Reichweitenangst
Reichweitenangst ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) ist die Angst von Autonutzern, dass die Reichweite eines Elektroautos zur Beendigung vieler Fahrten nicht ausreichend sein könnte und dadurch häufig zeitraubende Nachladevorgänge benötigt werden oder man gar wegen fehlender Ladeinfrastruktur mit leerer Antriebsbatterie liegenbleiben könnte.<ref name=":0"></ref><ref>Martin Gropp: Ein Elektroauto gegen die Reichweitenangst. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 8. November 2016, S. 26.</ref><ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: Vorlage:Cite book/URL In: The New York Times, 15. Januar 2009. Abgerufen am 26. Juni 2010 (english).Vorlage:Cite book/URL Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref><ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: Vorlage:Cite book/URL In: The New York Times, 7. Mai 2010. Abgerufen am 26. Juni 2010 (english).Vorlage:Cite book/URL Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref>
Der Begriff ist auch ein Schlagwort in der öffentlichen Diskussion rund um die Elektromobilität. Häufig wird der Begriff dabei verwendet, um eine spontane, emotional geprägte Sorge zu beschreiben, die rationalen Erwägungen keinen oder nicht hinreichend Raum gibt.<ref></ref><ref name=":1"></ref>
Ursachen[Bearbeiten]
Hintergrund der Reichweitenangst ist
- die derzeit (verglichen mit Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor) geringere typische Reichweite eines Elektrofahrzeugs,
- verbunden mit den (gegenüber dem Betanken mit Kraftstoff) häufig langen Ladezeiten, die – selbst bei vorhandener Nachlademöglichkeit – erhebliche Verzögerungen im Reiseablauf nach sich ziehen können und die Reisegeschwindigkeit senken.
Herkunft[Bearbeiten]
Der Begriff wurde als range anxiety in den 1990er-Jahren in den USA von den Fahrern des GM EV1 geprägt, dem ersten modernen Elektroauto der Neuzeit, in der ersten Version noch mit Bleiakkus ausgestattet.<ref name=":0" /> Damit kam der EV1 nur gut 100 km weit, was z. B. zum Berufspendeln im Großraum Los Angeles ausreichte. In der späteren Version mit NiMH waren doppelt so weite Fahrten möglich, etwa von Hollywood zum Wochenendhaus in Palm Springs.
In Norwegen, wo sich Elektroautos mit staatlicher Unterstützung sehr früh verbreiteten, insbesondere der bis 2011 in Skandinavien gebaute Kleinstwagen Think City, wurde 2013 der neue Begriff rekkeviddeangst vom Sprachrat auf den zweiten Platz der Liste der „Wörter des Jahres“ gewählt.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig "Range Anxiety" in 2nd Place on Norway’s "Words of the Year" List.] Inside EVs, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref><ref>Årets ord: sakte-tv (in Norwegian) via Quartz, Norway is starting to have more electric cars than it can handle.</ref>
Reichweite[Bearbeiten]
Reichweiten von Elektroautos erreichen mit Stand März 2025 Reichweiten von bis zu 1000 km pro Akkuladung. Der Nio ET7 hat einen Akku mit 150 kWh und eine Reichweite von 1000 km. Die Reichweiten sind damit vergleichbar mit den Reichweiten von Autos mit Verbrennungsmotor.
Ladezeit[Bearbeiten]
Der Qilin-Akkumulator von CATL hat eine Laderate von 5 C. Sie wurde beispielsweise im Elektroauto Li Mega verbaut. Dadurch kann der Akku des Autos in 10 Minuten von 10 auf 80 Prozent aufgeladen werden.
BYD hat im März 2025 die beiden Auto-Modelle BYD Han L und BYD Tang L mit 1000-V-Ladetechnik vorgestellt. Die Ladeleistung soll 1 MW betragen. Das war bis dahin nur für LKWs bekannt (siehe Megawatt Charging System). Die Laderate beträgt 10 C, d. h. die Autos können in etwa 6 Minuten aufgeladen werden. Die dazu passenden Ladesäulen haben eine Ladeleistung von 1,36 MW. Der Ladestrom wird über zwei Ladekabel übertragen, da sonst die Kühlung zu schwierig wird. Wenn nur ein Ladekabel eingesteckt ist, beträgt die Ladeleistung 800 kW. Der Lithium-Eisenphosphat-Akkumulator hat eine relativ kleine Kapazität von 83 kWh, was für eine Reichweite von etwa 600 km genügt. Als Ausgleich statt einem großen Akku soll das sehr schnelle Laden dienen.<ref>BYD stellt Han L und Tang L mit 1.000 kW Ladeleistung vor. In: insideevs.de. 17. März 2025, abgerufen am 19. März 2025.</ref> Mit einem solchen Elektroauto dauert das Aufladen etwa nur noch so lange wie das Volltanken von einem Auto mit Verbrennungsmotor.<ref>Durchbruch in China: E-Auto laden in nur 5 Minuten! In: autobild.de. 17. März 2025, abgerufen am 19. März 2025.</ref>
Ladeinfrastruktur[Bearbeiten]
