Pheniramin
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| Strukturformel von Pheniramin | ||||||||||||||||||||||
| Strukturformel ohne Stereochemie | ||||||||||||||||||||||
| Allgemeines | ||||||||||||||||||||||
| Freiname | Pheniramin | |||||||||||||||||||||
| Andere Namen |
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| Summenformel |
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| Kurzbeschreibung |
Weißes, kristallines Pulver<ref>V Alagarsamy: Textbook of Medicinal Chemistry, Band 2, S. 27. ISBN 978-81-312-3259-0.</ref> (Maleat) | |||||||||||||||||||||
| Externe Identifikatoren/Datenbanken | ||||||||||||||||||||||
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| Arzneistoffangaben | ||||||||||||||||||||||
| ATC-Code | ||||||||||||||||||||||
| Wirkstoffklasse | ||||||||||||||||||||||
| Wirkmechanismus | ||||||||||||||||||||||
| Eigenschaften | ||||||||||||||||||||||
| Molare Masse | ||||||||||||||||||||||
| Aggregatzustand |
fest | |||||||||||||||||||||
| Schmelzpunkt |
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| Siedepunkt |
181 °C bei 1.30E+01 mm Hg<ref name="roempp" /> | |||||||||||||||||||||
| pKS-Wert |
9,48<ref name="ChemIDplus">Eintrag zu Pheniramine in der ChemIDplus-Datenbank der United States National Library of Medicine (NLM)Vorlage:Abrufdatum (Seite nicht mehr abrufbar)</ref> | |||||||||||||||||||||
| Löslichkeit |
schwer löslich in Wasser (0,38 g/L)<ref>Human Metabolome Database: Showing metabocard for Pheniramine (HMDB0015557). In: hmdb.ca. Abgerufen am 25. September 2021.</ref> | |||||||||||||||||||||
| Sicherheitshinweise | ||||||||||||||||||||||
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| Toxikologische Daten |
Maleat:
Aminosalicylat: | |||||||||||||||||||||
| Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). | ||||||||||||||||||||||
Pheniramin ist ein antiallergisch wirksamer Arzneistoff aus der Klasse der H1-Antihistaminika der 1. Generation mit anticholinergen Eigenschaften. Es wird zur Behandlung von Heuschnupfen, Nesselsucht, allergischer Rhinitis oder Reisekrankheit eingesetzt, in der Schweiz und in Österreich nur in Kombination mit anderen Wirkstoffen zur Behandlung der Symptome einer Grippe und Erkältung.<ref>Pheniramin Maleat bei drugs.com (englisch), abgerufen am 19. Februar 2016.</ref><ref name="avil">Beipacktext von Avil in Australien (englisch).</ref><ref>Swissmedic: Erweiterte Liste zugelassene Humanarzneimittel, Stand 21. August 2021.</ref>
Durch seine stark sedierende Wirkung wird es manchmal off-label als Schlafmittel verwendet. Pheniramin ist ein Alkylamin- und Pyridin-Derivat.
Gewinnung[Bearbeiten]
1951 wurde ein Prozess ausgehend von 4-Chlorobenzylcyanid und 2-Chloropyridin in Gegenwart von Natriumamid beschrieben.<ref name="pat1951">Patentanmeldung US2567245: Aryl-(2-pyridyl)-amino alkanes and their production. Angemeldet am 10. Mai 1948, veröffentlicht am 11. September 1951, Anmelder: Schering Corp, Erfinder: D. Papa, E. Schwenk, N. Sperber.</ref> Beim 1954 patentierten Verfahren<ref name="pat1954">Patentanmeldung US2676964: 3-pyridyl propylamine antihistamine substances. Angemeldet am 7. Juni 1950, veröffentlicht am 27. April 1954, Anmelder: Schering Corp, Erfinder: D. Papa, E. Schwenk, N. Sperber.</ref> reagiert Pyridin-2-aldehyd mit Phenylmagnesiumbromid, durch reduktive Entfernung der Hydroxygruppe und folgende Alkylierung mit Dimethylaminoethyl-Chlorid in Gegenwart von Natriumamid entsteht Pheniramin:<ref name="synthesis">D. Sriram: Medicinal Chemistry, Pearson Education, India 2010, ISBN 81-317-3144-8 S. 285</ref>
Chlorphenamin ist ein Derivat von Pheniramin; durch das Halogen wird dessen Wirkung um das 10–20-fache verstärkt.<ref name="synthesis" />
Stereoisomerie[Bearbeiten]
Pheniramin enthält ein Stereozentrum und besteht aus zwei Enantiomeren. Hierbei handelt es sich um ein Racemat, also ein 1:1-Gemisch von (R)- und der (S)-Form:<ref name="Hager">F. v. Bruchhausen, G. Dannhardt, S. Ebel, A. W. Frahm, E. Hackenthal, U. Holzgrabe (Hrsg.): Hagers Handbuch der Pharmazeutischen Praxis. Band 9: Stoffe P-Z. 5. Auflage. Springer Verlag, Berlin 2014, ISBN 978-3-642-63389-8, S. 121.</ref>
| Enantiomere von Pheniramin | |
|---|---|
| Datei:(R)-Pheniramin Structural Formula V1.svg CAS-Nummer: Vorlage:CASRN |
Datei:(S)-Pheniramin Structural Formula V1.svg CAS-Nummer: Vorlage:CASRN |
Pharmakologie[Bearbeiten]
Es werden das Hydrochlorid, das Maleatsalz und das 4-Aminosalicylat (C16H20N2 C7H7NO3) medizinisch verwendet.<ref name="roempp" />
Pharmakokinetik[Bearbeiten]
Der Abbau erfolgt hauptsächlich in der Leber durch Hydroxylierung, Demethylierung und Glucuronidierung, die beiden Metaboliten sind N-Desmethylpheniramin und N-Didesmethylpheniramin. Die Plasmahalbwertszeit liegt bei bis zu 19 Stunden.<ref name="kinetik">P. U. Witte, R. Irmisch, P. Hajdú: Pharmacokinetics of pheniramine (Avil) and metabolites in healthy subjects after oral and intravenous administration. In: International journal of clinical pharmacology, therapy, and toxicology, Band 23, Nummer 1, Januar 1985, S. 59–62, PMID 3988394.</ref>
Indikationen[Bearbeiten]
In der Schweiz und in Österreich ist Pheniramin nur in Kombination mit anderen Wirkstoffen zur kurzfristigen und symptomatischen Behandlung von Grippe- und Erkältungssymptomen bei Erwachsenen zugelassen.<ref name="asp">Suche im Arzneispezialitätenregister der AGES, Februar 2016.</ref><ref name="compendium">Pheniramin im Arzneimittel-Kompendium der Schweiz, Februar 2016.</ref>
Als weitere Indikationen für Pheniramin (Maleat) gelten allergische Symptome, Quincke-Ödem, Asthma, Konjunktivitis, Dermatitis, Ekzeme, Heuschnupfen, Rhinitis, Nesselsucht, Vertigo,<ref name="druginfosys">Pheniramin Maleat bei druginfosys.</ref> Morbus Menière und Reisekrankheit.<ref name="avil" />
Nebenwirkungen[Bearbeiten]
Pheniramin kann Somnolenz, Bradykardie oder Magen-Darm-Beschwerden verursachen. Überdosierung kann zu Schlafstörungen und Krämpfen führen, besonders in Kombination mit Alkohol. Nach der Einnahme soll nicht mit dem Auto gefahren werden.<ref name="neocitran">Beipacktext von Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.NeoCitran® ( vom 11. Februar 2016 im Internet Archive; PDF)</ref>
Gegenanzeigen[Bearbeiten]
Zusammen mit Cortisol kann der Adrenalinspiegel bis zum Verlust des Bewusstseins absinken. Bei Prostata-Beschwerden sollte Pheniramin nicht eingenommen werden.<ref name="avil" />
Wechselwirkungen[Bearbeiten]
MAO-Hemmer führen zu einem verlangsamten Abbau und zur Überdosierung bei wiederholter Einnahme. Zentral dämpfende Arzneimittel, Alkohol und Parasympatholytika können unerwünschte Wirkungen verstärken.<ref name="avil" />
Handelsnamen[Bearbeiten]
Pheniramin wird häufig mit Acetylsalicylsäure, Acetaminophen und/oder Naphazolin kombiniert.<ref name="Drugs.com">Pheniramine. Drugs.com International.</ref>
- Monopräparate
- Avil (SRB, TR, AU), Fenamed (TR), Aviject (TR)
- Kombinationspräparate
- NeoCitran (A, CH), Fervex (F), Stillergy (I), Tetramil (I). In der Schweiz ist Pheniramin Maleat mit Paracetamol und Phenylephrin als „NeoCitran Pulver für Erwachsene“ rezeptfrei.
Weblinks[Bearbeiten]
- Pheniramine Overdose. MedlinePlus (englisch)
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
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- ATC-D04
- ATC-R06
- Gesundheitsschädlicher Stoff bei Verschlucken
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:CAS-Nummer fehlt lokal
- Arzneistoff
- Antihistaminikum
- Dimethylamin
- Pyridin