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Orcin

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Strukturformel
Strukturformel von Orcin
Allgemeines
Name Orcin
Andere Namen
  • 5-Methylbenzen-1,3-diol (IUPAC)
  • 3,5-Dihydroxytoluol
  • 5-Methylresorcin
  • Orcinol
Summenformel C7H8O2
Kurzbeschreibung

weißes bis gelblichweißes Pulver mit phenolartigem Geruch<ref name="MERCK">Datenblatt Vorlage:Linktext-Check bei MerckVorlage:Abrufdatum</ref>

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
EG-Nummer 207-984-2
ECHA-InfoCard 100.007.259
PubChem 10436
ChemSpider 13839080
Wikidata [[:d:Skriptfehler: Ein solches Modul „Wikidata“ ist nicht vorhanden.|Skriptfehler: Ein solches Modul „Wikidata“ ist nicht vorhanden.]]
Eigenschaften
Molare Masse
  • 124,14 g·mol−1
  • 142,15 g·mol−1 (Monohydrat)
Aggregatzustand

fest

Schmelzpunkt
Siedepunkt

290 °C<ref name="SIGMA_hydrat"/>

pKS-Wert

9,52<ref>Chemical Dictionary Online: Orcinol; abgerufen am 28. Juni 2013.</ref>

Löslichkeit

80 g/l (20 °C)<ref name="MERCK"/>

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="SIGMA"/>
Gefahrensymbol

Achtung

H- und P-Sätze H: 302​‐​315​‐​319​‐​335
P: 261​‐​305+351+338<ref name="SIGMA"/>
Toxikologische Daten

Vorlage:ToxDaten

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

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Orcin (3,5-Dihydroxytoluol, 5-Methylresorcin, früher auch Orcinol genannt) ist eine aromatische chemische Verbindung, deren Struktur aus einem Benzolring mit zwei angefügten Hydroxygruppen (–OH) und einer Methylgruppe (–CH3) als Substituenten besteht. Es gehört zur Stoffgruppe der Dihydroxytoluole, einer Gruppe von sechs Konstitutionsisomeren. Namentlich und strukturell steht es in enger Beziehung zum Resorcin, es ist dessen Methylderivat.

Geschichte und Vorkommen[Bearbeiten]

Orcin wurde 1829 von dem französischen Chemiker Pierre Jean Robiquet aus Flechten der Gattung Rocella erhalten, indem er einen Extrakt aus den Flechten mit Alkalien behandelte.<ref>Robiquet: „Essai analytique des lichens de l’orseille“, in: Annales de Chimie et de Physique, 1829, 42, S. 236–257. (Übersetzung: Vorlage:Polytechnisches Journal)</ref><ref>Robiquet: „Essai analytique des lichens de l'orseille“, in: Annales scientifique de l'Auvergne, 1830, S. 337–341.</ref><ref>Robiquet: „Nouvelles Observations sur l'Orcine“, in: Annales de Chimie et de Physique, 1835, 58, S. 320–335. (Übersetzung: Vorlage:Polytechnisches Journal)</ref><ref>Robiquet: „Neue Beobachtungen über das Orcin“, in: Annalen der Chemie und Pharmacie, 1835, 15, S. 289–300.</ref> Traditionell wurde aus dieser Flechte der Farbstoff Orseille gewonnen.

Orcin kommt auch in den Blüten von Moosen wie Ditrichia viscosa und den Blättern der Baumheide (Erica arborea) vor. Orcin ist die Muttersubstanz vieler Flechtenfarbstoffe, wie etwa Lackmus, Orcein und Orseille.<ref>Dumas: „Ueber das Orcin“, in: Journal für Praktische Chemie, 1839, 16 (1), S. 422–428 (Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Handle“ ist nicht vorhanden.).</ref><ref>V. de Luynes: „Untersuchungen über das Orcin“, in: Justus Liebigs Annalen der Chemie, 1864, 130 (1), S. 31–35 (Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Handle“ ist nicht vorhanden.).</ref><ref>V. de Luynes: „Untersuchungen über das Orcin“, in: Justus Liebigs Annalen der Chemie, 1865, 136 (1), S. 72–75 (Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Handle“ ist nicht vorhanden.).</ref><ref>„Ueber das Orcin“, in: Journal für Praktische Chemie, 1866, 98 (1), S. 111–113 (Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Handle“ ist nicht vorhanden.).</ref><ref>R. H. C. Nevile und A. Winther: „Ueber Orcin und einige andere Dioxytoluole“, in: Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft, 1882, 15 (2), S. 2976–2995 (Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Handle“ ist nicht vorhanden.).</ref> Orsellinsäure, Orcin und Penicillinsäure finden sich in Kulturen von Penicillium fennelliae.<reF>G. W. Eijk: „Isolation and identification of orsellinic acid and penicillic acid produced by Penicillium fennelliae Stolk“, in: Antonie van Leeuwenhoek, 1969, 35 (1), S. 497–504 (Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Handle“ ist nicht vorhanden.).</ref>

