Zum Inhalt springen

Rosso – Farbe des Todes

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Profondo rosso)

Rosso – Farbe des Todes (Originaltitel: Profondo rosso) ist ein italienischer Giallo aus dem Jahre 1975 von Dario Argento mit David Hemmings, Daria Nicolodi und Gabriele Lavia in den Hauptrollen. Er wurde auch als Deep Red aufgeführt und wird in Deutschland mittlerweile unter dem Originaltitel vermarktet. In den Hauptrollen sind David Hemmings und Daria Nicolodi zu sehen. Die Musik steuerte die Progressive-Rock-Band Goblin bei. Schnittfassungen reichen von 85<ref name="ny2" /> bis 126 Minuten.<ref>„grausam verstümmelt“, Bracken.</ref> Gekürzt wurden insbesondere humoristische Einlagen.

Handlung[Bearbeiten]

Ein Medium namens Helga Ulmann (deutschsprachig, in der englischen Fassung aus Lettland) tritt in einem vollbesetzten, rot ausgekleideten Theater bei der „Parapsychologischen Konferenz“ auf. Dabei nimmt sie telepathisch eine böse, mörderische Präsenz wahr und wird hysterisch. Sie meint, die Person habe bereits getötet und würde es erneut tun. Währenddessen steht einige Reihen weiter hinten jemand auf und verlässt den Saal. Marcus, ein englischer Musiker, studiert mit einer Jazz-Gruppe ein Stück ein. Danach trifft er sich am Abend auf einer leeren<ref name="vgl-gonzalez" /> Piazza mit dem volltrunkenen Pianisten Carlo, einem Alkoholiker, der förmlich im Rinnstein liegt. Während sie reden, hören sie einen entfernten Schrei über der Stadt. An einer Edward Hoppers Gemälde Nighthawks nachempfundenen Bar vorbei, in der alle den Atem anzuhalten scheinen<ref name="vgl-gonzalez">„Not only does most of the film take place at night and the streets are barely populated. Even the few people that walk through the streets of Argento's ghost world come to resemble mannequins trapped in time.“, Gonzalez (s. Weblinks).</ref><ref name="vgl-brown">vgl. Brown.</ref><ref>Vgl. auch Gottfried Helnwein: „Boulevard of Broken Dreams“, 1984 (Gonzalez, s. Weblinks).</ref> geht er die wenigen Meter zu seiner Wohnung, ein Stockwerk über Helga. Von dem Platz aus beobachtet er, wie Helga hoch über ihm an einem Fenster um Hilfe ruft, von innen dagegen gepresst wird und von dem Mörder buchstäblich aus der Fensterscheibe gehackt. Bestürzt rennt er in die Wohnung. Er verpasst den Mörder nur um Sekunden, macht in der Wohnung der Kunstsammlerin mehrere Gemälde mit Gesichtern aus und sieht den mutmaßlichen Täter unten den Platz verlassen.

Die Polizei kommt dazu, später die hübsche, ehrgeizige Journalistin Gianna, die bei der Séance zum Publikum zählte. Marcus glaubt, einen entscheidenden Hinweis im Apartment der Ermordeten übersehen zu haben und gibt dies dem Inspektor zu verstehen. Gianna macht einen Schnappschuss von ihm, der später auf der Titelseite veröffentlicht werden wird. Für Marcus folgen vier Stunden unergiebige Formalitäten auf dem Revier. Marcus hängt sich aus Neugier selbst an den Fall. Er geht zurück zu Carlo, noch am Brunnen vor der Statue<ref name="vgl-brown" /><ref>Piazza CLN in Turin, siehe Bild.</ref><ref name="gonzalez2">Gonzalez (s. Weblinks).</ref> und kaum mehr ansprechbar. Carlo gegenüber schildert er die Vorfälle und erwähnt das Bild, das vom Tatort verschwunden zu sein scheint. Auf der Beerdigung freundet er sich mit Gianna an. In ihrem reparaturbedürftigen Fiat Nuova 500 stellt sich heraus, dass beide single sind. Seine Zerstreutheit und „Nervosität“ sei aber der Künstlernatur zuzuschreiben. Am Ort der Séance redet er mit Psychologieprofessor Giordani über Helga. Marcus sucht erneut Carlo auf, trifft aber nur seine senile Mutter Marta an, einen früheren Filmstar. Carlo ist in der Wohnung seines transvestitischen Geliebten und wie üblich volltrunken. In einer sehr ruhigen Einkaufspassage sprechen sie erneut über seine Wahrnehmung am Abend des Mordes. Carlo rät seinem Freund, die Nachforschungen einzustellen.

