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Nikischerit

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Nikischerit
Datei:Nikischerite-169940.jpg
Nikischerit aus der Huanuni Mine, Huanuni, Provinz Dalence, Oruro, Bolivien (Größe: 4,4 × 4,1 × 1,1 cm)
Allgemeines und Klassifikation
IMA-Nummer

2001-039<ref name="IMA-Liste" />

IMA-Symbol

Nik<ref name="Warr" />

Chemische Formel
  • Fe2+6Al3(OH)18[Na(H2O)6](SO4)2·6H2O<ref name="IMA-Liste" />
  • NaFe2+6Al3[(OH)18|(SO4)2]·12H2O<ref name="Lapis" />
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Sulfate (einschließlich Selenate, Tellurate, Chromate, Molybdate und Wolframate)
System-Nummer nach
Lapis-Systematik
(nach Strunz und Weiß)
Strunz (9. Aufl.)
Dana

VI/D.14-022

7.DD.35
31.01.02.02
Kristallographische Daten
Kristallsystem trigonal
Kristallklasse; Symbol trigonal-rhomboedrisch; 3<ref name="Webmineral" />
Raumgruppe R3 (Nr. 148)Vorlage:Raumgruppe/148
Gitterparameter a = 9,347 Å; c = 33,000 Å<ref name="Huminicki-Hawthorne" />
Formeleinheiten Z = 3<ref name="Huminicki-Hawthorne" />
Zwillingsbildung nicht beobachtet<ref name="DatenblattMAC" />
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte 2<ref name="DatenblattMAC" />
Dichte (g/cm3) gemessen: 2,33; berechnet: 2,34<ref name="DatenblattMAC" />
Spaltbarkeit vollkommen nach {001}<ref name="DatenblattMAC" />
Bruch; Tenazität uneben; spröde
Farbe dunkelgrün, bräunlich
Strichfarbe hellgraugrün
Transparenz durchsichtig bis durchscheinend
Glanz Fettglanz, matt
Kristalloptik
Brechungsindizes nω 1,560(1)<ref name="AM2003-88" />
nε nicht bestimmbar<ref name="AM2003-88" />
Optischer Charakter einachsig negativ<ref name="AM2003-88" />

Nikischerit (IMA-Symbol Nik<ref name="Warr" />) ist ein sehr selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Sulfate (einschließlich Selenate, Tellurate, Chromate, Molybdate und Wolframate)“ mit der chemischen Zusammensetzung Fe2+6Al3(OH)18[Na(H2O)6](SO4)2·6H2O<ref name="IMA-Liste" /> oder in der kristallchemischen Strukturformelschreibweise NaFe2+6Al3[(OH)18|(SO4)2]·12H2O<ref name="Lapis" />. Nikischerit ist damit chemisch gesehen ein wasserhaltiges Eisen-Aluminium-Natrium-Sulfat mit zusätzlichen Hydroxidionen.

Nikischerit kristallisiert im trigonalen Kristallsystem und entwickelt glimmerartige, blättrige Kristalle, die oft zu radialstrahligen Mineral-Aggregaten von bis zu einem Zentimeter Durchmesser verbunden sind. Frische Proben des durchsichtigen bis durchscheinenden Minerals zeigen eine hell- bis dunkelgrüne Farbe und einen harzähnlichen Glanz auf den Kristalloberflächen. Mit der Zeit oxidiert es jedoch, färbt sich ockerbraun und wird matt.<ref name="Mindat" />

Nikischerit ist das Fe2+-Analogon von Shigait (Mn2+6Al3[(OH)18|(SO4)2]·12H2O<ref name="Lapis" />).<ref name="MM2012-76" />

Etymologie und Geschichte[Bearbeiten]

Datei:Nikischerite-413677.jpg
Bräunliches, kugeliges Nikischerit-Aggregat aus der Huanuni Mine (Größe: 0,6 cm × 0,6 cm × 0,5 cm)

Erstmals entdeckt wurde Nikischerit in Mineralproben aus der Grube Huanuni bei Huanuni im bolivianischen Departamento Oruro. Die Analyse und Erstbeschreibung erfolgte durch Danielle Huminicki, Frank C. Hawthorne, Joel D. Grice und John Leslie Jambor, die das Mineral nach dessen Entdecker, dem Mineralogen und Mineralhändler Anthony J. Nikischer (* 1949), benannten.

Das Mineralogenteam sandte seine Untersuchungsergebnisse und den gewählten Namen 2001 zur Prüfung an die International Mineralogical Association (interne Eingangs-Nr. der IMA: 2001-039<ref name="IMA-Liste" />), die den Nikischerit als eigenständige Mineralart anerkannte. Die Publikation der Erstbeschreibung erschien 2003 im Fachmagazin Mineralogical Record.

