Olaf Drescher

Olaf Drescher (* 17. November 1959<ref name="ntz-2018-03-31">Sylvia Gerlichs: Keine Chance für ICE-Halt in Wendlingen. In: Nürtinger Zeitung. 31. März 2018, S. 18 (kostenpflichtig online).</ref> in Dresden<ref name="stz-2018-02-15" />) ist ein deutscher Eisenbahningenieur.
Er war Projektleiter der Ausbaustrecke Berlin–Hamburg und des Verkehrsprojekts Deutsche Einheit Nr. 8. Vom 1. Februar 2018 bis 30. April 2021 war er technischer Geschäftsführer der DB Projekt Stuttgart–Ulm. Vom 1. Juli 2020 bis zum 28. Februar 2026 war er Vorsitzender der Geschäftsführung der Gesellschaft. Er war damit verantwortlich für die Eisenbahnprojekte Stuttgart 21 und Neubaustrecke Wendlingen–Ulm.
Werdegang[Bearbeiten]
Ausbildung und frühe berufliche Tätigkeit[Bearbeiten]
Drescher schloss die Schule zunächst mit der Mittleren Reife ab.<ref name="bezug-22-4" /> Er begann sein Berufsleben 1976 als Elektro-Signalmechaniker-Lehrling bei der Deutschen Reichsbahn in Dresden.<ref name="mz-2017-12-08" /> Er schloss die Lehre im Juli 1978 ab.<ref name="lebenslauf">Lebenslauf Olaf Drescher. (PDF) Bahnprojekt Stuttgart-Ulm, 2020, ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 15. Juni 2020. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)</ref>
Anschließend studierte er Verkehrssicherungstechnik an der Ingenieurschule für Verkehrstechnik.<ref name="eb-91-05" /><ref name="stz-2018-02-15" /><ref name="ntz-2018-03-31" /> Ab 1990 studierte er Informationstechnik an der Hochschule für Verkehrswesen. Er studierte dabei Eisenbahnsicherungstechnik und Informationstechnik und schloss das Studium als Diplom-Ingenieur für Informationstechnik ab.<ref name="ntz-2018-03-31" /> Er diplomierte über Anwendung von Expertensystemen in der Signaltechnik.<ref name="bezug-35-24">„Management im Glashaus“. In: Bahnprojekt Stuttgart–Ulm e. V. (Hrsg.): Bezug. Nr. 35, Juli 2022, ZDB-ID 2663557-4, S. 24–29 (PDF).</ref>
Drescher war von Juli 1983 bis Juni 1990 als Mitarbeiter für Kooperation, Importe und Sicherungstechnik bei der Deutschen Reichsbahn beschäftigt.<ref name="ntz-2018-03-31" /> Von Juli 1990 bis Dezember 1993 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter, Abteilungsleiter für Leit- und Sicherungstechnik in der Hauptverwaltung der Deutschen Reichsbahn sowie Produktmanager Montage.<ref name="lebenslauf" />
Von Januar 1994 bis Juni 1998 war er bei der Deutschen Bahn im Geschäftsbereich Bahnbau beschäftigt, zunächst als Hauptabteilungsleiter Signal-, Telekom- und Elektrotechnik.<ref name="ntz-2018-03-31" /><ref name="eb-91-05">Olaf Drescher, Jochen Engelhardt, Kurt Beulich: Signaltechnik für den Einsatz des InterCityExpreß. In: Elektrische Bahnen. Band 91, Nr. 6, 1993, ISSN 0013-5437, S. 158–162.</ref><ref name="lebenslauf" /> Von Juli 1997 bis Mai 2000 war er Mitglied der Geschäftsbereichsleitung, Niederlassungsleiter, Projektleiter Fahrweg und Anlagensanierung.<ref name="lebenslauf" />
Projektleiter für Großprojekte[Bearbeiten]
Als Mitarbeiter der Planungsgesellschaft Bahnbau Deutsche Einheit war Olaf Drescher für die Ausbaustrecke Berlin–Hamburg verantwortlich: zunächst, von Mai 2000 bis Dezember 2002, als Projektleiter, von 2003 bis Mai 2005 als technischer Projektleiter.<ref name="ntz-2018-03-31" /><ref name="lebenslauf" /> Von April 2005 bis Juni 2007 war er Leiter Technik und Sprecher der Niederlassung Südost in Leipzig.<ref name="ntz-2018-03-31" /><ref name="lebenslauf" />
Als Gesamtprojektleiter des Projekts VDE 8, von Juli 2007 bis Januar 2018, unterstanden ihm zuletzt 250 Techniker und 60 Kaufleute an drei Standorten.<ref name="nz-2017-12-08">„Ich hatte einige schlaflose Nächte“. In: Nürnberger Zeitung. 8. Dezember 2017, S. 3.</ref><ref name="mz-2017-12-08" /><ref name="lebenslauf" /> Nach der Inbetriebnahme des Kernstücks des Projekts, im Dezember 2017, sollte er den weiteren Ausbau (u. a. Raum Bamberg) betreuen.<ref name="mz-2017-12-08">Alexander Schierholz: Die Trasse ist sein Baby. In: Mitteldeutsche Zeitung. 8. Dezember 2017, S. 6.</ref> Nach anderen Angaben sollte er die flächenhafte Einführung von ETCS in Deutschland leiten.<ref name="stern-2017-12-09">Berlin-München in vier Stunden: Warum es ein Wunder ist, dass die neue Turbo-Strecke der Deutschen Bahn fertig wurde. In: stern.de. 9. Dezember 2017, abgerufen am 15. Februar 2018.</ref>
Geschäftsführer der DB Projekt Stuttgart–Ulm GmbH[Bearbeiten]
Nachdem er sich Ende 2017 kurzfristig dazu entschieden habe, wurde Drescher Anfang Februar 2018 Mitglied der Geschäftsführung der DB Projekt Stuttgart–Ulm GmbH. Er nahm zunächst die Funktion des Technikchefs ein<ref name="stz-2018-02-15">Christian Milankovic: „Die Prozesse müssen verkürzt werden“. In: Stuttgarter Zeitung. Band 74, 15. Februar 2018, S. 22 (online).</ref> und war Stellvertreter des Vorstandsvorsitzenden Manfred Leger.<ref>Bahn organisiert S-21-Leitung neu. Stuttgarter Zeitung, 18. Dezember 2017</ref> Während das Technische Projektmanagement, die Projektsteuerung, die Zentrale Baulogistik sowie die Technische Systemintegration zunächst von Drescher verantwortet wurden, war Leger zuständig für Qualitätssicherung und Kommunikation/Presse.<ref name="bezug-22-4">„Jedes Projekt ist ein Unikat“. In: Bahnprojekt Stuttgart–Ulm e. V. (Hrsg.): Bezug. Nr. 22, März 2018, ZDB-ID 2663557-4, S. 4–7 (bahnprojekt-stuttgart-ulm.de [PDF]).</ref> Formal (Eintragung ins Handelsregister) erfolgte die Bestellung zum Geschäftsführer zum 16. April 2018.<ref>Zentralhandelsregister-Beilage. In: Bundesanzeiger: Handelsregister-Bekanntmachungen. April 2018.</ref> Olaf Drescher war der zweite technische Geschäftsführer der 2013 gegründeten Gesellschaft, nach dem zum 1. Januar 2015 abberufenen Stefan Penn.