Durch den Vorhang sieht man Marcus zuhause am Klavier komponieren. Auf dem Dach scheint etwas herumzuschleichen. Der Mörder ist in seiner Wohnung, er schafft es jedoch, die Tür vor sich zu verrammeln, und er sieht etwas. Als Gianna anruft, droht der Killer ihm noch durch die Tür und sucht das Weite. Professor Giordani hat ein zeitgenössisches, populäres Hexerei-Buch entdeckt, Verfasser Amanda Righetti, aus dem er eine Legende über ein Spukhaus mit den Taten in Zusammenhang bringt. Marcus entnimmt ein Foto. Dann ruft er aus einer lauten Kneipe Gianna in ihrer immens geschäftigen Redaktion an, sie verstehen sich aber kaum. Die Schriftstellerin Amanda wird derweil in ihrem Haus auf dem Land ermordet, indem sie zuletzt in heißem Badewasser ertränkt wird. Sterbend versucht sie im Wasserdampf mit dem Finger an der Wand etwas niederzuschreiben. Marcus hinterlässt dort seine Fingerabdrücke und beginnt sich zu wundern, wie ihm der Mörder immer einen Schritt voraus sein kann.

Marcus spürt einem exotischen, importierten Baum auf dem Foto hinterher, und flüchtet teilweise auch vor der Polizei. Prof. Giordani kann in Amandas Badezimmer, nachdem er wieder heißes Wasser in die Badewanne einlaufen ließ, die letzte Schrift von Amanda lesen. Giordani wird aber dann bei sich zuhause das nächste Opfer des Mörders, wobei zunächst eine mechanische Puppe auf ihn zukommt. Marcus macht die verfallene Villa ausfindig und lernt den Verwalter und seine Tochter kennen. Tagsüber erkundet er das Haus auf zahllosen Irrwegen, und schabt eine furchterregende kindliche Wandmalerei unter frischem Putz hervor. Gianna besucht ihn, gemeinsam sind sie ratlos, planen einen Urlaub im Libanon, Gianna tanzt aus der Wohnung, er telefoniert ergebnislos herum. Auf dem Foto bemerkt er ein Fenster des Hauses, das in der Gegenwart fehlt, und schließt auf die Existenz eines verborgenen Raumes. Am Abend versucht er mit dem Pickel über die Fassade dorthin zu klettern, wobei er sich fast das Genick bricht, irrt dann aber über die dunklen Flure dorthin, bricht durch eine Wand, entdeckt eine mumifizierte Leiche, und wird im selben Moment von hinten niedergeschlagen. Gianna rettet ihn aus der Villa, die nun lichterloh in Flammen steht. Die Beweisstücke sind vernichtet; allerdings hat just in diesen Tagen die Tochter des Hausmeisters ein ähnliches Bild gemalt. Sie sah das Motiv bei einer Strafarbeit in den Archiven der Leonardo da Vinci-Schule, sagt sie.

Dort angekommen wird Gianna beim Versuch, die Polizei anzurufen, niedergestochen (überlebt aber): „alles für eine blöde Story“. Er findet in Bücherregalen und inmitten verstaubter Aktenordner die Vorlage des Bildes, welches Carlo als Kind gemalt hatte. Carlo lauert ihm bereits auf. Die Polizei kommt dazu, auf der Flucht wird Carlo von einem Müllwagen erfasst und zu Tode geschleift. Marcus hatte jedoch zweierlei übersehen: Carlo war zum Zeitpunkt des ersten Mordes bei ihm, und das vermisste Bild war in Wirklichkeit ein Spiegel, in dem er den wirklichen Täter sah, der flach an der Wand stand. In Helgas Wohnung wird er von hinten attackiert. Der Angreifer ist Carlos Mutter, schrill geschminkt und in einem Ledermantel. Zuletzt wird die Kindheitserinnerung Carlos klar, wie seine Mutter an Weihnachten zu dem Lied seinen Vater erstach, wohl die zuvor gefundene Leiche, in dem betreffenden Gebäude. Er wollte sie schützen. Nach einem Handgemenge im Treppenhaus verfängt sie sich mit ihrer Halskette im Fahrstuhl und wird, als Marcus den Fahrstuhl in Gang setzt, geköpft.