Das Typmaterial des Minerals wird im Canadian Museum of Nature in Ottawa aufbewahrt.<ref name="AM2003-88" />

Klassifikation[Bearbeiten]

Da der Nikischerit erst 2001 als eigenständiges Mineral anerkannt wurde, ist er in der seit 1977 veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz noch nicht verzeichnet. Einzig im Lapis-Mineralienverzeichnis nach Stefan Weiß, das sich aus Rücksicht auf private Sammler und institutionelle Sammlungen noch nach dieser alten Form der Systematik von Karl Hugo Strunz richtet, erhielt das Mineral die System- und Mineral-Nr. VI/D.14-22. In der „Lapis-Systematik“ entspricht dies der Klasse der „Sulfate, Chromate, Molybdate und Wolframate“ und dort der Abteilung „Wasserhaltige Sulfate, mit fremden Anionen“, wo Nikischerit zusammen mit Lannonit, Metavoltin, Motukoreait, Natroglaukokerinit, Shigait, Slavíkit und Wermlandit eine eigenständige, aber unbenannte Gruppe bildet (Stand 2018).<ref name="Lapis" />

Die von der IMA zuletzt 2009 aktualisierte<ref name="IMA-Liste-2009" /> 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Nikischerit ebenfalls in die Abteilung der „Sulfate (Selenate usw.) mit zusätzlichen Anionen, mit H2O“ ein. Diese ist allerdings weiter unterteilt nach der relativen Größe der beteiligten Kationen und der Kristallstruktur, so dass das Mineral entsprechend seinem Aufbau in der Unterabteilung „mit mittelgroßen Kationen; Lagen von kantenverknüpften Oktaedern“ zu finden ist, wo es zusammen mit Carrboydit, Glaukokerinit, Honessit, Hydrohonessit, Hydrowoodwardit, Motukoreait, Mountkeithit, Natroglaukokerinit, Shigait, Wermlandit, Woodwardit, Zinkaluminit (Q), Zincowoodwardit die „Woodwarditgruppe“ mit der System-Nr. 7.DD.35 bildet.

Auch die vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchliche Systematik der Minerale nach Dana ordnet den Nikischerit in die Klasse der „Sulfate, Chromate und Molybdate“ und dort in die Abteilung der „Wasserhaltige Sulfate mit Hydroxyl oder Halogen“ ein. Hier ist er nur zusammen mit Shigait in der unbenannten Gruppe 31.01.02 innerhalb der Unterabteilung „Wasserhaltige Sulfate mit Hydroxyl oder Halogen und (A+B2+)m(XO4)pZq × x(H2O), mit m : p > 6 : 1“ zu finden.

Kristallstruktur[Bearbeiten]

Nikischerit kristallisiert trigonal in der Raumgruppe R3 (Raumgruppen-Nr. 148)Vorlage:Raumgruppe/148 mit den Gitterparametern a = 9,347 Å und c = 33,000 Å sowie drei Formeleinheiten pro Elementarzelle.<ref name="Huminicki-Hawthorne" />

Bildung und Fundorte[Bearbeiten]

Nikischerit bildet sich zusammen mit Vivianit durch hydrothermale Vorgänge bei relativ niedrigen Temperaturen<ref name="Mindat" /> sowie als Sekundärmineral in der Oxidationszone sulfidischer Lagerstätten.<ref name="Webmineral" /> Als weitere Begleitminerale können Pyrit, Pyrrhotin, Siderit und Cronstedtit auftreten.

Der bisher einzige bekannte Fundort ist seine Typlokalität Huanuni Mine in Bolivien.<ref name="Fundorte" />

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Nikischerite – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="AM2003-88"> </ref> <ref name="DatenblattMAC"> Nikischerite (Mineraldatenblatt). (PDF 18 kB) Mineralogical Association of Canada, abgerufen am 6. September 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Fundorte"> Fundortliste für Nikischerit beim Mineralienatlas (deutsch) und bei Mindat (englisch), abgerufen am 6. September 2022. </ref> <ref name="Huminicki-Hawthorne"> </ref> <ref name="IMA-Liste-2009"> Ernest H. Nickel, Monte C. Nichols: IMA/CNMNC List of Minerals 2009. (PDF; 1,9 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Januar 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 29. Juli 2024; abgerufen am 30. Juli 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="IMA-Liste">Malcolm Back, Cristian Biagioni, William D. Birch, Michel Blondieau, Hans-Peter Boja und andere: The New IMA List of Minerals – A Work in Progress – Updated: July 2024. (PDF; 3,6 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Marco Pasero, Juli 2024, abgerufen am 13. August 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> <ref name="Lapis"> </ref> <ref name="MM2012-76"> </ref> <ref name="Mindat"> Nikischerite. In: mindat.org. Hudson Institute of Mineralogy, abgerufen am 6. September 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Warr"> </ref> <ref name="Webmineral"> David Barthelmy: Nikischerite Mineral Data. In: webmineral.com. Abgerufen am 6. September 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> </references>