Zum 1. Juli 2020 übernahm er den Vorsitz der Geschäftsführung von Manfred Leger.<ref name="db-2020-06-15">Kurs auf Inbetriebnahme. Stabwechsel beim Bahnprojekt Stuttgart–Ulm. In: bahnprojekt-stuttgart-ulm.de. Deutsche Bahn, 15. Juni 2020, abgerufen am 15. Juni 2020.</ref><ref name="db-2020-07-15" /> Er wurde damit zum sechsten Leiter des Projekts Stuttgart 21.<ref name="stn-2020-135-3">Christian Milankovic: Der sechste Chef soll S 21 vollenden. In: Stuttgarter Nachrichten. Band 75, Nr. 135, 15. Juni 2020, S. 3 (online).</ref> Er verantwortete die Bereiche Rohbau und Bahntechnik sowie den Digitalen Knoten Stuttgart.<ref name="db-2020-07-15">Jörg Hamann: Kurs auf Inbetriebnahme: Bahn startet 2022 Zugverkehr auf der Neubaustrecke Wendlingen–Ulm. (PDF) In: bahnprojekt-stuttgart-ulm.de. DB Projekt Stuttgart–Ulm, 15. Juli 2020, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 15. Juli 2020; abgerufen am 15. Juli 2020.</ref> Die Funktion des Technikgeschäftsführers gab er zum 1. Mai 2021 an Michael Pradel ab.<ref name="ei-2021-05-87">Neuer Technikchef beim DB Projekt Stuttgart-Ulm. In: Der Eisenbahningenieur. Band 72, Nr. 5, Mai 2021, ISSN 0013-2810, S. 87.</ref>
Nach eigenen Angaben wurde sein Vertrag als Geschäftsführer im Juli 2025 bis Januar 2027 verlängert.<ref>SWR: S21-Manager fordert radikalen Kurswechsel bei der Bahn (ab 0:26:09) auf YouTube, 30. Juli 2025, abgerufen am 1. August 2025.</ref>
Zum 1. März 2026 trat Olaf Drescher vorzeitig in den Ruhestand ein. Ihm folgte mit Klaus Müller der bisherige Geschäftsführer für Technik nach.<ref>Wechsel an der Spitze der DB Projekt Stuttgart-Ulm GmbH (PSU). In: deutschebahn.com. 24. Februar 2026, abgerufen am 24. Februar 2026.</ref> Dies sei eine Entscheidung von Evelyn Palla gewesen.<ref name="sz-2026-46-16">Roland Muschel, Vivien Timmer: Bahn tauscht Projektleiter aus. In: Süddeutsche Zeitung. Band 76, Nr. 46, 25. Februar 2026, ISSN 0174-4917, S. 16.</ref>
Sonstiges[Bearbeiten]
Drescher ist Vater dreier Kinder.<ref name="faz-2020-12-23">Olaf Schmale: Ein Bahn-Manager für heikle Fälle. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. Nr. 299, 23. Dezember 2020, ISSN 0174-4909, S. 20.</ref> Er bezog im August 2018 mit seiner Familie ein Haus in Stuttgart-Feuerbach und lebt dort.<ref name="bezug-22-4" /><ref name="bezug-30-10">„Für die nächsten hundert Jahre“. In: Bahnprojekt Stuttgart–Ulm e. V. (Hrsg.): Bezug. Nr. 30, November 2020, ZDB-ID 2663557-4, S. 10–13 (PDF).</ref>
Weblinks[Bearbeiten]
- S21-Manager fordert radikalen Kurswechsel bei der Bahn I Zur Sache! Intensiv. Halbstündiges Interview (Juli 2025).
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
Vorlage:Klappleiste/Anfang Reimar Baur | Peter Marquart | Hany Azer | Stefan Penn | Manfred Leger | Olaf Drescher | Michael Pradel | Klaus Müller Vorlage:Klappleiste/Ende
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Drescher, Olaf |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Eisenbahningenieur |
| GEBURTSDATUM | 17. November 1959 |
| GEBURTSORT | Dresden |
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- Deutscher
- Geboren 1959
- Mann
- Absolvent der Hochschule für Verkehrswesen