Entstehung und Veröffentlichung[Bearbeiten]

Wie Dario Argento bekundete in einem Interview, dass er mit seinem Drehbuchautoren gezielt auf der Suche nach Schmerzerfahrungen war, die aus dem normalen Leben vertraut sind. Wie es sich anfühlt, erschossen zu werden, könne man zwar intellektuell nachvollziehen, aus eigener Erfahrung kennen es jedoch die wenigsten.<ref>Smuts, s. Weblinks.</ref>

Die Aufnahmen fanden in Rom und in Turin statt.<ref>IMDb, „Filming locations for Profondo rosso“.</ref><ref>vergleiche zu den Drehorten die italienischsprachige Wikipedia.</ref>

International lief Profondo rosso am 7. März 1975 in Italien an.<ref>IMDb, „Release dates for Profondo rosso“.</ref> In der Bundesrepublik Deutschland hatte der Film seine Premiere erst am 24. April 1991 auf Video.<ref name="ldif2" />

In der ursprünglichen Kinoversion bewegte sich Hemmings Abbild in der Spiegelung auf der Blutlache im Abspann noch. In der R1 DVD wurde sein Bild eingefroren.<ref>IMDb, „Alternate versions for Profondo rosso“. An der Rekonstruktion war William Lustig beteiligt, vgl. Troy Howarth: Profondo Rosso (aka, Deep Red) (Two-Disc SE). In: AV Maniacs. 6. Dezember 2008, abgerufen am 9. April 2009.</ref><ref>Nathaniel Thompson: The Films of Dario Argento. In: Mondo Digital. Abgerufen am 9. April 2009.</ref><ref>vgl. Dallmann.</ref>

Besetzung und Synchronisation[Bearbeiten]

Der Film wurde zweimal synchronisiert. Die erste Synchronfassung wurde 1991 für die VHS-Veröffentlichung des Filmes erstellt und war an einigen Stellen gekürzt, welche später nachträglich synchronisiert wurden.<ref>Rosso – Die Farbe des Todes (1. Synchro). In: Deutsche Synchronkartei. Abgerufen am 11. September 2025.</ref> Die zweite Synchronfassung entstand 2021 bei der Mixwerk Synchron. Gerd Naumann schrieb das Dialogbuch und führte Dialogregie.<ref>Rosso – Die Farbe des Todes (2. Synchro). In: Deutsche Synchronkartei. Abgerufen am 11. September 2025.</ref> Die Veröffentlichung der zweiten Synchronfassung sollte bereits 2021 erfolgen, musste aber verschoben werden.<ref>'84 Entertainment: "Profondo Rosso" auf 4K UHD und "Das Mädchen, das zuviel wusste" auf Blu-ray mit Neusynchros. In: Bluray-Disc.de. Abgerufen am 11. September 2025.</ref>

Rolle Darsteller Synchron­sprecher (1991) Synchron­sprecher (2021)
Marcus Daly David Hemmings Klaus Nietz
Nachsynchro: Gerhart Hinze
Peter Lontzek
Gianna Brezzi Daria Nicolodi Angela Stresemann
Nachsynchro: Monika Barth
Gundi Eberhard
Carlo Gabriele Lavia Nicolas König
Nachsynchro: Nils Rieke
Bastian Sierich
Helga Ulmann Macha Méril Reinhilt Schneider Ilka Teichmüller
Supt. Calcabrini Eros Pagni Kai Henrik Möller
Nachsynchro: dito
Bernd Vollbrecht
Amanda Righetti Giuliana Calandra Carla Becker Diana Borgwardt
Prof. Giordani Glauco Mauri Gerhard Lippert
Nachsynchro: Michael Bideller
Jürgen Kluckert
Bardi Piero Mazzinghi Helgo Liebig Lutz Riedel
Marta, Carlos Mutter Clara Calamai Ursula Vogel Kerstin Sanders-Dornseif
Carlos Vater Aldo Bonamano Lothar Hinze
Florist Attilio Dottesio
Elvira Liana Del Balzo Sabine Hahn Luise Lunow
Carlo als Junge Jacopo Mariani
Gärtner Furio Meniconi Lothar Grützner Ronald Nitschke
Olga Nicoletta Elmi Keren Hochberg
Assistent des Inspektors Salvatore Puntillo Dirk Müller
Polizei­agent Piero Vida Marko Bräutigam
Polizei­agent Mingozzi Fulvio Mingozzi Uwe Jellinek
Polizei­fotograf Dante Fioretti
Massimo Ricci Geraldine Hooper Tomas Kröger
Nachsynchro: Jannik Endemann
Christian Zeiger
Konferenz­besucher Bruno Di Luia Tilmar Kuhn
Pietro Valgoi Franco Vaccaro Bernd Egger
TV-Sprecher Harry Kühn
Priester Uri Faber
Prostituierte #1 Daniela Kälin
Prostituierte #2 Heike Beeck

