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Peter Altmeier

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Peter Altmeier auf einem Wahlplakat der CDU Rheinland-Pfalz 1963
Datei:Bundesarchiv B 145 Bild-F046120-0035, Koblenz, "Rittersturz-Konferenz".jpg
Ministerpräsident Peter Altmeier auf der Rittersturz-Konferenz 1948

Johann Peter Altmeier (so der vollständige Taufname;<ref name="Denise Lindsay">Denise Lindsay: Peter Altmeier. Kaufmann, Ministerpräsident. Konrad-Adenauer-Stiftung, abgerufen am 18. August 2026.</ref> * 12. August 1899 in Saarbrücken; † 28. August 1977 in Koblenz) war ein deutscher Politiker (Zentrum, später CDU). Von 1947 bis 1969 war er der zweite Ministerpräsident des Landes Rheinland-Pfalz. Mit fast 22 Jahren Amtszeit ist er der bisher am längsten ohne Unterbrechung regierende Ministerpräsident eines deutschen Bundeslandes.

Leben[Bearbeiten]

Datei:Koblenz im Buga-Jahr 2011 - Moselanlagen 02.jpg
Das Peter-Altmeier-Denkmal in den Moselanlagen von Koblenz

Peter Altmeier war, als einer von acht Kindern, ein Sohn des gleichnamigen Meisters in einer Eisengießerei und dessen Ehefrau Maria, geb. Zenner. 1906 zog die Familie nach Koblenz, wo der Vater zum hauptamtlichen Sekretär der Katholischen Arbeitervereine bestellt wurde.

Nach dem Besuch der Volksschule wurde Peter Altmeier zur Armee eingezogen, nahm als Soldat am Ersten Weltkrieg teil und geriet im Oktober 1918 in französische Kriegsgefangenschaft.<ref name="Denise Lindsay" />

Berufliche Laufbahn[Bearbeiten]

Nach seiner Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft besuchte Altmeier die Handelsschule und absolvierte 1922/1923 eine kaufmännische Ausbildung. Anschließend arbeitete er als leitender Angestellter in einem rheinischen Lebensmittel-Großhandel, in dem er zum Prokuristen aufstieg.<ref name="Denise Lindsay" /> Von 1940 bis 1946 war er Geschäftsführer des Großhandelsbetriebes und dessen Mitinhaber.

Im Januar 1945 wurde sein Haus in Koblenz ausgebombt. Altmeier lebte mit seiner Familie (siehe unten) vorübergehend in Bad Ems.

Partei[Bearbeiten]

Während der Zeit der Weimarer Republik schloss Altmeier sich dem Windthorstbund an und wurde Mitglied der Zentrumspartei. Nach dem missglückten Attentat auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944 sollte er festgenommen werden, konnte sich aber durch Flucht der Inhaftierung entziehen.<ref name="Denise Lindsay" />

Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte er zu den Gründern der CDU. Von 1946 bis 1966 war er Landesvorsitzender der Christdemokraten in Rheinland-Pfalz. Sein Nachfolger war Helmut Kohl, der ihn 1969 auch als Ministerpräsident ablöste.

Abgeordneter[Bearbeiten]

Altmeier war von 1927 bis 1933 Stadtverordneter in Koblenz. Nach der Befreiung der Stadt 1945 durch die Alliierten wurde er Mitglied des dortigen Bürgerrates.

Altmeier war 1946/1947 Mitglied der Beratenden Landesversammlung von Rheinland-Pfalz und wurde anschließend in den Rheinland-Pfälzischen Landtag gewählt. Hier war er 1947 Vorsitzender der CDU-Fraktion sowie Vorsitzender des Ernährungs- und Versorgungsausschusses. 1971 schied er aus dem Landtag aus.

