1. Oktober 2024 ging Unternehmensgründer Paul Gauselmann in den Ruhestand. Sein Nachfolger als Vorstandssprecher wurde Lars Felderhoff. Den Aufsichtsrats- und Stiftungsvorsitz übernahm sein Sohn Michael.<ref>Glücksspiel-Pionier Gauselmann geht nach 67 Jahren in Rente. In: Online-Ausgabe der FAZ. 27. September 2024, abgerufen am 29. September 2024.</ref> Am Jahresbeginn 2024 wurde die Gauselmann AG in Merkur.com AG umbenannt.<ref>Gauselmann heißt nun Merkur | MERKUR GROUP. Abgerufen am 2. Januar 2024.</ref> Zum 1. Juli 2025 übernahm die Merkur Group die Spielbanken in Niedersachsen von Casino Austria International.<ref>Stephanie Giesecke: Neuer Betreiber bringt Veränderungen. In: Wolfsburger Nachrichten. 6. November 2025.</ref> Im September 2025 kaufte die Merkur Group die amerikanische Software-Gamesfirma Gaming Arts auf.<ref>Glücksspielfirma Merkur kauft amerikanische Gamesfirma. In: Die Welt. 24. September 2025.</ref> Gründer Paul Gauselmann starb am 21. August 2026 im Alter von 91 Jahren.<ref>Glücksspiel: Merkur-Gründer Paul Gauselmann tot. In: Der Spiegel. 21. August 2026, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 23. August 2026]).</ref><ref>Der Spielemacher | MERKUR GROUP. In: merkur.group. 21. August 2026, abgerufen am 14. September 2026.</ref>

Auftritt als Sponsor[Bearbeiten]

Die Merkur Group ist bundesweit im Sponsoring aktiv. Die Gruppe hat die Namensrechte am Stadion Merkur Spiel-Arena, in dem Fortuna Düsseldorf seine Heimspiele austrägt und unterstützt verschiedene Vereine des deutschen Profifußballs, darunter RB Leipzig, DSC Arminia Bielefeld und FC Schalke 04.<ref>Jessie Sale: Merkur new sponsor of RB Leipzig. In: SBC News. 21. August 2024, abgerufen am 27. Oktober 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Neue Westfälische: Partnerschaft zwischen Arminia Bielefeld und Gauselmann AG um drei Jahre verlängert. Abgerufen am 19. Januar 2023.</ref><ref>Zum Saisonstart: Merkur Group aus Espelkamp wird neuer Sponsor des FC Schalke 04. In: Neue Westfälische. 1. August 2025, abgerufen am 27. Oktober 2025.</ref> Neben dem Sport ist die Merkur Group Partner mehrerer Festivals in Deutschland wie dem Parookaville.<ref>Inga-Maria Glahn: Diese Marken dominieren den Festival-Sommer. In: absatzwirtschaft. 30. Mai 2024, abgerufen am 27. Oktober 2025.</ref><ref>Nicolai Cleve: "Enjoy the game": Merkur mit besonderem Give-away. In: games & business. 18. Juli 2025, abgerufen am 27. Oktober 2025.</ref> Seit April 2026 ist Merkur für zehn Jahre Sponsor der Merkur Ostseehalle in Kiel.<ref>Merkur Ostseehalle in Kiel: Der traditionsreiche Name kehrt zurück. In: kn-online.de. 13. März 2026, abgerufen am 13. März 2026.</ref>

Kritik[Bearbeiten]

Bauliche Veränderungen an Spielautomaten[Bearbeiten]

