Zum Inhalt springen

Mollugogewächse

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Molluginaceae)

Die Seite Vorlage:Taxobox/styles.css hat keinen Inhalt.

Mollugogewächse
Datei:Mollugo verticillata.jpg

Mollugo verticillata

Systematik
Unterabteilung: Samenpflanzen (Spermatophytina)
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Eudikotyledonen
Kerneudikotyledonen
Ordnung: Nelkenartige (Caryophyllales)
Familie: Mollugogewächse
Wissenschaftlicher Name
Molluginaceae
Bartl.

Die Mollugogewächse (Molluginaceae) sind eine Familie in der Ordnung der Nelkenartigen (Caryophyllales) innerhalb der Bedecktsamigen Pflanzen (Magnoliopsida).

Beschreibung[Bearbeiten]

Datei:Aquatic and wetland plants of southwestern United States (Page 874) BHL3347338.jpg
Illustration aus Aquatic and wetland plants of southwestern United States, S. 874 von Glinus lotoides
Datei:Jharasi (Marathi- झरसी) (3623648057).jpg
Habitus, Laubblätter und Blüten von Glinus oppositifolius
Datei:Glinus oppositifolius (Bitter cumin) W2 IMG 0462.jpg
Habitus und Früchte von Glinus oppositifolius

Habitus und Blätter[Bearbeiten]

Es sind einjährige oder ausdauernde krautige Pflanzen, Halbsträucher oder Sträucher. Die oberirdischen Pflanzenteile sind meist kahl oder seltener sind Sternhaare (Indument) vorhanden. Viele Arten sind geringfügig sukkulent. Es sind oft Wachse auf der Cuticula vorhanden.

Die zwei Prophylle der Seitenachsen sind deutlich ausgebildet. Die meist wechselständig und spiralig, selten gegenständig angeordneten Laubblätter stehen oft in Rosetten oder Scheinwirteln zusammengefasst. Die einfachen Laubblätter sind fast immer ganzrandig. Die Nebenblätter sind häutig oder fehlen.

Blütenstände und Blüten[Bearbeiten]

Die Blüten stehen einzeln oder oft zu vielen in endständigen zymösen Blütenständen.

Die radiärsymmetrischen Blüten sind bei fast allen Arten zwittrig. Eingeschlechtige Blüten treten nur sehr selten auf; in diesem Fall sind die Pflanzenarten einhäusig getrenntgeschlechtig (monözisch). Es sind nur meist vier oder seltener fünf (bei Glinus bis zu zwanzig) kelchblattartige Blütenhüllblätter vorhanden. Staubblätter sind meist fünf bis zehn (zwei bis zwanzig) vorhanden. Die Staubfäden können frei oder an ihrer Basis verwachsen sein. Die dreizelligen Pollenkörner besitzen drei Aperturen und sind colpat mit spinuloser Oberfläche. Selten ein (Adenogramma), meist zwei bis fünf oder seltener viele Fruchtblätter sind zu einem oberständigen Fruchtknoten verwachsen. In axialer Plazentation sind eine bis viele Samenanlagen je Fruchtblatt vorhanden. Der Griffel ist kurz.

Früchte und Samen[Bearbeiten]

Die Kapselfrüchte sind lokulizidal oder sie öffnen sich mit einem transversalen Schlitz. Die stärkehaltigen Samen können einen Arillus besitzen. Es ist Endosperm vorhanden. Der chlorophylllose Embryo ist gekrümmt.

Inhaltsstoffe und Chromosomenzahlen[Bearbeiten]

Sie enthalten Flavonoide (C-Glycosylflavonoide), Ferulasäure und oft Saponine (Hopan-Saponine). Calciumoxalat-Kristalle werden als Raphiden akkumuliert. Es sind oft C3-Pflanzen oder C4-Pflanzen.

Die Chromosomengrundzahlen betragen x = 9.

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten]

Datei:Glinus lotoides habit.jpg
Habitus und Laubblätter von Glinus lotoides
Datei:Mollugo nudicaulis 02.jpg
Mollugo nudicaulis
Datei:Pharnaceum aurantium (18345670858).jpg
Blüten von Pharnaceum aurantium
Datei:Psammotropha myriantha00.jpg
Psammotropha myrianthas

Der Familienname Molluginaceae wurde 1825 von Friedrich Gottlieb Bartling in Beiträge zur Botanik, 2, S. 158 veröffentlicht. Typusgattung ist Mollugo Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L. Synonyme für Molluginaceae Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Bartl. sind: Adenogrammaceae Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Nakai, Glinaceae Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Mart., Polpodaceae Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Nakai.<ref name="GRIN" /> Früher gehörten die heute hier eingeordneten Taxa zu den Aizoaceae. Mit rbcL-Gensequenz-Analysen wurde ein Kladogramm von M. W. Chase et al. 1993 erstellt, das zeigte, dass die Molluginaceae nicht den Aizoaceae nahestehen. Die genaue Position der Familie innerhalb der Ordnung der Caryophyllales wird noch diskutiert.

