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Richard Lutz

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Datei:Richard Lutz (2022).jpg
Richard Lutz (2022)
Datei:SignumLutz.jpg
Unterschrift von Richard Lutz

Richard Lutz (* 6. Mai 1964 in Landstuhl) ist ein deutscher Betriebswirt und Manager. Er wurde im April 2010 Mitglied des Vorstands der Deutschen Bahn AG und war von März 2017 bis zum 30. September 2025 dessen Vorsitzender.

Werdegang[Bearbeiten]

Früherer Werdegang[Bearbeiten]

Lutz stammt aus einer Eisenbahnerfamilie und verbrachte seine Jugendzeit in Kindsbach.<ref name=":1">Übergangskandidat wird Dauerlösung. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 15. März 2017, S. 26.</ref> Lutz’ Vater arbeitete im Ausbesserungswerk der Bundesbahn in Kaiserslautern<ref>Corinna Budras: Bahnchef Lutz macht alles neu. In: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, Nr. 24, 18. Juni 2017, S. 27.</ref>, seine Mutter als Sekretärin für die Bahn.<ref name="handelsblatt-2017-222-54">Dieter Fockenbrock: Rasender Stillstand. In: Handelsblatt. Nr. 222, 17. November 2017, ISSN 0017-7296, S. 54–61.</ref> Nach dem Abitur am Sickingen-Gymnasium<ref>Karl Heinz Wigand: Bauentwicklung und die wichtigsten baulichen Erweiterungen. (PDF) S. 95, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 5. April 2023; abgerufen am 27. April 2019.</ref> nahm er an der Universität des Saarlandes ein Studium der Betriebswirtschaftslehre auf.<ref name="db-welt-2011-2-5">„Nur wer Gewinne macht, kann investieren“. In: DB Welt, Heft 2/2011, S. 5.</ref> Von 1989 bis 1994 war er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Heinz Kußmaul am Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Finanzierung und Investition/Betriebswirtschaftliche Steuerlehre, an der Universität Kaiserslautern tätig. 1998 wurde er dort mit einer Arbeit zum Thema Jahresabschlußanalyse bei Einheits- und Konzernunternehmung promoviert.<ref>Richard Lutz: Jahresabschlußanalyse bei Einheits- und Konzernunternehmung (= Europäische Hochschulschriften, Reihe 5, Volks- und Betriebswirtschaft. Band 2514). Lang, Frankfurt am Main 2000, ISBN 978-3-631-34686-0.</ref><ref>Der Fachbereich Wirtschaftswissenschaften gratuliert Dr. Richard Lutz zur Nominierung als künftigen Bahn-Chef. In: wiwi.uni-kl.de. Ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 14. Mai 2017.@1@2Vorlage:Toter Link/wiwi.uni-kl.de (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)</ref>

Deutsche Bahn[Bearbeiten]

Führungskraft[Bearbeiten]

1994 trat Lutz in die Dienste der Deutschen Bahn AG und übernahm nach Aufgaben in den Bereichen Konzerncontrolling und -planung 2003 die Leitung des Bereichs Konzerncontrolling,<ref name="db-welt-2011-2-5" /> wobei er fortan direkt dem Vorstand Finanzen und Controlling berichtete. Nachdem der langjährige Finanzvorstand der DB AG Diethelm Sack zum 30. März 2010 sein Amt niedergelegt hatte, wurde Lutz als dessen enger Vertrauter zu seinem Nachfolger ernannt<ref>Neuer Finanzmann für Bahnchef Grube. In: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. 6. Dezember 2009, S. 45.</ref> und mit Wirkung zum 1. April 2010 zum Vorstand Finanzen und Controlling der Deutschen Bahn AG und der DB Mobility Logistics AG berufen. Sein bis 2013 laufender Vertrag wurde am 20. Juni 2012 vorzeitig bis 2018 verlängert.<ref>DB-Aufsichtsrat verlängert Verträge von Lutz und Rausch. In: eurailpress.de. 20. Juni 2012, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 26. Februar 2024; abgerufen am 15. August 2025.</ref>

