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Mundit

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Mundit
Datei:Mundite-520226.jpg
Gelber bis gelboranger Mundit aus dem Kobokobo Pegmatit, Lusungu River District, Sud-Kivu, Demokratische Republik Kongo (Sichtfeld 3 mm)
Allgemeines und Klassifikation
IMA-Nummer

1980-075<ref name="IMA-Liste">Malcolm Back, Cristian Biagioni, William D. Birch, Michel Blondieau, Hans-Peter Boja und andere: The New IMA List of Minerals – A Work in Progress – Updated: July 2024. (PDF; 3,6 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Marco Pasero, Juli 2024, abgerufen am 13. August 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

IMA-Symbol

Mud<ref name="Warr"></ref>

Chemische Formel Al[(UO2)3|(OH)3|(PO4)2]·≈5,5H2O<ref name="StrunzNickel" />
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Phosphate, Arsenate und Vanadate
System-Nummer nach
Lapis-Systematik
(nach Strunz und Weiß)
Strunz (9. Aufl.)
Dana

VII/E.07-020

8.EC.30
42.07.13.01
Kristallographische Daten
Kristallsystem orthorhombisch
Kristallklasse; Symbol orthorhombisch-dipyramidal; 2/m2/m2/m oder orthorhombisch-pyramidal; mm2<ref name="Handbookofmineralogy" />
Raumgruppe Pmcn (Nr. 62, Stellung 5)Vorlage:Raumgruppe/62.5<ref name="StrunzNickel" />
Gitterparameter a = 17,08 Å; b = 30,98 Å; c = 13,76 Å<ref name="StrunzNickel" />
Formeleinheiten Z = 16<ref name="StrunzNickel" />
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte 2 bis 3<ref name="Lapis" />
Dichte (g/cm3) gemessen: > 4,05; berechnet: 4,295<ref name="Handbookofmineralogy" />
Spaltbarkeit vollkommen nach {010}, {100}, {001}<ref name="Handbookofmineralogy" />
Bruch; Tenazität nicht definiert
Farbe goldgelb bis hellgelb
Strichfarbe weiß
Transparenz durchsichtig
Glanz Glasglanz
Radioaktivität sehr stark<ref name="Webmineral" />
Kristalloptik
Brechungsindizes nα 1,620<ref name="Mindat" />
nβ 1,682<ref name="Mindat" />
nγ 1,688<ref name="Mindat" />
Doppelbrechung δ 0,068<ref name="Mindat" />
Optischer Charakter zweiachsig negativ
Achsenwinkel 2V = 33° (gemessen); 32° (berechnet)<ref name="Mindat" />
Weitere Eigenschaften
Besondere Merkmale Fluoreszenz

Mundit ist ein extrem selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ mit der Zusammensetzung Al[(UO2)3|(OH)3|(PO4)2]·≈5,5H<ref name="StrunzNickel" /> und damit chemisch gesehen ein wasserhaltiges Aluminium-Uranyl-Phosphat mit zusätzlichen Hydroxidionen.

Mundit kristallisiert im orthorhombischen Kristallsystem, entwickelt jedoch nur winzige, rechteckig-tafelige Kristalle bis etwa 0,5 Millimetern Größe. Diese sind durchsichtig und von goldgelber bis hellgelber Farbe mit einem glasähnlichen Glanz auf den Oberflächen. Auf der Strichtafel hinterlässt Mundit einen weißen Strich.

Etymologie und Geschichte[Bearbeiten]

Erstmals entdeckt wurde Mundit in den „Kobokobo“-Pegmatiten bei Mwenga im Lusungu River District der kongolesischen Provinz Sud-Kivu. Die Erstbeschreibung erfolgte 1981 durch Michel Deliens und Paul Piret, die das Mineral nach dem belgischen Radiochemiker Walter Mund (1892–1956) benannten.

Sechs Stücke (wenige Milligramm) des Minerals werden als Typmaterial im „Musee Royale Afrique Centrale“ der belgischen Gemeinde Tervuren unter Katalognummer RGM 11.888<ref name="IMA-Typmineralkatalog" /> aufbewahrt.<ref name="Fleischer" />

Klassifikation[Bearbeiten]

Da der Mundit erst 1980 als eigenständiges Mineral anerkannt wurde, ist er in der seit 1977 veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz noch nicht verzeichnet. Einzig im zuletzt 2018 überarbeiteten und aktualisierten Lapis-Mineralienverzeichnis nach Stefan Weiß, das sich aus Rücksicht auf private Sammler und institutionelle Sammlungen noch nach dieser klassischen Systematik von Karl Hugo Strunz richtet, erhielt das Mineral die System- und Mineral-Nr. VII/E.07-20. In der „Lapis-Systematik“ entspricht dies der Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort der Abteilung „Uranyl-Phosphate/Arsenate und Uranyl-Vanadate mit [UO2]2+-[PO4]/[AsO4]3− und [UO2]2+-[V2O8]6−, mit isotypen Vanadaten (Sincosit-R.)“, wo Mundit zusammen mit Althupit, Arsenovanmeersscheit, Arsenuranylit, Bergenit, Dewindtit, Dumontit, Françoisit-(Ce), Françoisit-(Nd), Hügelit, Kamitugait, Kivuit (diskreditiert), Metavanmeersscheit, Nielsbohrit, Phuralumit, Phosphuranylit, Phurcalit, Renardit, Vanmeersscheit und Yingjiangit eine eigenständige, aber unbenannte Gruppe bildet.<ref name="Lapis" />

