Zum Inhalt springen

Piratpartiet

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Vorlage:Hinweisbaustein Vorlage:Infobox Politische Partei

Datei:Rickard Falkvinge - 2006-06-03 (Jon Åslund).jpg
Parteivorsitzender Rickard Falkvinge auf einer Demonstration gegen die Abschaltung des BitTorrent-Trackers The Pirate Bay am 3. Juni 2006 in Stockholm

Piratpartiet ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) ist eine am 1. Januar 2006 gegründete schwedische Partei, die sich für die Bürger- und Freiheitsrechte sowie für Informationsfreiheit und Datenschutz einsetzt. Des Weiteren ist einer der wichtigsten Punkte ihrer Agenda, das Urheberrecht in Schweden komplett zu reformieren, das Patentrecht abzuschaffen und dafür notfalls auch bereits bestehende Verträge mit der Welthandelsorganisation einseitig aufzukündigen. Ihre wichtigsten Zielgruppen stellen die Internetnutzer und insbesondere Nutzer von P2P-Börsen sowie Studenten dar. Vorsitzender der Piratenpartei war vom 1. Januar 2006 bis 1. Januar 2011 deren Gründer Rickard Falkvinge.<ref>Rick Falkvinge slutar som partiledare i Piratpartiet.</ref> Seine Nachfolgerin als Parteivorsitzende war bis Ende 2014 Anna Troberg.<ref>Anna Troberg: Jag står inte till Piratpartiets förfogande som partiledare 2015 mynewsdesk.com, 1. Dezember 2014.</ref>

Inzwischen entstanden nach dem Vorbild der schwedischen Piratparti auch in anderen Ländern Piratenparteien; es besteht außerdem eine internationale Dachorganisation mit dem Namen Pirate Parties International, in welcher die Partei jedoch nicht mehr vertreten ist.

Geschichte[Bearbeiten]

Am 1. Januar 2006 ging um 20:30 Uhr die Webseite online, was die Gründung der Partei bedeutete. Es wurden sechs Phasen präsentiert, die erste sollte die Sammlung von mindestens 2.000 Unterschriften sein, also 500 mehr als gebraucht wurden. Diese sollten der Valmyndigheten, der schwedischen Wahlbehörde, vor dem 4. Februar (der letzte Termin für die Zulassung war der 28. Februar) hinterlegt werden, so dass die Partei an der schwedischen Wahl 2006 teilnehmen konnte.

Die zweite bis fünfte Phase schloss die Registrierung für die Wahl, das Ernennen von Kandidaten für den Reichstag und das Vorbereiten einer Organisation für die Wahl ein. Es sollte lokale Wahlorganisationen in jenen 43 schwedischen Gemeinden geben, die 50.000 und mehr Einwohner haben.

Die sechste und letzte Phase war die Wahl selbst. Die Partei hoffte, dass sie mindestens 225.000 Stimmen bekäme, was eine Unterstützung von 4 Prozent und damit den Einzug in den Reichstag bedeutet hätte. Die Wahl zum Schwedischen Reichstag 2006 fand am 17. September 2006 statt. Dabei bekam die Partei 34.918 Stimmen, oder 0,63 Prozent.<ref>Val till riksdagen, offizielle Wahlstatistik der sonstigen Parteien 2006.</ref> Ende Dezember 2006 gründete sich mit Ung Pirat die Jugendorganisation der Piratparti.

Im Zuge des am 1. April 2009 umgesetzten, sogenannten „IPRED-Gesetzes“ (Intellectual Property Rights Enforcement Directive, einer EG-Richtlinie zum Schutze immaterieller Rechte), das gegen Filesharing und Lizenzverstöße greifen soll, erfuhr die Partei einen starken Mitgliederzuwachs. Zahlreiche Sympathisanten und Neumitglieder bekam die Partei auch nach dem umstrittenen und unter Prozessbeobachtern auch unerwarteten Urteil gegen das BitTorrent-Portal The Pirate Bay am 17. April 2009. Nach diesem Urteil stieg die Anzahl der Mitglieder sprunghaft von etwa 15.000 auf über 40.000 an. Viele dieser Mitgliedschaften wurden nach Ablauf der einjährigen Mitgliedsfrist nicht erneuert, wodurch die Partei im April 2010 innerhalb weniger Tage von mittlerweile knapp 50.000 auf etwa 25.000 Mitglieder schrumpfte. Der Mitgliederschwund setzte sich danach weiter fort, so dass zunächst im Juni 2010 etwa 16.000 und Ende 2011 schließlich etwa 8.000 Personen Mitglieder der Partei waren.