Öffentliche Ämter[Bearbeiten]

Altmeier wurde im Februar 1946 von der französischen Besatzungsbehörde zum Regierungspräsidenten von Montabaur ernannt. Nach der ersten Landtagswahl wurde er am 9. Juli 1947 als Nachfolger von Wilhelm Boden zum Ministerpräsidenten des Landes Rheinland-Pfalz gewählt.<ref>Siehe dazu Richard Ley: Die Regierungsbildungen in Rheinland-Pfalz im Jahre 1947 auch aus dem Blickwinkel des Verfassungsrechts, S. 709–739.</ref> Er regierte zunächst mit einem Allparteienkabinett aus CDU, SPD, LDP und KPD, bildete im Dezember 1949 eine Große Koalition und übernahm nach der Landtagswahl 1951 die Leitung einer christlich-liberalen Koalition. Obwohl die CDU bei den Landtagswahlen 1955 und 1959 jeweils die absolute Mehrheit im Landtag erreicht hatte, behielt er das Regierungsbündnis mit der FDP bei. Auch 1963 und 1967 wurde jeweils eine CDU/FDP-Koalition gebildet.

In Personalunion zum Ministerpräsidentenamt leitete Altmeier vom 9. April 1948 bis zum 18. Mai 1967 das Ministerium für Wirtschaft und Verkehr,<ref>Herbert Schneider: Ministerpräsidenten. Profil eines politischen Amtes im deutschen Föderalismus. Leske und Budrich, Opladen 2001, ISBN 3-8100-3030-9, S. 60.</ref> zudem vom 20. Oktober 1949 bis zum 12. Juni 1951 das Innenministerium. 1954/55 und 1965/66 amtierte er turnusgemäß als Präsident des Bundesrates.

Während Altmeiers Amtszeit wurde im Mai 1950 der Umzug der Landesregierung von Koblenz nach Mainz vollzogen, im April 1963 nahm in Mainz das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) seinen Betrieb auf. Im Jahr 1956 wurde Altmeier Vorteilsnahme vorgeworfen, nachdem er die Koblenzer Amtsvilla, in der er bis dahin als Regierungschef zur Miete gewohnt hatte, zu einem äußerst niedrig geschätzten Verkaufswert erwerben konnte.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref>

Energisch trat Altmeier der Deutschen Reichspartei (DRP) entgegen. In seiner Rede im Mainzer Landtag am 12. Januar 1960 ging er mit Hans Schikora, dem einzigen Abgeordneten der DRP, hart ins Gericht.<ref name="Markus Wiener">Markus Wiener: Teilverbot einer Partei? Das gab es schon mal. 1960 löste der Innenminister von Rheinland-Pfalz den Landesverband der DRP auf. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18. Juli 2026, S. 10.</ref> Nur zwei Wochen später, am 26. Januar 1960, löste Innenminister August Wolters den Landesverband Rheinland-Pfalz der DRP auf, das erste Parteiverbot in der Bundesrepublik Deutschland auf Landesebene.

Altmeier widmete sich dem Ausbau der Infrastruktur in Rheinland-Pfalz. Im Mai 1964 wurde der Mosel-Schifffahrtsweg eröffnet. Im Zuge einer Verwaltungsreform wurden im Oktober 1968 die ehemaligen fünf Regierungsbezirke auf die Bezirke Koblenz, Rheinhessen-Pfalz und Trier reduziert. Nicht zuletzt machte Altmeier sich um die Schaffung eines „Landesbewusstseins“ in dem neugebildeten Bundesland verdient.

Am 18. Mai 1969 trat Altmeier auf Wunsch der Partei als Ministerpräsident zugunsten von Helmut Kohl zurück. Schon 1966, bei der Wahl Helmut Kohls zum Landesvorsitzenden der CDU Rheinland-Pfalz, hatte der Parteitag entschieden, dass Kohl „zu gegebener Zeit“ auch Altmeiers Nachfolger im Amt des Ministerpräsidenten werden solle.<ref>Lockere Blusen. In: Der Spiegel, 37/1968</ref>

1969 war er das letzte Mitglied einer deutschen Landesregierung, das seit der Konstituierung des Bundesrates 1949 dort ordentliches Mitglied war.

