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Peter Schweri

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Datei:Peter Schweri.jpg
Peter Schweri am Eingang zu seiner Wohnung in der Villa Egli, Zürich / 2014

Peter Schweri (* 20. Juni 1939 in Dietikon; † 25. November 2016 in Zürich) war ein Schweizer Kunstmaler, Zeichner, Objektkünstler, Fotograf und ab 2008 Musikkompositeur. Er ist ein Vertreter des Zürcher Konstruktivismus.<ref>SIKART Lexikon zur Kunst in der Schweiz Abgerufen am 9. Juli 2017</ref>

Leben und Werk[Bearbeiten]

Nach einer Lehre als Hochbauzeichner von 1956 bis 1959 an der Gewerbeschule Zürich studierte Schweri von 1959 bis 1960 an der Kunstgewerbeschule Zürich bei Hansjörg Mattmüller und von 1960 bis 1961 einige Monate in der Grafikklasse bei Josef Müller-Brockmann. Sein zeichnerisches und künstlerisches Talent führte dazu, dass Paul Gredinger, Werbeagent der Agentur GGK (Gerstner u. Kutter) ihn 1962 für die Herstellung von Kunstwerken zur künstlerischen Imagepflege der Agentur engagierte. In den 1960er Jahren befasste er sich intensiv mit Fotografie und Filmkunst. Es entstanden Filme für diverse Auftraggeber in Studios in Mailand, Zürich und Paris. In dieser Zeit betätigte er sich auch als Innenarchitekt. 1967 produzierte er den ersten Kunstfilm (Videoclip-Vorläufer) für eine Discothek in Mailand und kreierte eine Light Show<ref>original material auf 16mm film im nachlass peter schweri</ref> mit Filmmaterial und Diashows, die synchron auf drei Leinwänden im Nachtclub Black Out, Zürich-Kloten, gezeigt wurde. In der Zeit von 1968 bis 1976 lebte Peter Schweri immer wieder im Tessiner Dorf Carona<ref>Diverser Schriftverkehr mit Peter Schweri - im Nachlass Peter Schweri- belegen den damaligen Wohnort</ref> in der Künstlerkommune um Meret Oppenheim, David Weiss; Markus Raetz, Urs Lüthi, Christoph Wenger, Anton Bruhin u. a. und widmete sich intensiv dem zeichnerischen Studium. Unzählige Zeichnungen in verschiedensten Techniken stammen aus dieser Zeit, die in seinem Nachlass vorhanden sind. 1974 bis 1976 widmete er sich auch der Führung des ersten Spezialgeschäftes für makrobiotische und biologisch-dynamische Ernährung in der Schweiz: Mr Natural.<ref>Original Mietvertrag der Howit Immobilien-Verwaltungen, 8001 Zürich vom 25.03.1974 für die Fortsetzung des Vertrages vom 23.12.1970 mit Mr Natural Lebensmittel, Seilergraben 15, 8001 Zürich unterzeichnet von Peter Schweri - im Nachlass Peter Schweri</ref> Das Geschäft war weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt und ein Vorläufer der heutigen Bioläden.