Piratpartiet trat zur Europawahl in Schweden 2009 an; in den Wahlkampf schaltete sich unter anderem Lars Gustafsson als Fürsprecher ein.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Lars Gustafsson: “Why my vote goes to the Pirate Party” (Memento des Vorlage:IconExternal vom 30. Mai 2009 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/copyriot.se 27. Mai 2009.</ref> Am Wahltag erhielt die Partei 7,1 Prozent der Stimmen und entsandte mit Christian Engström einen stimmberechtigten Vertreter ins 7. Europäische Parlament.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Ergebnisse der Europawahlen 2009 für Schweden (Memento des Vorlage:IconExternal vom 11. Juni 2009 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.elections2009-results.eu</ref> Er war dort Mitglied der Fraktion Die Grünen/Europäische Freie Allianz.<ref>Piratpartiet till den gröna gruppen i EU-parlamentet.</ref> Mit dem Inkrafttreten des Vertrages von Lissabon erhielt Piratpartiet einen der Schweden gemäß einem Zusatzprotokoll zusätzlich zustehenden Sitze im EU-Parlament. Amelia Andersdotter zog entsprechend am 1. Dezember 2011 zusätzlich in das Parlament ein. Die damals 24-Jährige war zu diesem Zeitpunkt das jüngste Mitglied des Parlaments.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.piratenpartei.de (Memento vom 9. November 2009 im Internet Archive)</ref>

Bei der Reichstagswahl 2010 konnte Piratpartiet ihre Stimmenzahl von 34.918 auf 38.491 Stimmen erhöhen, blieb aber mit 0,65 Prozent der Wählerstimmen unter der 4-%-Hürde für den Einzug ins Parlament.<ref>Val till riksdagen - Röster. Valmyndigheten; abgerufen am 26. September 2010.</ref> Infolge des vorherigen Mitgliederschwundes hatte die Partei Anfang Oktober 2011 etwa 8.000 Mitglieder. Nach einer längeren Phase der Stagnation verdoppelte sich die Mitgliederzahl Ende Oktober 2012 wieder sprunghaft auf fast 16.000. Grund dafür war eine Polizeiaktion gegen die Filesharingwebsite Tankafetast.com im Oktober 2012.<ref name="thelocal">Sweden’s Pirate Party doubles membership.</ref> Analog zum sprunghaften Anstieg der Mitgliederzahlen nach der Verurteilung der Gründer von The Pirate Bay fielen diese Ende Oktober 2013 allerdings wieder abrupt auf etwa 9.000.

Bei der Europawahl 2014 erhielt Piratpartiet 2,23 % der Stimmen und verlor damit ihre Sitze im Europäischen Parlament. Bei der Reichstagswahl im selben Jahr stimmten 0,43 % für Piratpartiet.

Im Mai 2015 beschloss die Partei mit einer erheblichen Mehrheit, die PPI zu verlassen und ihren Beobachterstatus aufzukündigen.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.mote.piratpartiet.se (Memento des Vorlage:IconExternal vom 15. November 2017 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/mote.piratpartiet.se</ref>

Bei der Reichstagswahl 2018 stimmten 0,11 % für Piratpartiet.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Val till riksdagen - Röster (Memento des Vorlage:IconExternal vom 17. Dezember 2018 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/data.val.se data.val.se, 16. September 2018.</ref> Bei der Europawahl 2019 erhielt Piratpartiet 0,64 % der Stimmen und verpasste damit erneut den Einzug ins Europäische Parlament.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Val till Europaparlamentet - Röster (Memento des Vorlage:IconExternal vom 19. Juni 2019 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/data.val.se data.val.se, 31. Mai 2019.</ref> Bei der Reichstagswahl 2022 stimmten 0,14 % für Piratpartiet, bei der Europawahl 2024 erhielt die Partei 0,4 % der Stimmen.

Politische Auswirkungen in Schweden[Bearbeiten]

Aufgrund der gesellschaftlichen Diskussion um das Urheberrecht, welche durch die Hausdurchsuchung bei „Pirate Bay“ angeregt worden war, änderte die wirtschaftliberal-konservative Partei Moderata samlingspartiet im Wahlkampf zur Reichstagswahl 2006 ihre Standpunkte hin zu liberaleren Positionen. Die grüne Miljöpartiet und die linke Vänsterpartiet, die schon früher die Gesetzgebung kritisiert hatten, vertraten ihre Standpunkte nun wesentlich offensiver.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Larger parties bend to support file-sharing under political pressure (Memento des Vorlage:IconExternal vom 26. Oktober 2006 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.p2pconsortium.com P2P Consortium; abgerufen am 9. Juni 2006</ref><ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Nu vänder v och m i piratfrågan (Memento vom 9. November 2007 im Internet Archive) Expressen; abgerufen am 9. Juni 2006.</ref>

Der damalige schwedische Justizminister Thomas Bodström bekundete am 9. Juni 2006 seine Bereitschaft, eine Revision eines 2005 in Kraft getretenen Gesetzes zu verhandeln, das das Herunterladen von urheberrechtlich geschütztem Material illegal machte (zuvor war lediglich das Hochladen solchen Materials ungesetzlich), wenn man im Gegenzug eine neue Steuer auf Breitband-Internetzugänge einführe.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Bodström: “Jag har inte ändrat ståndpunkt”. (Memento des Vorlage:IconExternal vom 14. Juni 2007 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.aftonbladet.se Aftonbladet; abgerufen am 9. Juni 2006.</ref> Die Piratenpartei äußerte sich ablehnend zu diesem Vorschlag; ihrer Ansicht nach sei ein solches Gesetz keine akzeptable Lösung, und die derzeitigen Politiker hätten den Kern der Thematik noch nicht erfasst.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.”Det blir inget rättvist system” (Memento des Vorlage:IconExternal vom 30. August 2006 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.aftonbladet.se Aftonbladet; abgerufen am 9. Juni 2006.</ref>

Wahlergebnisse[Bearbeiten]

Datei:Demonstration Sergels Torg June 2014 13.jpg
Unterstützer der Piratenpartei bei einer antifaschistischen Demonstration im Jahr 2014
Jahr Wahl Stimmen % Sitze
2006 SchwedenSchweden Reichstagswahl 2006 34.918 0,63 %
0/349
2009 Europa Europawahl 2009 225.915 7,13 %
1/18

bzw.
2/20
2010 SchwedenSchweden Reichstagswahl 2010 38.491 0,65 %
0/349
2014 Europa Europawahl 2014 82.763 2,23 %
0/20
2014 SchwedenSchweden Reichstagswahl 2014 26.515 0,43 %
0/349
2018 SchwedenSchweden Reichstagswahl 2018 7.326 0,11 %
0/349
2019 Europa Europawahl 2019 26.526 0,64 %
0/20
2022 SchwedenSchweden Reichstagswahl 2022 9.135 0,14 %
0/349
2024 Europa Europawahl 2024 15.403 0,37 %
0/21

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Piratpartiet – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikisource: Pirate Party Declaration of Principles – Quellen und Volltexte (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value))

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

Die Seite Vorlage:BoxenVerschmelzen/styles.css hat keinen Inhalt.

Die Seite Vorlage:Erweiterte Navigationsleiste/styles legacy.css hat keinen Inhalt.Vorlage:Klappleiste/Anfang

Parteien im Reichstag

Sveriges socialdemokratiska arbetareparti | Sverigedemokraterna | Moderata samlingspartiet | Vänsterpartiet | Centerpartiet | Kristdemokraterna | Miljöpartiet de Gröna | Liberalerna | Framtidens Vänster

Andere Parteien

Alternativ för Sverige | Piratpartiet | Feministiskt initiativ | Sveriges Kommunistiska Parti | Donald-Duck-Partei | Kommunistiska partiet | Sjukvårdspartiet | Sveriges pensionärers intresseparti | MERA25 Sverige | Volt Sverige

Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Navigationsleiste Mitgliedsparteien der Europäischen PiratenparteiDie Seite Vorlage:Erweiterte Navigationsleiste/styles legacy.css hat keinen Inhalt.Vorlage:Klappleiste/Anfang
Afrika

Marokko Marokko • Tunesien Tunesien

Asien

Israel Israel • Japan Japan • Kasachstan Kasachstan • Korea Sud Südkorea

Europa

Belarus Belarus • Belgien Belgien • Bosnien und Herzegowina Bosnien und Herzegowina • Bulgarien Bulgarien • Deutschland Deutschland • Estland Estland • Finnland Finnland • Frankreich Frankreich • Griechenland Griechenland • Island Island • Italien Italien • Lettland Lettland • LuxemburgDatei:Flag of Luxembourg.svg Luxemburg • Niederlande Niederlande • Norwegen Norwegen • Osterreich Österreich • Polen Polen • Portugal[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Portugal • Rumänien Rumänien • Russland Russland • Schweden Schweden • Schweiz Schweiz • Serbien Serbien • Slowakei Slowakei • Slowenien Slowenien • Spanien Spanien (GalicienDatei:Flag of Galicia.svg Galicien • Katalonien Katalonien) • Tschechien Tschechien • Turkei Türkei • Ukraine Ukraine • Ungarn Ungarn

Nordamerika

Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten

Ozeanien

Australien Australien • Neuseeland Neuseeland

Südamerika

Brasilien Brasilien • Chile Chile • Peru Peru • Venezuela Venezuela

Internationale Vereinigungen

Datei:PPI signet.svg International • Europaische Union Europa

Ehemalige Piratenparteien

Danemark Dänemark • Irland Irland • Kanada Kanada • Kroatien Kroatien • Osterreich Österreich (Tirol) • Serbien Serbien • Slowakei Slowakei • Spanien Spanien • Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich

Vorlage:Klappleiste/Ende

Vorlage:Hinweisbaustein