Die Zugehörigkeit von Corrigiola Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L. und Telephium Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L. zur Familie Molluginaceae oder Caryophyllaceae wurde kontrovers diskutiert, doch molekulargenetische Untersuchungen stellen sie in letztere Familie, als einzige der beiden Gattung der Tribus Corrigioleae.<ref name="Fior2006" /> Manche Autoren ordnen auch die Gattung Gisekia hier ein. Diese bildet nach der APWebsite eine eigene Familie Gisekiaceae; sie gehörte aber auch zur Unterfamilie der Rivinioideae innerhalb der Familie Phytolaccaceae. Die beiden manchmal hier eingeordneten Gattungen Limeum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L. (Syn.: Semonvillea Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.J.Gay) und Macarthuria Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Hügel ex Endl. gehörten seit 2005 zu den Limeaceae Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Shipunov ex Reveal. Die Gattung Corbichonia Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Scop. (Syn.: Orygia Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Forssk.) gehörte zur Familie Lophiocarpaceae und für sie wurde 2016 eine eigene Familie Corbichoniaceae aufgestellt.<ref name="Thulin2016" />

Die Gattungen der Familie Molluginaceae wurden 1993 aus der Familie Aizoaceae ausgegliedert. Molekulargenetische Daten zeigten, dass die Familie Molluginaceae im traditionellen Umfang polyphyletisch war. Um eine monophyletische Familie Molluginaceae zu erzielen, wurden einige Gattungen in andere Familien, beispielsweise Caryophyllaceae, Limeaceae, Lophiocarpaceae, Microteaceae gestellt. Dies war der Umfang der Familie Molluginaceae in APG III. Die Gattung Macarthuria war früher in die Familie der Molluginaceae und vor Christenhusz et al. 2014 in die Familie der Limeaceae eingeordnet. Aber weitere Studien zeigten, dass beim Verbleib von Macarthuria und Hypertelis die Familie Molluginaceae polyphyletisch bleibt. Die Gattung Hypertelis s. l. war auch nicht monophyletisch, deshalb wurde die neue Gattung Kewa und nur noch die Typusart in einer monotypischen Gattung Hypertelis. Es zeigte sich, dass auch diese beiden Gattungen nicht in einer Molluginaceae s. str. verbleiben können, um Monophylie zu erzielen. Erst durch die durch Christenhusz et al. 2014 aufgestellten Familien Kewaceae und Macarthuriaceae ist auch die Familie Molluginaceae monophyletisch.<ref name="Christenhusz2014" />

Die Molluginaceae sind weltweit in trockenen (ariden) Gebieten der Tropen und Subtropen verbreitet. Hauptverbreitungsgebiet ist das südliche Afrika.

In der Familie Molluginaceae gibt es seit 2014 etwa acht (früher bis zu 13) Gattungen mit etwa 90 Arten:<ref name="GRIN" />

Nutzung[Bearbeiten]

Vom Menschen werden kaum Arten aus dieser Familie genutzt. Von Mollugo verticillata können die Blätter als Gewürz verwendet werden und die medizinischen Wirkungen wurden untersucht<ref name="PFAF" />.

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Thulin2016"> M. Thulin, A. J. Moore, H. El-Seedi, A. Larsson, P. A. Christin, E. J. Edwards: Phylogeny and generic delimitation in Molluginaceae, new pigment data in Caryophyllales, and the new family Corbichoniaceae. In: Taxon, Volume 65, Issue 4, 2016, S. 775–793. doi:10.12705/654.6 Volltext-PDF. </ref> <ref name="Christenhusz2014"> Maarten J. M. Christenhusz, Samuel F. Brockington, Pascal-Antoine Christin, Rowan F. Sage: On the disintegration of Molluginaceae: a new genus and family (Kewa, Kewaceae) segregated from Hypertelis, and placement of Macarthuria in Macarthuriaceae. In: Phytotaxa, Volume 181, Issue 4, 8. Oktober 2014, S. 238–242. doi:10.11646/phytotaxa.181.4.4 nur S. 238 und 242 – PDF. </ref> <ref name="Fior2006"> Simone Fior, Per Ola Karis, Gabriele Casazza, Luigi Minuto & Francesco Sala: Molecular phylogeny of the Caryophyllaceae (Caryophyllales) inferred from chloroplast matK and nuclear rDNA ITS sequences. In: American Journal of Botany, Volume 93, Issue 3, 2006, S. 399–411. doi:10.3732/ajb.93.3.399 </ref> <ref name="PFAF"> Mollugo verticillata bei Plants For A Future </ref> </references>

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Mollugogewächse (Molluginaceae) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Vorlage:Hinweis Seiten-Koordinaten