Kritiken[Bearbeiten]

Der Film erhielt überwiegend gute Kritiken.

Quelle Bewertung
Rotten Tomatoes (Tomatometer) Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 274: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)<ref name="rotten tomatoes">Rosso – Farbe des Todes. In: Rotten Tomatoes. Fandango, abgerufen Format invalid (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value), aggregiert aus Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 274: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) Kritiken).</ref>
Metacritic (Metascore) Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 274: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)<ref name="metacritic">Rosso – Farbe des Todes. In: Metacritic. Abgerufen Format invalid (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value), aggregiert aus Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 274: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) Kritiken).</ref>
Slant Magazine SternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbol<ref>Ed Gonzalez: Review: Deep Red. In: Slant Magazine. 2. Mai 2001, abgerufen am 27. September 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Empire Magazine SternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbol<ref>William Thoma: Deep Red Review. In: Empire Magazine. 1. Januar 2000, abgerufen am 28. September 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Neil Young’s Film Lounge [[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: [[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: [[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: [[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: [[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: [[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: [[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: [[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: [[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: [[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: <ref>Neil Young: Deep Red (Profundo Rosso). In: Neil Young’s Film Lounge. 22. Juli 2001, abgerufen am 27. September 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
TV Spielfilm 👍<ref>Rosso – Farbe des Todes. In: TV Spielfilm. Abgerufen am 27. September 2026.</ref>

Das Lexikon des internationalen Films spricht von einem mythischen Thriller, dessen befremdliche Farbdramaturgie für Genrefans von Interesse sei; was die substanzielle Inhaltslosigkeit jedoch nicht überdecken könne.<ref name="ldif2">Rosso – Farbe des Todes im Lexikon des internationalen Films</ref>

Jay Seaver kritisierte auf der ehemaligen Filmwebsite eFilmCritic.com: „Richtig Sinn ergibt das nicht.“<ref name="efc">Jay Seaver: Deep Red. In: eFilmCritic.com. Abgerufen am 9. April 2009: „I don't quite think it makes sense“</ref>

Michael Mackenzie schrieb auf seiner ehemaligen Filmwebsite LandofWhimsy.com, der Zuschauer werde als Kamera in den Film gesetzt. Argentos Kamera implementiere in Bezug auf die Subjektivität ein extrem flexibles Regelwerk. Mal enthalte sie uns Informationen vor, mal verrate sie uns etwas, was die Charaktere nicht wissen können. Die Kamera selbst sei als unabhängige Wesenheit unterwegs. Das Whodunit lasse sich nicht fairerweise lösen; der Zuschauer werde auf Armlänge zu den Figuren gehalten.<ref>Michael Mackenzie: Points of View: The camera and subjectivity in Profondo Rosso. In: whiggles.landofwhimsy.com. Abgerufen am 10. April 2009 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)): „´we´ are the camera: we are placed inside the film. Argento's camera has adopted an extremely loose set of rules with regard to subjectivity. […] What is remarkable, though, is the sense that the camera itself is playing tricks on us. On certain occasions, it deliberately withholds information […] At other times, meanwhile, we are "fed information that the characters within the film are not […]" the camera itself is active as something of an independent entity […] Indeed, the central mystery […] is not one that the audience can actually solve, given the distinct lack of logical clues […] the viewer is, at the same time, kept ´at arm's length´“</ref><ref name=":1">vgl. Mackenzie (s. Weblinks).</ref>