Von August 2004<ref>Jörg Schmitt: Glaubwürdigkeit verspielt? In: Der Spiegel. 12. Dezember 2004, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 19. Januar 2023]).</ref> bis März 2009 mit einer Unterbrechung von Februar bis Juli 2007<ref>Weisung vom General. In: Der Spiegel. 15. Juli 2007, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 19. Januar 2023]).</ref> ermittelte die Staatsanwaltschaft Augsburg und später die Staatsanwaltschaft Bielefeld gegen fünf Unternehmen der Merkur Group wegen des Verdachts der Manipulation von Spielautomaten für ungleiche Gewinnchancen.<ref>Geheimnis im Goldpokal. Abgerufen am 19. Januar 2023.</ref> Die Physikalisch-Technische Bundesanstalt stellte bis zum 7. Januar 2007 keine nachträglichen baulichen Veränderungen an den von ihr untersuchten Gauselmann-Automaten fest, die den Spielerschutz betroffen hätten.<ref>Gewährleistung des Spielerschutzes bei Geldspielgeräten. Abgerufen am 19. Januar 2023.</ref> Eine externe Steuerung von Gewinnauszahlungen wurde nicht nachgewiesen.<ref>Michael Fröhlingsdorf: Dressierte Schimpansen. In: Der Spiegel. 18. Januar 2009, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 19. Januar 2023]).</ref> Am 26. März 2009 wurden die Ermittlungen eingestellt.<ref>Mindener Tageblatt: Nachrichten für Minden, Porta Westfalica, Petershagen und Hille. Abgerufen am 19. Januar 2023.</ref>

Parteispenden[Bearbeiten]

Im Februar 2011 berichtete die Süddeutsche Zeitung in zwei Artikeln,<ref>Hans Leyendecker, Norbert Ott, Peter Richter: Dubiose Parteispenden aus Glücksspielkonzern. Abgerufen am 19. Januar 2023.</ref><ref>Hans Leyendecker: Clever, sehr clever! Zu clever? Abgerufen am 19. Januar 2023.</ref> dass es von Seiten der Merkur Group zu unerlaubten Parteispenden an Union, SPD, FDP und Grüne gekommen sei. Die Staatsanwaltschaft Bielefeld nahm daraufhin Ermittlungen auf. Laut SZ soll Paul Gauselmann große, offenlegungspflichtige Parteispenden gestückelt und im Namen seiner Führungskräfte in kleinen Beträgen an Abgeordnete verschickt haben, um so die Veröffentlichung der Spenden in den Rechenschaftsberichten der Parteien zu umgehen. In Jahren mit Bundestagswahlen sollen bis zu 70.000 Euro, in anderen Jahren bis zu 50.000 Euro geflossen sein. In Summe habe die Merkur Group von 1990 bis 2010 mehr als eine Million Euro an verschiedene Parteien gespendet. Die Staatsanwaltschaft Bielefeld konnte keine Anhaltspunkte für die Anschuldigungen finden und stellte die Ermittlungen gegen Gauselmann im April 2011 ein.<ref>Spielhallenbetreiber Gauselmann von Betrugsverdacht entlastet. Abgerufen am 19. Januar 2023.</ref>

Im September 2012 wurde der Merkur Group vorgeworfen, zu überhöhten Preisen Gesellschafteranteile von zwei Tochterunternehmen der FDP erworben zu haben und so eine undeklarierte Parteispende getätigt zu haben.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.ARD: Die Einflüsterer (Memento vom 23. August 2012 im Internet Archive), Mo, 10. September 2012, 21:45 Uhr.</ref> In einer Erwiderung des Unternehmens wurde der Kaufpreis in Höhe von 1,3 Mio. Euro als angemessen in Relation zum Gewinn der Beteiligungen bezeichnet.<ref>Gauselmann zu Parteispenden: Wir haben nichts zu verbergen. Abgerufen am 19. Januar 2023.</ref> Die Bundestagsverwaltung erklärte nach einer Prüfung des Vorgangs, der Verdacht einer verdeckten Spendenzahlung sei unbegründet.<ref>Deutscher Bundestag, Pressemitteilung vom 6. Dezember 2012: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Bundestagsverwaltung: Verdacht einer verdeckten Spendenzahlung an die FDP unbegründet (Memento vom 9. Dezember 2012 im Internet Archive)</ref>

Haltung zur Spielsucht[Bearbeiten]

In der Talkrunde Menschen bei Maischberger erläuterte Vorstandsvorsitzender Paul Gauselmann 2012, dass es für Spielsüchtige nichts bringe, sich in Casinos für die Teilnahme sperren zu lassen. Vielmehr würden diese dann auf das Internet ausweichen.<ref>„Maischberger“: Wenn spielsüchtige Prominente all ihr Geld verzocken. In: Die Welt. 24. Oktober 2012, abgerufen am 19. Januar 2023.</ref>

