Michaela Wiegel
Michaela Wiegel (* 1968)<ref name="Spiegel" /> ist eine deutsche Journalistin.
Leben[Bearbeiten]
Nach dem Abitur in Bremerhaven 1987 studierte Wiegel Politische Wissenschaften, Geschichte und Philosophie.<ref name="echo" /><ref name="FAZ" /> Nach dem Diplom des Institut d’Etudes Politiques de Paris („Sciences Po“) 1993 erwarb Wiegel an der Harvard University (als McCloy Scholar der Studienstiftung des deutschen Volkes) 1995 einen Master of Public Administration (MPA) an der Kennedy School of Government.<ref name="FAZ">FAZ Redaktion, http://www.faz.net/redaktion/michaela-wiegel-11104455.html</ref>
Michaela Wiegel ist verheiratet und hat vier Kinder.<ref name="echo">Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Das Robert-Goldmann-Stipendium der Stadt Reinheim geht 2013 an Michaela Wiegel ( vom 11. Januar 2015 im Webarchiv archive.today)</ref>
Journalistische Tätigkeit[Bearbeiten]
Als Schülerin schrieb Wiegel einen Beitrag für die Nordsee-Zeitung, nach dem Abitur fing sie dort als Volontärin an, später als Redakteurin. 1995 trat sie als Redakteurin in die politische Nachrichtenredaktion der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ein. 1997 erregte sie Unmut in einem Satz über Malcolm Rifkind:<ref name="Spiegel">Rudolf Augstein: Nichts da, sie wird verbrannt. In: Der Spiegel, 3. März 1997.</ref> „Als habe ihn seine Rede nicht ganz überzeugt, schloß der Jude Rifkind – ironisch apologetisch – mit dem deutsch hervorgebrachten Lutherwort …“<ref>Christopher Story: The European Union collective. Enemy of its member states. A study in Russian and German strategy to complete Lenin’s world revolution. Edward Harle, 2002. ISBN 978-1-899798-01-8, S. 246.</ref> Diese Begebenheit wurde im englischsprachigen Raum deutlich stärker rezipiert als im deutschsprachigen.<ref>Melvin J. Lasky: The Language of Journalism: Newspaper culture. Volume one. Transaction Publishers, 2002, ISBN 978-1-4128-3755-2, S. 248 ff.</ref>
Seit Februar 1998 berichtet sie als politische Korrespondentin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung für Frankreich aus Paris. Ihre Beiträge befassen sich unter anderem mit dem französischen Fußball.<ref>Jochen Müller: Von Kampfmaschinen und Ballkünstlern: Fremdwahrnehmung und Sportberichterstattung im deutsch-französischen Kontext. Eine Presse- und Fernsehanalyse. Röhrig Universitätsverlag, 2004, ISBN 978-3-86110-366-0, S. 554 f.</ref> Über einen langjährigen Zeitraum vor und nach der Jahrtausendwende recherchierte und publizierte Wiegel zur Leuna-Affäre.<ref>Ulrich Lappenküper: Mitterrand und Deutschland. Die enträtselte Sphinx. Walter de Gruyter, 2011, ISBN 978-3-486-71232-2, S. 333.</ref> 2006 verfasste sie einen Beitrag über die Präsidentschaftskandidatin Ségolène Royal für EMMA.
Ende 2011 war Wiegel neben Andrea Nahles Podiumsteilnehmerin einer Diskussionsrunde der Friedrich-Ebert-Stiftung in Berlin zum Thema Vorwahlen als Bürgerbeteiligung.<ref>Offene Vorwahlen der Parti Socialiste in Frankreich. Ankündigung auf der Webpräsenz des DGAP e. V.</ref> Im Februar 2012 nahm sie an einer Gesprächsrunde mit Hubert Védrine, Laurent Joffrin und Ruolin Zheng teil, die von arte aufgezeichnet wurde.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Video auf den Webseiten von arte.tv ( des Vorlage:IconExternal vom 17. Januar 2015 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref>
Anlässlich des Jubiläums „50 Jahre Élysée-Vertrag“ und des dafür ausgerufenen Deutsch-Französischen Jahres war Wiegel bei vielen Festveranstaltungen als Expertin für die deutsch-französischen Beziehungen geladen. Bei der Verleihung des Deutsch-Französischen Journalistenpreises im Juni 2012 diskutierte sie mit Alfred Grosser und Daniel Cohn-Bendit über den Élysée-Vertrag und die Eurokrise;<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Videomitschnitt der Podiumsdiskussion ( des Vorlage:IconExternal vom 11. Januar 2015 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., Mediathek des Saarländischen Rundfunks</ref> im November desselben Jahres dann im Goethe-Institut Paris mit Jean-Louis Bianco, Matthias Fekl und Günter Gloser über die deutsch-französische Zusammenarbeit (Moderation Hélène Miard-Delacroix).<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Einladung im Magazin ParisBerlin. ( vom 17. Januar 2015 im Internet Archive) 6. November 2012.</ref>
Im Januar 2013 schrieb Wiegel einen Artikel für das Frankreich-Dossier der Bundeszentrale für politische Bildung;<ref>Und morgen bist du Präsident! Bildung und Struktur der politischen Elite in Frankreich.</ref> Ende desselben Monats, bei einem Festakt des Senats und des Institut français im Bremer Rathaus, nahm sie mit Willi Steul und Daniel Vernet an der Podiumsdiskussion teil.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Ankündigung auf der offiziellen Website des Jubiläums ( vom 3. April 2013 im Internet Archive), abgerufen am 11. Januar 2015.</ref> Im September 2013 gehörte Wiegel neben Angelica Schwall-Düren und Christophe Braouet zu den Diskussionsteilnehmern des 58. Jahreskongresses der Vereinigung Deutsch-Französischer Gesellschaften für Europa e. V. in Bonn.
