Polyethylenwachs
Polyethylenwachs ((CH2)~50–~100H2) ist Polyethylen, das aufgrund zu niedriger molarer Masse (3.000–20.000 g/mol) wachs- oder fettartigen Charakter hat. Es ist farblos bis weiß, hat einen Tropfpunkt von ca. 90–120 °C<ref>Produkte | DEUREX – THE WAX COMPANY. Abgerufen am 20. Februar 2023.</ref>, ist als Schmelze klar, in unpolaren Lösungsmitteln löslich und lässt sich gut emulgieren. Es ist das bedeutendste Polyolefin-Wachs.
Es kann mit Reglersubstanzen durch Polymerisation von Ethylen oder durch Depolymerisation von Polyethylen mit höheren Molmassen hergestellt werden.<ref name="Römpp" /> Es wird hauptsächlich durch thermisches Cracken bei 400 °C hergestellt, kann aber auch aus natürlichen Wachsen synthetisiert werden.<ref name="Richards" /><ref name="Kaiser" /><ref name="Ullmann" /><ref name="Büll" /> Es existieren unterschiedliche Formen, darunter mikronisiertes und oxidiertes.
Verwendung[Bearbeiten]
Die hauptsächlichen Verwendungen von Polyethylenwachs sind unter anderen: als Scheuerschutz in Druckfarben-Filmen, für Mattlack-Effekte in Lacken und Anstrichen, als Gleit- und Trennmittel in der Verarbeitung von Kunststoffen, in Polituren und Heißschmelzbeschichtungen und zum Korrosionsschutz. Sie sind in vielen Bereichen die wesentlich kostengünstigere Alternative zu natürlichen Wachsen.<ref name="Römpp" /> Oxidiertes Polyethylenwachs (oder Polyethylenwachsoxidate) wird in der Lebensmittelindustrie häufig in Mischung mit natürlichen Wachsen<ref name="lebensmittellexikon" /> und in Kombination mit Netz- und Schimmelschutzmitteln zur Oberflächenbehandlung bei frischem Obst eingesetzt.<ref name="Pollmer" /> Sie sind in der EU als Lebensmittelzusatzstoff der Nummer E 914 ohne Höchstmengenbeschränkung (quantum satis) zur Oberflächenbehandlung von frischen Ananas, Avocados, Mangos, Melonen, Papayas und Zitrusfrüchten zugelassen.<ref name="zusatzstoffe-online" /> Entsprechend behandelte Früchte müssen im Handel als „gewachst“ gekennzeichnet sein.
Weblinks[Bearbeiten]
- Polyethylenwachs auf materialarchiv.ch
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references> <ref name="Römpp">Hermann Römpp, Jürgen Falbe, Manfred Regitz (Hrsg.): Römpp Lexikon Chemie. Band 5: Pl–S, 9. Ausgabe, Thieme Verlag, 1992, ISBN 978-3-13-735009-5.</ref> <ref name="Richards">Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref> <ref name="Kaiser"></ref> <ref name="Ullmann">Uwe Wolfmeier, Hans Schmidt, Franz-Leo Heinrichs, Georg Michalczyk, Wolfgang Payer, Wolfram Dietsche, Klaus Boehlke, Gerd Hohner, Josef Wildgruber: Waxes. In: Ullmann's Encyclopedia of Industrial Chemistry. 15. Juni 2000, doi:10.1002/14356007.a28_103.</ref> <ref name="Büll">Reinhard Büll: Das große Buch vom Wachs: Geschichte – Kultur – Technik. 2 Bände, München 1977, ISBN 978-3-7667-0386-6.</ref> <ref name="lebensmittellexikon">Lebensmittellexikon</ref> <ref name="Pollmer">Udo Pollmer: Zusatzstoffe von A–Z – Was Etiketten verschweigen. Verlag Pardun, 2014, ISBN 978-3-9806226-4-6.</ref> <ref name="zusatzstoffe-online">Polyethylenwachsoxidate auf zusatzstoffe-online.de, abgerufen am 9. März 2017.</ref> </references>