Um 2015 galt er, neben seinen damaligen Mitvorständen Volker Kefer, Berthold Huber und Ronald Pofalla, als möglicher Nachfolger des damaligen Bahnchefs Rüdiger Grube.<ref name="welt-2015-29-26">Nikolaus Doll: Der Super-Vize. In: Welt am Sonntag. Nr. 29, 19. Juli 2015, ZDB-ID 1123516-0, S. 26 (online).</ref><ref>Ronald Pofalla läuft in den Zielbahnhof ein. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 29. Juli 2015, S. 20.</ref> Ab dem 1. August 2015 gehörten auch der europaweit tätige britische Bus- und Schienenverkehrsanbieter DB Arriva, der Logistikdienstleister DB Schenker Logistics und die Bereiche Beschaffung und IT zu Lutz’ Verantwortungsbereich.<ref>Neue Cheflokführer für die Deutsche Bahn. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 28. Juli 2015, S. 15.</ref><ref>Investor Relations DB ML AG: Vorstand: Dr. Richard Lutz</ref>

Vorstandsvorsitzender[Bearbeiten]

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Richard Lutz, 2017

Mit Grubes Rücktritt am 30. Januar 2017 übernahm er dessen Posten als Vorstandsvorsitzender zunächst kommissarisch,<ref>Finanzvorstand Lutz soll neuer Bahn-Chef werden. In: Spiegel Online. 14. März 2017, abgerufen am 14. März 2017.</ref> bis ihn am 22. März der Aufsichtsrat für fünf Jahre zum Vorstandsvorsitzenden ernannte.<ref>Dr. Richard Lutz neuer Vorstandsvorsitzender. Deutsche Bahn, 22. März 2017, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 23. März 2017; abgerufen am 24. März 2017.</ref> Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt beschloss nach sechswöchiger ergebnisloser Suche nach einem Nachfolger für Grube, Lutz zu nominieren.<ref name="welt-2017-03-15">Nikolaus Doll: So tickt der neue Mann an der Bahn-Spitze. In: Die Welt. Nr. 63, 15. März 2017, ISSN 0173-8437, S. 10.</ref> Laut einem Pressebericht habe Lutz den Vorsitz nicht unbedingt übernehmen wollen.<ref name="zeit-2018-48-32" />

Lutz und der DB-Vorstand publizierten am 7. September 2018 ein später als „Brandbrief“ bezeichnetes Schreiben.<ref name="zeit-2018-48-32">Claas Tatje: Zug um Zug. In: Die Zeit. Nr. 48, 22. November 2018, ISSN 0044-2070, S. 32.</ref> Sie thematisierten die schwierige Situation der Deutschen Bahn; diese habe sich verschlechtert. Das Schreiben war an die Führungskräfte der Deutschen Bahn gerichtet.<ref>Deutsche Bahn: Hohe Schulden, sinkender Gewinn – Bahn-Chef Lutz zieht die Notbremse. Abgerufen am 5. März 2019.</ref> Lutz sprach auch den erheblichen Investitionsbedarf an und kündigte an, dass die Reformen längere Zeit brauchen würden.<ref>Konzernchef Lutz: Weg zur besseren Bahn wird länger dauern. Abgerufen am 5. März 2019.</ref> Mit Beschluss des Aufsichtsrats vom 26. September 2018 wurde das bislang von Lutz verantwortete Finanzressort zum 1. Januar 2019 an Alexander Doll übertragen. Doll war vorher Chef der Logistik bei der Deutschen Bahn und der DB Cargo.<ref name="db-2018-09-26">Alexander Doll übernimmt zusätzlich das Finanz-Ressort • Ende November AR-Klausur über künftige Strategie. In: deutschebahn.com. Deutsche Bahn, 26. September 2018, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 14. August 2020; abgerufen am 30. September 2018.</ref><ref>Logistik-Chef Doll übernimmt: Bahnchef Lutz gibt Finanzressort ab. In: wiwo.de. Abgerufen am 4. März 2019.</ref>