Bei der Eröffnung einer Fachmesse in 2014 sagte Gauselmann: „In allen Kinderzimmern wird genauso geballert wie an unseren Automaten“.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Pfitzner, Florian: Gastauftritt bei Gauselmann - Kubicki verharmlost Gefahren der Spielsucht. In: Mindener Tageblatt - Blog. Beitrag vom 14. Januar 2014 (Memento vom 29. November 2014 im Internet Archive)</ref>

Paradise Papers[Bearbeiten]

Auf Basis der Recherchen in den Paradise Papers wurde 2017 der Vorwurf erhoben, dass eine zur Merkur Group gehörende Tochterfirma auf der Isle of Man Lizenzen für Online-Casinos angeboten hätte, deren Nutzung in Deutschland illegal sei. Auch Verschleierungsvorwürfe zum Zweck der Steuerverkürzung wurden erhoben.<ref>Nina Kallmeier: Gauselmann: Halten uns ans Gesetz | NOZ. 6. November 2017, abgerufen am 19. Januar 2023.</ref> Beide Vorwürfe wurden durch die Merkur Group zurückgewiesen. Zu einer Strafverfolgung kam es nicht.<ref>Gauselmann AG - www.gauselmann.de: Gauselmann. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 15. November 2017; abgerufen am 19. Januar 2023.</ref>

Sicherheitslücke Online-Casinos[Bearbeiten]

Im März 2025 wurde eine Sicherheitslücke in den drei von Tochtergesellschaften der Merkur AG betriebenen Online-Casinos bekannt. Durch eine öffentlich zugängliche GraphQL-Schnittstelle waren personenbezogene Daten von über 800.000 Spielern ungeschützt zugänglich.<ref name=":0">Nico Ernst: Online-Casinos wie „Slotmagie“ nach Datenverlust offline. In: Heise online. 15. März 2025, abgerufen am 15. März 2025.</ref> Die Tochtergesellschaften nutzten Casinosoftware der maltesischen Firma the mill adventures, die von der Sicherheitsforscherin Lilith Wittmann untersucht wurde.<ref>Lilith Wittmann: Casinonutzer der Merkur-Gruppe verlieren nicht nur ihr Geld sondern auch ihre Daten. In: Medium. 21. März 2025, abgerufen am 29. Juli 2025.</ref> Nach Aufdeckung der Lücke setzte die Merkur Group die Spielmöglichkeiten auf den drei betroffenen Plattformen aus und schloss die Lücken.<ref name=":1">Niklas Jan Engelking: Nach Merkur-Datengau: Weitere Online-Casinos mit „The Mill“-Software offline. In: Heise online. 23. März 2025, abgerufen am 29. Juli 2025.</ref><ref>Sicherheitslücke bei Merkur. In: Computer Bild. Nr. 825, 4. April 2025, S. 24.</ref> Wittmann gab an, neben den drei legalen und gemeldeten Online-Casinos auch illegal betriebene Instanzen auf Servern des Dienstleisters gefunden zu haben, die inzwischen durch diesen abgeschaltet wurden.<ref name=":0" /><ref name=":1" />

Literatur[Bearbeiten]

  • Barbara Dickmann: Der Spielemacher: Paul Gauselmann, die Biographie; erzählt von Barbara Dickmann, Econ, Berlin 2017, ISBN 978-3-430-20246-6

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Merkur Group – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references responsive> <ref name="tagesspiegel"> Tagesspiegel (Hrsg.): 1957 - 2017: 60 Jahre Gauselmann Gruppe / Vom Feierabend-Unternehmer in 60 Jahren zum Branchenprimus, 13. Juni 2017, abgerufen am 12. September 2022 </ref> <ref name="GB2020">Geschäftsbericht 2020 der Gauselmann-Gruppe (online)</ref> </references>

Koordinaten: 52° 22′ 24,8″ N, 8° 37′ 51,6″ O

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