Anfang 2014 thematisierte Wiegel in einem Artikel für die FAZ die Mitschuld Frankreichs am Völkermord in Ruanda.<ref>Marcus Klöckner: Völkermord in Ruanda: „Ein politischer Kollateralschaden“. Gespräch mit dem Afrikaexperten Werner Ruf auf Telepolis</ref><ref>9Punkt – die Debattenrundschau vom 17. April 2014, abgerufen auf perlentaucher.de am 11. Januar 2015.</ref> Ende April 2014 moderierte sie eine Diskussionsveranstaltung zum „Gedenkjahr 2014“ im Palais Beauharnais in Paris, an der neben Jean-Jacques Becker und Arndt Weinrich Frank-Walter Steinmeier und sein französischer Amtskollege Laurent Fabius teilnahmen.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Bericht des Auswärtigen Amtes ( vom 11. Januar 2015 im Internet Archive)</ref> Nach dem Tod von Frank Schirrmacher wurde Wiegel als mögliche Nachfolgerin für seinen Posten genannt.<ref>Robert Vernier: Herz für die Künste. In: FOCUS Magazin Nr. 36 (2014).</ref>
Ihre Darstellung des politisch schwächelnden französischen Präsidenten François Hollande im Vergleich zur starken deutschen Kanzlerin Angela Merkel im Sommer 2014 wurde im Ausland aufmerksam verfolgt.<ref>Alison Smale, Liz Alderman: Growing Imbalance Between Germany and France Strains Their Relationship. Artikel der New York Times vom 21. September 2014.</ref> Im November 2014 war Wiegel in der Akademie der Konrad-Adenauer-Stiftung Berlin mit Hans-Gert Pöttering und Valéry Giscard d’Estaing im Gespräch über „Das Europa von morgen“.<ref>Einladung auf der Webpräsenz der KAS</ref>
Anfang 2018 widmete sich Wiegel einem aktuellen Geschehnis in Frankreich, der Affäre um den ehemaligen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy und die mutmaßlichen Geldspenden des libyschen Diktators Muammar al-Gaddafi zur Unterstützung von Sarkozys Präsidentschaftswahlkampf der Jahre 2006/2007.<ref>Wiegel, Michaela: Illegale Wahlkampf-Spenden: Frankreichs früherer Präsident Sarkozy in Polizeigewahrsam, Frankfurter Allgemeine Zeitung, http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/frankreichs-ex-praesident-nicolas-sarkozy-in-polizeigewahrsam-15503053.html, 20. März 2018.</ref>
2018 veröffentlichte Michaela Wiegel zusammen mit dem Frankreich-Korrespondenten der ARD, Mathias Werth, und mit der Journalistin Kathrin Wildhagen zwei lange Dokumentationsfilme über Frankreichs neuen Präsidenten Emmanuel Macron: „Monsieur Macron – Ein Jahr, eine Bilanz“ (ARD) und „Der Präsident – Macron bewegt Frankreich“ (Phoenix).
Ehrungen[Bearbeiten]
- 2012: Ritterin der Ehrenlegion<ref>Décret du 13 juillet 2012 portant promotion et nomination, JORF n°0163 du 14 juillet 2012 page 11564 texte n° 4, auf: legifrance.gouv.fr (französisch).</ref>
- 2013: Robert-Goldmann-Stipendium der Stadt Reinheim (5.000 Euro) für ihr Projekt „Wandlungen in der jüdischen Bevölkerung Frankreichs“.
Werke[Bearbeiten]
- Nicolas Sarkozys Deutschlandbild. In: Frank Baasner (Hrsg.): Frankreich Jahrbuch 2009. Französische Blicke auf das zeitgenössische Deutschland. Springer-Verlag, 2010, ISBN 978-3-531-17348-1, S. 55 ff.
- Massimo Nava, Sophie Pedder, José Font Marti, Michaela Wiegel: Désirs de France: Quinze correspondants de la presse internationale nous regardent et interrogent notre avenir. Editions Michalon, 2007, ISBN 9782841863860 (Die Wünsche Frankreichs: Fünfzehn Korrespondenten der internationalen Presse beobachten und hinterfragen unsere Zukunft)
- Vertrauliches Nebeneinander. In: Werner Weidenfeld: Reformen kommunizieren: Herausforderungen an die Politik. Verlag Bertelsmann-Stiftung, 2007, ISBN 978-3-89204-910-4, S. 70 ff.
- Armeniens Anwalt an der Seine: Chiracs juristischer Berater Patrick Devedjian. In: Huberta von Voss (Hrsg.): Porträt einer Hoffnung--die Armenier. Lebensbilder aus aller Welt. Verlag Hans Schiler, 2005, ISBN 978-3-89930-087-1, S. 259 ff.
Weblinks[Bearbeiten]
- FAZ.net: Linkliste zu ihren Artikeln
Einzelnachweise[Bearbeiten]
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| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Wiegel, Michaela |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Journalistin |
| GEBURTSDATUM | 1968 |