Ab 1975 bereiste er Griechenland, Ägypten und den Sudan und unternahm in den Jahren 1977 bis 1983 ausgedehnte Reisen nach Griechenland, Frankreich und Ägypten. In Griechenland widmete er sich auf selbstgebautem Brett ein Jahr lang dem Windsurfing. Mit seinem Van (Mercedes D190), den er eigenhändig ausbaute, so dass er darin schlafen und leben konnte, unternahm er von 1984 bis 1989 ausgedehnte Reisen.<ref>Fotomaterial von den Reisen im Nachlass Peter Schweri</ref> Schweri war ein Denker und Forscher. Sein Wissen um das Vorhandensein des «Universal Skeleton of Art» brachte ihn 1986 zur Erfindung des «ArtCode86».<ref>László Böszörményi, Jürg Gutknecht, Gustav Pomberger: The School of Niklaus Wirth: The Art of Simplicity. Morgan Kaufmann 2000, ISBN 1-55860-723-4, S. 111.</ref> Bildkompositionen mit Bedingungen zu schaffen: das war es, was Schweri interessierte und fesselte. Der Leiter der Graphischen Sammlung der ETH Zürich, Paul Tanner, organisierte im Sommer 1994 die Gruppenausstellung «Kicking boxes billiard»<ref name=":0" /><ref name=":1" /> in der ETH Zürich und machte Schweri im Vorfeld der Ausstellung mit dem Informatiker Jürg Gutknecht bekannt. So kam es, dass er von 1994 bis 2001 einen Arbeitsplatz im Rechenzentrum der ETH Zürich innehatte<ref>Computer System Institute/ETH Zentrum Zürich / Former Members. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 5. November 2013; abgerufen am 11. Juli 2017.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.cs.inf.ethz.ch</ref>. Zusammen mit Jürg Gutknecht entwickelte er das System «Sakkara» zwecks Schreibens von Partituren typischer konstruktiver Peter-Schweri-Bildkompositionen zur Darstellung am Computer und im Internet. Die Erschaffung von ersten dynamischen konstruktiven Kunstwerken war nun möglich, und Schweri prägte den neuen ureigenen Kunstbegriff «Dynamic Art»<ref>Impressum. Abgerufen am 1. Januar 2018.</ref>, die Kreation des interaktiven Totems.<ref>Elias Canetti: Masse und Macht.</ref> Nach 3-jährigem intensivem Studium der Funktionsweise des Internets wurde er 1997 anerkannter Internet-Experte am Institut für Computersysteme der ETH in Zürich. Im gleichen Jahr arbeitete er seine erste eigene Internet-Site aus und stellte sie ins Netz. Bis zum Jahr 2001 entwickelte er seine «Dynamic Art» im Internet weiter, deren Gestalt pro Sekunde fundamental wechseln kann und deren Ablaufzeit je nach Konstellation des Totems von wenigen Sekunden bis zu vielen Milliarden Jahren dauern kann. Aufgrund einer Caldwell-Luc-Operation, der er im Kindheitsalter ohne Narkose unterzogen wurde, verschlechterte sich sein Sehvermögen stetig. Im Jahre 1999 erreichte seine Sehfähigkeit noch 5 %. Dennoch arbeitete er ohne fremde Hilfe an all seinen Kunstsystemen weiter und kreierte im Jahr 2001 noch eine neue verfeinerte «Dynamic Art»-Internet-Site. 2002 im Alter von 63 Jahren erblindete Schweri vollständig, er verstarb am 25. November 2016 in Zürich; seinen Nachlass verwaltet die Künstlerin Stella Diess.

Projekt «Wirsindkunst»[Bearbeiten]

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WirsindKunst: Peter Schweri·Stella Diess 2006

Im Sommer 2005 lernte Schweri «durch Zufall» Stella Diess (Geburtsname: Esther Bettina Diess), Tochter der Schauspielerin Miriam Spoerri und des Schauspielers Karl Walter Diess, sowie Nichte von Daniel Spoerri / Theophil Spoerri kennen. Es entstand eine enge künstlerische Zusammenarbeit bis zu Schweris Tod im Jahr 2016. Unter dem Label «Wirsindkunst» arbeiteten Schweri·Diess ab 2005 zusammen, kreierten ihre gleichnamige gemeinsame Website,<ref>Peter Schweri · Stella Diess: WirsindKunst. In: Wirsindkunst. Peter Schweri · Stella Diess, abgerufen am 11. Juli 2017.</ref> auf welcher sie im virtuellen Raum ihr Schaffen zeigen. Als Blinder hatte Schweri den Wunsch, sein Konzept «Bilder mit Bedingungen» (ArtCode86) auf die tonale Ebene zu übertragen und «Musikkompositionen mit Bedingungen» auszuarbeiten. Im Jahr 2008 begannen Schweri·Diess mit dem Aufbau eines privaten Musikstudios in Schweris Wohnung, in welchem sie unter dem Label «Wirsindmusik» ihre Musik kreierten und unter der gleichnamigen von ihnen ausgearbeiteten Website<ref>Peter Schweri · Stella Diess: wirsindmusik. In: diverse. Peter Schweri · Stella Diess, abgerufen am 13. Juli 2017.</ref> präsentieren. Als Blinder musste Schweri die MusicWorkstation Yamaha Motif XS8 zunächst erlernen und Stella sich mit der Postproduction am Computer vertraut machen. Eine erste CD mit 6 Kompositionen entstand 2009 sowie die CD Motion – Peter Plays For Stella (75’05, live gespielt).<ref>Peter Schweri: Peter plays for stella. In: Peter plays for Stella. Peter Schweri · Stella Diess, abgerufen am 13. Juli 2017.</ref> 2012 entstand die CD Metronmotion mit 8 Kompositionen. Peter Schweri spielte Klavier, forschte und feilte an Tonkombinationen, wie er es früher als Kunstmaler bei seinen Bildern gemacht hatte.

«Als Bildender Künstler habe ich im Bewusstsein des ‹universal skeleton of art› meine eigene Bildsprache entwickelt. Im Jahre 1986 erfand ich den ArtCode86, eine in sich geschlossene Gruppe von 1296 auf der Figur des Doppelquadrates basierenden Bildern. Davon malte ich einige auf Leinwand. Zu jener Zeit hätte ich nicht daran gedacht, dass es mir je möglich sein würde, den vollständigen ArtCode86 zu visualisieren.»

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Ausstellungen[Bearbeiten]

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Auszeichnungen[Bearbeiten]

Paul Tanner, Leiter der Graphischen Sammlung der ETH Zürich, und der Künstler David Weiss empfahlen Peter Schweri als Bildenden Künstler für den Kunstpreis Zollikon 2003.<ref>Empfehlungsschreiben von Paul Tanner, Leiter der Graphischen Sammlung der ETH Zürich, Februar 2003 und von David Weiss, Künstler vom November 2002 für Peter Schweri / Kunstpreis Zollikon 2003 im Nachlass Peter Schweri</ref> Am 4. Mai 2003 wurde im Rahmen einer öffentlichen Feier im Gemeindesaal, der mit 10'000 Franken dotierte Kunstpreis Zollikon 2003 der Dr. K. und H. Hintermeister-Gyger-Stiftung mit einer Laudatio von Hansjörg Mattmüller überreicht.<ref>Kunstpreis Zollikon und Förderpreis</ref><ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.zollikon.ch: Geschäftsbericht 2003, Abschnitt Kulturelles. Seite 10/52 PDF. (Memento des Vorlage:IconExternal vom 19. Oktober 2017 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.zollikon.ch</ref>

Literatur[Bearbeiten]

  • Lexikon der Schweiz XX. Jahrhundert. Verlag Huber, Frauenfeld 1958–1967.<ref>Eduard Plüss, Hans Christoph von Tavel: Künstler Lexikon der Schweiz XX. Jahrhundert. Hrsg.: Verein zur Herausgabe des schweizerischen Künstler-Lexikons. Verlag Huber & Co. AG, Frauenfeld.</ref>
  • Silvio Riccardo Baviera: Die Durchtunnelung der Normalität. Verlag Um die Ecke, Zürich 1996.
  • Andreas Züst: Bekannte Bekannte 2. Edition Patrick Frey, Zürich 1996.
  • Georg Radanowicz: Raum für Räume. Erzählung über das erste «Pop-Art-Happening» in Zürich. Zürich 2005.
  • Werner Kieser: Die Entdeckung des Eisens. Stationen meines Lebens. Econ Verlag, Berlin 2008
  • Aargauer Kunsthaus/Sammlung Andreas Züst: Memorizer. Der Sammler Andreas Züst. Scheidegger & Spiess, Zürich 2009.
  • Silvio Riccardo Baviera: Kult Zürich Aussersihl. Das andere Gesicht. Verlag Um die Ecke, Zürich 2010.
  • Kunsthaus Chur: David Weiss. Ausstellung im Kunsthaus Chur. 2014. (Fotos von David Weiss und Familie von Peter Schweri 1979.)
  • Swiss Institute New York: David Weiss. Ausstellung im Swiss Institute New York. 2014. (Im Buch zur Ausstellung Fotos von David Weiss und Familie von Peter Schweri 1979.)
  • Nieves Verlag Zürich / Benjamin Sommerhalder Zine „Mental Mask“ Zeichnungen von Peter Schweri zur Ausstellung Mental Mask in der Galerie Suns.Works in Zürich. 2023<ref>„Mental Mask“ – Zeichnungen von Peter Schweri zur Ausstellung Mental Mask in der Galerie Suns.Works in Zürich. 2023. Abgerufen am 20. Juni 2023.</ref>

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Peter Schweri – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

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