Monika Ribar
Monika Elisabeth Ribar Baumann (* 19. September 1959 in Degersheim, Kanton St. Gallen) ist eine Schweizer Managerin. Von 2016 bis 2026 war sie Verwaltungsratspräsidentin der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB).
Werdegang[Bearbeiten]
Nach der Matura studierte Ribar von 1979 bis 1983 an der HSG St. Gallen Wirtschaftswissenschaften und schloss das Studium als lic. oec. HSG ab. Im Jahr 1999 absolvierte sie das Stanford Executive Program an der Stanford University. 2006 absolvierte sie den New CEO Workshop der Harvard University Cambridge, USA.
Nach dem Studium begann Ribar ihre berufliche Tätigkeit bei der BASF in Österreich in Wien (1984–1986). Danach kehrte sie in die Schweiz zurück, um bei der Wirtschaftsprüfungs- und Unternehmensberatungsfirma Fides (später KPMG Schweiz) die Abteilung für Strategieplanung zu leiten (1986–1990).<ref>Monika Ribar im Munzinger-Archiv, abgerufen am 10. Februar 2017 (Artikelanfang frei abrufbar)</ref>
Im Jahr 1991 wechselte sie zur Panalpina. Sie war während 23 Jahren für dieses Unternehmen in verschiedenen Führungsfunktionen tätig, unter anderem als CIO (2000–2005), als CFO (2005–2006) und zuletzt als CEO der Panalpina World Transport (2006–2013). Mit ihrem Ausstieg bei Panalpina beendete Monika Ribar ihre Tätigkeit in der operativen Unternehmensführung und konzentriert sich seither auf die Wahrnehmung von verschiedenen Verwaltungsratsmandate, unter anderem war sie ab Mitte Juni 2016 Verwaltungsratspräsidentin der Schweizerischen Bundesbahnen, ab 2014 Vizepräsidentin. Als VR-Präsidentin war sie Mitglied des Prüfungsausschusses, des Personal- und Organisationsausschusses, des Risk- und Complianceausschusses und des Ausschusses Politischer Dialog<ref name="profil_sbb">Monika Ribar bei der SBB, abgerufen am 15. April 2026 (Archiv).</ref>. Aufgrund der Amtszeitbeschränkung von zwölf Jahren schied sie an der Generalversammlung vom 29. April 2026 aus dem Amt.<ref>André Wyss wird neues Verwaltungsratsmitglied der SBB. In: sbb.ch. 21. August 2024, abgerufen am 15. April 2026.</ref> Ihre Nachfolge übernahm Verwaltungsratsmitglied André Wyss.<ref>Anna Barbara Remund als neue Verwaltungsrätin der SBB vorgeschlagen. In: sbb.ch. 19. November 2025, abgerufen am 15. April 2026.</ref>
Im November 2017 musste sich Ribar wegen eines Beratungsmandats aus dem Jahr 2015 für ein Hafenprojekt in Angola der Öffentlichkeit erklären. Zwischen Juni 2015 und Mai 2016 sass Ribar im Verwaltungsrat der Investmentfirma Capoinvest Limited von Jean-Claude Bastos de Morais. Capoinvest Limited hat ihren Sitz auf den Britischen Jungferninseln und finanziert einen Tiefseehafen in Angola. Bastos verwaltet den angolanischen Staatsfond, aus dessen Ressourcen rund 180 Millionen US-Dollar in den Bau des Tiefseehafens fliessen. Der Profit des Hafens – davon gehen Schweizer Medien aus – wird grossmehrheitlich dem Hauptaktionär Bastos zufliessen. Ribar erhielt für ihr Mandat im Verwaltungsrat von Capoinvest 100'000 US-Dollar.<ref name=":0">Julien Duc: Paradise Papers: SBB-Monika Ribar verteidigt Angola-mandat. Abgerufen am 18. November 2017.</ref><ref>Benjamin Bitoun: «Paradise Papers» zeigen heikle Geschäfte von Schweizer Firmen. In: Berner Zeitung. 11. Juni 2017, abgerufen am 18. November 2017.</ref> Ribar rechtfertigte ihr Engagement mit ihrem Interesse an dem Logistikprojekt.<ref name=":0" /> Ihre Position beim angolanischen Projekt wurde erst durch die Veröffentlichungen der Paradise Papers bekannt.<ref>Christian Brönnimann: Das fragwürdige Angola-Mandat der SBB-Präsidentin. Tages-Anzeiger, 6. November 2017, abgerufen am 7. November 2017.</ref><ref>Swiss Connection: Spiel mit Angolas Milliarden. SRF-Rundschau, 8. November 2017</ref>
Ribar wird zu den einflussreichsten Geschäftsfrauen gezählt.<ref>Die Mächtigsten: Elite der Macht. In: Bilanz. 17. Dezember 2010, abgerufen am 10. Februar 2017.</ref> Sie setzt sich ein für eine stärkere Rolle von Frauen in Führungsfunktionen und war Mitglied des Beirats der GetDiversity GmbH.<ref>Beirat. GetDiversity, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 11. Februar 2017; abgerufen am 10. Februar 2017.</ref> Sie ist Vorstandsmitglied beim SBI Swiss Board Institute in Genf.<ref name="profil_sbb"/>
Sie ist seit 2003 mit Marcel Baumann verheiratet und wohnt in Rüschlikon.<ref>Rüschlikon ist am attraktivsten. In: Tages-Anzeiger. 17. August 2017, abgerufen am 25. Dezember 2017.</ref>
Verwaltungsratsmandate (Auswahl)[Bearbeiten]
Bereits begleitend zur Tätigkeit bei Panalpina übernahm Monika Ribar einzelne VR-Mandate.
- 2001–2010: Mitglied im VR der Bank Julius Bär<ref>Monika Ribar soll die SBB präsidieren. In: Handelszeitung. 27. Januar 2016, abgerufen am 10. Februar 2017.</ref>
- 2004–2015: Mitglied im VR der Logitech AG
- 2011–2025: Mitglied im VR der Sika AG
- 2012–2015: Mitglied im VR der Swiss International Airlines
- 2013–2016: Mitglied im VR der Rexel S.A.<ref>Veränderungen im Verwaltungsrat. Rexel S.A., 10. März 2016, abgerufen am 10. Februar 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
- 2014–2020: Mitglied im VR der Deutsche Lufthansa AG
- 2014–2022: Mitglied im VR der Chain IQ Group AG
- ab 2014: Mitglied im VR der SBB; Vizepräsidentin des VR
- 15. Juni 2016 bis 29. April 2026: Präsidentin des VR der SBB als Nachfolgerin von Ulrich Gygi, der altershalber nicht wieder kandidiert hatte.<ref>SBB: Immer aktuell. Archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen am 10. Februar 2017.</ref>
Diese Tätigkeit galt als 60-%-Beschäftigung.
Literatur[Bearbeiten]
- Monika Ribar im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)
Weblinks[Bearbeiten]
- Monika Ribar bei der SBB (Archiv)
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Ribar, Monika |
| ALTERNATIVNAMEN | Ribar Baumann, Monika Elisabeth (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | Schweizer Managerin |
| GEBURTSDATUM | 19. September 1959 |
| GEBURTSORT | Degersheim, Kanton St. Gallen |