Die seit 2001 gültige und von der International Mineralogical Association (IMA) bis 2009 aktualisierte<ref name="IMA-Liste-2009" /> 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Mundit zunächst allgemeiner in die Abteilung der „Uranylphosphate und Arsenate“ ein. Diese ist allerdings weiter unterteilt nach dem Stoffmengenverhältnis des Uranoxids (UO2) zum Phosphat- bzw. Arsenatkomplex (RO4), so dass das Mineral entsprechend seiner Zusammensetzung in der Unterabteilung „UO2 : RO4 = 3 : 2“ zu finden ist, wo es als einziges Mitglied die unbenannte Gruppe 8.EC.30 bildet.

Auch die vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchliche Systematik der Minerale nach Dana ordnet den Mundit in die Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort in die Abteilung der „Wasserhaltigen Phosphate etc., mit Hydroxyl oder Halogen“ ein. Hier ist er als einziges Mitglied in der unbenannten Gruppe 42.07.13 innerhalb der Unterabteilung der „Wasserhaltigen Phosphate etc., mit Hydroxyl oder Halogen mit (AB)5(XO4)3Zq × x(H2O)“ zu finden.

Kristallstruktur[Bearbeiten]

Mundit kristallisiert orthorhombisch in der Raumgruppe Pmcn (Raumgruppen-Nr. 62, Stellung 5)Vorlage:Raumgruppe/62.5 oder P21cn (Nr. 33, Stellung 4)Vorlage:Raumgruppe/33.4 mit den Gitterparametern a = 17,08 Å; b = 30,98 Å und c = 13,76 Å sowie 16 Formeleinheiten pro Elementarzelle.<ref name="StrunzNickel" />

Eigenschaften[Bearbeiten]

Das Mineral ist durch seinen Urangehalt von etwa 61 % (69,35 % UO2) als sehr stark radioaktiv eingestuft und weist eine spezifische Aktivität von etwa 109,4 kBq/g<ref name="Webmineral" /> auf (zum Vergleich: natürliches Kalium 0,0312 kBq/g).

Unter UV-Licht zeigt Mundit eine hellgrüne Fluoreszenz, ähnlich der von neonfarbenen Textmarkern.

Bildung und Fundorte[Bearbeiten]

Mundit bildet sich in der Oxidationszone uranhaltiger, komplexer Granit-Pegmatite. Als Begleitminerale treten unter anderem Eylettersit, Phuralumit, Upalit, Ranunculit und Threadgoldit auf.

Das Mineral konnte bisher (Stand: 2013) nur an seiner Typlokalität Kobokobo in der Demokratischen Republik Kongo nachgewiesen werden.<ref name="Mindat" />

Vorsichtsmaßnahmen[Bearbeiten]

Aufgrund der starken Radioaktivität des Minerals sollten Mundit-Mineralproben nur in staub- und strahlungsdichten Behältern, vor allem aber niemals in Wohn-, Schlaf- und Arbeitsräumen aufbewahrt werden. Ebenso sollte eine Aufnahme in den Körper (Inkorporation, Ingestion) auf jeden Fall verhindert und zur Sicherheit direkter Körperkontakt vermieden sowie beim Umgang mit dem Mineral Mundschutz und Handschuhe getragen werden.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Mundite – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="Handbookofmineralogy"> </ref> <ref name="Fleischer"> </ref> <ref name="IMA-Liste-2009"> Ernest H. Nickel, Monte C. Nichols: IMA/CNMNC List of Minerals 2009. (PDF; 1,9 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Januar 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 29. Juli 2024; abgerufen am 30. Juli 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Lapis"> Stefan Weiß: Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9. </ref> <ref name="Mindat"> Mundite. In: mindat.org. Hudson Institute of Mineralogy, abgerufen am 27. Oktober 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="StrunzNickel"> </ref> <ref name="IMA-Typmineralkatalog"> Catalogue of Type Mineral Specimens – M. (PDF 124 kB) In: docs.wixstatic.com. Commission on Museums (IMA), 12. Dezember 2018, abgerufen am 27. Oktober 2019. </ref> <ref name="Webmineral"> David Barthelmy: Mundite Mineral Data. In: webmineral.com. Abgerufen am 27. Oktober 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> </references>