Darstellung[Bearbeiten]

Orcin entsteht u. a. bei rascher Erwärmung von Orsellinsäure, die bei 176 °C<ref name="CRC">Vorlage:CRC Handbook</ref> decarboxyliert.<ref>R. Hegnauer: Chemotaxonomie der Pflanzen, Band 1: Thallophyten, Bryophyten; Pteridophyten und Gymnospermen, Birkhäuser Verlag, Basel 1962, S. 160 (Fehler im Ausdruck: Unerwarteter Operator <#v=onepage eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.).</ref>

Decarboxylierung von Orsellinsäure zu Orcin
Datei:Orcin Merck 820933.jpg
Orcin, z. T. rötlich verfärbt

Eigenschaften[Bearbeiten]

Physikalische Eigenschaften[Bearbeiten]

Orcin ist ein weißes bis gelblichweißes Pulver mit phenolartigem Geruch, das sich an der Luft langsam rötlich verfärbt. In der wasserfreien Form besitzt es einen Schmelzpunkt bei 106–112 °C, als Monohydrat einen bei 56–58 °C; der Siedepunkt liegt bei 290 °C.

Chemische Eigenschaften[Bearbeiten]

Chemisch verhält Orcin sich typischerweise wie ein Phenol, so bildet es zum Beispiel in alkalischer Lösung ein Phenolat, das eine bedeutend höhere Wasserlöslichkeit besitzt. Im Gegensatz zu Resorcin bildet es mit Phthalsäureanhydrid keinen Triphenylmethanfarbstoff ähnlich wie Fluorescein. Es besitzt daneben auch eine antimikrobielle Wirkung.

Verwendung[Bearbeiten]

Orcin findet seine Verwendung u. a. in der Bial-Probe. Ribosen bilden unter Einwirkung starker Mineralsäuren Furfural. Die grün-blaue Färbung entsteht durch einen sich bildenden Eisenkomplex. Ferner wurden Nachweisreaktionen mit Aldehyden<ref>W. Grütz: „Über den Nachweis von Aldehyden durch Farbreaktionen mit Orcin“, in: Fresenius' Journal of Analytical Chemistry, 1953, 138 (1), S. 144–145 (Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Handle“ ist nicht vorhanden.).</ref> und Hexosen<ref>M. Schönenberger, H. Kellner, H. Südhof und H. Haupt: „Zur Methodik der Hexosebestimmung in Serumproteinen mit Orcin“, in: Hoppe-Seyler’s Zeitschrift für physiologische Chemie, 1958, 309 (1), S. 145–157 (Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Handle“ ist nicht vorhanden.).</ref><ref>Winfried Opitz und Josef Pieper: „Hexosen-Bestimmung nach der Orcin-Methode; Rechnerische Ermittlung der Gesamthexosenmenge“, in: Clinica Chimica Acta, 1964, 10 (2), S. 181–187 (Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Handle“ ist nicht vorhanden.).</ref> beschrieben.

Literatur[Bearbeiten]

  • V. de Luynes und A. Lionet: „Ueber die Methyl-, Aethyl- und Amylderivate des Orcins“, in: Justus Liebigs Annalen der Chemie, 1868, 145 (1), S. 64–67 (Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Handle“ ist nicht vorhanden.).
  • Ferdinand Tiemann und Emil Helkenberg: „Ueber Aldehyde aus Orcin und Abkömmlinge derselben“, in: Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft, 1879, 12 (1), S. 999–1005 (Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Handle“ ist nicht vorhanden.).
  • O. Dischendorfer und E. Ofenheimer: „Über die Kondensation von Benzoin und Orcin“, in: Monatshefte für Chemie, 1941, 74 (1), S. 25–37 (Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Handle“ ist nicht vorhanden.).
  • G. Schneider und S. Schmidt: „Die Wirkung von Resorcin, Phloroglucin und Orcin auf die enzymatische Oxydation von p-Kresol“, in: Hoppe-Seyler’s Zeitschrift für physiologische Chemie, 1959, 315 (1), S. 20–27 (Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Handle“ ist nicht vorhanden.).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references/>

Weblinks[Bearbeiten]