Familie[Bearbeiten]

Peter Altmeier heiratete 1925 Margarete Merl. Das Ehepaar hatte zwei Kinder.<ref name="Denise Lindsay" />

Peter Altmeiers Bruder Hanns war ein bekannter Kunstpädagoge, Maler und Grafiker.

Ehrungen[Bearbeiten]

Datei:Grab Altmeier Hauptfriedhof Koblenz.jpg
Grab von Peter Altmeier auf dem Hauptfriedhof Koblenz

Altmeier wurde 1953 mit dem Großkreuz der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Er erhielt 1959 die Ehrenbürgerschaft der Stadt Koblenz. Im Jahr 1965 verlieh ihm die medizinische Fakultät der Universität Mainz die Ehrendoktorwürde. Später wurde er zum Ehrensenator der Hochschule für Verwaltungswissenschaften in Speyer ernannt. Am 19. Januar 1976 wurde er mit dem Saarländischen Verdienstorden ausgezeichnet.<ref name="svo">Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref> An ihn erinnert das 1981 eingeweihte Peter-Altmeier-Denkmal am rechten Moselufer in Koblenz unweit des Deutschen Ecks, das Moselufer trägt ebenfalls seinen Namen. Darüber hinaus trägt die Moselbrücke im Weinort Bruttig-Fankel seit ihrer Einweihung im Jahr 1974 seinen Namen. Altmeiers Grab befindet sich auf dem Koblenzer Hauptfriedhof.

Nachlass[Bearbeiten]

Peter Altmeiers Nachlass befindet sich im Landeshauptarchiv Koblenz.

Siehe auch[Bearbeiten]

Kabinett Altmeier I – Kabinett Altmeier II – Kabinett Altmeier III – Kabinett Altmeier IV – Kabinett Altmeier V – Kabinett Altmeier VI

Literatur[Bearbeiten]

  • Peter Brommer: Rheinland-Pfalz. Peter Altmeier, in: Walter Mühlhausen, Cornelia Regin (Hrsg.): Treuhänder des deutschen Volkes. Die Ministerpräsidenten der westlichen Besatzungszonen nach den ersten freien Landtagswahlen. Politische Porträts. In: Kasseler Forschungen zur Zeitgeschichte, Bd. 9. Verlag Kasseler Forschungen zur Zeitgeschichte, Melsungen 1991, ISBN 3-925523-06-5, S. 273–293.
  • Richard Ley: Die Regierungsbildungen in Rheinland-Pfalz im Jahre 1947 auch aus dem Blickwinkel des Verfassungsrechts. In: Jahrbuch für westdeutsche Landesgeschichte 41 (2015), S. 699–742.
  • Karl M. Graß: Einleitung, in: Peter Altmeier, Reden, 1946–1951. Ausgewählt und hrsg. von Karl Martin Grass und Franz-Josef Heyen (= Veröffentlichungen der Kommission des Landtages für die Geschichte des Landes Rheinland-Pfalz, Bd. 2). Boppard am Rhein 1979, ISBN 3-7646-1745-4, S. XV–XXII.
  • Franz-Josef Heyen: Peter Altmeier (1899–1977), Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz. In: Franz-Josef Heyen (Hrsg.): Rheinland-Pfalz entsteht. Beiträge zu den Anfängen des Landes Rheinland-Pfalz in Koblenz 1945–1951. Eine Veröffentlichung aus Anlaß des Rheinland-Pfalz-Tages (= Veröffentlichungen der Kommission des Landtages für die Geschichte des Landes Rheinland-Pfalz, Bd. 5). Boldt, Boppard am Rhein 1984, ISBN 3-7646-1848-5, S. 199–208.
  • Rudolf Morsey: Peter Altmeier (1899–1977). In: Jürgen Aretz, Rudolf Morsey, Anton Rauscher (Hrsg.): Zeitgeschichte in Lebensbildern, Aus dem deutschen Katholizismus des 19. und 20. Jahrhunderts, Band 6, Aschendorff Verlag GmbH & Co. KG, Münster 1984, ISBN 978-3-402-06112-1, S. 200–213. (Digitalisat)

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Peter Altmeier – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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Einzelnachweise[Bearbeiten]

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