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Nickelselenid

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Kristallstruktur
Strukturformel von Nickelselenid
Vorlage:Farbe Ni3+ 0 Vorlage:Farbe Se3−
Allgemeines
Name Nickelselenid
Andere Namen

Nickelmonoselenid

Verhältnisformel NiSe
Kurzbeschreibung

grauer geruchloser Feststoff<ref name="GESTIS" />

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 215-216-2
ECHA-InfoCard 100.013.834
PubChem 62394
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1492: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1492: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 137,65 g·mol−1
Aggregatzustand

fest<ref name="GESTIS" />

Dichte

8,46 g·cm−3 (20 °C)<ref name="GESTIS" />

Löslichkeit

praktisch unlöslich in Wasser<ref name="GESTIS" />

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),<ref name="CLP_100.013.834">Eintrag zu Nickel selenide in der Datenbank ECHA CHEM der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA)Vorlage:Abrufdatum Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.</ref> ggf. erweitert<ref name="GESTIS">Eintrag zu Nickelselenid in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>
Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 317​‐​350i​‐​372​‐​410
P: 201​‐​260​‐​273​‐​280​‐​302+352​‐​308+313<ref name="GESTIS" />
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Nickelselenid ist eine anorganische chemische Verbindung des Nickels aus der Gruppe der Selenide. Die Verbindung weist eine Phasenbreite bis zu Ni3Se4 auf und ist neben Ni3Se2, NiSe2 und möglicherweise weiteren existierende Phasen nur eines der Nickelselenide.<ref name="R. J. Meyer">R. J. Meyer: Nickel Teil B – Lieferung 2. Verbindungen bis Nickel-Polonium. Springer-Verlag, 2013, ISBN 978-3-662-13302-6, S. 745 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>

Vorkommen[Bearbeiten]

Die β-Form von Nickelselenid kommt natürlich in Form des Minerals Sederholmit vor, die γ-Form als Mäkinenit. Auch die anderen Nickelselenide kommen natürlich vor. So entspricht Wilkmanit der monoklinen Ni3Se4-Phase, Kullerudit und Penroseit (beide NiSe2) sind die orthorhombischen beziehungsweise kubischen Nickelanalogon von Ferroselit (FeSe2) und Trüstedtit Ni3Se4 ist ein kubischer Spinell.<ref name="info/rruff_1.0">Sederholmite, Wilkmanite, Kullerudite, Makinenite and Trustedtite, five new nickel selenide minerals by Y. Vuorelainen, A. Huhma and A. Häkli Outokumpu co., Finnland, abgerufen am 29. Juni 2016.</ref>

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten]

Nickelselenid kann durch Einleiten von Selenwasserstoff in eine mit Natriumacetat versetzte Nickelsalzlösung gewonnen werden, wobei die schwarze amorphe Form entsteht, die stets etwas Selen enthält.<ref name="DOI10.1007/BF01524665">Ludwig Moser, Kasimir Atynski: Die Darstellung von Seleniden aus Selenwasserstoff und Metallsalzlösungen. In: Monatshefte für Chemie. 45, 1925, S. 235, doi:10.1007/BF01524665.</ref>

Unter Luftabschluss fällt aus neutraler wässriger Nickelsalzlösung mit Ammoniumselenid die amorphe α-Form aus, aus essigsaurer Nickelacetatlösung mit Selenwasserstoff die hexagonale β-Form und aus schwefelsaurer Nickelsulfatlösung mit Selenwasserstoff die instabile rhomboedrische γ-Form. Diese tritt nur unter 32 °C und neben der β-Form und Ni3Se2 auf.<ref name="R. J. Meyer" />

Dünne Schichten können auch direkt durch Reaktion von glühendem Nickel mit Selendampf gewonnen werden.<ref name="R. J. Meyer" />

Eine Reihe von Nickelseleniden (NiSe und NiSe2) können durch Reaktion von Selen(IV)-chlorid mit Nickel(II)-chloridhexahydrat in Gegenwart von Cetyltrimethylammoniumbromid (CTAB) als Tensid und Hydrazinhydrat als Reduktionsmittel bei 180 °C synthetisiert werden.<ref>Azam Sobhani, Masoud Salavati-Niasari: Synthesis and characterization of a nickel selenide series via a hydrothermal process. In: Superlattices and Microstructures. Band 65, 1. Januar 2014, S. 79–90, doi:10.1016/j.spmi.2013.10.030.</ref>

Eigenschaften[Bearbeiten]

Nickelselenid ist ein grauer geruchloser Feststoff, der praktisch unlöslich in Wasser ist.<ref name="GESTIS" /> Es ist in kalten wie erhitzten verdünnten Mineralsäuren nicht löslich, mit konzentrierter Salzsäure entwickelt es nach und nach Selenwasserstoff.<ref name="DOI10.1007/BF01524665" /> Es ist vollständig löslich in Königswasser und unlöslich in Alkalien.<ref name="R. J. Meyer" /> Im trockenen Zustande verändert es sich nur langsam unter Oxidation, wobei teilweise NiSeO3 entsteht. Dagegen zeigt es keine Neigung zur Bildung von kolloidalen Lösungen, wie dies beim Nickel(II)-sulfid der Fall ist.<ref name="DOI10.1007/BF01524665" />

Die β-Form besitzt eine hexagonale Kristallstruktur vom Nickelarsenidtyp mit der Raumgruppe P63/mmc (Raumgruppen-Nr. 194)Vorlage:Raumgruppe/194.<ref name="R. J. Meyer" /> Dagegen hat Ni3Se2 eine rhombohedrale Kristallstruktur mit der Raumgruppe R32 (Raumgruppen-Nr. 155)Vorlage:Raumgruppe/155.<ref name="DOI10.1002/zaac.19572890117">R. P. Agarwala, A. P. B. Sinha: Crystal structure of nickel selenide – Ni3Se2. In: Zeitschrift für anorganische und allgemeine Chemie. 289, 1957, S. 203, doi:10.1002/zaac.19572890117.</ref>

Verwendung[Bearbeiten]

Nickel-Selenid-Dünnschichten sind wichtige Halbleitermaterialien und könnten als absorbierenden Materialien in photoelektrochemischen Zellen verwendet werden.<ref>H.S. Min: Metal selenide semiconductor thin films: A review. Band 9, Nr. 3, 1. Januar 2016 (researchgate.net).</ref>

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />