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Ojuelait

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Ojuelait
Datei:Ojuelaite-167693.jpg
Ojuelait aus der Christiana Mine, Agios Konstantinos, Distrikt Lavrio (Attika), Griechenland (Sichtfeld 4 mm)
Allgemeines und Klassifikation
IMA-Nummer

1979-035<ref name="IMA-Liste" />

IMA-Symbol

Ojl<ref name="Warr"></ref>

Andere Namen
  • Ojuélite<ref name="StrunzNickel" />
Chemische Formel
  • ZnFe3+2(AsO4)2(OH)2·4H2O<ref name="IMA-Liste" />
  • ZnFe3+2[OH|AsO4]2·4H2O<ref name="StrunzNickel" />
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Phosphate, Arsenate und Vanadate
System-Nummer nach
Lapis-Systematik
(nach Strunz und Weiß)
Strunz (9. Aufl.)
Dana

VII/D.08-050

8.DC.15
42.11.18.03
Kristallographische Daten
Kristallsystem monoklin
Kristallklasse; Symbol monoklin-prismatisch; 2/m
Raumgruppe P21/c (Nr. 14)Vorlage:Raumgruppe/14<ref name="StrunzNickel" />
Gitterparameter a = 10,24 Å; b = 9,66 Å; c = 5,56 Å
β = 94,4°<ref name="StrunzNickel" />
Formeleinheiten Z = 2<ref name="StrunzNickel" />
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte 3
Dichte (g/cm3) gemessen und berechnet: 3,39<ref name="Handbookofmineralogy" />
Spaltbarkeit nach {010}<ref name="Handbookofmineralogy" />
Farbe gelblichgrün
Strichfarbe hellgelb
Transparenz durchscheinend
Glanz Glasglanz, Seidenglanz
Kristalloptik
Brechungsindizes nα = 1,696
nβ = 1,730
nγ 1,798<ref name="Mindat" />
Doppelbrechung δ 0,102<ref name="Mindat" />
Optischer Charakter zweiachsig positiv
Achsenwinkel 2V = 73° (gemessen); 74° (berechnet)<ref name="Mindat" />

Ojuelait ist ein sehr selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“. Es kristallisiert im monoklinen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung ZnFe3+2[OH|AsO4]2·4H2O<ref name="StrunzNickel" />, ist also chemisch gesehen ein wasserhaltiges Zink-Eisen-Arsenat mit Hydroxidionen als zusätzlichen Anionen.

Ojuelait ist durchscheinend und von gelblichgrüner Farbe bei hellgelber Strichfarbe. Das Mineral entwickelt nur kleine, faserige bis nadelige Kristalle von wenigen Millimetern Größe, die meist in strahligen Büscheln angeordnet sind. Die Kristallflächen selbst weisen einen glasähnlichen Glanz auf, faserige Aggregatformen zeigen dagegen einen sanften Schimmer ähnlich wie Seide.

Mit einer Mohshärte von 3 gehört Ojuelait zu den mittelharten Mineralen, die sich ähnlich wie das Referenzmineral Calcit mit einer Kupfermünze ritzen lassen.

Etymologie und Geschichte[Bearbeiten]

Erstmals entdeckt wurde das Mineral in der Ojuela Mine bei Mapimí im mexikanischen Bundesstaat Durango und beschrieben 1981 durch Fabien Cesbron, Miguel Romero Sanchez und Sidney A. Williams, die es nach seiner Typlokalität benannten.

Das Typmaterial des Minerals wird in der Universität Pierre und Marie Curie in Paris und im National Museum of Natural History in Washington (Katalog-Nr. 145679) aufbewahrt.<ref name="IMA-Katalog" />

Klassifikation[Bearbeiten]

In der veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz ist Ojuelait nicht verzeichnet. Nur im zuletzt 2018 überarbeiteten und aktualisierten Lapis-Mineralienverzeichnis nach Stefan Weiß, das sich aus Rücksicht auf private Sammler und institutionelle Sammlungen noch nach dieser klassischen Systematik von Karl Hugo Strunz richtet, erhielt das Mineral die System- und Mineral-Nr. VII/D.08-50. In der „Lapis-Systematik“ entspricht dies der Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort der Abteilung „Wasserhaltige Phosphate, mit fremden Anionen“, wo Ojuelait zusammen mit Arthurit, Bendadait, Cobaltarthurit, Coralloit, Earlshannonit, Kleemanit, Kunatit, Mapimit und Whitmoreit die „Arthurit-Gruppe“ mit der System-Nr. VII/D.08 bildet.<ref name="Lapis" />

Die seit 2001 gültige und von der International Mineralogical Association (IMA) bis 2009 aktualisierte<ref name="IMA-Liste-2009" /> 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Ojuelait ebenfalls in die Abteilung der „Phosphate usw. mit zusätzlichen Anionen; mit H2O“ ein. Diese ist allerdings weiter unterteilt nach der relativen Größe der Kationen und dem Stoffmengenverhältnis der zusätzlichen Anionen zum Phosphat-, Arsenat- bzw. Vanadatkomplex (RO4), so dass das Mineral entsprechend seiner Zusammensetzung in der Unterabteilung „Mit ausschließlich mittelgroßen Kationen; (OH usw.) : RO4 = 1 : 1 und < 2 : 1“ zu finden ist, wo es zusammen mit Arthurit, Bendadait, Cobaltarthurit, Earlshannonit, Kunatit und Whitmoreit die „Whitmoreit-Gruppe“ mit der System-Nr. 8.DC.15 bildet.

Auch die vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchliche Systematik der Minerale nach Dana ordnet den Ojuelait in die Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort in die Abteilung der „Wasserhaltige Phosphate etc., mit Hydroxyl oder Halogen“ ein. Hier ist er ebenfalls in der „Whitmoreit-Gruppe“ mit der System-Nr. 42.11.18 innerhalb der Unterabteilung „Wasserhaltige Phosphate etc., mit Hydroxyl oder Halogen mit (AB)4(XO4)3Zq × x(H2O)“ zu finden.

Kristallstruktur[Bearbeiten]

Ojuelait kristallisiert monoklin in der Raumgruppe P21/c (Raumgruppen-Nr. 14)Vorlage:Raumgruppe/14 mit den Gitterparametern a = 10,24 Å; b = 9,66 Å; c = 5,56 Å und β = 94,4° sowie zwei Formeleinheiten pro Elementarzelle.<ref name="StrunzNickel" />

Bildung und Fundorte[Bearbeiten]

Ojuelait bildet sich in der Oxidationszone von arsenreichen und polymetallischen, hydrothermalen Erz-Lagerstätten. An seiner Typlokalität und bisher einzigem bekannten Fundort in Mexiko, der Ojuela-Mine, trat das Mineral in Paragenese mit Paradamin, Skorodit, Smithsonit und Limonit auf.

Weitere bisher bekannte Fundorte sind die Tsumeb Mine in Namibia, wo das Mineral neben Smithsonit noch mit Tennantit und Goethit vergesellschaftet auftrat; einige Gruben bei Agios Konstantinos und Hilarion in der griechischen Gemeinde Lavrio (Attika) und die Sterling Mine bei Sterling Hill im Sussex County des US-Bundesstaates New Jersey.<ref name="Fundorte" />


Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Ojuelaite – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="Handbookofmineralogy"> </ref> <ref name="Fundorte"> Fundortliste für Ojuelait beim Mineralienatlas und bei Mindat </ref> <ref name="IMA-Katalog"> Catalogue of Type Mineral Specimens – Ojuelaite. (PDF 36 kB) In: docs.wixstatic.com. Commission on Museums (IMA), 12. Dezember 2018, abgerufen am 5. Mai 2019. </ref> <ref name="IMA-Liste-2009"> Ernest H. Nickel, Monte C. Nichols: IMA/CNMNC List of Minerals 2009. (PDF; 1,9 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Januar 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 29. Juli 2024; abgerufen am 30. Juli 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="IMA-Liste">Malcolm Back, Cristian Biagioni, William D. Birch, Michel Blondieau, Hans-Peter Boja und andere: The New IMA List of Minerals – A Work in Progress – Updated: July 2024. (PDF; 3,6 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Marco Pasero, Juli 2024, abgerufen am 13. August 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> <ref name="Lapis"> Stefan Weiß: Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9. </ref> <ref name="Mindat"> Ojuelaite. In: mindat.org. Hudson Institute of Mineralogy, abgerufen am 5. Mai 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="StrunzNickel"> Hugo Strunz, Ernest H. Nickel: Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S. 498 (als Ojuélite). </ref> </references>