Während eines Krisentreffens Anfang 2019 zwischen Lutz und Bundesminister Andreas Scheuer (CSU) sowie Staatssekretären, Abgeordneten der Koalitionsparteien, Bahn-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla und Finanzvorstand Alexander Doll verkündete Lutz Maßnahmen zur Verbesserung der Pünktlichkeit und den eventuellen Verkauf der Tochtergesellschaft Arriva, außerdem auch die mögliche Beförderung der Chefs von Konzern-Töchtern aus dem Personen- und Güterverkehr in den Vorstand.<ref>Deutsche Bahn: Bundesminister Andreas Scheuer trifft Richard Lutz. Abgerufen am 4. März 2019.</ref> Lutz musste Anfang 2019 dreimal innerhalb von zwei Wochen zu einem Rapport beim Verkehrsminister antreten, um Verbesserungen der schlechten Situation der Deutschen Bahn zu besprechen.<ref>Bahn kündigt fast 50 neue Züge an. In: sueddeutsche.de. 5. Februar 2019, ISSN 0174-4917 (sueddeutsche.de [abgerufen am 5. März 2019]).</ref> Die FAZ schrieb im Juli 2020, Lutz habe sich das Vertrauen des Bundes als Eigentümer erarbeitet.<ref name="faz-2020-168-22">Kerstin Schwenn: Guter Ruf und schlechte Zahlen. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. Nr. 168, 22. Juli 2020, ISSN 0174-4909, S. 22.</ref> Ende 2019 kam es zu einem Streit um die Vorstandsressorts von Alexander Doll. Der Bundesverkehrsminister und der Aufsichtsrat entschieden sich für Lutz’ Verbleib und die Abberufung von Doll.<ref name="spiegel-2019-52-60">Gerald Traufetter: Totes Gleis. In: Der Spiegel. Nr. 52, 2019, S. 60–64 (online).</ref>

Lutz nannte im Juli 2024 als Ziel, dass die Deutsche Bahn bis Ende des Jahres schwarze Zahlen schreibe, was verfehlt wurde.<ref>Zustand der Infrastruktur, Streik und Unwetter belasten Halbjahresergebnis. Deutsche Bahn, Juli 2024, abgerufen am 15. August 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Deutsche Bahn auf Sanierungskurs: Verluste 2024 deutlich verringert. Deutsche Bahn, 27. März 2025, abgerufen am 15. August 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Im Juli 2025 kündigte er an, die Deutsche Bahn werde bis Ende 2025 schwarze Zahlen schreiben.<ref>Vivien Timmler: Deutsche Bahn: 760 Millionen Euro Verlust - aber „gut unterwegs“. In: sueddeutsche.de Zeitung. 31. Juli 2025, abgerufen am 15. August 2025.</ref> Am 14. August 2025 teilte das Bundesministerium für Verkehr mit, seinen noch bis 2027 laufenden Vertrag als Vorstandsvorsitzender vorzeitig zu beenden. Lutz übte seine Funktion noch geschäftsführend bis 30. September 2025 aus, ehe die bisherige Regionalverkehrsvorständin Evelyn Palla ihn ablöste.<ref>Bei der Deutschen Bahn AG wird es einen Wechsel an der Spitze geben. In: bmv.de. 14. August 2025, abgerufen am 14. August 2025.</ref><ref name="db-2025-08-14">Statement der DB zur Presseinformation des BMV zum Wechsel an der Spitze der DB. In: deutschebahn.com. 14. August 2025, abgerufen am 14. August 2025.</ref><ref>Aufsichtsrat bestätigt Palla als neue Bahn-Chefin. In: tagesschau.de, 23. September 2025 (abgerufen am 23. September 2025).</ref>

Vergütung als Bahnchef[Bearbeiten]

Die Vergütung des Bahnvorstandes, insbesondere die von Lutz, erfuhr 2023 ein großes Medienecho.<ref>Empörung über Boni bei Deutscher Bahn. In: ORF.at. 11. Dezember 2023, abgerufen am 22. Dezember 2023.</ref> Lutz erhielt 2022 eine feste Vergütung von 0,968 Millionen Euro und eine variable Vergütung von 1,261 Millionen Euro.<ref>Integrierter Bericht 2022. (PDF) In: deutschebahn.com. Deutsche Bahn, 2023, S. 200, abgerufen am 11. Januar 2024.</ref> Zwar seien die Ziele für „Pünktlichkeit“ und „Kundenzufriedenheit“ verfehlt worden, jedoch seien sie mit erfüllten und übererfüllten Zielen, z. B. „Frauen in Führung“ und „Mitarbeitenden-Zufriedenheit“, verrechnet worden.<ref>Deutsche Bahn zahlt Millionen-Boni an ihre Vorstände. 11. Dezember 2023, abgerufen am 22. Dezember 2023.</ref>

Privates[Bearbeiten]

Lutz ist verheiratet und hat drei erwachsene Kinder.<ref>Deutsche Bahn Investor Relations - Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn AG. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 1. Juni 2023; abgerufen am 1. Oktober 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Er spielt in seiner Freizeit Schach.<ref>Lutz kommt für Sack, Garber geht. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 10. Dezember 2009, S. 20.</ref><ref name=":1" /> Als Turnier-Schachspieler trat er in den 1980er Jahren in Erscheinung. So erreichte er 1981 bei der deutschen Jugendmeisterschaft den zweiten Platz,<ref>Deutsche Jugendeinzelmeisterschaften 1981. In: TeleSchach. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 18. August 2020; abgerufen am 23. März 2017.</ref> gehörte der Sportfördergruppe der Bundeswehr an<ref>Porträt: Ein Pfälzer Eisenbahnersohn als DB-Finanzchef. In: Verein zur Förderung des Schienenverkehrs in und um Zweibrücken e. V. 2. Mai 2014, abgerufen am 15. August 2025.</ref> und spielte mit dem SC Miesenbach in der 2. Schachbundesliga.<ref>Johannes Eising, Gerd Treppner: Schach-Bundesliga 1984-1988. Joachim Beyer, Hollfeld 1989, ISBN 3-88805-081-2, S. 111,117,121.</ref>

Außerdem gehörte er 1979 der deutschen Auswahl bei der ersten U16-Mannschafts-Weltmeisterschaft an.<ref>Eintrag zur u16-WM bei olimpbase</ref> Im April 2026 wurde bekannt, dass sich Richard Lutz bei einem außerordentlichen Kongress am 16. Mai um das Ehrenamt als Präsident des Deutschen Schachbundes beworben hat.<ref>André Schulz: Richard Lutz kandidiert als DSB-Präsident. In: de.chessbase.com. 20. April 2026, abgerufen am 9. Mai 2026.</ref> Anfang Mai zog er diese Kandidatur wieder zurück.<ref>André Schulz: Richard Lutz zieht Kandidatur zurück. In: de.chessbase.com. 10. Mai 2026, abgerufen am 10. Mai 2026.</ref><ref>Gerald Hertneck: Das Team von Dr. Richard Lutz zieht seine Kandidatur auf dem DSB-Kongress zurück! In: schachkicker.de. 9. Mai 2026, abgerufen am 10. Mai 2026.</ref>

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Richard Lutz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

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Vorstände:

Evelyn Palla (Vorsitzende) | N.N. (Finanzen) | Harmen van Zijderveld (Regionalverkehr) | Bernhard Osburg (Güterverkehr) | Michael Peterson (Personenfernverkehr) | Martin Seiler (Personal und Recht)

Ehemalige
Vorsitzende:

Heinz Dürr (1994–1997) | Johannes Ludewig (1997–1999) | Hartmut Mehdorn (1999–2009) | Rüdiger Grube (2009–2017) | Richard Lutz (2017–2025)

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