In Deutschland gab es im Quartal 1 im Jahr 2025 etwa 8.000 Ladestandorte mit mindestens 100 kW Ladeleistung, europaweit über 20.000. Zum Vergleich: Die Anzahl der Tankstellen in Deutschland liegt seit Jahren im Bereich von 14.500.<ref>www.goingelectric.de Alle (europäischen) Länder, Stromtankstellen Statistik mit mindestens 100 kW Ladeleistung</ref><ref>en2x.de</ref> 2025 stand in Deutschland durchschnittlich alle 5 km eine öffentliche Schnellladesäule, mit hoher Dichte in den Ballungsräumen und unterdurchschnittlicher Dichte in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, und Brandenburg.<ref>Jan Russezki, Simon Jockers und Max Köhler (SWR): Urlaub mit dem E-Auto: Wie dicht ist das deutsche Ladenetz? In: tagesschau.de. 12. Juli 2025, abgerufen am 13. Juli 2025.</ref>
Gegenmaßnahmen[Bearbeiten]
Die Bekämpfung der Reichweitenangst ist ein Anliegen der Politik, der Hersteller von Elektrofahrzeugen und der Energieversorger. Hierzu dienen
- Aufklärung über die tatsächlichen Auswirkungen,<ref>Reichweitenangst bei Elektroauto I Blog. In: EnBW Blog. 15. Oktober 2019, abgerufen am 12. Mai 2021.</ref>
- technische Maßnahmen zur Erhöhung der Reichweite der Fahrzeuge (Steigerung der Effizienz, Vergrößerung der Akkus, Reichweitenverlängerer<ref name=":0" />),<ref name=":2">Uwe Jean Heuser, Claas Tatje: Elektromobilität: Danke, Diesel. In: Die Zeit. 6. März 2019, abgerufen am 12. Mai 2021.</ref>
- Ausbau und Vereinheitlichung der Ladeinfrastruktur<ref name=":3">Joachim Becker: Elektroautos: Was tun gegen die Reichweitenangst? In: Süddeutsche Zeitung. 3. März 2021, abgerufen am 12. Mai 2021.</ref> sowie der Transparenz über Lademöglichkeiten,
- Verkürzung der Ladezeiten durch Schnellladetechnik sowohl auf Seiten der Ladepunkte als auch der Fahrzeuge.<ref name=":3" /><ref name=":2" />
Reichweite und Ladeinfrastruktur werden neben den Kosten als die drei wesentlichen Kriterien für den Markterfolg der Elektromobilität angesehen.<ref>Christof Vieweg: VW-Skandal: Dem Diesel treu ergeben. In: zeit.de. 27. Oktober 2015, abgerufen am 27. Januar 2024.</ref>
Wissenschaftliche Einordnung und Umfragen[Bearbeiten]
Aus wissenschaftlicher Sicht wird die Reichweitenangst überwiegend als unbegründet und stark emotional geprägt eingeschätzt.<ref></ref><ref name=":1" />
Eine Analyse des Energiewirtschaftlichen Instituts an der Universität zu Köln (EWI) kommt zu dem Schluss, dass die weit überwiegende Zahl der Fahrten mit Elektroautos problemlos ohne nachzuladen bewältigt werden kann.<ref>Elektromobilität: Reichweitenangst oft unbegründet. Abgerufen am 12. Mai 2021.</ref>
In einer Umfrage des US-Automobilclubs AAA aus dem Jahr 2020 gaben 77 % der Elektroautofahrer, die sich vor dem Kauf Sorgen über die Reichweite gemacht hatten, an, dass sie diese Sorgen nach dem Kauf nicht mehr hätten.<ref>AAA: Owning an Electric Vehicle is the Cure for Most Consumer Concerns. newsroom.aaa.com, 22. Januar 2020, abgerufen am 16. September 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
In einer internationalen Umfrage von LeasePlan und Ipsos 2019 zeigte sich, dass die Reichweitenangst in Deutschland besonders ausgeprägt ist (73 % in Deutschland gegenüber 45 % insgesamt).<ref>Elektroauto-Studie: Vor allem deutsche Autofahrer haben Reichweitenangst. In: Elektroauto-News.net. 10. November 2019, abgerufen am 12. Mai 2021.</ref> In einer ein Jahr später durchgeführten erneuten Befragung zeigte sich ein deutlich gesunkener Anteil Personen, die die Reichweite vom E-Auto-Kauf abhält (international 34 %, in Deutschland 50 %).<ref></ref>
Mit Stand März 2025 haben sich Elektrofahrzeuge deutlich weiterentwickelt. Die Reichweitenangst stammt von den frühen Generationen der Elektroautos, als Reichweiten klein und Ladezeiten lang waren. Zudem gab es damals kaum Ladeinfrastruktur. Professor Harald Schaub sieht ein Problem in der Gewohnheit und Vertrautheit der Menschen mit der alten Technologie. Zudem sieht er mangelnde Information über die neue Technologie. Des Weiteren sieht er soziale Einflüsse, also die Meinung und Erfahrung anderer.<ref>Die psychologischen Ursachen der "Reichweitenangst". 13. März 2024, abgerufen am 27. März 2025.</ref>
Literatur[Bearbeiten]
Weblinks[Bearbeiten]
- Dennis Horn: Range Anxiety – von der Angst, mit leerem Akku am Straßenrand zu stehen, blog.wdr.de, 19. August 2015
- Uwe Jean Heuser: Tesla: Sie nennen es Reichweitenangst, Zeit Online, 1. April 2016
- Stefan Anker: Diese neuen Elektroautos werden sich durchsetzen, WeltN24, 5. Oktober 2016
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />