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Mitomycin C

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Strukturformel
Datei:Mitomycin 2.svg
Allgemeines
Freiname Mitomycin
Andere Namen

[(1aS,8S,8aR,8bS)-6-Amino-8a-methoxy-5-methyl-4,7-dioxo-1,1a,2,4,7,8,8a,8b-octahydroazirino[2,3:3,4]pyrrolo[1,2-a]indol-8-ylmethyl]carbamat

Summenformel C15H18N4O5
Kurzbeschreibung

blau-violettes geruchloses Pulver<ref name="roth">Datenblatt Mitomycin C (PDF) bei Carl RothVorlage:Abrufdatum</ref>

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 200-008-6
ECHA-InfoCard 100.000.008
PubChem 5746
ChemSpider 5544
DrugBank DB00305
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Arzneistoffangaben
ATC-Code

L01DC03

Wirkstoffklasse

Zytostatika

Eigenschaften
Molare Masse 334,33 g·mol−1
Schmelzpunkt

>360 °C<ref name="roth" />

pKS-Wert

10,9<ref name="römpp">Eintrag zu Mitomycine. In: Römpp Online. Georg Thieme VerlagVorlage:Abrufdatum</ref>

Löslichkeit

8,4 mg/ml in Wasser; löslich auch in Aceton und Methanol<ref name="römpp" />

Sicherheitshinweise
Bitte die Befreiung von der Kennzeichnungspflicht für Arzneimittel, Medizinprodukte, Kosmetika, Lebensmittel und Futtermittel beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="GESTIS">Eintrag zu Mitomycin C in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>
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Gefahr

H- und P-Sätze H: 300​‐​351
P: 201​‐​202​‐​264​‐​270​‐​280​‐​301+310<ref name="GESTIS" />
Toxikologische Daten

30 mg·kg−1 (LD50, Ratte, oral)<ref name="GESTIS" />

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Mitomycin C, häufig nur als Mitomycin bezeichnet, ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der Mitomycine und wird als Zytostatikum verwendet.<ref>Mitomycine. In: spektrum.de, Lexikon der Biologie. 27. März 2014, abgerufen am 4. Mai 2015.</ref> Es gehört zu den sogenannten Tumorantibiotika.<ref>Eberhard Aulbert, Wiebke Nehls: Palliative internistisch-onkologische Tumortherapie. In: Eberhard Aulbert, Friedemann Nauck, Lukas Radbruch (Hrsg.): Lehrbuch der Palliativmedizin. Schattauer, Stuttgart 1997. 3., aktualisierte Auflage: 2012, ISBN 978-3-7945-2666-6, S. 633–663, hier: S. 644.</ref>

Einführung[Bearbeiten]

Mitomycin C ist ein Antibiotikum und wurde 1958 aus Streptomyces caespitosus isoliert. Es ist wirksam gegenüber gram-positiven Bakterien und einigen Viren. Heute wird es nur noch als Zytostatikum eingesetzt.

Pharmakologie[Bearbeiten]

Wirkungsmechanismus[Bearbeiten]

Nach einer enzymatischen Aktivierung hemmt es die DNA-Synthese. Mitomycin C interkaliert zwischen zwei Strängen der DNA. In der Folge werden die DNA-Stränge kovalent miteinander verbunden, sodass eine Dissoziation der DNA-Stränge, wie sie zur Replikation bzw. auch zur Transkription benötigt wird, nicht mehr möglich ist. Als Folge der häufig für die Zelle irreparablen DNA-Schäden wird nach Aktivierung bestimmter Signalkaskaden ein Arrest des Zellzyklus mit folgender Apoptose ausgelöst.

Aufnahme und Verteilung im Körper (Pharmakokinetik)[Bearbeiten]

Nach intravenöser Gabe finden sich hohe Konzentrationen von Mitomycin C in Niere, Muskel, Herz, Lunge, Zunge, Galle und Urin. Die Substanz wird schnell in der Leber, Niere, Milz und im Herzen durch Enzyme inaktiviert. Die Ausscheidung erfolgt hauptsächlich über die Niere.

Unerwünschte Wirkungen (Nebenwirkungen)[Bearbeiten]

Häufige Nebenwirkungen

Nebenwirkung Index
Knochenmarksschädigung 1
Haut-Nekrosen 3
Hautausschlag 1
Haarausfall 0
Schleimhautentzündung 0
Übelkeit + Erbrechen 1
Leberschädigung 0
Schädigung des Herzens 1
Allergie 0
Lungenfibrose 2
Nierenschädigung 2
Schädigung des ZNS 0
Periphere Neuropathie 0

0 = sehr sanft oder sehr selten; 1 = gelegentlich, aber nicht schwerwiegend; 2 = bedeutsam; 3 = schwerwiegend oder häufig

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten[Bearbeiten]

  • Die Kombination mit Vinca-Alkaloiden und Bleomycin verstärkt die lungenschädigende Wirkung.
  • Die gleichzeitige Gabe von Doxorubicin und Mitomycin C verstärkt die herzschädigende Wirkung des Doxorubicins.
  • Vitamin-B6-Gabe führt zu Wirkungsverlusten von Mitomycin C.

Anwendungsgebiete (Indikationen)[Bearbeiten]

Weiterhin erfolgt die Anwendung nach bestimmten chirurgischen Eingriffen am Auge zwecks Vorbeugung von Narbenbildung (Rezepturarzneimittel, phosphatgepufferte Augentropfen).<ref>Augenerkrankungen operativ behandeln. pharmazeutische-zeitung.de; abgerufen am 3. Januar 2017.</ref><ref>DAC / NRF, 2012.</ref>

Gegenanzeigen (Kontraindikationen)[Bearbeiten]

  • Verminderte Knochenmarkfunktionen
  • Blutungsneigung
  • Leber-, Lungen- und Nierenschäden
  • schlechter Allgemeinzustand
  • bekannte Überempfindlichkeit gegen Mitomycin C

Analytik[Bearbeiten]

Zur Therapiekontrolle und zur Minimierung unerwünschter Arzneimittelwirkungen stehen Verfahren zur sicheren Quantifizierung von Mitomycin C in unterschiedlichen Matrices zur Verfügung. Zur Anwendung kommen, nach adäquater Probenvorbereitung, Kombinationen chromatographischer Trennverfahren mit der Massenspektrometrie.<ref>Y. Tang, S. Zhang, X. Li, X. Sun, N. Wen, M. Yu, L. Peng, J. Li, Z. Li, B. Li: Determination of mitomycin C in rabbit plasma by ultra-high performance liquid chromatography-tandem mass spectrometry. In: Se Pu, Februar 2012, 30(2), S. 154–159 (chinesisch); PMID 22679829</ref><ref>A. Navarrete, E. G. Armitage, M. Musteanu, A. García, A. Mastrangelo, R. Bujak, P. P. López-Casas, M. Hidalgo, C. Barbas: Metabolomic evaluation of Mitomycin C and rapamycin in a personalized treatment of pancreatic cancer. In: Pharmacol Res Perspect., Dezember 2014, 2(6), S. e00067. PMID 25505613</ref>

Handelsnamen[Bearbeiten]

Monopräparate
Amétycine (D), Mitem (D), Urocin (D), Mito-medac (D), diverse Generika (D, A)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein