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Pluwiger Hammer

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Datei:Pluwiger Hammer, Wohn- und Wirtschaftsgebäude 20171115.jpg
Altes Wohn- und Wirtschaftsgebäude des Pluwiger Hammers
Datei:Bahnhof-Pluwigerhammer.JPG
Ehemaliges Bahnhofsgebäude

Die Denkmalzone Pluwiger Hammer südöstlich von Pluwig an der Ruwer im Landkreis Trier-Saarburg (Rheinland-Pfalz) ist eine ehemalige Eisenschmelze und Hammerwerk mit Mahl- und Sägemühle. Dazu gehören ein Grabensystem, ein Wohnhaus, ein Backhaus, Werkgebäude, der sich südlich anschließende Garten und das oberhalb des Mühlgrabens gelegene Ackerland. Das Anwesen stammt aus dem frühen 19. Jahrhundert.

Flussabwärts befand sich dort der inzwischen stillgelegte Bahnhof Pluwig.

Lage und Geographie[Bearbeiten]

Der Ortsteil liegt im Tal der Ruwer sowie am Altarm der Ruwer und wird als Pluwigerhammer (Pluwig) bezeichnet. Am unteren Entergraben liegt auf Schöndorfer Gemarkung der Ortsteil Pluwigerhammer (Schöndorf/Ruwer).

Der ehemalige Bahnhof Pluwig, der zeitweise auch durch Güterverkehr bedient wurde, lag an der Strecke der Hochwaldbahn. Auf der Bahntrasse verläuft heute der Ruwer-Hochwald-Radweg. Vom Bahnhof sind heute noch das Empfangsgebäude und ein Nebengebäude erhalten.

Sowohl Schöndorf als auch Pluwig sind aufgrund der Geschichte des Ortsteils über eine Bahnhofstraße genannte Straße mit dem Wohnplatz verbunden. Die untere Bahnhofstraße Pluwig geht über in die Straßenbezeichnung Pluwig-Hammer. Die Bahnhofstraße in Schöndorf führt in die Ortsmitte Schöndorf.

In unmittelbarer Nähe der ehemaligen Bahnstation befindet sich die Bushaltestelle Pluwig, Bahnhof. Auf dem ehemaligen Bahnhofsgelände befindet sich das Depot eines im Linienverkehr tätigen Busunternehmens.

Geschichte und Architektur des Industriekomplexes[Bearbeiten]

Das ehemalige Mahl- und Hammerwerk Pluwiger Hammer entstand wahrscheinlich anstelle der an der Ruwer gelegenen 1806 versteigerten Mühle des Trierer Domkapitels, dessen Käufer Peter Jost sich auch Fabricant de fer nannte. Das verwendete und verarbeitete Erz wurde in den Bergwerken der Nähe gewonnen. Das Hammerwerk war bis in das letzte Drittel des 19. Jahrhunderts in Betrieb, danach nur noch die Schneid- und Mahlmühle.<ref name="kulturdb">Pluwiger Hammer - Hammerwerk – Datenbank der Kulturgüter in der Region Trier. Abgerufen am 18. August 2026.</ref>

Ein 1,5 Tonnen schwerer Eisenmeteorit, der bei Bitburg-Mötsch in der Nähe der Albachmühle 1802 gefunden wurde, kam später zum Pluwiger Hammer zum Einschmelzen. Da dies nicht vollständig gelang, wurde er wieder vergraben. Jahrzehnte später wurde das Material von der Gesellschaft für nützliche Forschungen zu Trier wieder ausgegraben. Ein letztes ungeschmolzenes Stück liegt heute im Naturkunde-Museum der Humboldt-Universität Berlin. Weitere Bruchstücke finden sich in anderen Teilen Deutschlands.<ref>Nicht alles, was glänzt, ist ein Meteorit – Trierischer Volksfreund vom 15. Februar 2019</ref>

Zur Anlage gehören verschiedene barocke Gebäude, die um 1810 als Teil eines für die Lage beachtlichen Industriekomplexes entstanden und umfasst sieben Gebäude. Seine größte Ausdehnung erhielt das Werk mit dem Bau des Schneid- und Walzwerks 1829.

Im Jahre 1849 war der Pluwiger Hammer ein Kayser und Schömann gehöriges Eisenwerk am linken Ufer der Ruwer, zwischen Ollmuth und Geizenburg, in der Bürgermeisterei Schöndorf. Das Werk bestand aus 3 Frischfeuern, 2 Großhammer, 1 Kleinhammer, 1 Schneidewerk, 1 Sägemühle und 1 Mahlmühle.<ref>Georg Baersch: Beschreibung des Regierungs-Bezirks Trier. 1, Enthaltend die Verhältnisse des Regierungs-Bezirks in allen seinen Beziehungen. Lintz, Trier 1849. S. 32.</ref>

Nach der Einstellung des Eisenhammers verfielen die beiden Hammerwerke, das Schneid- und Walzwerk sowie das Gebäude des Kohlemagazins. Das Hauptgebäude des Komplexes ist ein Gebäude mit 15 Fensterachsen, das in vier Bauabschnitten entstanden ist. Es hat noch die Holzzargenfenster des 18. Jahrhunderts, barocke Türblätter und sprossengeteilte Fenster. Zur Seite des Wohnhauses, das ebenfalls zum Komplex gehört, steht das ehemalige Backhaus. Von einem der Hammerwerke steht bis heute das Eisenmagazin als eingeschossiger Krüppelwalmdachbau. Unterhalb des Wohnhauses ist darüber hinaus die ehemalige Mahlmühle erhalten, diese ist jedoch heute nur noch eine Ruine. Als vollständig erhaltenes Werkgebäude besteht zudem die vor 1812 errichtete Sägemühle als gestreckter teils mit Fachwerk kombinierter Schieferbruchsteinbau. Im Gebäude ist die technische Einrichtung mit Mühlrad und Sägegatter noch erhalten.<ref name="kulturdb"/>

Zum Komplex gehört auch der von der Ruwer über ein Wehr abgeleitete Wassergraben, der sogenannte Hammerbach. Dieser erlangt durch eine zum Teil künstlich aufgemauerte Terrassenstufe ein hohes Gefälle hinunter zur Ruwer. Vom Hammerbach wurden darüber hinaus zwei Gräben abgeleitet, an denen jeweils beidseitig Werkgebäude angeordnet wurden. An diesen Nebenläufen wurden insgesamt bis zu 10 Wasserräder betrieben. Der größere Graben für die beiden ehemaligen Hammerwerke ist bis heute noch vollständig erhalten. Durch einen Tunnel ergießt sich dieser über einen Wasserfall in die Ruwer.<ref name="kulturdb"/>

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Pluwigerhammer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

Koordinaten: 49° 40′ 40″ N, 6° 43′ 43″ O

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