Shane M. Dallmann stellte 2000 auf ImagesJournal.com fest, dass der Film die Zuschauer genau in Balance halte, indem er ihnen genug Absonderlichkeit biete, ohne sie komplett aus der Ebene der Realität zu verstoßen. Obwohl das Übernatürliche nie konkret auftrete, befänden sich die Charaktere nicht in der erkennbaren Welt des Zuschauers, sondern in einer Welt, die von den Creative Arts diktiert werde.<ref>Shane M. Dallmann: Deep Red. In: Images #9. 2000, abgerufen am 9. April 2009 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)): „just enough outlandishness to keep viewers off balance without throwing them completely out of the realm of reality. […] Though the supernatural is never directly invoked […], the characters live not in the recognizable world of the viewer, but in a world that seems to exist only by dictates of the creative arts.“</ref>

Neil Young's Film Lounge bemängelte 2001, dass sich Film zwar seriös gebe, aber ungewollt an die Grenzen der Parodie reiche. Beispielsweise führt der Professor bei der Messe der Parapsychologen an: „Telepathie ist verbreitet unter den ‚Schmetterlingen, Termiten und Zebras“. Trotz unfreiwilliger Komik falle es schwer, wenn man gerade einen Kopf an einer Tischplatte zerschmettert gesehen habe.<ref name="ny2">Neil Young: Deep Red. In: Neil Young's Film Lounge. 24. Juli 2001, abgerufen am 9. April 2009: „While the results are often messy not just in terms of onscreen bloodshed […] to the edge of parody […] It’s hard to laugh when we’ve just watched a man’s head bashed in on the corners of a desk […] Argento doesn’t need to strain for comic effects – he’s amusing enough when he’s being ostensibly ‘serious.’ […] at the paranormal display, a professor notes telepathy is common among “butterflies, termites, zebras…” Zebras?! […] It’s always best to give Argento the benefit of the doubt, however, and he does know exactly what he’s doing“</ref>

Filmkritiker Ed Gonzalez sprach 2001 von einem selbstreferentiellen<ref>vgl. Smuts (s. Weblinks).</ref> Film, der dem Zuschauer regelmäßig zuwinke. Der Killer scheine immerzu überall zu sein und Argento verdächtige immer jeden. Er interpretiert das Werk auch als Merkmal des Geschlechterkampfs.<ref name="gonzalez2" /> 2005 lobte er den Film im Slant Magazine als zweitbesten Horrorfilm des Jahres 1975.<ref>Ed Gonzalez: Ed Gonzalez: Top 10s. In: Slant Magazine. 14. August 2005, abgerufen am 27. September 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Mike Bracken stellte 2002 auf CultureCartel.com fest, dass der Film von "Argentophilen" meist als Argentos Meisterwerk betrachtet werde. Er stelle ein Übergangswerk dar, indem er die früheren Gialli widerspiegle und zugleich eine Tür zu den Themen öffne, die Argento später ausgiebiger erkundete. Der Film markiere die Geburt von Argento als visueller Stilist.<ref>Mike Bracken: Deep Red aka Profundo Rosso. In: CultureCartel.com. 21. Januar 2002, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 1. März 2012; abgerufen am 10. April 2009: „a film widely regarded by hardcore Argentophiles as his masterpiece […] a transitional film in Argento’s body of work. It mirrors the earlier gialli he had made […] while at the same time opening the door on the themes he would explore more deeply in subsequent films […] Deep Red marks the birth of Argento, the visual stylist“  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.culturecartel.com</ref><ref name=":2">ebenso Bracken.</ref>

Giorgio Bertellini schrieb 2004 im Buch The Cinema of Italy, es handle sich um das Produkt eines fanatischen, unengagierten und solipsistischen Cinéphilen, der sich in seinen Obsessionen eingerichtet habe. Argentos Filme schienen aus dem Nirgendwo<ref name=":3">vgl. Brown: „sui generis“.</ref> zu kommen. In deren Zentrum stünden eigentlich keine Monster. Er nannte Argento einen "Gegenaufklärungs-Philosoph der cineastischen Vision". Auf geradezu pornografische Weise werde der Zuschauer in das kriminelle Tableau hineingezogen und ergötze sich an Begebenheiten, die keine diegetische Figur so sehen könnte."<ref name=":1" /> Der Soundtrack verkörpere die grausigen Präsentationen.<ref>Giorgio Bertellini: The Cinema of Italy. S. 213 ff. 2004. „the products of a fanatically cinéphilic and thus disengaged and solipsistic filmmaker lost in his own obsessions. […] Argento's films gave the impression of having somehow sprang from nowhere. […] At the centre of most of his cinema, in fact, there are no monsters. […] an anti-Enlightment philosopher of cinematic vision […] Dragged into the criminal tableau with some kind of pornographic strategy, the spectator further experiences obscene longings of the gaze no diegetic figure could share […] the soundtrack is never pure accompaniment, but a plastic embodiment of terrifying scenes“.</ref>

