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Alexander Doll

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Alexander Doll (* 4. April 1970) ist ein deutscher Betriebswirt und Manager. Von November 2017 bis Dezember 2019 war er Vorstandsmitglied der Deutschen Bahn. Seit Februar 2026 ist er Chairman DACH von CVC DIF, nachdem er im Januar 2026 eine eigene Kommunikationsagentur Mithras Partners gründete. Daneben ist Alexander Doll Investor (Tradelink, GBC, Finto) und Mitglied in verschiedenen Aufsichtsräten wie Arriva, Ukrainische Eisenbahn, Verve SE sowie dem Stiftungsrat der Frankfurt School und Chairman des Board of Trustees der Staatsoper Unter den Linden, Berlin.

Werdegang[Bearbeiten]

Er studierte in Frankfurt am Main Betriebswirtschaftslehre und besuchte anschließend zwei Jahre die Goizueta Business School der Emory University in Atlanta, die er 1998 mit einem MBA abschloss. Der gelernte Bankkaufmann arbeitete anschließend für verschiedene Banken in New York, London und Frankfurt.

Barclays[Bearbeiten]

2012 wurde Alexander Doll, nachdem er mehrere Jahre in verschiedenen Positionen im Unternehmen gearbeitet hatte, an die Seite von Ralf Herfurth zum Co-Geschäftsführer von Barclays Deutschland berufen. Das Unternehmen befand sich zu dieser Zeit in finanzieller Schieflage, und Doll hatte den Auftrag, die wirtschaftlichen Kennzahlen des Unternehmens zu verbessern.<ref>Alexander Doll wird Deutschlandchef von Barclays. In: Creditreform Magazin. Abgerufen am 13. März 2019.</ref>

Ab 2015 war Doll als alleiniger Deutschland-Chef beim Finanzunternehmen Barclays tätig<ref>Britische Bank baut um: Alexander Doll wird Deutschlandchef von Barclays. Abgerufen am 13. März 2019.</ref> und gehörte wie bereits in den Jahren zuvor zum engsten Beraterkreis der Deutschen Bahn. Unter anderem war er an der Entscheidung zum Kauf der DB-Auslandstochter Arriva mit deren Ländergesellschaften in Tschechien und Polen beteiligt.<ref name=":0">Alexander Doll soll als CFO Bahn-Probleme lösen. Abgerufen am 13. März 2019.</ref>

Deutsche Bahn[Bearbeiten]

Am 10. November 2017 wurde er in den Vorstand der Deutschen Bahn berufen, zuständig für Güterverkehr und Logistik.<ref name="db-2017-11-10">Vorstand Güterverkehr & Logistik. In: deutschebahn.com. Deutsche Bahn, 25. April 2018, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 26. April 2018; abgerufen am 25. April 2018.</ref> Er übte diese Funktion ab dem 1. April 2018 aus. Mit Beschluss des Aufsichtsrats vom 26. September 2018 hat er gegen die Proteste der Eisenbahngewerkschaft EVG, die eine Personalunion im Vorstand ablehnte, zum 1. Januar 2019 zusätzlich das Finanzressort (von Richard Lutz) übernommen.<ref name="db-2018-09-26">Alexander Doll übernimmt zusätzlich das Finanz-Ressort • Ende November AR-Klausur über künftige Strategie. In: deutschebahn.com. Deutsche Bahn, 26. September 2018, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 30. September 2018; abgerufen am 30. September 2018.</ref>

Doll sollte die Erträge der Güterverkehrssparte DB Cargo erhöhen und die finanzielle Situation des Konzerns verbessern.<ref name=":0" /> Tatsächlich wuchsen die Verluste weiter. Die DB-Vorstände Lutz und Pofalla hätten ihm daher nahegelegt, sich ausschließlich um den Güterverkehr zu kümmern, was Doll abgelehnt habe.<ref name="spiegel-2019-44-76" /> Teils wird darin auch ein Versuch von Lutz gesehen, einen Konkurrenten auf Distanz zu halten.<ref name="spiegel-2019-52-60" />