Keith Hennessey Brown bemerkte 2004, dass Argento den Zuschauer manchmal einfach nicht informiere, und sprach von einem Kino des „formalen Exzesses“.<ref name=":3" /><ref name="s-weblinks">s. Weblinks.</ref> 2008 ergänzte er, dass der Film aber nicht schlecht gespielt sei.<ref>Howarth, siehe FN 35.</ref><ref name=":2" />

Das ehemalige Kinoportal MannbeisstFilm.de schrieb 2007, die Gewalt erreiche „einen Härtegrad, den man aus den vorhergehenden Filmen in dieser Form nicht kannte.“ Der Film sei "ein künstlerisch hochwertiger Giallo, der zwar nicht gerade vor Lebendigkeit sprüht, aber gerade aus dieser Stilisiertheit seine Kraft zieht."

Jeffrey M. Anderson kommentierte 2008 auf CombustibleCelluloid.com, Argento verdanke alles seinem weniger bekannten Vorgänger Mario Bava. Oft schneide er jedoch bedeutungsfreie Bilder hinein.<ref>Jeffrey M. Anderson: Deep Red (1975) – 'Red' Poets Society. In: Combustible Celluloid. 25. Juni 2008, abgerufen am 9. April 2009: „Argento tosses in several meaningless shots […] although I want to add that he owes everything to his lesser-known predecessor, Mario Bava“</ref>

Cinema würdigt den Film als einflussreichen Giallo-Klassiker mit Stilwillen.“<ref>Rosso – Farbe des Todes (1975). In: Cinema. Abgerufen am 27. September 2026.</ref>

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Beim Sitges Film Festival, einem internationalen Filmfestival des fantastischen Films in Katalonien, gewann Dario Argento 1976 die Sitges Goldmedaille (Medalla Sitges en Oro de Ley) als bester Regisseur.

Sonstiges[Bearbeiten]

Hauptdarstellerin Daria Nicolodi wurde nach diesem Film die Lebensgefährtin von Regisseur Argento. Im selben Jahr kam die gemeinsame Tochter Asia Argento zur Welt.

Seit 1989 befindet sich in Rom der von Dario Argento und Luigi Cozzi gegründete Profondo Rosso Store. Im Keller des Geschäfts befindet sich das Museo degli Orrori di Dario Argento, das unter anderem Requisiten und Ausstattung aus Argentos Filmen zeigt.<ref>Adam Scovell: Inside Dario Argento’s dungeon-like museum of horror memorabilia, Profondo Rosso. In: BFI. 31. Oktober 2024, abgerufen am 28. September 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Museo degli orrori di Dario Argento. In: Ministerio della cultura. 5. Mai 2022, abgerufen am 28. September 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Die Handlung des Films wurde 2017 von deutschen Dark-Metal-Gruppe Eisregen auf deren Album Fleischfilm im Lied Tiefrot verarbeitet.

Literatur[Bearbeiten]

  • Marcus Stiglegger, Michael Flintrop (Hrsg.): Dario Argento. Anatomie der Angst, Berlin 2013, ISBN 978-3-86505-319-0.

Weblinks[Bearbeiten]

Vorlage:Filmdaten

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe | Die neunschwänzige Katze | Vier Fliegen auf grauem Samt | Die Halunken | Profondo rosso | Suspiria | Horror Infernal | Tenebrae | Phenomena | Terror in der Oper | Two Evil Eyes | Aura | The Stendhal Syndrome | Das Phantom der Oper | Sleepless | The Card Player – Tödliche Pokerspiele | Jenifer | Do You Like Hitchcock | Pelts | The Mother of Tears | Giallo | Dario Argentos Dracula | Dark Glasses – Blinde Angst Vorlage:Klappleiste/Ende

Vorlage:Hinweisbaustein