Als Finanzvorstand konnte Doll 2019 durch Platzierung einer Hybridanleihe zwei Milliarden Euro auf den Finanzmärkten einwerben und damit eine Finanzierungslücke schließen und das Rating des Unternehmens verbessern.<ref name="spiegel-2019-44-76" />

Der von Doll ebenfalls vorangetriebene Börsengang von Arriva musste durch den EU-Austritts des Vereinigten Königreichs verschoben werden. Die von Doll erst im September 2019 an die Regierung gemeldeten Pensionsverpflichtungen für Mitarbeiter von Arriva hatte dort einige verärgert.<ref name="spiegel-2019-44-76">Tim Bartz, Gerald Traufetter: Vergiftetes Angebot. In: Der Spiegel. Nr. 44, 2019, S. 44 (online – 26. Oktober 2019).</ref> Die bis dahin nicht bekannten Pensionsgarantien im Umfang von 432 Millionen Euro, die den Unternehmenswert vermindern, waren bei der Vorbereitung des Arriva-Verkaufs durch Doll aufgefallen.<ref name="spiegel-2019-52-60">Gerald Traufetter: Totes Gleis. In: Der Spiegel. Nr. 52, 2019, S. 60–64 (online).</ref>

Ein von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer und des DB-Aufsichtsratsvorsitzenden Michael Odenwald im November 2019 unternommener Versuch, Doll von seinen Aufgaben zu entbinden, scheiterte an einer fehlenden Mehrheit im DB-Aufsichtsrat. Scheuer habe Doll vorgeworfen, ihn beim geplanten Verkauf oder Börsengang von Arriva nicht ausreichend informiert zu haben.<ref name="mm-2019-11-07">Bahn beruft Sigrid Nikutta, Scheuer scheitert mit Rauswurf von Finanzchef Doll. In: manager-magazin.de. 7. November 2019, abgerufen am 8. November 2019.</ref>

Am 18. November 2019 stimmte der Aufsichtsrat der Aufhebung von Dolls Vertrag zum 31. Dezember 2019 zu.<ref name="db-2019-11-18">Alexander Doll verlässt Bahnvorstand. In: deutschebahn.com. Deutsche Bahn, 18. November 2019, ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 20. November 2019.@1@2Vorlage:Toter Link/www.deutschebahn.com (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)</ref> Er soll eine einstellige Millionensumme als Abfindung erhalten haben.<ref>Aufhebungsvertrag unterschrieben – Finanzvorstand Doll verlässt Bahnkonzern. 15. November 2019, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 15. November 2019; abgerufen am 15. November 2019.</ref> Laut Doll scheide er „[a]ufgrund von unterschiedlichen Auffassungen zur weiteren strategischen Entwicklung und Führung der Deutsche Bahn AG“ aus.<ref name="db-2019-11-18" />

Ihm folgte zum 1. Januar 2020 Sigrid Nikutta als Vorständin für Güterverkehr nach.<ref name="db-2019-11-07">DB-Aufsichtsrat beschließt neue Vorstandsstruktur und Milliarden-Investition in neue Züge. In: deutschebahn.com. Deutsche Bahn, 7. November 2019, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 21. September 2020; abgerufen am 8. November 2019.</ref>

Lincoln International[Bearbeiten]

Seit dem 1. Mai 2020 ist Doll als Vorsitzender des Aufsichtsrats der Lincoln International AG in Frankfurt tätig, der deutschen Dependance der US-amerikanischen Investmentbank Lincoln International. Er ist darüber hinaus Mitglied des Global Management Committees von Lincoln International.<ref>Sabine Reifenberger: Alexander Doll wird Aufsichtsratschef bei Lincoln. In: finance-magazin.de. Frankfurt Business Media GmbH, 29. April 2020, abgerufen am 1. Mai 2020.</ref> Er ist ferner an Private-Equity-Fonds beteiligt, investiert in Logistik-Start-ups und berät Gründer.<ref name="mma-2022-2-126">Michael Machatschke: Alexander Doll? In: Manager Magazin. Nr. 2, 21. Januar 2022, ISSN 0047-5726, S. 126.</ref>

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein